30. November 2020

Ein Zwerg-Lastenrad

Lanstenfahrräder gibt es für jeden Bedarf. Hier möchte ich ausnahmsweise mal eines vorstellen, ein ganz kleines. 

Entwickelt wurde das Joonit-Mini-Cargobike von vier Radfahrern in Hamburg, die eigentlich in den Bereichen Design und Technik unterwegs sind. Sie fahren und fuhren gerne Cargo-Bikes, haben aber festgestellt, dass das Manövrieren und Rangieren mit Lastenfahrrädern eine Herausforderung ist. Sie sind vor allem lang. Und schwer sind sie auch. Das Team wollte nach eigenen Angaben ein vollwertiges, aber kompaktes Lastenrad herstellen, das sich wie ein normales Fahrrad fährt. Es ist 1,77 Meter lang und mit und ohne Elektrounterstützung zu haben. 

28. November 2020

Radroute über die Römerstaffel, tatsächlich?

Soso, eine Radroute über Treppen. StuttgartMaps erlaubt ja, sich Radstrecken anzeigen zu lassen.

Gestrichelt heißt, hier sind Radfahrende im Mischverkehr unterwegs. Rot durchgezogen heißt Radweg, und Dunkelrot heißt Hauptradroute (die wie in der Tübinger Straße durchaus auch Mischverkehr bedeutet). Aber danach richten wollte man sich sich lieber nicht. Denn dann stehe ich vor einer langen, langen Treppe, wie der Römerstaffel. Die ist nur tragend zu überwinden. 

26. November 2020

Radgaragen am Hauptbahnhof in Betrieb gegangen

Am Bahnhof gibt es neue Radgaragen. Gegenüber dem Bahnhof aufseiten der Ladengeschäfte sind vier Container aufgestellt. Jeder Container fasst zwanzig Fahrräder.

Sie funktionieren wie die unter der Paulinenbrücke, die schon ein Jahr lang eher zu Testzwecken steht, denn sonderlich viel genutzt wird sie nicht. In die oberen Reihen kann man nur Fahrräder stellen, die nicht mehr als 18 kg wiegen, also die meisten Pedelcs nicht. Es wird interessant sein, zu sehen, ob es hier zu Konflikten oder Engpässen kommt. 

24. November 2020

Das ist doch ein bisschen Murks

Die Hauptradroute 1 führt über die Böblinger Straße. Der Übergang an der Tankstelle ist neu. Aber die Radlerampel steht falsch.

Der Mast mit Ampel, Drücker und Haltering steht so dicht am Fahrbahnrand, dass Menschen mit Lastenrädern ihn nicht erreichen können, ohne mit dem Rad halb auf die Fahrbahn hinaus zu fahren. Aber der Drücker führt auch noch in die Irre. Man muss ihn gar nicht erreichen können, denn die Ampel wechselt automatisch in einem recht kurzen Rhythmus immer wieder auf Grün für Radler:innen. Das allerdings sieht man nicht, wenn man sich am Haltering festhält. Denn die Ampel befindet sich damit genau über dem eigenen Kopf. Die Radlerampel ist unsichtbar, wenn man sie so aufstellt wie der Radler hier. Wer denkt sich nur so was aus?

22. November 2020

Wochenende zwischen Wald und Reben

In diesen Zeiten sind alle draußen, wenn das Wetter schön und Wochenende ist: Menschen zu Fuß, Menschen auf Fahrrädern. 

Mehr denn je müssen wir Radfahrenden freundliche Gefühle für Fußgänger:innen entwickeln, im Schlossgarten, auf breiten Wegen durch die Weinberge, im Wald. Wir können Familien, die zusammen unterwegs sind, nicht immer zwingen, im Gänsemarsch hintereinander zu gehen, nur weil wir schnell mit dem Rad bergab sausen wollen.

20. November 2020

Auf der linken Fahrspur radeln

Man sieht es selten, dass ein Radfahrer die Nerven hat, auf einer zweispurigen Straße die linke Spur zu nehmen, weil er später links abbiegen will.

Diesen hier habe ich vom Beifahrersitz eines Autos auf der Oberen Weinsteige beobachet. Er fährt ein Pedelec und geht auf dem Anstieg zum Albplatz aus dem Sattel, um zu beschleunigen. Die Autos fahren nicht schneller als er, die Ampeln werden gerade grün. 

18. November 2020

Sehr schön - Cottastraße

Auf der Cottastraße giebt es jetzt bergauf einen Aufstellplatz für Radfahrende. Der Parkplatz direkt dort ist weg zugusten des kleinen Rotstreifens. 

Bislang standen Radfahrende zwar genauso, aber illegal, weil auf einer weiß gestrichelten Sperrfläche, und die Haltelinie für die Autos war weiter vorn. Das gab ein richtiges Kuddelmuddel, denn Autofahrende wollen hier schnell abbiegen, bevor die Radler:innen von oben kommen. Radnotbremsungen gab es immer wieder.

Jetzt ist die Haltelinie für Autos zurückgesetzt.

16. November 2020

Lasst die Frauen mal lenken!

Welche Themen würden wir eigentlich diskutieren, wenn nicht die Männer, sondern überwiegend Frauen die Verkehrspoltik machen würden? 

Frauen sind nicht die besseren Menschen, aber sie haben andere Interessen und finden oft andere Dinge wichtiger. Zum Beispiel neigen die meisten Frauen nicht zum Wettkampf, also zum "meiner ist größer und ich bin schneller als du". Die meisten suchen weniger den Adrenalinkick, sondern mehr Sicherheit und berechenbare Alltagsprozesse. Wir würden mehr darüber diskutieren, wie eine Stadt menschengerecht organsisiert werden könnte, nicht autogerecht. Meine These: Wenn Frauen die Verkehrspolitik bestimmen (und dies schon länger), dann 

  • haben Autos eine technische Vorrichtung, die zu schnelles Fahren verhindert, allemal in der Stadt.

12. November 2020

Gut ausgeschilderter Baustellenslalom

Seit längerem schon ist der Abschnitt der Filderstaße zwischen Neuer Weinsteige und Immenhoferstraße wegen Bauarbeiten für den Autoverkehr gesperrt. Aber für Radfahrende gibt es tatsächlich eine Weiterführung.

Das ist schon mal sehr schön. Sie ist allerdings nicht wirklich mit dem Sinn eines Radfahrenden installiert. Denn schon an dieser Stelle geht es nicht weiter, es sei denn über den Gehweg. Der ist aber nicht freigegeben und der Bordstein ist auch hoch. 

10. November 2020

Haltet eure Spur, liebe Autofahrenden!

Autofahrenden fällt es schwer, nicht auf einem Radschutzstreifen zu fahren, weil ihnen ihre Fahrbahn bei Gegenverkehr zu schmal erscheint, obgleich sie es nicht ist. 

Nach meiner Beobachtung fahren etwa zwei Drittel der Autofahrenden mit den rechten Reifen auf einem Schutzstreifen, auch dann, wenn ihnen gar nichts entgegenkommt. Die Fotos stammen nicht von Stuttgart, sondern aus Wangen im Allgäu. Hier wurden auf einer Durchfahrtstraße Schutzstreifen angelegt. Ein Mittelsstreifen fehlt. Die Fahrbahn ist breit genug, um zwei Pkw aneinander vorbei zulassen, bei Lkw klappt das nicht. Dennoch darf man nicht einfach auf Schutzstreifen fahren. Man darf es nur ausnahmsweise.

8. November 2020

Der unverschämte Druck der Autos

Auf der Alten Weinsteige drängen Autos den Radverkehr in die Parklücken ab, obgleich er bergauf Vorrang hätte.

Und man muss sich klar machen: Alle Autos, die von oben kommen, fahren illegal, vebotenerweise, regelwidrig. Dem Ordnungsamt ist es leider vollständig egal. Es wird ab und zu kontrolliert, und dann ist man jedes Mal entestzt, über die Unmenge frecher Autofahrer:innen. 

Auf der Seite Hang abwärts wird außerdem geparkt. Und wenn einer von oben kommt, ist die Frage, wer macht Platz? Eigentlich müssen Autosfahrer in eine Parklücke ausweichen, und zwar vorausschauend. Aber seit kurzem hat sich eingebürgert, dass Radfahrende durch die Parklücke ausweichen. Und dann kam mir eine Autofahrer in entgegen, die das von mir einforderte. 

6. November 2020

Unser Verkehrssystem ist ungerecht

Unser Verkehrssystem benachteiligt Menschen mit geringem Einkommen, viele Frauen, viele Kinder, ältere Menschen, Behinderte sowieso, in Summa alle ohne Auto. 

Zu diesem Schluss kommt ein Positionspapier des Bundesumweltamts. Wer wenig Geld hat, wohnt meist an viel befahrenen Straßen und ist einer höheren Lärm- und Luftbelastung ausgesetzt. Nicht nur unter ökologischen, sondern auch unter sozialen Gesichtspunkten ist unser Verkehrsystem dringend reformbedürftig. Es sind die Haushalte mit einem hohen pro-Kopf-Einkommen, die den Autolärm machen, weil sie durch die Straßen fahren, wo die anderen wohnen, die selbst kein Auto haben. Und sie beteiligen sich nicht an den Kosten, die diesen Personen dadurch entstehen und die die Gesellschaft für sie aufbringt. Kurz, der SUV wird aufkosten der Kinder armer Familien gefahren. Und zwar ganz und gar. Die Kinder husten, die Eltern erleiden schneller einen Herzinfarkt, nachts können sie schlecht schlafen. 

4. November 2020

Erst klingeln, dann den Fußgäner überholen

Auf gemeinsamen Geh-/Radwegen dürfen Radfahrende nicht durchbrettern und Fußgänger:innen in Angst und Schrecken versetzen oder gar gefährden. 

An Fußgänger:innen muss man langsam vorbei radeln, und man sollte vorher sicher stellen, dass die Menschen zu Fuß einen auch bemerkt haben. Kommt es nämlich zu einer Kollision, weil man leise vorbeisausen wolte, dann hat man als Radfahrer:in eine Mitschuld auch am eigenen Sturz und seinen Folgen. Das hat ein Gerichtsurteil hat jetzt festgestellt (Oberlandesgerichts Hamburg (1 U 155/18)

Die Einzelheiten:

2. November 2020

Vision Null - keine Vekehrstoten mehr

Helsinki hat das schon hingekriegt. In dieser Stadt wurde im vergangenen Jahr kein Mensch im Straßenverkehr getötet. 

Im NDR-Bericht steht nicht, wie viele Menschen schwer verletzt wurden. Die Vision Zero will auch Verletzte vermeiden. In Deutschland, auch in Stuttgart nehmen im Gegensatz dazu  die Unflle mir Radfahrenden zu. Maßnahmen dageen wären ganz einfach, sind aber eben nicht banal. In Helsinki werden Autos auf klar begrenzen Wegen durch die Innenstadt gelenkt, streng getrennt von Radfahrenden und Fußgängr:innen, die wiederum viel Raum für ihre Fortbewegung bekommen. In der Innenstadt ist die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt, auf Durchgangsstraßen darf 40 km/h gefahren werden. Darin kommen wir Helsinki nahe, allerdins eben nicht in der Trennung des Radverkehrs vom Autoverkehr und vom Fußverkehr.