29. September 2023

Autos sind teuer auch für die, die keines haben

Ein Auto kostet deutsche Steuerzahler:innen jährlich 5000 Euro. Würde nicht die Allgemeinheit den Autobesitz subventionieren, könnten sich selbst Gutverdienende kein Auto leisten. 

Wer ein Auto hat und fährt, zahlt privat schon eine ganze Menge Geld, meistens ohne dass es ihm oder ihr so richtig bewusst wird. Vor allem die Werkstattkosten werden unterschätzt, wie eine Studie herausfand. Aber die privaten Kosten decken nur ungefähr gut die Hälfte bis zwei Drittel der Kosten ab, die Autofahrende verursachen. In ihrer Studie haben Mobilitätsforschende wieder einmal nachgerechnet, was die Allgemeinzeit für Straßenbau, Straßenerhalt, öffentliche Stellplätze und Umwelt- und Gesundheitsschäden oder die Zulassung von Fahrlehrer:innen bezahlt. 

27. September 2023

Keller 5 jetzt unter der Paulinenbrücke

Keller 5 ist eine offene Fahrradwerkstatt und ist jeden Dienstag- und Donnerstagabend offen, nicht nur für geflüchtete Menschen, sondern für alle mit ihren Fahrrädern. 

Sie befindet sich ganz hinten unter dem Autokreisel der Paulinenbrücke. Die Idee ist schon ein paar Jahre alt. Das Grüne Bezirksbeiratsmitglied Süd, Reinhard Otter, und zwanzig engagierten Radler:innen gründeten die Fahrradwerkstatt 2018  in einem Keller der Flüchtlingsunterkunft in der Schickardtstraße. Jetzt ist der Keller 5 unter die Paulinenbrücke gezogen. 

Wer einen Platten zu flicken hat oder das Rad durchchecken möchte, kann das dort jeden Dienstag und jeden Donnerstag (außer an Feiertagen) zwischen 18:30 Uhr und ca. 20:30 Uhr tun und bekommt Platz und Werkzeug dafür. Auch Basisersatzteile werden gegen eine kleine Spende zur Verfügung gestellt. Vor allem aber richtet die Werkstatt gespendete Fahrräder wieder her und gibt sie an Bedürftige weiter. Wer ein Fahrrad übrig hat, kann es spenden. 

25. September 2023

Ein Rottweiler aus Plastik soll Radler:innen abschrecken

Apple-Maps mit reinmontiertem Rottweiler
In Esslingen hat einer einen Plastikrottweiler an den Gehweg gestellt, der per Knopfdruck bellt, wenn ein Radfahrer oder eine Radfahrerin auf dem Gehweg kommt. So wehrt sich ein Fußgänger gegen den unerlaubten Radverkehr auf dem Gehweg. 

Gehwegradeln ist eine Pest, finde ich auch. Aber so wie Autofahrende sagen: "Irgendwo muss ich doch parken" und das Auto dann auf den Gehweg stellen, so sagen sich Radfahrende: "Irgendwo muss ich doch radeln." Der Autoverkehr scheucht Radfahrende auf verbotene Gehwege, dort stressen sie Fußgänger:innen. Das ist fatal. 

Schaut man sich die Maille-Straße und die Maille-Kreuzung mit der Kiesstraße in Esslingen an, wo diese  Aktion stattfindet oder stattfand, dann sieht man: Hier ist gar nichts für Radfahrende gemacht. Die Straße hat schmale Gehwege und je zwei Richtungsfahrbahnen, die sich vor der Kreuzung in viele Spuren auffächern. Eine Busspur gibt es auch. 

Was es nicht gibt, sind Radfahrstreifen, nicht einmal sogenannte Schutzstreifen. Es gibt nichts. 

23. September 2023

Kontrolliert doch erst mal die anderen!

gegen die Einbahnstraße und Falschparker
Nur in einem einzigen Punkt soll der Radverkehr dem Autoverkehr gleichgestellt sein: bei der Regeltreue. Allgemein herrscht nämlich die Auffassunge Radfahrende würden öfter Verkehrsregeln verletzen als Autofahrende und kämen damit besser durch. 

77 Prozent der Autofahrenden glauben, dass sich Radfahrende ständig über Verkehrsregeln hinwegsetzen und finden, solche Verstöße müssten genauso geahndet werden wie bei Autofahrenden. Und dafür müsse es auch Kennzeichen für Fahrräder geben. Sozusagen als Bedingung: Wenn wir Radfahrende auf Fahrbahnen dulden und ihnen Radwege spendieren, dann müssen sie sich genauso streng und ordentlich an die Verkehrsregeln halten, wie wir Autofahrenden das tun. "Uns schnappt man mit Blitzern und mit Kameras an Ampeln und zockt uns ab, während ihr Radler ständig ungestraft bei Rot fahrt und durch die Fußgängerzone rast."

Ein schlechtes Argument, denn es behauptet, Autofahrende verhielten sich regelkonform, wenigstens meistens und auf jeden Fall mehr als Radfahrende. Für diese Annahme spricht aber bei statistischer Betrachtung nichts, denn befragte Autofahrende geben es sogar zu: 

  • 70 Prozent der Autofahrenden missachten Geschwindigkeitsbegrenzungen (halten sich also nicht an die Verkehrsregeln), 
  • 43 Prozent parken im Haltreverbot, 
  • 36 Prozent halten nicht an Stoppschildern, 
  • 32 Prozent blinken nicht, 
  • 24 Prozent halten nicht an der Ampel, die gerade auf Rot gesprungen ist,
  • 23 Prozent benutzen ein Handy beim Fahren. 

Tatsächlich stören auch nicht "rücksichtslose Radfahrende" die jeweils anderen Verkehrsteilnehmer:innen am meisten, sondern "rücksichtslose Autofahrer", und dies ärgert insbesondere die Fußgänger:innen. 

21. September 2023

Neuerungen an der Rotebühlkreuzung

Am Rotebühlplatz gibt es  - Hurra! - jetzt endlich den Radfahrstreifen. Frisch und blau markiert. 

Radfahrende können jetzt, von der Tübingerstraße kommend, Richtung Finanzamt und Fritz-Elsas-Straße vom fürs Fahrrad freigegebenen Busstreifen direkt auf den Radfahrstreifen fahren und rechts neben den Autos an der Autoampel auf Grün warten, um dann geradeaus oder rechts weiterzuradeln. Es gilt die Autoampel.

Wie man auf dem Foto sieht, sind Autofahrende noch nicht bereit, hier mit Radfahrenden oder E-Scooter-Fahrenden zu rechnen und biegen ohne nach rechts hinten oder in den rechten Seitenspiegel zu gucken ab. Die E-Scooterfahrerin musste ziemlich bremsen, damit sie nicht umgenietet wurde. Ich frage mich ja immer so für mich, ob es eigentlich keine technischen Lösungen gibt, damit Autofahrende nicht einfach nach rechts ziehen, oder ob man nicht wenigstens Warnschilder aufstellen könnte, die auf eine veränderte Verkehrsführung und Radfahrende aufmerksam machen.  

19. September 2023

Wangen mal kurz ohne Autos

Ich kenne die Altstadt von Wangen im Allgäu nur voller Autos. Sie kreisen auf der Suche nach Parkplätzen durch die schmalen Straßen, drängen die Fußgänger:innen an den Rand und bilden geparkt die übliche Wand zwischen schmalen Gehwegen und Fahrbahn.  

An vier Wochenenden im Juli und Anfang August 2023 führte die Stadt nun endlich den Versuch durch, die Gassen vor allem von parkenden Autos zu befreien und den Fußgänger:innen Raum zu geben. Ein Wochenende habe ich im Urlaub miterlebt. Und es war grandios. Man holt tief Luft und schlendert befreit die Einkaufsstraßen entlang. Auf einmal gibt es Platz, und man sieht, wie viele Fußänger:innen tatsächlich unterwegs sind, die sich ansonsten zwischen geparkten Autos, Schaufenstern und Aufstellern durchschlängeln. Man sieht die Tische der Außengastro (leider regnete es gerade), die ansonsten zugeparkt sind. Es ist ruhig, entspannt und schön. Ein Genuss. 

17. September 2023

Fußgänger prügelt auf Radfahrer ein

Blogleser B. ist gestern Nachmittag Zeuge eines erschreckenden Vorfalls geworden, der den unbändigen Hass auf Radfahrende zeigt.
 

Er war mit einer großen Gruppe auf dem Gehweg entlang der Jahnstraße in Degerloch zwischen Reutlingerstraße und Hans-Neuffer-Weg unterwegs. Die Fußgänger:innen nahmen die ganze Breite des Gehwegs ein. Entgegenkommende Radfahrende kamen nicht durch und mussten anhalten. Ein Radfahrer kam von hinten und ein Mann, Mitglied der Gruppe, rief "Vorsicht Radfahrer" nach vorn. Der Radfahrer klingelte wohl auch. Man machte freundlich Platz. Der Radler fuhr sehr langsam an allen vorbei, bis er auf Höhe eines älteren Herrn mit Stock war. 

Der sah es nicht ein, einen Schritt beiseite zu treten. Statt dessen rammte er seinen Stock in die Speichen des Fahrrads. Der Radfahrer kippte, war aber natürlich so langsam, dass er nicht stürzte, sondern nur abstieg. Das an sich ist schon erschreckend. Noch erschreckender war aber, dass der Mann dann mit der Faust auf den Radler einschlug. Der Radler (auf dem Foto oben in weißer Tenniskleidung) versuchte die Schläge zu stoppen und fiel dem Schläger in den Arm. Der Mann, der anfangs die Gruppe auf den Radfahrer aufmerksam gemacht hatte, griff beherzt und deeskalierend ein, und nach einer Weile konnte der ältere Herr beruhigt werden. Auf dem Foto sieht man den Stock, das Fahrrad weiter hinten und den Mann in dunkler Kleidung und den Radfahrer in heller Kleidung.

15. September 2023

Warum Leonardo das Fahrrad nicht erfand

Das Fahrrad ist ein Zwischending. So beginnt Elmar Schenkel seinen Essay "Cyclomanie" übers Radfahren in der Literatur. 

Auto, Eisenbahn und Flugzeuge gehörten zum Drama und großem Roman, dem Fahrrad aber, das nicht auf Autobahnen fahren darf und dennoch zwischen Autos auftaucht, sei wie dem "hybriden Essay" eine Zwischenstellung eigen. 

Gleichzeitig teilten Radfahrer (Radfahrerinnen kannte man 2008 noch nicht) sich oft, ob legal oder nicht, Fußwege mit Fußgängern und Reitwege mit Reitern. "Überhaupt schlängeln sie sich manchmal durch das Gesetz." Der Autor stellt fest, das Fahrrad sei in einer "Zeit nach der elektronischen Sintflut" vorsintflutlich anmute, "eine gleitende Paradoxie. Aber es übertrumpft alle komplizierte Maschinerie in einem wichtigen, eines Tages vielleicht überlebenswichtigem Punkt: Es hat die beste Ratio von Energieverbrauch. Gebe ich einem Radfahrer ein Pfund Speck, so kommt er mit den Kalorien entscheidend weiter als alle anderen Fahrzeuge und Tiere dieser Erde." 

Das Trauma der Erfindung des Laufrads und Fahrrads wirkt bis heute nach. Immer schon hatte es etwas von einer Teufelsmaschine, einem Hexenbesen oder einem Umsturzvehikel. 

13. September 2023

Sozial wäre es wenn ...

Ich höre oft das Argument, es sei unsozial, wenn man Parkplätze verteuert oder eine City-Maut einführt, kurz das Autofahren teurer macht. Dann könnten sich arme Leute das Auto nicht mehr leisten. 

Kürzlich argumentierte eine Bürgerin in einem Fernsehbericht gegen Anwohnerparktgebüren von 300 Euro im Jahr damit, dass sich Rentner:innen, die von der Grundischerung lebten, das nicht leisten könnten. Die Grundrente beträgt derzeit ungefähr 1.100 Euro. Ein Kleinwagen kostet ungefähr 300 Euro im Monat, ein Mittelklassewagen 400, wenn man nicht mehr als 15.000 km pro Jahr fährt (darin eingerechnet, Werkstatt, Reifen, TÜV, Steuern, Versicherung etc.). Es dürften sich also nicht viele, die von der Grundsicherung leben, überhaupt ein Auto leisten können. Sie dürften sich aber sehr freuen, wenn der öffentliche Nahverkehr bezahlbar ist, erreichbar ist und vor allem oft genug fährt. Das Deutschlandticket kostet derzeit 49 Euro (Bonus-Card 24,50 €) im Monat. Ein Elektrodreirad ist in der Anschaffung zwar so teuer wie ein Gebrauchtwagen, aber im Unterhalt sehr viel billiger. Dafür aber bräuchte es eine Radinfrastruktur, die keine Angst macht. Auch die Krankenpflegerin würde sich freuen, wenn der ÖV auch nachts zuverlässig fährt, damit sie für die Nachtschichten kein Auto braucht, das viel von ihrem Einkommen auffrisst. Oder über sichere, gut beleuchtete und im Winter geräumte Radwege, damit sie den Weg mit dem Fahrrad zurücklegen kann. 

Mir kommt es so vor, als erinnerten sich die finanziell gut gestellten Leute immer erst dann der finanziell Benachteiligten, wenn sie selbst fürchten, ein Privileg zu verlieren, das mit ihrer Autonutzung zusammenhängt.

11. September 2023

Die Häme der Gestrigen

Noch ist nicht entschieden, wer in den kommenden Jahren politisch die Oberhand bekommt: Diejendigen, die wissen, dass unsere Kinder und Kindeskinder keine lebenswerte Zukunft haben, wenn wir mit den fossilen Brennstoffen so weitermachen wie bisher, oder die anderen, die wollen, dass alles so bleibt. 

In der Stadt Kempen wird eine Modalsperre, die den Anwohnern Ruhe bescherte, blitzschnell wieder abgebaut, weil der Gemeinderat einen Beschluss rückgängig machte. Die Autofahrenden, die legal gar nicht durch die Anliegerstraßen fahren dürfen, haben gewonnen. In Berlin zündelt die Verwaltung mit der Idee, Radwege zurückzubauen (scheiterte aber bisher vor Gericht). Die Angst vor den Veränderungen, die unser Kampf gegen die Klimaüberhitzung erfordern, ist größer als die Angst vor den furchtbaren Folgen der ansteigenden Temperaturen. Manchmal kommt es mir so vor, als sei unsere Lust am am Kaputtmachen unserer Welt riesengroß und als fänden wir Vernunft einfach zu öde. 

9. September 2023

Wenn die Alternative zum Autofahren fehlt ...

 ... dann bleibt das Auto das bevorzugte Verkehrsmitel. Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Politik was falsch gemacht hat. 

Einige fahren ja gern Auto, aber viel mehr Leute, als wir denken, würden gerne anders zu ihren Zielen kommen. Mit Bus oder Bahn oder dem Fahrrad. Allein, es fehlt die Hoffnung, dass es geht. Das geht sogar aus der Umfrage der HUK-Coburg unter 4042 Menschen zum Mobilitätsverhalten hervor. 63 Prozent glauben nämlich, dass die Mobilitätskonzepte grundsätzlich neu gedacht werden müssen, denn das Auto wird zu teuer. Das Thema wird den Befragten auch deutlich wichtiger. Die Umfrage macht aber auch deutlich, dass in Deutschland eine Alternative zum Auto derzeit kaum vorstellbar ist. Und wenn es dann nicht-fossile Antriebe gibt, fällt auch das schlechte Gewissen weg. Auf die Frage, welche Fortbewegungsmittel werden Ihrer Meinung nach Ihre Auswahlkriterien für die nächsten fünf Jahre am besten erfüllen, wählten 72 Prozent das Auto (2022: 67 %) und 23 Prozent das Fahrrad (2021 waren es noch 30 %). Vor allem die jungen Leute setzen wieder aufs Auto. Keine große Sympathie hatten die Befragten für öffentliche Verkehrsmittel (so um die 10-16 Prozent).

7. September 2023

KI kann Rad- und Fußverkehr sicherer machen

Kameras an Autos übersehen nichts, der Mensch hinterm Steuer übersieht aber schon gern mal was. Autonom fahrende Autos können die Verkehrswelt auch für Radfahrende und Fußgänger:innen also sicherer machen. 

Allerdings weiß man noch gar nicht, wie Autofahrende, Gehende und Radfahrende im Gewusel des Straßenverkehrs eigentlich kommunizieren. Um herauszufinden, auf welche Signale die Autokameras achten und wie sie sie interpretieren müssen, hat das Institut für Verkehrssystemtechnkik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt vor zwei Jahren in Braunschweig eine VRU-Simulation mit in Gang gebracht. VRU steht für "Vulnerable Road Users", also für diejenigen, die bei Zusammenstößen mit Autos immer im Nachteil sind. Bei den Forschungen zum autonomen Fahren wurden sie bisher wenig berücksichtigt, müssen aber im Zentrum stehen. Um zu untersuchen, wie sich Radfahrende und Gehende im Straßenverkehr verhalten wurde eine Plattform mit VR-Brillen entwickelt, die das Radfahr- und Gehverhalten abbildet. So kann erforscht werden, wie es aussieht, wenn ein Fußgänger wirklich über einen Zebrastreifen will oder aber nur herumsteht und auf dem Handy daddelt oder abgelenkt wird und doch nicht geht und so weiter. 

5. September 2023

Der Kampfradler ist ein Hirngespinnst

Es gib ihn nicht, meint Steffen auf Bikefolks. Er existiert gewissermaßen nur in den Medien, dort aber so prominent, dass es bei Wikipedia sogar einen eigenen Eintrag dazu gibt. 

Dem angeblich rücksichtslos missionarischem Radler widmete die Süddeutsche Zeitung 2018 eine böse Glosse, mit der sie sicherlich die Vorurteile vieler Menschen nicht nur bestätigt, sondern auch noch tief befriedigt haben dürfte. Es ist ja so viel einfacher, Wut und Hass bei Menschen zu wecken als Verständnis und Kenntnis, und nichts taugt dazu so gut, wie der Radfahrer (sehr selten die Radfahrerin) permanenter Störfaktor in unserem Verkehrssystem, das strukturell vollständig aufs Auto ausgerichtet ist. 

3. September 2023

Probleme mit dem Sattel kann man lösen

Manche fahren nicht gern Fahrrad. Wenn man dann nachfragt, warum eigentlich nicht, kommt immer mal wieder heraus, dass sie Sitzprobleme haben, die Geschlechtsteile werden taub oder schmerzen.  

Wenn bei den Tagestouren, die wir im Urlaub vielleicht gemacht haben, der Hintern weh tat, dann müssen wir nicht aufgeben, sondern einen anderen Sattel suchen, der passt. Das ist nicht immer leicht, aber möglich. Frauen brauchen nicht grundsätzlich andere Sättel als Männer, sie brauchen beispielsweise keine breiteren, sie müssen aber unter Umständen auf andere Details achten. 2020 habe ich darüber ausführlich geschrieben. Hier der Artikel zum Wiederlesen. 

1. September 2023

Radfahren verändert unsere Denkweise

Wer nur das tut, was er/sie immer getan hat, bleibt, was er/sie ist. Mag sein, dass manche das gut finden. 

Doch die meisten Menschen sehnen hin und wieder nach einem Ausbruch aus dem Alltagstrott. Sonst würden sie nicht so viel reisen. Aber die große Reise kann auch eine ganz einfache sein. Mit dem Radfahren anfangen.  

Radfahren verändert unsere Denkweise. Zunächst wird man sich seiner körperlichen Verfassung bewusst, dann spürt man, dass man sie positiv verändern kann. Man konzentriert sich etwas mehr auf das, was einem gut tut, gutes Essen, mehr Bewegung, Licht und Luft. Der eigene Lebensstil wird etwas gesünder. Wenn wir radeln, sind wir von Menschen umgeben, die sich mehr bewegen und gesünder sind und Freude an dem haben, was sie tun. Das färbt auf uns ab und macht uns zufriedener. Wir blicken mit wacheren Augen auf die Welt und das seltsame Verkehrschaos, das unsere Autowelt in den Städten angerichtet hat. Wir kommen mit anderen Radfahrenden ins Gespräch, wir fahren mal eine Critical Mass mit, wir finden Leute, die sich für besserer Radverkehrsstrukturen einsetzen, und machen mit.  

Oder auch nicht, wir radeln lieber alleine für uns und beobachten Veränderungen an unserem Körper.