31. August 2021

Zu Fuß und per Fahrrad first

Offenbar fährt der Verkehrsminister von Großbritannien gerne Fahrrad. "Millionen von uns haben im vergangenen Jahr herausgefunden, was Radfahren und Laufen für großartige Wege sind, um fit zu bleiben und die Straßen zu entlasten", erklärt er und will die Straßenverkehrsordnung ändern. 

Radfahrende und Fußgänger:innen sollen Vorrang vor dem Autoverkehr bekommen. Wie der Spiegel unter Berufung auf einen BBC-Bericht meldet, sollen Radfahrende beispielsweise an Kreuzungen Vorfahrt bekommen, wenn sie geradeaus fahren. Wer es auf Englisch lesen will, hat diesen Artikel im Guardian. Das englische Verkehrssystem ist anders, das Links vor Rechts (wir haben Rechts vor Links) gibt es dort nicht. Die Straßen sind meist als Vorrang- und Nebenstraßen ausgewiesen. Auf unsere Verhältnisse übertragen, könnte das heißen, in allen Tempo-30-Zonen mit Rechts-vor-links-Kreuzungen könnten Radfahrende geradeaus durchrollen, während der Autoverkehr links und rechts wartet. Dass das auch beim Überqueren von Vorfahrtstraßen gelten soll (wenn keine Ampel den Verkehr regelt), kann ich mir nicht vorstellen. Aber allein die freie Fahrt für Radfahrende an kleinen Kreuzungen wäre revolutionär. Auf so eine Idee kann nur jemand kommen, der/die selber viel Fahrrad fährt und weiß, wie hart die ständigen Brems- und Startmanöver sind.

29. August 2021

Lastenrad und Auto werden politisch

Wer eine Elektroauto kauft, bekommt bis zu 6000 Euro vom Staat. Wer kein Auto, sondern ein Lastenfahrrad kauft bekommt ... nun ja, je nachdem, wo er oder sie wohnt, auch was oder gar nichts. 

In Baden-Württemberg bekamen Vereine und Freiberufler seit 2017 eine Förderung, in Stuttgart werden zusätzlich Familien gefördert, auch finanziell benachteiligte sollen eine Chance haben, und ein Förderprogramm für E-Trikes für Gehbehinderte wurde aufgelegt. Die Seite Greenbike-Shop listet alle Förderprogramme bundesweit auf. Bayern hat zum Beispiel kein Lastenradförderprogramm. Gewerbetreibende können hier, wie anderswo, wo es keine kommunale Unterstützung gibt, seit diesem Jahr beim Bund einen Zuschuss beantragen. Familien, also Privatleute, aber nicht. 

Die im Wahlkampf von den Grünen vorgeschlagene generelle Bezuschussung von Lastenrädern mit 1000 Euro würde wohl bis zu 250 Millionen Euro im Jahr kosten (1 Milliarde in vier Jahren), und zwar endlich auch für Privatleute. Gleichzeitig aber kosten die aktuellen Subventionen für Autos rund 7,4 Milliarden allein für das Dieselprivileg und 3,1 Milliarden für das Dienstwagenprivilig, den teuren Straßenbau und die Gesundheits- und immensen Umweltkosten nicht mitgerechnet. Die Kaufprämie für Elektroautos hat 2020 mehr als 1 Milliarde Euro verschlungen, und wächst in diesem Jahr rasant, wird sich vermutlich mehr als verdoppeln. Die Abwrackprämie, mit der 2009 in der Finanzkrise die Autoindustrie gerettet werden sollte, kostete 5 Milliarden Euro. So what?

27. August 2021

Verkehrsregeln - das unbekannte Terrain

Der ADAC weiß es genau: Radfahrende kennen die Regeln nicht. Er hat eine Umfrage gemacht, in der Regelkenntnisse abgefragt werden. 

In dem Artikel ist auch der Link zum Test. Für den wünsche ich viel Vergnügen. Ihr Blogleser:innen dürftet gute Ergebnisse erzielen. 

Das Ergebnis ansonsten ist eher mau. Allerdings unterscheiden sich Radfahrende in Sachen Regelkenntnis nicht von Autofahrenden. Nach eigenen Angaben hat der ADAC online knapp 4500 Radfahrende befragt und stellt fest, es gebe erhebliche Wissenslücken, im Durchschnitt seien nur 60 Prozent der Fragen richtig beantwortet worden. Nur 1 Prozent der Leute habe fast alle Fragen richtig beantwortet (zwischen 33 und 37). In seinem Artikel schreibt der ADAC, zwei Drittel der Befragten Radfahrenden hätten angegeben, die StVO gut zu kennen, fast 80 Prozent erklärten, sie würden sich an die Verkehrsregeln halten. Am schlechtesten kannten sich dem Bericht zufolge die aus, die ihren Fahrstil als offensiv oder aggressiv bezeichneten. Ältere wussten mehr als Jüngere, Männer mehr als Frauen, Vielradler:innen mehr als Gelegenheitsradler:innen und Führerscheininhaber:innen mehr als solche, die keinen hatten. Das ist nicht weiter überraschend. 

25. August 2021

Wenn Ehepaare zusammen Rad fahren

Es ist natürlich nicht immer so, aber es ist oft so, dass der Mann vorneweg radelt und die Frau hinterher. 

Manchmal habe ich den Eindruck, die klassische Rollenverteilung funktioniert beim Radfahren wie selbstverständlich: Er fährt voraus, sondiert und bestimmt den Weg, macht die Bahn frei, sie vertraut sich ihm an und folgt ihm. Das birgt aber durchaus Gefahren, und zwar für die Frau. Dieses Arrangement enthält zudem jede Menge Frustpotential für alle beide, für ihn und für sie. 

Nachdem ich viel zu zweit geradelt bin und auch viele Situationen beobachtet habe, meine ich, es lohnt sich mal, ganz unaufgeregt darüber nachzudenken, welche psychologischen und zwischenmenschlichen Prozesse uns dabei in die Quere kommen. Es geht nicht darum, jemandem Vorwürfe zu machen, und meine Verallgemeinerungen passen natürlich nicht auf alle radelnden Paare. Das sei hier noch mal klargestellt. 

Die kritischste Situation ist die, wenn beide an eine gut befahrene Querstraße kommen, über die sie hinüber wollen.

23. August 2021

Die Ampel, die nicht mal die Polizei kapiert

Diese Zweifeldampel am Eingang in die Eberhardstraße habe ich noch nie beachtet. Viele andere Radfahrende auch nicht, bis die Polizei anfing, Rotlichtverstöße zu ahnden. Zu Unrecht, wie die Stuttgarter Zeitung ausführlich erzählt.

Auch auf Twitter und auf Facebook wurde das heftig diskutiert, weil eine betroffene Radlerin sofort die Radcommunity fragte und auch sofort Hilfe bekam. Es stellte sich heraus, dass die Interpretation der Situation schwierig ist, so schwierig, dass zwei junge Polizist:innen (in Zivil) hier Radler:innen filmten (wer hat das eigentlich angeordnet?) und einer weiterer sie in der Eberhardstraße anhielt und die Personalien für einen Bußgeldbescheid aufnahm. Ein Rotlichtverstoß kostet 180 Euro und einen Punkt in Flensburg. Diese Bußgeldbescheide dürfen nun so nicht zugestellt werden, und wenn sie doch kommen, sollte man ihnen widersprechen.  

Wenn nicht einmal die Verkehrspolizei die Signale an einer Radinfrastruktur richtig deuten kann, stimmt etwas grundsätzlich nicht. Und welch seltsame Gier, endlich mal Radler:innen bei Rotlichtverstößen dranzukriegen! 

21. August 2021

Radeln über einen Friedhof?

In Wangen im Allgäu gibt es einen Friedhof, durch den man mit dem Fahrrad fahren darf. Das liegt auch daran, dass hinter dem Friedhof Geh- und Radwege weitergehen. 

Und seien wir mal ehrlich: Im Grunde genommen macht es nichts, wenn Menschen mit Fahrrädern durch einen Friedhof fahren. Die Hauptwege sind meist breit und wenig bevölkert. Und sie sind ohnehin nur von Interesse, wenn sie geradeaus einen nennenswerten Umweg abkürzen. Dass die Leute massenhaft zu den Grabfeldern radeln, ist nicht zu erwarten. Es gibt keinen Grund, sogleich rasende Radler zu fantasieren und für die Friedhofsbesucher:innen Gefahren zu konstruieren, die einfach nicht vorhanden sind. Die Gelassenheit der Stadt Wangen gefällt mir gut. 

19. August 2021

Der raue Ton des Umweltschutzes

Auch wir Radfahrenden mögen glatte Untergründe. Asphalt ist schön. Aber er schadet der Natur. Und das dürfen wir doch nicht wollen. 

Wenn es um Umweltschutz geht, haben wir durchaus Verständnis dafür, dass man nicht alles versiegeln kann, sodass Bäume und Pflanzen kein Wasser mehr kriegen und alles, statt ins Grundwasser, in die Kanalisation abläuft und damit letztlich
in die Ozeane. Leider aber sind wasserdurchlässige Untergründe alles andere als sahneglatter Asphalt. Sie sind rau, sie erzeugen Rollwiderstand.

Auf dem Neckardamm zwischen Cannstatter Wasen und Untertürkheim ist der Asphalt schon vor einer ganzen Weile durch ein Pflaster abgelöst worden, das Wasser durchlässt.

17. August 2021

Wann muss man eigentlich am Fahrrad das Licht einschalten?

Fahrräder müssen vorn und hinten Lichter haben. Sie müssen nicht mehr dauerhaft angebracht sein, aber sie müssen da sein, wenn man Licht braucht. 

Also, sobald es dunkel wird, oder wenn Regen oder Nebel oder anderes Wetter die Sicht erheblich behindern. Wer sein Rennrad an einem sonnigen Tag radeln möchte, braucht also keine Beleuchtung mit sich zu führen. Man sollte sich aber sicher sein, dass man nicht in die Abenddämmerung kommt und auch nicht in einen finsteren Regen. Dann nämlich braucht man das Licht. Und wenn man keins hat, sollte man sich unterstellen und das Ende des Wolkenbruchs abwarten. 

Die StVO definiert "Dämmerung" und die "erhebliche Behinderung" durch Wetter nicht eindeutig.

15. August 2021

Vor Kreisverkehren kann man nicht genug warnen

Kreisverkehre sind gefährlich für Radfahrende. In Backnang ist am Montag, den 9. August ein siebenjähriger Junge von einem Auto auf dem Zebrastreifen tödlich verletzt worden. 

Der 19-jährige Autofahrer fuhr auf der Sulzacher Straße Richtung Stadtmitte. Er kam an den Kreisverkehr bei der Talstraße, in die er einbiegen wollte. Er fuhr in den Kreisel und die nächste Ausfahrt raus. Dort führt ein Zebrastreifen über die beiden Fahrbahnen (mit Mittelinsel). Zwei Jungs überquerten ihn auf Fahrrädern. Sie kamen aus Sicht des Autofahrers von links. Er sah aber wohl weder den einen, noch den anderen Jungen. Während der erste noch rüber kam, prallte der Autofahrer gegen den zweiten. Der Junge wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, starb aber. Für die Familie ist das furchtbar, unerträglich und unbegreiflich. Die Eltern und Geschwister werden darüber in ihrem Leben nicht hinwegkommen. 

Ich schaue mir nach solch schrecklichen Unfällen immer die Situation an und versuche zu verstehen, was passiert ist.

13. August 2021

Können Schilder lügen?

Die Gemeinden Herrsching und Schondorf am Ammersee haben ein neues Schild erfunden.  Es heißt Miteinanderweg und zeigt von links nach rechts einen Hund, einen alten Mann mit Rollator, eine Mutter mit Kind und ein Fahrrad. 

Darunter steht: Bitte Rücksicht nehmen! Da der Hund auf mich als Radlerin keine Rückicht nehmen kann, das Kind auch nicht und der Alte mit dem Rollator genug anderes zu tun hat, bin vermutlich auf dem Schild nur ich und mit mir andere Radfahrende gemeint. Ich vermute, es hat viele Beschwerden über so genannte rasende Radler gegeben. Und da hat sich einer diesen Appell ausgedacht. Doch: So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt (Goethe). Denn die einzige Zielgruppe, an die die Bitte sich richtet, sind die Radfahrenden. Das Schild meint nicht, was es zu sagen behauptet, es lügt. 

11. August 2021

Darf ein Motorradpolizist mir auf dem Radstreifen die Vorfahrt nehmen?

An einem Samstag, an dem die Polizei in Stuttgart Großeinsatz hatte, radelte ich durch die Eberhardstraße (Fahrradstra0e) und Tübinger Straße hinter einem Polizeimotorrad her, bis der Fahrer unversehens auf den Radstreifen fuhr und mich zum Bremsen zwang.

Ich hatte auf der Fahrt hinter dem Polizeimotorrad reichlich Zeit, die schönen Rückspiegel zu bewundern, die unter den Handgriffen angebracht sind. Selbstverständlich bremste der Beamte am Zebrastreifen, den Fußgänger:innen queren wollten. Er fuhr im Shared Space beim Gerber ordnungsgemäß 20 km/h. Natürlich habe ich ihn da nicht überholt. Dann kamen wir unter der Paulinenbrücke durch zur Fahrradschleuse an der Feinstraße. Der Beamte fuhr auf der Linksabbiegespur, ich schwenkte auf den roten Radstreifen ein (so wie auf der Fotomontage mit Platzhaltern dargestellt).  Der Motorradfahrer wirkte unschlüssig und ich dachte: "Na, der wird doch nicht!" In der Tat, er entschloss sich und zog, ohne zu blinken, plötzlich auf dem Radstreifen. Zum Glück hatte ich mich schon gefragt, ob er genau das im Sinn habe, und hatte langsam gemacht, musste aber dennoch noch erheblich abbremsen, damit er mich nicht erwischte. Ich schrie wie immer in solchen Fällen erschrocken: "He!" und winkte mit der Hand. 

Hinter ihm radelte ich auf dem Radweg durch die Schleuse, danach machte er so langsam, dass ich mich entschloss, ihn zu überholen. Als ich auf seiner Höhe war, sagte er: "Auch Radfahrer dürfen nicht rechts überholen." - "Sie haben mich regelrecht geschnitten", antwortete ich. Leider war ich so perplex, dass mir die entscheidenden Argumente gar nicht einfielen:

9. August 2021

Ist Weghupen von Radfahrenden erlaubt?

In Stuttgart offenbar schon. Radlerin Petra hat mir eine unschöne Geschichte erzählt. Ein Autofahrer fährt hupend dicht auf, weil er will, dass sie ihm Platz macht. 

Es war am vergangenen Freitag gegen halb zwei, als sie aus dem Kreisverkehr Kernerplatz in die Urbanstraße einbiegt. Sie fährt ein schönes Longtail Tern. Die Urbanstraße ist Einbahnstraße Richtung Stadtmitte, überall parken Autos, überholen kann man mit dem Auto eine Radfahrerin nicht. Pedelec-Radler:innen sind aber auch nicht langsam unterwegs. Und schneller als 30 darf man hier nicht fahren.  

Sie schildert mir den Vorfall so: "Direkt hinter mir biegt ein schwarzer Mercedes vom Kreisverkehr in die Urbanstraße, fährt dicht auf und hupt. Ich erschrecke mich sehr und bemühe mich, konzentriert auf der Straße weiterzufahren." Der Autofahrer fährt nun etwa dreihundert Meter wild hupend hinter ihr her. "Das ist eine sehr belastende Situation für mich", erzählt Petra. "Ich muss mich sehr konzentrieren, weiterzufahren. Auf Höhe des Wagenburgtunnels stelle ich das Fahrrad auf der Fahrbahn ab, ich gehe auf den Fahrer zu und frage ihn, was er für ein Problem habe." 

Und nun wird es für sie bedrohlich.

7. August 2021

Kann man den E-Scooter-Verleih eigentlich verbieten?

Es gibt nur noch wenige Beschwerden bei der Stadt über abgestellte E-Scooter, die Gehwege blockieren, oder über Leute, die die Dinger in Fußgängerbereichen fahren. 

Die Polizei kontrolliert ab und zu (habe ich einmal mit eigenen Augen gesehen) Gehwegfahrten von E-Scootern, aber wo sie nicht ist, bremst nichts und niemand die Fun-Fahrten auf den elektrischen Tretrollern über die Königstraße, durch die Parks, auf dem Neckardamm, am Max-Eyth-See und auf Gehwegen. Da in Köln die Elektroroller samt Akku hundertfach im Rhein gelandet sind
und die E-Scooter-Firma sich weigert, sie auf eigene Kosten wieder herauszuholen, haben Grüne und CDU in Köln einen Antrag an die Verwaltung gestellt, zu prüfen, ob eine Stadt den Verleih von E-Scootern verbieten kann. "Kann man die nicht einfach verbieten?", höre auch ich immer wieder in Diskussionen. Die Antwort dürfte lauten: Nein. Mit den Verleihfirmen hat Köln sich inzwischen auf Abstellzonen für E-Scooter geeinigt, vor allem entlang des Rheins dürfen sie nicht mehr abgestellt werden.

5. August 2021

Nur das Fahrrad rettet für uns noch das Klima

Der Austausch von Autos mit Verbrennungsmotoren durch solche Elektromotoren geht viel zu langsam. Schnell genug geht es nur, wenn wir Autos stehen lassen und, wo immer wir können, mit dem Rad fahren. 

Ein Forscherteam in Oxford hat errechnet, dass schon eine Radfahrt zur Arbeit anstelle einer Autofahrt pro Woche im Lauf eines Jahres ungefähr so viel CO2 einspart wie ein einfacher Flug von New York nach London produziert. (Eine Rechnung, die ich natürlich nicht nachprüfen kann, und auch der englische Artikel hilft da nicht weiter.) Entscheidend für das Leben unserer Kinder und Kindeskinder seien die nächsten fünf Jahre, so die Argumentation, bis der Ersatz aller Verbrennungsmotoren Wirkung zeigt, dauere es aber 15 bis 20 Jahre. Selbst wenn man ab heute nur noch Elektroautos kaufen könnte und dürfte, fahren ja noch Jahre bis Jahrzehnte lang alte Verbrenner herum. 

Und eigentlich wissen wir es ja alle: Der Autoverkehr muss vor allem in unseren Städten ernsthaft eingeschränkt werden. Er kostet Platz, Gesundheit und Menschenleben. 

3. August 2021

Was tun gegen Gehwegradler:innen in der Epplestraße?


Die Epplestraße in Degerloch, wo wie Ladenzeile ist, funktioniert nur für Autofahrende, für Fußgänger:innen und Radfahrende ist sie ungemütlich. 

Sie hält für Radfahrende etliche Widerwärtigkeiten bereit, über die ich an anderer Stelle schon berichtet habe. 

Und weil Radler hier ihren Weg nicht finden und nicht haben, nerven sie Fußgänger:innen auf den Gehwegen. Ich höre immer wieder erbitterte Beschwerden. Auf der Fahrbahn können sie Richtung Markt gegen die Einbahnstraße nicht radeln. Sie müssten die parallele Rubensstraße nehmen, doch dorthin zu kommen, ist unwirtlich. Es muss eine Anzahl von Berufsradpendler:innen geben, die hier konsequent den Gehweg benutzen und bei Fußgängerbeschwerden auch pampig werden. 

Ich habe mich an einem Mittwochabend kurz vor 18 Uhr fünf Minuten hingestellt und die geschaut, was passiert. Dabei habe ich zwei Radler:innen gesehen, die auf der Fahrbahn, also auf der Busspur hoch geradelt sind. Außerdem zwei Gehwegradler:innen und einen, der das Rad geschoben hat. Zwei Gehwegradler in fünf Minuten, ist schon viel. 

1. August 2021

Die echten Radlerabenteuer in Stuttgart - Mercedesstraße

Linksseitig die Mercedesstaße in Cannstatt Richtung König-Karls-Brücke entlang radeln gehört noch zu den echten Radlerabenteuern in Stuttgart. 

Und da radeln gar nicht mal wenige. Zwischen Stadion und Veielbrunnen-/Elwertstraße geht es ja noch, da hat man einen breiten Radweg, den man sich mit Fußgänger:innen teilt, aber dann wird alles ganz schmal und eng. Erst stehen da Bäume, sodass sich entgegenkommende Radler:innen nicht aneinander vorbei kommen, dann kommt man an den Übergang über die Stadtbahngleise.