29. April 2020

Ein kleines Stück Verbesserung

Die Parkplätze sind weg. Die Stadt hat umgesetzt, was Radfahrende forderten und der Gemeinderat beschlossen hat. 

Zunächst waren nämlich auf diesem Straßenabschnitt nach einer Baustelle die Parkplätze wiederhergestellt worden.

Diese Parkplätze, halb auf dem Gehweg, halb auf dem Radfahrstreifen stellten eine erhebliche Gefahr dar, weil Fahrer:innen, die aussteigen, sich eben oft doch nicht nach hinten umgucken, bevor sie die Tür aufmachen. Und weil der Verkehrsraum für Radfahrende und Zufußgehende eng bemessen war. Außerdem standen auch oft Autos auf den Radfahrstreifen.

28. April 2020

Neuer Zählstellenrekord - elf weitere Zählstellen geplant

Am vergangene Sonntag sind 7.573 Radfahrende an der Zählstelle König-Karls-Brücke gezählt worden. 

Damit ist die Siebentausender-Tagesmarke gerissen. Das Wetter war schön, und viele Familien haben einen Ausflug mit den Rädern gemacht. Üblicherweise hat die Zählstelle unter der Woche höhere Zahlen als an Samstagen oder Sonntagen. Aber in den Zeiten, wo die Leute nicht in Urlaub fahren und Ausflüge zu touristischen Zielen wegfallen, erkunden sie die Stadt mit den Rädern. Wir werden in dem langen Sommer der Kontakt- und Reisebeschränkungen sicher noch höhere Zahlen sehen. Das ist eine schöne Entwicklung. Jetzt muss nur noch unsere städtische Radinfrastruktur dem rasch wachsenen Radverkehrsaufkommen hinterher kommen.

27. April 2020

Stuttgarts erster Pop-up-Radstreifen für drei Stunden

Er ist gestern, Sonntag, Mittag in Cannstatt aufgepoppt auf der Mercedesstraße, für alle, die von der König-Karls-Brücke kamen und Richtung Stadion radeln wollten. 

Die Polizei hat ihn mit Pylonen abgesichert, 700 Meter geschützter Radstreifen. Est wirkte er lang, dann zu kurz, so schön war es, dort entlang zu fahren, was viele Familien mit Kindern und einzelne Radfahrende auch prompt taten. Einhellige Meinung: Schön, mehr davon!

25. April 2020

Pop-up-Radweg-Aktion am Sonntag

Morgen, Sonntag, ab 12.30 Uhr installiert der Zweirat mit Hilfe des Ordnungsamts in der Mercedesstaße einen provisorischen Radweg. 

Wir verzeichnen Rekorde an den Zählstellen, und an der König-Karls-Brücke werden wir sicher bald die Siebentausender-Tagesmarke knacken. Vielleicht shcon am Sonntag. Es fahren mehr Menschen Rad denn je. Zum einen, weil es nicht viele andere Freizeitmöglichkeiten gibt, zum andern, weil viele statt in öffentlichen Verkehrsmitteln jetzt mit den Rädern zur Arbeit fahren. Die Radinfrastruktur wird nun zu eng.

23. April 2020

Räumt doch mal bitte die Straßen um

Auf den Gehwegen gibt es für Fußgänger:innen nur selten genug Patz, um mit anderthalb Metern Abstand aneinander vorbei zu kommen.

Da können wir doch nicht einfach achselzuckend zugucken. Wir müssen in der Stadt Platz schaffen, für Fußgänger:innen und für Radfahrende. Radfahrende brauchen eigene breite und sichere Spuren auf den Fahrbahnen. Fußgänger:innen kriegen den Gehweg für sich alleine.

21. April 2020

Fahrt mit Lastenrädern niemals auf dem Gehweg!

Lastenfahrräder sind schwer.  Sie gehören unter keinen Umständen auf Gehwege.

Prallt man mit so einem schweren Rad auf einem Fußgänger oder eine Fußgängerin, dürften erhebliche Verletzungen die Folge sein. Die Kästen oder Rahmen vor dem Lenker wirken wie ein Panzer oder wie eine Stoßstange. Der Fahrer des E-Lastenrads stürzt vielleicht auch selbst (bei Dreirädern nicht einmal das), aber der Rahmen hat vorher die Beine der Fußgänger/innen empfindlich getroffen. Die sind immer ohne Stoßstangen oder Panzer unterwegs. Und der Gehweg ist ihr Schutzraum.

Darauf hat mich Blogleser Matthias aufmerksam gemacht.

19. April 2020

Die Radambulanz in Heidelberg

Leichte Räder kann man bei einer Panne vielleicht in die Stadtbahn heben, ein Lastenrad nicht. Wie es aber zur Radwerkstatt bringen, wenn es nicht mehr fährt?

Ende 2013 hatte Felix Schacht die Idee, ein Lastenrad zu einer mobilen Werkstatt umzubauen. Im Mai darauf war die Fahrradwerkstatt fahrbereit und hatte auch gleich seinen ersten Einsatz bei einem Cargo-Bike. Gegen eine umfangreiche Fahrradreparatur vor Ort konnte die Radambulanz eine Webseite erwerben. Beworben wurde das Projekt zunächst mit Flyern und übers Weitersagen.

18. April 2020

Schwerer Radunfall auf gefährlichem Radstreifen

Wenn die Infrastruktur gefährlich ist, ist Radfahren leider eben auch gefährlich.

Auf diesem unglücklichen Mittelradstreifen auf dem Wihelmsplatz in Stuttgart ist gestern ein Radfahrer von einem Auto umgefahren worden. Das Foto ist am Abend entstanden. Ungefähr dort, wo der Radler ist, wurde er von einem Autofahrer beim Spurwechsel nach links umgefahren.

Der Unfall ereignete sich am gestern Nachmittag (17.4.) Die Polizeimeldung ist etwas unpräzise. Nachfragen vonseiten des Zweirats haben ergeben, dass ein VW-Fahrer gegen 15:10 Uhr von der Rechtabbiegespur auf die Geradeausspur wechselte. Dabei musste er den Radfahrstreifen überqueren und stieß auf Höhe der Hausnummer 4 mit einem 55-jährigen Radfahrer zusammen. Der erlitt nach Angaben der Polizei schwere Verletzungen, sogar der Notarzt musste kommen. Er kam in ein Krankenhaus.

Diese Radstreckenführung ist gefährlich

17. April 2020

Gesund, bequem und ungefährlich - Radfahren

Warum fährst du nicht mit dem Rad zur Arbeit? Viel zu gefährlich! Ich bin doch nicht lebensmüde!

Das ist eine der häufigsten Antworten, die ich zu hören kriege. Menschen, die nur selten Rad fahren oder nur gelegentlich mal einen Wochenendausflug per Rad mit der Familie machen, schätzen die Gefahren im Stadtverkehr viel höher ein als sie sind.

In Glasgow haben schottische Wissenschaftler über zehn Jahre untersucht, welche Risiken Radfahrende tatsächlich eingehen und welchen Gewinn sie vom Radeln haben. Ihr Ergbnis: Die positiven Effekte des Radfahrens auf die Gesundheit überwiegen bei weitem das leicht höhere Unfallrisiko gegenüber Fußgänger/innen.

15. April 2020

Jetzt Straßen pandemietauglich organisieren!

Zahlreiche Radentschiede und Mobilitätsinitiativen Deutschlands fordern in einem offenen Brief an den Bundesverkehrsminister, eine Infrastruktur zu ermöglichen, die pandemitauglich ist. 

Die Gehwege sind zu eng und es fehlt an einladender Radinfrastruktur. Es lassen sich auf den Gehwegen keine Sicherheitsabstände einhalten, Menschen weichen auf Fahrbahnen aus. Auf Verkehrsinseln sammeln sich Fußgänger:innen und Radfahrende für Minuten, ohne Chance, Abstand halten zu können. Auf Gehwegen sind Radler:innen unterwegs, die sich nicht ausgekennen und Angst vor dem Autoverkehr auf den Fahrbahnen haben. Wir sehen jeden Tag, wie sehr unsere Verkehrsinfratruktur Platz fürs Auto vorhält, aber nicht für den Rad- und Fußverkehr Raum schafft, die jetzt Platz brauchen.

Und gerade jetzt nehmen - wie auch die Zählstellen zeigen -  immer Menchen das Fahrrad, weil sie nicht öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollen.

13. April 2020

Gehwege statt Fahrbahnen!

Ich bin derzeit viel zu Fuß unterwegs. Wir erleben, dass die Gehwege zu schmal sind für all die Fußgänger:innen und verpeilten Radler:innen, die sie benutzen. 

Immer wieder gehe ich auf die andere Seite der geparkten Autos und laufe auf der Fahrbahn, weil auf dem Gehweg ein Aneinandervorbeikommen mit 1,5 Metern Abstand nicht möglich ist. Entweder, weil sie zu schmal sind oder weil Autos darauf parken, weil Masten, E-Ladestationen und Parkscheinautomaten darauf herumstehen oder weil Fahrräder und E-Scooter darauf abgestellt sind.

Deshalb: Lasst uns jetzt Wohnstraßen in Begegnunszonen umwidmen und die Fahrbahnen damit für den Fußverkehr freigeben. 

11. April 2020

Die Sache mit den provisorischen Radstreifen

Berlin macht das, lese ich. Wenn ich genauer lese, dann legt Berlin allerdings keineswegs großflächig Radstreifen überallhin, damit das Radfahren leichter wird.

Das Mobilitätsverhalten ändert sich, auch in Stuttgart. Mehr Leute fahren Fahrrad. Viele meinen allerdings auch, das Auto sei ja nun das sicherste Verkehrsmittel und fahren Auto. Die autofreundliche Politik droht bereits damit, dass man künftig wieder mehr Autostraßen bauen müsse, weil man sich in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Krankheiten infiziere. Wir sind also nicht wirklich weiter, was die grundlegenden Verkehrskonflikte betrifft. Radfahren ist allerdings gesünder als Auto fahren. Denn es stärkt Immunsystem und die körperliche Gesamtverfassung.

Deshalb wünschen sich viele -  auch in den Medien - jetzt sofort mehr Radstreifen in unserem Straßennetz.

9. April 2020

Hofener Straße schon jetzt für Autos gesperrt

Ungewöhnliche Zeiten erfordern rasche Maßnahmen. Die Hofener Straße wird in diesem Jahr erstmals schon am Karfreitag für Autos gesperrt. 

Denn es sollen alle, die sich an den Osterfeiertagen am Neckar entlang bewegen wollen, den nötigen Sicherheitsabstand von 1,5 Meter voneinander einhalten können. Die Fahrbahn ist deshalb an Sonn- und Feiertagen ab jetzt für Radler:innen vorgesehen, der Gehweg ausschließlich für Fußgänger:innen.

Der Grund: Schon am vergangenen sonnigen Wochenende hatten sich auf dem schmalen Gehweg Fußgänger:innen und Radfahrende gedrängt, während auf der Fahrbahn die Autos brausten. Ein Kind stürzte mit seinem Fahrrad beim Ausweichen auf die Fahrbahn, wie eine Zeugin berichtete, deren E-Mail auch zu mir kam. Der Gehweg ist zu schmal für den Mischverkehr in Zeiten, wo Menschen einen Abstand von 1,5 bis 2 Meter voneinander halten sollen. Und gerade zu Ostern dürften hier sehr viele zu Fuß und auf Fahrrädern unterwegs sein, denn Urlaubsreisen fallen flach und man will mit der Familie auch mal raus.

7. April 2020

Abstand! - Geht's noch, Alte?

Wir erfahrenen Radler:innen wissen genau, wie breit der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern ist. Halten wir ihn auch zu Fußgänger:innen ein!

Derzeit sind mehr Leute zu Fuß unterwegs als sonst, allemal bei dem schönen Wetter und allemal zu Ostern. Es sind auch mehr Menschen auf Fahrrädern unterwegs, viele von ihnen ungeübt. Sie sind unsicher. Sie kennen sich nicht aus. Sie radeln auf Gehwegen. Sie radeln nebeneinander auf unseren teils nur zwei Meter breiten Waldwegen. Dann haben Fußgänger:innen keinen Platz mehr, den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu halten.

Wir müssen uns klar machen: Wenn wir auf dem Rad Power geben (auch wenn wir joggen), sind wir die Virenschleudern für alle anderen, denn wir holen tiefer Luft und atmen heftiger aus. Unsere Aerosole verbreitet sich als große Wolke um uns herum. Und die kann andere infizieren. 

Deshalb fordere ich uns alle auf, die wir es gewohnt sind, Rad zu fahren und uns gut auskennen:

5. April 2020

Was ich mir fürs Fahrrad wünsche

Fahrräder sind an sich genial. Sie  multiplizieren auf einfache Weise Körperkraft zu Geschwindigkeit. 

Das Pedelec hat außerdem einen Innovationschub gebracht. Aber es geht noch mehr, finde ich. Und zwar nicht unbedingt in Richtung Smartphone-abhängiger Elektronik. sondern an der Hardware.

Was ich mir fürs Fahrrad wünsche ohne dass man es in womöglich stundenlanger heimischer Bastelarbeit nachträglich montieren muss:

3. April 2020

Warum wir lieber im Stau stehen als Rad fahren

Rund 120 Stunden stehen Autofahrende durchschnittlich im Jahr bei uns im Stau. Radfahren wäre die Lösung, aber so einfach steigt es ich nicht um aufs Fahrrad. 

Fünf Tage im Jahr verbringen wir also  im Stau. Wer an 180 Tagen im Jahr morgens und abends zur Hauptverkehrszeit zur Arbeit und nach Hause fährt, braucht für den Weg fünfzig Prozent mehr Zei als etwa zur Mittagszeit.

1. April 2020

Noch eine Umfrage zum Mobiltiätsverhalten

Wien macht ebenfalls eine Umfrage zur Veränderung des Mobilitätsverhaltens in diesen Zeiten.

Auch die passt nicht so ganz auf Vielradler/innen, aber ist ja egal. Man muss ja nichts geändert haben, um an einer Umfrage teilzunehmen, die herausfinden will, wie viele Leute tatsächlich jetzt mehr Fahrrad fahren oder mehr zu Fuß gehen oder weniger Öffentliche, aber dafür mehr Auto fahren. 

Hier der Link zum Mitmachen.
Eine erste Umfrage der Uni Dresden habe ich vor ein paar Tagen weiterverbreitet. Hier der Link dazu.

Wir beobachten in Stuttgart allerdings eine Zunahme der Radfahrten an den Zählstellen.