30. Dezember 2020

Das Prinzip Draisine auf modern


Ein Mann lehnt den Rollator ab, der Sohn baut ihm ein Laufrad und macht ein Geschäft daraus. So berichtet es die Süddeutsche, ohne den ganzen Artikel freizugeben. 

Es ist das Prinzip Draisine, nur eben modern. Von Kindern kennen wir das bereits. Solche Hybride zwieschen Fahrrad, Laufrad und Tretroller gibt es auch schon länger. Ich frage mich mal ganz vorsichtig, wie sinnvoll sie sind. Meine Mutter hat einen Rollator benötigt, ein Umstieg auf dein Laufrad wäre für sie nicht möglich gewesen. Und die meisten Menschen, die eine Gehhilfe brauchen, sind gesamtkörperlich nicht mehr in der Verfassung, ein Fahrrad zu steuern. nach einem Sportunfall aber mag dass gut sein.

Bei kleinen Kindern wirkt sich das Laufrad übrigens nachteilig auf die Gehfähigkeit aus.

28. Dezember 2020

Gefahrenstelle entschärft

In der Herzogstraße ist die Abbiegespur für Radfahrende nach links jetzt geschützt vor Autos, die die Kurve zu weit nehmen. 

Viele von uns kannten die Situation und haben sich auch darüber beschwert. Wer mit dem Rad die Herzogstraße entlang kam und nach links Richtung Finanzamt weiter radeln wollte, hatte diesen kleinen Aufsellplatz (Foto unten). Allerdings fühlte man sich seines Lebens nicht sicher, weil doch etliche Autofahrende beim einbiegen von der Rotebühlstraße die Kurve so weit nahmen, dass diesen Aufstellplatz überfuhren, wie auch ich beobachten und dokumentieren konnte. 

26. Dezember 2020

Die unendliche Geduld der Fußgänger:innen

Mitte Dezember stiefelten Fußgänger:innen mindestens einen halben Tag lang um dieses Fahrrad herum. 

Ich habe es nach dem Fotografieren besieite zu den E-Scootern gestellt. Das Rad war nicht mal nur eben kurz so abgestellt, sondern es stand dort viele Stunden lang, wahrscheinlich über Nacht bis in den Mittag des folgenden Tags hinein. Und ich frage mich, wie man sein Fahrrad so abstellen kann? Aber gut, man kann ja, und die Fußgänger:innen nehmen das so hin, keiner stellt es mal schnell beseite, keiner schimpft, niemand beschwert sich. 

Ich bewundere die Duldsamkeit der Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. 

22. Dezember 2020

Wir radeln weiter und radeln noch mehr

Ich wünsche euch allen ruhige und stärkende Feiertage. Das Jahr war ja für uns alle nun wirklich nicht einfach. 

Ich hätte mir wirklich einen schöneren Anlass gewünscht dafür, dass in Stuttgart so viele Menschen das Radfahren neu für sich entdeckt haben als die gesündeste Form, die Alltagswege in der Stadt zurückzulegen. Und ich denke, viele werden das Fahrrad lieben gelernt haben. Sie haben aber auch entdeckt, dass unsere Radinfrasstruktur noch vieles zu wünschen übrig lässt. 

Damit werde ich mich hier im Blog auch weiterhin beschäftigen. Ich danke allen meinen Blogleser:innen für den Zuspruch und für die oft so informative und weiterhelfende Kritik und Kommentare. 

Bleibt gesund!

20. Dezember 2020

Das unglückliche Schild

Es klappt nicht. Jedes Mal, wenn ich hier vorbeikomme, gucke ich, ob das Schild gerade steht oder wieder mal umgefahren wurde. Vor ein paar Tagen stand es wieder schief. 

Ich weiß nicht, wie lang das bei diesem Schild in der Breitscheidstraße, Ecke Seidenstraße nun schon so geht. Kaum ist es gerade, wird es wieder angefahren und steht schief. Es mag zwar korrekt so stehen, links vom Radstreifen, der nicht Fußgängerzone, sondern Radfahrenzohe ist und rechts von dem Teil der Fahrbahn, der als Fußgängerzone mit Rad-frei gekennzeichnet ist. Aber es steht arg ungeschickt. Diesmal kippt der Schildermast nicht in den Radstreifen hinein, weshalb der Radler noch durchkommt. Manchmal aber versperrt er auch den Radstreifen. Ich frage mich übrigens, wie man das als Autofahrer eigentlich hinkriegt, aber offenabr gelingt es vielen.

18. Dezember 2020

Der Schwabtunnel wartet noch auf eine gute Lösung

Das große ungelöste Problem ist immer noch der Scwabtunnel. Er wurde innen renoviert und dafür auch im Sommer mal für den Autoverkehr gesperrt. 

Für Fußgänger:innen und Radfahrende ist er nicht schön. Den Fußgänger:innen hat man den Gehweg breiter gemacht, indem man  den Spritzschutz entfernte. Das erhöht nicht unbedingt das Sicherheitsgefühl dem Autoverkehr gegenüber. Und der breitere Gehweg mag Radfahrende einladen, ihn zu benutzen, obgleich es absolut nicht erlaubt ist. Auf der Straße darf nur 40 km/h gefahren werden. Das Überholen ist ist verboten. Radfahrende müssen auf der Fahrbahn durch den Tunnel fahren.

16. Dezember 2020

Die Theo bekommt moderne Radwege

Der Gemeinderat hat Hochbordradwege entlang der Theodor-Heuss-Straße auf den Weg gebracht. 

Sie sind drei Meter breit und verlaufen nicht irgendwo zwischen Häuswand, Gehweg und Parkplätzen, sondern entlang der Fahrbahn. So soll es dann nicht mehr zugehen, wie hier auf dem Foto.

Die fahrbahnbegleitenden Radwege haben den Vorteil, dass das Party-Meilen-Publikum am Abend dem Radweg nicht nahe kommt, nicht auf ihm herumsten kann und keine Glasscherben hinterlässt. Für mich persönlich ist es sehr wichtig, nicht Freitag- oder Samstagabend durch halbbetrunkene Leute radeln zu müssen. Der Nachteil ist, dass es nahe dem Rote-Bühl-Platz je einen Taxistand gibt und die Taxis bei der An- und Abfahrt den Radweg kreuzen. 

14. Dezember 2020

Das Radverkehrsjahr in Stuttgart

Trotz Corona-Einschränkungen hat sich in Sachen Radverkehr in diesem Jahr  einiges auf der Straße getan. 

Das Auffälligste waren vermutlich die Pop-Up-Bike-Lanes auf der Theodor-Heuss-Straße. Sie waren heftig umstritten und wurden Ende Oktober wieder zurückgebaut auf die bisherigen Radstreifen, die aber blau markiert wurden. Und die Parkplätze wurden nicht wieder hergestellt. Weniger beachtet wurden die Radstreifen in der Holzgartenstraße, und die bleiben und werden in Fahrbahn breite reguläre Radstreifen umgewandelt. Für die Pop-Up-Bike-Lanes hat die Stadt unter 67 Bewerbungen die Landesauszeichnung „Wir machen Mobilitätswende!“ in der Kategorie „Corona‐Sonderpreis“ gewonnen.

12. Dezember 2020

Befreit unsere Kinder vom Auto!

Es ist Zeit, die grausame Gefangenschaft unserer Kinder in unserer tödlichen Auto-Kultur zu beenden, heißt es im britischen Independent. 

Der Preis, den sie mit Fettleibigkeit, Asthma, Verlust der Unabhängigkeit, psychischer Krankeit, Lungenschäden und verhinderter Freundschaften bezahlen, sie unzumutbar. 

Der Autoverkehr schafft Opfer, ich glaube, das ist unstrittig. Opfer sind Menschen zu Fuß, auf Fahrrädern und darunter auch viele Kinder. Wir erleben es aber auch hier in Deutschland, dass die Autolobby die Sachlage gerne sprachlich völlig verdreht und sich selbst als Opfer eines Kriegs gegen die Autofahrenden bezeichnett. So als gäbe es viele Autofahrende, die von spielenden Kindern und radfahrenden oder zu Fuß gehenden Menschen getötet oder verletzt würden. 

Den eigentlichen Krieg, so der Artikel, aber führen die Autofahrenden gegen unsere Kinder, gegen die Städte und Gemeinden und gegen den Planeten (also letztlich gegen uns alle). Jede Woche wird in Deutschland ein Kind (unter 15 J.) im Straßenverkehr getötet.

10. Dezember 2020

Schulweg ohne Radführung, aber mit Gefahren

Kinder und Lehrer:innen, die zur Torwiesenschule am Vogelrain radeln wollen, müssen die Böblinger Straße überqueren, und zwar hier an dieser Ampelanlage. 

Blogleser Stephan hat hier schon mehrfach gefährliche Situationen beobachtet. Eine Radführung vom Radweg der HRR1 über Straße und Schienen in die Vogelrainstraße ist nicht vorhanden. Die Ampel zeigt keine Radzeichen auf der Streuscheibe. Eine Litfaßsäule verstellt die freie Sicht auf den Autoverkehr. (Foto von Blogleser Stephan.) Und man sieht keine Ampel, die anzeigt, dass Straßenbahnen kommen.

8. Dezember 2020

Sind Radfurten wie Zebrastreifen?

Wie ist das mit diesen Radfurten parallel zu Zebrastreifen? Haben sie dieselbe Wirkung wie der Zebrastreifen?

Diese Frage, nur etwas komplizierter, stellte mir kürzlich ein Stadtplaner aus Saarbrücken. "Ich überprüfe gerade im Rahmen eines Radverkehrskonzepts die Frage, ob Radfahrer:innen auf Radfurten, die neben Zebrastreifen außerhalb von Knotenpunkten an städtischen Verkehrs- und Sammelstraßen angelegt werden, gegenüber dem Längsverkehr Vorrecht haben oder Wartepflicht." 

Ich habe die Frage so verstanden:

6. Dezember 2020

Die Motorisierten sollten nicht mehr alles beherrschen

Der VCD hat in einem Buch seine Vorstellungen von einer lebenswerten Stadt aufgeschrieben. Die Stadt mit Füßen auf Asphalt und auf Pedalen zurückzugewinnen. 

Die meisten von uns gehen morgens aus dem Haus, und das erste, was sie sehen, nachdem sie von ihnen schon geweckt wurden, sind Autos. Das Auto beherrscht alle unsere Lebensbereiche, akkustisch sowieso, aber auch räumlich und als ständige Gefahr.

4. Dezember 2020

Niederländer testen GPS-Bremsung von S-Pedelecs

In den Niederlanden soll wohl ein System getestet werden, das S-Pedelecs in Zonen verlangsamt, in denen nicht schnell geradelt werden soll. Das berichtet Theverge.

Es soll am Flughafen Schiphol getestet werden. Speed-Pedelecs, die bis 45 km/h Kraftunterstützung bekommen, sollen automatisch abgebremst werden, wenn sie sich dem Flughafen nähern. Dazu müssen sie allerdings mit einem sogenannten intelligenten Geschwindigkeitssystemen ausgestattet sein. Mit diesen Systemen ließe sich noch ganz anderes machen: Kommunikation zwischen Fahrrädern oder für das Anfordern einer grünen Welle. 

Das, was bei Pedelecs technisch möglich ist, ist auch bei Autos möglich.

2. Dezember 2020

Fahrrad, dein Name ist Freiheit

Eine 85-Jährige freut sich, dass sie noch mobil ist, will nicht mehr Fahrrad fahren und feiert darum das Auto. So geschehen in der Stuttgarter Zeitung.

Wenn sie noch Auto fahren kann, ist das ja sehr schön für sie. Dieses Vergnügen will ich ihr nicht abschwätzen. Ihre Überlegungen enthalten allerdings ein paar Irrtümer oder eben unwahre Behaupgungen. Und auf die möchte ich hinweisen. 

Sie schreibt, das Auto sei eine geniale Erfindung, mit der man Kinder sicher transportieren könne und so, dass sie den Abgasen, die durch Autos erzeugt werden, nicht ausgesetztz seien, anders als im Kinderanhänger im Fahrrad. Das ist verkehrt. Sie weiß nicht, dass sich in der Fahrkabine eines Autos viel mehr Luftgifte sammeln als man auf Rädern oder Spazierwegen ausgesetzt ist. Auch wenn Radfahrende und Kinder (im Anhänger) natürlich den Atemgiften ausgesetzt sind, die Autos erzeugen, so sind es weniger als sich im Auto sammeln. Und falls die Kinder selber radeln, sind sie auch besser gewappnet, denn Menschen, die sich viel bewegen, wehren auch Atemgifte besser ab, das gilt auch und gerade für Kinder. 

30. November 2020

Ein Zwerg-Lastenrad

Lanstenfahrräder gibt es für jeden Bedarf. Hier möchte ich ausnahmsweise mal eines vorstellen, ein ganz kleines. 

Entwickelt wurde das Joonit-Mini-Cargobike von vier Radfahrern in Hamburg, die eigentlich in den Bereichen Design und Technik unterwegs sind. Sie fahren und fuhren gerne Cargo-Bikes, haben aber festgestellt, dass das Manövrieren und Rangieren mit Lastenfahrrädern eine Herausforderung ist. Sie sind vor allem lang. Und schwer sind sie auch. Das Team wollte nach eigenen Angaben ein vollwertiges, aber kompaktes Lastenrad herstellen, das sich wie ein normales Fahrrad fährt. Es ist 1,77 Meter lang und mit und ohne Elektrounterstützung zu haben. 

28. November 2020

Radroute über die Römerstaffel, tatsächlich?

Soso, eine Radroute über Treppen. StuttgartMaps erlaubt ja, sich Radstrecken anzeigen zu lassen.

Gestrichelt heißt, hier sind Radfahrende im Mischverkehr unterwegs. Rot durchgezogen heißt Radweg, und Dunkelrot heißt Hauptradroute (die wie in der Tübinger Straße durchaus auch Mischverkehr bedeutet). Aber danach richten wollte man sich sich lieber nicht. Denn dann stehe ich vor einer langen, langen Treppe, wie der Römerstaffel. Die ist nur tragend zu überwinden. 

26. November 2020

Radgaragen am Hauptbahnhof in Betrieb gegangen

Am Bahnhof gibt es neue Radgaragen. Gegenüber dem Bahnhof aufseiten der Ladengeschäfte sind vier Container aufgestellt. Jeder Container fasst zwanzig Fahrräder.

Sie funktionieren wie die unter der Paulinenbrücke, die schon ein Jahr lang eher zu Testzwecken steht, denn sonderlich viel genutzt wird sie nicht. In die oberen Reihen kann man nur Fahrräder stellen, die nicht mehr als 18 kg wiegen, also die meisten Pedelcs nicht. Es wird interessant sein, zu sehen, ob es hier zu Konflikten oder Engpässen kommt. 

24. November 2020

Das ist doch ein bisschen Murks

Die Hauptradroute 1 führt über die Böblinger Straße. Der Übergang an der Tankstelle ist neu. Aber die Radlerampel steht falsch.

Der Mast mit Ampel, Drücker und Haltering steht so dicht am Fahrbahnrand, dass Menschen mit Lastenrädern ihn nicht erreichen können, ohne mit dem Rad halb auf die Fahrbahn hinaus zu fahren. Aber der Drücker führt auch noch in die Irre. Man muss ihn gar nicht erreichen können, denn die Ampel wechselt automatisch in einem recht kurzen Rhythmus immer wieder auf Grün für Radler:innen. Das allerdings sieht man nicht, wenn man sich am Haltering festhält. Denn die Ampel befindet sich damit genau über dem eigenen Kopf. Die Radlerampel ist unsichtbar, wenn man sie so aufstellt wie der Radler hier. Wer denkt sich nur so was aus?

22. November 2020

Wochenende zwischen Wald und Reben

In diesen Zeiten sind alle draußen, wenn das Wetter schön und Wochenende ist: Menschen zu Fuß, Menschen auf Fahrrädern. 

Mehr denn je müssen wir Radfahrenden freundliche Gefühle für Fußgänger:innen entwickeln, im Schlossgarten, auf breiten Wegen durch die Weinberge, im Wald. Wir können Familien, die zusammen unterwegs sind, nicht immer zwingen, im Gänsemarsch hintereinander zu gehen, nur weil wir schnell mit dem Rad bergab sausen wollen.

20. November 2020

Auf der linken Fahrspur radeln

Man sieht es selten, dass ein Radfahrer die Nerven hat, auf einer zweispurigen Straße die linke Spur zu nehmen, weil er später links abbiegen will.

Diesen hier habe ich vom Beifahrersitz eines Autos auf der Oberen Weinsteige beobachet. Er fährt ein Pedelec und geht auf dem Anstieg zum Albplatz aus dem Sattel, um zu beschleunigen. Die Autos fahren nicht schneller als er, die Ampeln werden gerade grün. 

18. November 2020

Sehr schön - Cottastraße

Auf der Cottastraße giebt es jetzt bergauf einen Aufstellplatz für Radfahrende. Der Parkplatz direkt dort ist weg zugusten des kleinen Rotstreifens. 

Bislang standen Radfahrende zwar genauso, aber illegal, weil auf einer weiß gestrichelten Sperrfläche, und die Haltelinie für die Autos war weiter vorn. Das gab ein richtiges Kuddelmuddel, denn Autofahrende wollen hier schnell abbiegen, bevor die Radler:innen von oben kommen. Radnotbremsungen gab es immer wieder.

Jetzt ist die Haltelinie für Autos zurückgesetzt.

16. November 2020

Lasst die Frauen mal lenken!

Welche Themen würden wir eigentlich diskutieren, wenn nicht die Männer, sondern überwiegend Frauen die Verkehrspoltik machen würden? 

Frauen sind nicht die besseren Menschen, aber sie haben andere Interessen und finden oft andere Dinge wichtiger. Zum Beispiel neigen die meisten Frauen nicht zum Wettkampf, also zum "meiner ist größer und ich bin schneller als du". Die meisten suchen weniger den Adrenalinkick, sondern mehr Sicherheit und berechenbare Alltagsprozesse. Wir würden mehr darüber diskutieren, wie eine Stadt menschengerecht organsisiert werden könnte, nicht autogerecht. Meine These: Wenn Frauen die Verkehrspolitik bestimmen (und dies schon länger), dann 

  • haben Autos eine technische Vorrichtung, die zu schnelles Fahren verhindert, allemal in der Stadt.

12. November 2020

Gut ausgeschilderter Baustellenslalom

Seit längerem schon ist der Abschnitt der Filderstaße zwischen Neuer Weinsteige und Immenhoferstraße wegen Bauarbeiten für den Autoverkehr gesperrt. Aber für Radfahrende gibt es tatsächlich eine Weiterführung.

Das ist schon mal sehr schön. Sie ist allerdings nicht wirklich mit dem Sinn eines Radfahrenden installiert. Denn schon an dieser Stelle geht es nicht weiter, es sei denn über den Gehweg. Der ist aber nicht freigegeben und der Bordstein ist auch hoch. 

10. November 2020

Haltet eure Spur, liebe Autofahrenden!

Autofahrenden fällt es schwer, nicht auf einem Radschutzstreifen zu fahren, weil ihnen ihre Fahrbahn bei Gegenverkehr zu schmal erscheint, obgleich sie es nicht ist. 

Nach meiner Beobachtung fahren etwa zwei Drittel der Autofahrenden mit den rechten Reifen auf einem Schutzstreifen, auch dann, wenn ihnen gar nichts entgegenkommt. Die Fotos stammen nicht von Stuttgart, sondern aus Wangen im Allgäu. Hier wurden auf einer Durchfahrtstraße Schutzstreifen angelegt. Ein Mittelsstreifen fehlt. Die Fahrbahn ist breit genug, um zwei Pkw aneinander vorbei zulassen, bei Lkw klappt das nicht. Dennoch darf man nicht einfach auf Schutzstreifen fahren. Man darf es nur ausnahmsweise.

8. November 2020

Der unverschämte Druck der Autos

Auf der Alten Weinsteige drängen Autos den Radverkehr in die Parklücken ab, obgleich er bergauf Vorrang hätte.

Und man muss sich klar machen: Alle Autos, die von oben kommen, fahren illegal, vebotenerweise, regelwidrig. Dem Ordnungsamt ist es leider vollständig egal. Es wird ab und zu kontrolliert, und dann ist man jedes Mal entestzt, über die Unmenge frecher Autofahrer:innen. 

Auf der Seite Hang abwärts wird außerdem geparkt. Und wenn einer von oben kommt, ist die Frage, wer macht Platz? Eigentlich müssen Autosfahrer in eine Parklücke ausweichen, und zwar vorausschauend. Aber seit kurzem hat sich eingebürgert, dass Radfahrende durch die Parklücke ausweichen. Und dann kam mir eine Autofahrer in entgegen, die das von mir einforderte. 

6. November 2020

Unser Verkehrssystem ist ungerecht

Unser Verkehrssystem benachteiligt Menschen mit geringem Einkommen, viele Frauen, viele Kinder, ältere Menschen, Behinderte sowieso, in Summa alle ohne Auto. 

Zu diesem Schluss kommt ein Positionspapier des Bundesumweltamts. Wer wenig Geld hat, wohnt meist an viel befahrenen Straßen und ist einer höheren Lärm- und Luftbelastung ausgesetzt. Nicht nur unter ökologischen, sondern auch unter sozialen Gesichtspunkten ist unser Verkehrsystem dringend reformbedürftig. Es sind die Haushalte mit einem hohen pro-Kopf-Einkommen, die den Autolärm machen, weil sie durch die Straßen fahren, wo die anderen wohnen, die selbst kein Auto haben. Und sie beteiligen sich nicht an den Kosten, die diesen Personen dadurch entstehen und die die Gesellschaft für sie aufbringt. Kurz, der SUV wird aufkosten der Kinder armer Familien gefahren. Und zwar ganz und gar. Die Kinder husten, die Eltern erleiden schneller einen Herzinfarkt, nachts können sie schlecht schlafen. 

4. November 2020

Erst klingeln, dann den Fußgäner überholen

Auf gemeinsamen Geh-/Radwegen dürfen Radfahrende nicht durchbrettern und Fußgänger:innen in Angst und Schrecken versetzen oder gar gefährden. 

An Fußgänger:innen muss man langsam vorbei radeln, und man sollte vorher sicher stellen, dass die Menschen zu Fuß einen auch bemerkt haben. Kommt es nämlich zu einer Kollision, weil man leise vorbeisausen wolte, dann hat man als Radfahrer:in eine Mitschuld auch am eigenen Sturz und seinen Folgen. Das hat ein Gerichtsurteil hat jetzt festgestellt (Oberlandesgerichts Hamburg (1 U 155/18)

Die Einzelheiten:

2. November 2020

Vision Null - keine Vekehrstoten mehr

Helsinki hat das schon hingekriegt. In dieser Stadt wurde im vergangenen Jahr kein Mensch im Straßenverkehr getötet. 

Im NDR-Bericht steht nicht, wie viele Menschen schwer verletzt wurden. Die Vision Zero will auch Verletzte vermeiden. In Deutschland, auch in Stuttgart nehmen im Gegensatz dazu  die Unflle mir Radfahrenden zu. Maßnahmen dageen wären ganz einfach, sind aber eben nicht banal. In Helsinki werden Autos auf klar begrenzen Wegen durch die Innenstadt gelenkt, streng getrennt von Radfahrenden und Fußgängr:innen, die wiederum viel Raum für ihre Fortbewegung bekommen. In der Innenstadt ist die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt, auf Durchgangsstraßen darf 40 km/h gefahren werden. Darin kommen wir Helsinki nahe, allerdins eben nicht in der Trennung des Radverkehrs vom Autoverkehr und vom Fußverkehr.

31. Oktober 2020

Sieben Professuren für den Radverkehr

Der Bund unterstüzt sieben Professuren für den Radverkehr in Deutschland. Wie die Zeit berichtet, beteiligt ich auch ein Fahrradhersteller finanziell an der Grundlagenforschung.

8,3 Millionen werden dafür in den kommenden fünf Jahren ausgegeben. Die Stadt wurde in den letzten siebzig Jahren nur noch fürs Auto geplant, Spezialist:innen für andere Mobilitätsformen wie Fahrrad, zu Fuß und mit Bussen und Bahnen fehlen. In der Regel wird immer noch fürs Auto geplant, ist der Platz dafür festgelegt, dann kommt das Erschrecken: "Oje, wir müssen doch noch Radwege machen und der Bus fährt das auch." Dann hat man schnell eine gemeinsame Bus- und Radspur. Natürlich ist das heute nicht mehr ganz so extrem. Zumindest in Stuttgart werden Radverbindungen inzwischen mitgeplant, etwa, wenn es um die Anbindung des Eiermann-Campus an Vaihingen geht. 

29. Oktober 2020

Autofahrer stellen fest: Radstreifen sind zu schmal

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub hat festgestellt, dass viele Radwege und Radfahrstreifen zu schmal sind. Zuweilen entsprächen sie nicht einmal der Mindestbreite, so der ADAC. 

Stimmt. Auch in Stuttgart gibt es Radinfrastrukturen, die zu schmal sind. Teils sind sie uralt und würden heute so nicht mehr angelegt werden, teils handelt sich um so genannte Schutzstreifen. Dass Radwege und Radstreifen nicht attraktiv sind, dies festzustellen, fällt übrigens gerade den Autofans und der Autolobby sehr leicht. Es dient als Argument gegen das Radfahren.  "Man kann doch gar nicht Radfahren in Stuttgart", höre ich dann. Der ADAC fordert zwar bessere Radwege, stellt aber eben auch gleich klar, dass der Verkehrsraum keineswegs durch "vorschnelle" Pop-Up-Radwege "umverteilt" werden solle.

27. Oktober 2020

Bei Regen radelt doch niemand - stimmt nicht

Sechs von zehn Radfahrenden nehmen auch bei Regen das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung in der Schweiz. 

Sie wurde gemacht, um die Behauptung der Radgegner:innen zu widerlegen, die wir auch bei uns oft hören, bei schlechtem Wetter radle ja niemand, und dann müssten die Öffentlichen Verkehrsmittel sie transportieren und dafür entsprechend ausgebaut werden. Das behaupten Initiativen, die verhindern wollen, dass es in Zürich fünfzig Kilomter weitgehend autofreie Fahrradstraßen ausgewiesen werden. Darüber wird es  eine Volksabstimmung geben. Autolobbyisten laufen dagegen Sturm. Sie behaupten, bei Regen würden höchstens noch ein Viertel der Radler:innen fahren, die sonst bei schönem Wetter fahren. Und das stimmt nicht.

26. Oktober 2020

Radgaragen am Hauptbahnhof aufgestellt

Am Bahnhof gibt es neue Radgaragen. Gegenüber dem Bahnhof aufseiten der Ladengeschäfte sind vier Container aufgestellt. Jeder Container fasst zwanzig Fahrräder.

Sie funktionieren wie die unter der Paulinenbrücke, die schon ein Jahr lang eher zu Testzwecken steht, denn sonderlich viel genutzt wird sie nicht. In die oberen Reihen kann man nur Fahrräder stellen, die nicht mehr als 18 kg wiegen, also die meisten Pedelcs nicht. Es wird interessant sein, zu sehen, ob es hier zu Konflikten oder Engpässen kommt. 

25. Oktober 2020

Fahrrad statt Ersatzwagen

Eine gute Idee. Die Schwabengarage bietet Kund:innen, die ihr Auto zur Repatatur bringen, auch Fahrrädeer an. 

Sie haben ein Pedelec für Frauen und eins für Männer dort stehen. Manchmal ist es ja so, dass der Weg von der Werkstatt zur Arbeit ein kurzer ist, den man gut mit dem Fahrrad bewältigen kann, man kommt sogar viel schneller zum Ziel als mit öffentlichen Verkehrsmitteln und meist auch als mit einem Leihwagen. Auch für Menschen, die die meisten Wege in der Stadt mit dem Fahrrad machen, aber noch ein Auto haben, das zum Tüv muss, ist das ein gutes Angebot.

 



23. Oktober 2020

Ortseingangsschilder für den Radverkehr - gute Sache

In Zuffenhausen und Stammheim passt zwar die Infrastruktur nicht so richtig zum Sicherheitsgefühl von Radfahrenden, die fahren lieber auf Gehwegen, oder fehlt ganz. Aber eines ist top: die Wegweisung.

All die hübschen Umwege über Nebenstraßen, die uns Radler:innen von dern Hauptverkehrsstraßen fern halten sollen, sind inzwischen an fast jeder Ecke auch hilfreich ausgeschidlert. Und besonders nett finde ich die Ortseingangsschilder, die man für uns Radfahrende aufgehängt hat, weiß-grün und rechteckig. Vom  Feldweg kommend, erfahre ich, dass ich jetzt in Stammheim angekommen bin. Sehr gut. 

21. Oktober 2020

Nur mal schnell zum Bäcker

Radfahrende sind auch keine anderen Menschen als Autofahrende. Auch sie stellen ihr Rad gern mal direkt vor dem Laden ab. 

Es ist erlaubt, Fährräder auf dem Gehweg abzustellen, wenn sie niemanden behindern. Das kann aber auch Ansichtssache sein. Hier sehen wir ein Fahrrad vor dem Hafendörfer in der Eberhardstraße. Es gibt Radständer, die aber eigentlich nur eine Werbefläche sind. Könnte man aber benutzen. Davor stehen Regioräder, wo auch meist eine Lücke fürs Fahrrad ist. So wie das Rad hier steht, können sich nicht zwei Menschen an den Außentisch setzen. (Wollen offenbar gerade keine.) 

19. Oktober 2020

Automatische Fahrradgarage in Reutlingen

Bei Bosch Global in Reutlingen ist Anfang Oktober eine automatische Fahrrad-Garage eröffnet worden. 

Man muss nur sein Fahrrad hinein schieben, dann wird es verarztet, also alleine in der Garage verstaut. In den Turm passen 122 Fahrräder. So ermuntert der Betrieb seine Mitarbeiter:innen, mit dem Fahrrad zu Arbeit zu kommen. Unterstützt wurde das Projekt mit Fördergeldern des Landesverkehrsministeriums mit 275.000 Euro.

Na, wann ist bei uns in Stuttgart die erste Firma so weit und stellt so einen Parkautomaten für Fahrräder auf? 

17. Oktober 2020

Fahrradpanik in Feuerbach und Weilimdorf

Der Gemeinderat hat es zwar beschlossen, aber die Bezirke lehnen es ab: Fahrradstraßen. So geschehen in Feuerbach und Weilimdorf.

Und zwar mit dem Argument, Fahrradstraßen seien gefährlich für Fußgänger:innen. Ach so? Da, wo Autos fahren sind Radfahrer:innen saugefährlich für Fußgänger:innen, insbesondere Kinder, nämlich auf der Fahrbahn? Hingegen sind sie nicht gefährlich, wenn sie auf Gehwege geschickt werden und dort radeln, wie es etwa auf der Theo zwischen Kienestraße und Bolzstraße geschieht oder auch gern vor Schulen? Sehr schräg!

Darum geht es: Der Zielbeschluss Fahrradstadt sieht vor, dass in allen Stadtteilen meindestens eine Fahrradstraße ausgewiesen wird. Nun kam die Verwaltung mit einer konkreten Planung nach Feuerbach und Weilimdorf.

15. Oktober 2020

Darf man auf den Gleisen weiterradeln?

Wer die Nordbahnhofstraße stadtauswärts hoch radelt, stößt auf dieses Schild. Der Autoverkehr muss nach rechts abbiegen, aber Radfahrende dürfen weiterfahren. 

Blogleser Wolfgang hat mir diese Fotos geschickt, verbunden mit der Frage, ob man hier tatsächlich auf den Gleisen radeln soll. 

Man soll und man kann. Unter dem Einfahrtverboten-Schild hängt eine Freigabe für Radfahrende. Sie meint nicht eine Fahrt auf dem Gehweg, sondern auf der Fahrbahn, die hier von Schienen belegt ist.

13. Oktober 2020

Pop-DOWN--Rad-Streifen

Der Pop-Up-Radstreifen auf der Theodor-Heuss-Straße verschwindet wieder. Er wird "demarkiert". 

Es wird also alles wieder so, wie es vorher war, mit kleinen Verbesserungen allerdings. 

So werden die Parkplätze auf der Theo jeweils reichts von den Radstreifen nicht wieder hergestellt. Dort darf nicht mehr privat geparkt werden und wir radeln  auf dem zu schmalen Radstreifen wenigstens nicht mehr in der Dooring-Zone. Die Flächen werden teils durch Radabstellanlagen oder anderes belegt. Die alten Radfahrstreifen werden rot oder vielleicht auch blau eingefärbt. Und ab Kienestraße, wo der Streifen (Richtung Bahnhof)  endet, sollen Radzeichen mittig auf den rechten Fahrstreifen gemalt werden, um Radfahrenden und Autofahrenden zu zeigen, dass hier Rad gefahren wird. Die Ausleitung aus dem Radstreifen Richtung Rotebühplatz zur Ampelanlage soll etwas leichter befahrbar werden, ein Poller kommt weg, damit auch Lastenräder durchkommen. 

Alles nix Großes, es ist auch nur eine Übergangslösung bis zum Bau der dort geplanten breiten geschützten Radfahrstreifen, für die die Verwaltung noch in diesem Jahr eine konkrete Planung vorlegen wird, nachdem der Gemeindrat sie im Prinzip schon beschlossen hat.

11. Oktober 2020

Der Schaltkastenstreich

In der Böblinger Straße in Heslach ist das neue Jugendhaus mit der Stadtteilbibliothek fertig. Alles sehr schön, nur nicht für Fußgänger:innen und Radfahrende. 

Denn mitten auf dem Gehweg steht ein Schaltkasten. Er macht den schönen neuen und breiten Gehweg schmal. Mit dem Kinderwagen kommt man nier nicht durch, mit dem Rollstuhl schon gleich gar nicht. Außerdem sieht es grottenhässlich aus. Da beauftragt man einen Architekten, da beschäftigt sich die Politik mit der Gestalt des Gebäudes, und dann steht davor so ein Trum, das Graffiti anzieht, weil es eben hässlich ist. Das hat schon was von Schildbürgerstreich, oder Schaltkastenstreich.

9. Oktober 2020

Silence Ride für Weilimdorf

Zweirat und ADFC stellen ein Ghostbike für den getöten Radfahrer in Weilimdorf auf. Das geschieht heute Abend. Abfahrt 16:30 Uhr am Feuerseeplatz. 

Anfang September ist es zu einem Abbiegeunfall in Weilimdorf gekommen. Der 72-jährige Radfahrer wurde schwerst verletzt und verstarb später. Eine BMW-Fahrerin war von der Rappachstraße nach rechts in die Engelbergstarße eingogen und hatte dabei den Radfahrer umgefahren, der geradeaus fuhr. So meldet es die Stuttgarter Zeitung unter dem Titel "Radfahrer stößt mit Auto zusammen", ohne mehr Einzelheiten zu nennen. Tatsächlich scheint es genau umgekehrt gewesen zu sein. Die Autofahrerin ist mit dem Radfarher zusammengestoßen, den Fehler hat vermutlich sie gemacht.

Hier der Zeitplan des Zweirats und ADFC für den Ghost-Bike-Fahrt nach Weilimdorf.

7. Oktober 2020

Das Fahrrad vor Diebstahl schützen

Je mehr Fahrräder bei uns in Stuttgart unterwegs sind, darunter viele neue, desto mehr wird jetzt auch geklaut. Der perfekte Diebstahlschutz fehlt noch. Aber man kann einiges tun, um das zu verhindern. 

Wer klaut? Es klauen Banden, die Fahrräder in den Osten verkaufen, es klauen Leute, die gerade schnell ein Fahrrad brauchen, und es klaut der neidische Nachbar. Am besten kann man sich gegen Gelegenheitsdiebe schützen. Man schließt das Fahrrad mit einem stabilen Faltschloss oder einer stabilen Kette an einem Radbügel an. Wenn man das Rad länger oder über Nacht draußen stehen lässt, dann ist ein zweites Schloss gut, etwa ein Felgenschloss. Zwei Schlösser knacken, vor allem, wenn eines davon ein Zahlenschloss und das andere eines für einen Schlüssel ist, das macht niemand auf die Schnelle. Mit Bolzenschneidern kriegt kriegt man allerdings alles auf. Je schwerer die Kette, desto größer muss der Bolzenschneider sein.

5. Oktober 2020

Das verkehrte Augenmaß

Derzeit ist viel von Augenmaß die Rede. Wir ahnen, bei welchem Thema. Ausbau des Radverkehrs mit Augenmaß. Dieses Augenmaß ist begrenzt durch den Rahmen einer Windschutzscheibe. 

Mit diesem Augenmaß sieht man breite Straßten von breiten Autos besetzt. Am Straßenrand parken überall Autos. Es gibt aber auch ein anderes Augenmaß. Das denkt sich den Verkehrsraum von der Hauswand aus, aus der Perspektive eines Fußgängers oder einer Fußgängerin, am besten eines Kindes. Unter diesem Blickwinkel stehen keine Autos mehr am Straßenrand, die dem Kind den Blick verstellen, wenn es die Straße überqueren will. Wir sehen neben dem  Gehweg Fahrräder fahren, dann kommt die Stadtbahn oder ein Bus. Und erst dann sehen wir Autos. Und die parken nicht am Straßenradn, sondern auf Privatgrundstücken und in Tiefgaragen und Parkhäusern.

Die Zeit eröffnet diesen neuen Blick unter Berufung auf einen Bundestagsantrag der Grünen. Der Antrag lautet, dass Autos nur noch dort abgesstellt werden dürfen, wo das Parken ausdrücklich erlaubt ist. Bislang ist es nämlich umgekehrt. Überall, wo kein Verbotsschild steht, darf am Bordstein (nur einem hohen Bordstein) geparkt werden.

3. Oktober 2020

Die hohe Kunst des Radfahrens

Radfahren kann jeder und jede. Nö. Manche können's nicht, manche wollen's nicht, weil sie es mental nicht schaffen. Was ein und dasselbe ist.

Die, die es in der Kindheit nicht gelernt haben, könnten es lernen, wenn sie wollten, aber sie wollen nicht. Sie haben Angst. Schlicht Angst. Große Angst. Angst haben ist ja auch sehr schick. Wozu sie überwinden, wenn sie mich an dem hindert, was ich eh nicht machen will: Radfahren. Angst ist gemütlich. Sie führt direkt ins Auto. Dabei ist nichts ist so leicht zu überwinden wie Angst. Beispielsweise durch Gewöhnung. Spinnenphobien, Klaustrophobie in Fahrstühlen, Velophobie sind leicht zu heilen. Man setzt die Patient:innen den Angstauslösern aus. Aber manche brauchen ihre Angst, umd "ich kann nicht" sagen zu können.

1. Oktober 2020

Wann gilt das Tempolimit auch für Radfahrende?

Berlin führt auf der für Autos gesperrten Friedrichstaße eine Geschwindigkeitsbegegrenzung für Fahrräder ein. Berlin ist der Meinung, damit Neuland zu betreten. 

Aber wir in Stuttgart haben schon lange ein Tempo-20-Schild nur für Radfahrende stehen, nämlich in der Lautensschlager Straße, wenn man von der Bolzstraße her gegen die Einbahnrichtung fährt. Das Foto oben habe ich 2014 aufgenommen. In Berlin will man die Radler:innen auch kontrollieren. Allerdings radeln eh die meisten dort nicht schneller als 20 km/h (Berlin ist keine Stadt der Pedelecs wie Stuttgart) und würde man mit Messgeräten kontrollieren, müssten sie eine Toleranz von 10 km/h einrechnen und der Radler schon mit mehr als 30 km/h unterwegs sein. So schnell fahren höchsten eins paar Renndadler:innen in einer Innenstadt.

29. September 2020

Innenstädte brauchen mehr Diversität

Autofrei ist die Rettung der Innenstädte. Wer die Wirtschaft ankurbeln will, legt Radwege an. Das hat London bewiesen.

Berlin hat jetzt mal die Friedrichstraße für Autos gesperrt. Eigentlich seltsam, dass man damit so lange gwartet hat. Für Autos gibt es parallele Straßen und die Friedrichstraße  ist ein Touristenpflaster.  (Nachtrag 2024: Das nahm man dann wieder zurück.) 

Aber autofrei reicht nicht, und selbst davon sind wir noch weit entfernt. Innenstädte brauchen mehr Diversität. Die Zeit der großen Kaufhäuser ist vorbei, die stehen schließlich in jedem Stadtzentrum, aber Städte müssen was zum Entdecken bieten, und dafür brauchen sie Fußgänger:innen und Radfahrende, die es auch entdecken.

27. September 2020

Helfen Schutzstreifen auf Landstraßen?

Erhöhen Schutzstreifen auf Landstraßen das Sicherheitsgefühl?
Bei uns sind sie nicht erlaubt, getestet werden sie aber jetzt auf der Strecke zwischen Plattenhard und Waldenbuch. Das teilte der Bundestagsabgeordnete Mathias Gastel mit.

Es mag sein, dass sie mehr Radfahrende bewegen, die Fahrbahn zu nehmen und dort zu fahren. Allerdings werden sie es nur dann ein zweites oder drittes Mal tun, wenn sie von Autofahrende dabei nicht in hohem Tempo überholt werden, ohne dass der Autofahrer oder die Autofahrerin die zwei Meter Abstand hält.

25. September 2020

Für Radler das permanente Off-Road-Gefühl

Die Schlaglöcher und Gullideckel sind immer dort, wo man will, dass die Radler fahren. 

Vor allem Autofahrende sind vielfach der Ansicht, dass Radfahrende so weit rechs wie möglich fahren sollten. Und manche lassen sich auch in den Rinnsteinbereich abdrängen. Also auf die Fläche neben dem Bordstein, wo die Gullideckel sind.

23. September 2020

Kreisverkehr, ja - oder doch lieber nichtt?

"Was hältst du den von einem Kreisverkehr an der Stelle?", werde ich immer wieder gefragt. Ich antworte immer: "Kreisverkehre gehören zum Gefährlichsten, was es für Radfahrende gibt."

Auch wir auf Fahrrädern mögen Kreisverkehre. Man muss nämlich nicht an einer Ampel halten, man kann meistens reinrollen, durchrollen und rausrollen. Wenn das Gespräch weitergeht, dann sage ich meistens: "Das liegt daran, dass die meisten den Kreisverkehr am äußersten rechten Rand durchradeln. Und wenn eine Autofahrer innen überholt und die nächste rausfährt, dann ist der Radfahrer tot, falls er eigentlich weiter herumradeln wollte." - "Ja, das stimmt", höre ich dann, "das habe ich bei dir gelesen."

21. September 2020

Jugendlicher Radfahrer fährt Kind auf Gehweg an

Es wird dringend Zeit, dass die Stadt Stuttgart Radfahrenden auf den Fahrbahnen ein gutes Angebot macht. Die Flucht auf den Gehweg ist gefährlich für Fußgänger:innen. 

In Degerloch ist am Donnerstagabend ein offenbar jugendlicher Radfahrer auf der Löwenstraße in Degerloch zwischen Königsträßle und Ahornstraße zwischen zwei geparkten Autos hindurch von der Fahrbahn auf den Gehweg gefahren - warum auch immer - und hat dort ein Kind auf einem Kinderrad umgefahren. Das Kind kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Und das Schlimme, der Radfahrer ist Richtung Sportplätze geflüchtet. 

Die Polizei sucht Zeug:innen, die bei der Identifizierung des Radfahrers helfen können. (Weiteres hier.)  Wir alle wünschen dem Kind gute Besserung vollständige Genesung. Ich bin in Gedanken bei den Eltern, die sich Sorgen machen und vermutlich auch wütend sind.

Dies ist kein typischer Unfall.