360 km Radverkehrsanlagen soll es in Stuttgart in dem 1500 km langen Straßennetz geben. Reine Radwege gibt es allerdings nur wenige. Hauptsächlich radeln wir im Mischverkehr mit Autos oder Fußgänger:innen.Und das mit den 360 km stimmt auch nicht so ganz. Die Radverkehrsanlgen (Radwege, Radfahrstreifen), an denen die blauen Radweg-Schilder stehen, sind knapp 211 km lang. Davon sind nur knapp 5 km eigenständige, baulich von Fahrbahn und Gehweg getrennte Radwege. Getrennte Geh- und Radwege - also die mit dem weißen Strich zwischen Fußgänger:innen und Radfahrenden - gibt es auf knapp 15 km. Wir haben also insgesamt 20 km bauliche Radwege. 39 km lang sind die Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen (die allerdings enden oftmals vor den Knotenpunkten und wir radeln im Mischverkehr mit Autos). Es gibt also nur 60 km Verkehrsflächen, die nur dem Fahrrad vorbehalten sind, wo kein Auto fahren und kein Fußgänger gehen darf. Die gemeinsamen Geh- und Radwege (Mischverkehr) sind bereits 121 km lang, und hier sind wir im Mischverkehr mit Fußgänger:innen unterwegs. Schutzstreifen (gestrichelte Linie links) gibt es auf einer Länge von 24 km. Piktogrammspuren belaufen sich auf 1,8 km. Außerdem gibt es noch 2,2 km Fahrradstraßen und 2,3 km Busspuren, die fürs Radfahren freigegeben sind. Hier sind wir so gut wie überall im Mischverkehr mit Autos unterwegs.
Die restlichen 150 km sind Gehwege, die für den Radverkehr freigegeben sind. Teils übrigen auf der Hauptradroute 1 ohne Alternative. Auf denen darf nur Schrittgeschwindigkeit geradelt werden, was niemand schafft, weshalb alle Radfahrenden dort immer illegal unterwegs sind. Und für Fußgänger:innen bedeuten sie Stress. Auch freigegebene Busspuren oder Piktogrammspuren sind keine Radverkehrsanlagen, sondern Notbehelfe, weil man dem Radverkehr keinen Platz einräumen will. Bei Fahrradstraßen, in denen Auto gefahren werden darf, kann man sich streiten, ob sie eine echte Radinfrastruktur sind.