29. Juni 2025

Wäre alles nicht nötig, wenn sich Autofahrende an die Regeln halten würden

Würden sich Autofahrende ans Überholverbot halten, würden wir nicht über Lösungen für den Schwabtunnel diskutieren müssen, die den Rad- und Fußverkehr schützen. 

Und wir müssten nicht am 4. Juni (17 Uhr, Start Merlin) für sicheren Rad- und Fußverkehr im Tunnel demonstrieren. Auch der Bezirksbeirat Süd müsste nicht am 1. Juli über den Schwabtunnel beraten. 

Die Sachlage: Autofahrende dürfen im Tunnel Radfahrende nicht überholen. Sie tun es trotzdem in einem Ausmaß, das fassungslos macht und sehr viele Radfahrende einschüchtert und ängstigt. Würden sie das nicht tun, würden Forderungen nach einer Schließung des Tunnels für den Autoverkehr  gar nicht erst aufkommen. Niemand würde über Einschränkungen für den Autoverkehr diskutieren. 

Ich habe bereits sämtliche Lösungsvorschläge vorgestellt. Die Stuttgarter Zeitung ist mit etlichen Artikeln an diesem Thema drangeblieben. Eine Demonstration ist nun auch geplant, und der Bezirksbeirat Süd berät. Das Thema wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Solange, bis es eine Lösung für einen sicheren Rad- und Fußverkehr gibt. 

27. Juni 2025

Warum wächst der Radverkehr in Stuttgart nicht? Und stimmt das überhaupt?

Soso, der Radverkehr in Stuttgart wächst kaum, lese ich in der Zeitung. Dem können alle, die im Stuttgarter Kessel radeln, vermutlich genauso wenig zustimmen wie ich. 

In der Innenstadt brummt der Radverkehr, er hat sich gefühlt verdoppelt. In den Außenbezirken tut er das nicht, so mein Eindruck. Die offiziellen Zahlen helfen diesmal leider nicht weiter, den Radverkehr in Stuttgart zu beurteilen, zumal in der Mitteilung der Stadt zu wenig Informationen stehen. Die Stuttgarter Zeitung bietet etwas mehr Informationen über die jüngsten Erbhebungen zum Mobilitätsverhalten in Stuttgart aufgrund der Kesselrandhzählung und von Befragungen, aber über die Datenerhebung erfahren wir auch nichts. Demnach stieg, so die Aussage, der Radverkehrsanteil am allgemeinen Verkehr von 2017 bis 2022/23 nur von acht auf neun Prozent. Dies liege wohl an der Topographie von Stuttgart, so der etwas kuriose Erklärungsversuch in Zeiten von Pedelecs, mit denen man jeden Berg hochkommt. Vielleicht stimmt die Zahl ja auch gar nicht. Eine Erhebung der SSB ergab 2023 einen Wert von 14 Prozent Radverkehr. Die KI der Seite der Stadt Stuttgart sagt, dass 2024 in Stuttgart fünf Millionen Radfahrende gezählt wurden. Wobei die Zählstellen ungefähr 20 Prozent der Durchradelnden nicht zählen, wie private Zählungen ergaben. (Über die Zahl der Autofahrten in der Stadt kann man keine Angaben machen. Die Kesselrandzählung ergibt ungefähr 418.000 ein- und ausfahrende Autos pro Tag.) 

Radinfrastruktur hilft jedoch enorm. 

26. Juni 2025

Demo für ein fahrradfreundliches Vaihingen am Samstag

Die Raddemo findet am 28. Juni statt und beginnt um 14 Uhr auf dem Rathausplatz in Vaihingen. 

Von dort geht es dann zur Waldburgstraße. Das Ende ist für 15:30 Uhr geplant. 

Die Demo ist auch wichtig, weil der Bezirksbeirat Vaihingen die Hauptradroute auf der Waldburgstraße ablehnt, weil öffentliche Autoabstellflächen wegfallen sollen. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, ist die Mehrheit der Meinung, dass mit Tempo 30 auf der Waldburgstraße alles okay sein wird, was ja heißt, dass man davon ausgeht, dass bergauf keine zu engen Überholvorgänge mehr stattfinden werden. Das aber wird so nicht sein, weil bergauf die Räder alle langsamer sind als 30 km/h. Außerdem schlägt das Gremium alternative Wegeführungen vor (auch durch den Wald auf der Panzerstraße), ohne sich klar zu machen, dass die Sicherheit von Radfahrenden solange nicht nennenswert zunimmt, wie die Straßen vom Autoverkehr beherrscht sind.  



25. Juni 2025

Neuer Radstreifen: gut mit Manko

In den Pfingstferien ist der erste Abschnitt des Radfahrstreifens und Radwegs von Ost nach Degerloch die Pischekstraße hinauf zur Geroksruhe markiert worden. 

Niemand muss sich mehr mit dem Fahrrad auf dem Gehweg zwischen Masten und Geländer durchbalancieren. Man radelt jubeld auf breiter Radspur und genießt die das eigene Radeltempo  und auch mal die Aussicht. So kommt endlich stressfrei bis hoch zur Geroksruhe, wo der fertige Radfahrstreifen in einen gelb markierten provisorischen Radfahrstreifen übergeht. Als ich am vergangenen Sonntag dort war, unterbrach noch eine völlig sinnlose Baustellenabschrankung ohne Baustelle den Radstreifen, die hoffentlich in zwischen weg ist. Dahinter wird man auf den Gehweg geleitet (siehe Fotocollage unten), bevor aus der Pischekstraße die Jahnstraße wird. Da dort aber kein Radwegschild steht, kann man auch auf der Fahrbahn blieben und nach der Ampel nach rechts der Pischekstraße folgend in den Wald abbiegen. Der Radweg bis Ruhbank in Degerloch kommt auch noch.  

Leider aber muss man sich erst einmal bis zum Beginn des Radfahrstreifens gerettet haben.  

23. Juni 2025

Autoabstellplätze oder Hauptradroute Waldburgstaße?

Das Thema Waldburgstaße steht morgen, Dienstag, auf der Tagesordnung des Bezirksbeirats Vaihingen. Und wird es kontrovers zugehen. 

Die Stadt plant, den Schutzstreifen, der auf der Waldburgstaße bergauf bis zur Rohrer Höhe führt, auf 2,25 Meter zu verbreitern, sodass Radfahrende von Autofahrenden nicht mehr so eng überholt werden, die die gestrichelte Linie für ihre Fahrbahnbegrenzung halten. Auf der Bergabseite parken derzeit Autos, die den Verkehrsraum verengen. Der Schutzstreifen kann nur dann so breit angelegt werden, wenn diese öffentlichen Autoabstellflächen (103 an der Zahl) wegfallen. Für einen ordentlichen Radfahrstreifen (der niemals von Autos mitbefahren werden darf, auch vom Bus nicht), reicht die Straßenbreite auch dann nicht, wenn es die hundert Autoabstellplätze nicht mehr gibt (siehe mein Post vom Mai). 

Es versteht sich gewissermaßen von selbst, dass ein Teil derer, die da wohnen und ihre Autos auf der Waldburgstraße abstellen dürfen, dagegen protestiert.

21. Juni 2025

Das Chaos bei Leichtfahrzeugen

Unsere StVO ist nicht vorbereitet auf Leichtfahrzeuge im Straßenverkehr. Sie tut sich schon schwer mit Fahrrädern. Aber S-Pedelecs, E-Scooter, Segways, E-Scateboards oder Minielektroautos sind überhaupt nicht sinnvoll eingeordnet. 

Zum einen, wohin damit - denn unser Verkehrsraum ist im Grunde aufgeteilt zwischen Fußgänger:innen und Autofahrenden - , zum anderen, wie wieviele unterschiedliche Höchstgeschwindigkeiten kriegen wir damit? Je nach Gerät gelten andere Regeln für Fahrwege. Und weder passt die Infrastruktur dazu, noch passen die diversen Geschwindigkeiten zusammen. Die Flüssigkeit des Verkehrs ist im Zusammenspiel nicht machbar. 

19. Juni 2025

Was ist eigentlich eine Verkehrsbehinderung?

Und vor allem: Wer behindert eigentlich welchen Verkehr? 

Die KI der Google-Suche zählt als Verkehrsbehinderung Staus, Unfälle, Bauarbeiten, Wetterbedingungen, Veranstaltungen und Fehlverhalten, darunter zu langsames Fahren, auf, nicht aber Autos. Sie scheint davon auszugehen, dass Verkehr nur der Autoverkehr ist und folglich auch nur er behindert werden kann. Für den Rad- oder Fußverkehr sind aber beispielsweise Autostaus keine Behinderung. Wiederum werden Radfahrerende auf Fahrbahnen gerne als Behinderung verteufelt. In unserem gängigen Verständnis von "Verkehrsbehinderung" scheint nur der Autoverkehr behindert werden zu können, nicht aber der Fußverkehr oder der Radverkehr. Beide werden jedoch vom Autoverkehr oft erheblich behindert. Tatsächlich ist der Autoverkehr die eigentliche Verkehrsbehinderung. Und zwar für alle Verkehrsarten, auch für ihn selbst.  

17. Juni 2025

Warum hört der Radweg einfach auf? Radfahren durch den Schurwald

Es gibt Leute, für die sind die Straßen im Schurwald Rad-Pendelstrecken. Aber auch der Freizeitverkehr ist hier unterwegs. 

Der Schurwald trennt als Berg und Wald das Neckartal vom Remstal oder Esslingen von Schorndorf. Freizeitradler:innen können sich bei schönem Wetter die netten Waldwege suchen. Für Leute auf dem Arbeitsweg sind Waldstrecken, die zu Matschstrecken werden, nichts. Und Frauen fehlt - vor allem nachts - die soziale Sicherheit. Alltagsradelnde landen also zwischen Winterbach und Hohengehren unweigerlich auf der L1150. Sie hat auf knapp einem Kilometer keinerlei Radinfrastruktur, und es darf 100 gerast werden. Radfahrende machen hier Nahtoderfahrungen. Darauf weist die ZVW hinter Bezahlschranke in einem Artikel hin. Auch die Stuttgarter Zeitung hat sich des Themas  bereits zuvor angenommen. Der Radweg, der aus Hohengehren neben der Fahrbahn herausführt, endet abrupt an der Landstraße (Foto). Diesen Abschnitt fahren ungefähr 6000 Autos pro Tag. Radfahrende sind es rund hundert (laut der Gemeinde Winterbach nach einer Zählung von 2022). Rennradfahrende sind hier ebenfalls zahlreich unterwegs, gerne auch in Pulks. Aber Normalradelnde, Kinder, Eltern mit Kindern, Pendelne, radeln die über die Waldwege? Das Landesverkehrsministerium empfiehlt Schutzstreifen auf Landstraßen ab einer Zahl von unter 4000 Autos pro Tag. Die würden auch auch nur etwas nützen, wenn Autofahrende den Überholabstand einhielten, was sie bei Schutzstreifen oftmals nicht tun. Hier muss sich dringend was ändern. 

15. Juni 2025

Die Berliner Kantstraßen-Posse

Quelle: Appel Karten
Der Streit um den Radfahrstreifen in der Kantstraße in Berlin zeigt vor allem, welche Probleme Autofahrende verursachen, wenn sie notorisch die Verkehrsregeln missachten. 

Wie hält man Autofahrende davon ab, einen Radfahrsteifen an einer Straße mit vielen Läden und Wohnungen zum Abstellen von Fahrzeugen zu missbrauchen? Man legt ihn als Radweg zwischen den Bordstein und eine Reihe links davon angelegter Autoabstellflächen. Die geparkten Autos schützen den Radfahrstreifen. Links davon fließt der Verkehr. So ist es seit 2020 in Berlin. Gute Idee. Allerdings bemängelt die Feuerwehr, dass sie mit großen Fahrzeugen nicht zwischen die geparkten Autos und dem Gehweg auf den Radfahrstreifen passt, und befürchtet, dass sie vom linken Fahrstreifen aus mit Drehleitern die oberen Stockwerke der Wohnhäuser nicht erreicht. Die Presse malte schon das Szenario an die Wand, dass die Mieter:innen der oberen Stockwerke ausziehen müssten. 

Für die Stadt war im Oktober vergangenen Jahres die Lösung ganz einfach. Man verlegt die Autoabstellplätze nach rechts an den Gehweg und führt den Radfahrstreifen zwischen den parkenden Autos und der Autofahrspur entlang. Dann kann die Feuerwehr sich auf dem Radstreifen deutlich dichter an den Häusern aufstellen (hat allerdings eine Reihe geparkter Autos zwischen sich und Gehweg). Der Berliner Senat hat das inzwischen nun auch so angeordnet. Busse und Radfahrende sollen die rechte Fahrspur links neben den am Bordstein geparkten Autos bekommen, der Autoverkehr soll auf der linken Fahrspur fahren.  Dagegen aber wehren sich unter anderem die Radverbände. 

13. Juni 2025

Warum radeln die eigentlich auf dem Fußweg?

Ich frage mich oft, wie man das Gehwegradeln reduzieren könnte. Viel zu oft sehe ich erwachsene Menschen mit Pedelecs auf Gehwegen langdödeln, obgleich die Fahrbahn sogar eine Radinfrastruktur aufweist. 

Was bewegt diese Leute im gestandenen Erwachsenenalter wie Kleinkinder auf Gehwegen und über Fußgängerampeln zu radeln - selbst in völlig friedlichen Straßen - ganz und gar ungeachtet des Verbots? Was würde diese im Kindermodus Radelnden dazu bewegen, die Fahrbahn zu nehmen und sich auf Radaufstellpätzen an Radampeln aufzustellen? Schon im ersten Jahr meines Blogs habe ich darüber gegrübelt, warum so viele auf Gehwegen radeln. Das fragt sich auch der Fuß e.V., der dazu auf FB einen fragenden Post veröffentlicht hat. Natürlich mit dem Effekt, dass Radfahrende beschimpft werden. 

Es sind auch nicht immer die Alten und Langsamen oder Jugendlichen, es sind auch die sportlichen Männer, die ich mit Rennrädern auf Gehwegen sehe. Warum tun die sich das an? Sind sie im Kopf immer noch die Kinder, als die sie Radfahren gelernt haben? 

11. Juni 2025

Geschwindigkeitsanzeige am Südheimer Platz

Schrittgeschwindigkeit bedeutet nach gängiger Auffassung, dass man ungefähr 7 km/h  schnell fährt. Bis 10 km/h scheint es eine gewisse Toleranz zu geben. Ab dann ist es zu schnell. 

Das zeigt zumindest die Geschwindigkeitsanzeige im verkehrsberuhigten Bereich (meist als Spielstraße bezeichnet) in der Burgstallstraße am Südheimer Platz so an. Sie misst die Geschwindigkeit von Autofahrenden und Radfahrenden und lächelt grün bis 7 km/h, zeigt  bis 9 km/h ein gelbes Grinsen und  ab 10 km/h rot das Trauergesicht. (Siehe Fotos ganz unten.) 

Der verkehrsberuhigte Bereich wurde vermutlich 1991 eingerichtet, um den Autoverkehr zu verlangsamen, nachdem der Heslacher Tunnel den größten Teil des Autoverkehrs von vom Südheimer Platz abgezogen hatte. Die Beschilderung bedeutet vor allem Schrittgeschwindigkeit. Fußgänger:innen und Menschen in Autos oder auf Fahrrädern sind gleichberechtigt. Fußänger:innen müssen nicht am Rand gehen, sondern dürfen die ganze Breite der Straße benutzen. Kinder dürfen spielen. Autofahrende müssen auch mal warten, behindern darf man sie aber auch wieder nicht und muss Platz machen. Schrittgeschwindigketi gilt übrigens auch für Fahrräder oder E-Scooter und alles andere, was fährt. 

9. Juni 2025

Spezialfahrräder auf dem Marienplatz - ein Erfolg

Am 5. Juni hielt das Wetter. Die Stadt Stuttgart hatte zu einem Nachmittag der Spezialfahrräder auf dem Marienplatz eingeladen. Und die Leute kamen und fuhren Probe. 

Und zwar genau die, für die die Dreiräder oder Vierräder mit E-Antrieb ein Möglichkeit sind, weiterhin unabhängig mobil zu bleiben.  Wer nicht mehr laufen kann, kann oft noch Rad fahren. Radfahren belastet die Gelenke weniger. Und zweispurige Rädern muss man nicht ausbalancieren. Für Leute mit leichtem Schwindel sind sie die Lösung, um allein in der Stadt herumzukommen und sich dabei auch noch zu bewegen. Es gibt Räder, auf die man einen Rollstuhl stellen kann, Tandems, auf denen man nebeneinander sitzt, statt hintereinander, ein Dreirad, das sich in die Kurve legt fürs gewohnte Fahrgefühl, Rikschas, Liegeräder und Tripeds in vielen Formen und Ausführungen. Der Mobilitiät mit Muskelkraft und E-Unterstützung sind wirklich keine Grenzen gesetzt. Fast alles ist möglich. Es war schön, so viele glückliche Gesichter zu sehen. 

7. Juni 2025

Arbeiten an Radweg von Ost nach Degerloch beginnen

Jetzt in den Pfingstferien soll es losgehen mit dem Bau des Radwegs zwischen Stuttgart Ost und Degerloch oder Gänsheide und Ruhbank. 

Wenn er  - wie geplant - 2028 fertig ist, wird er 2,5 km lang sein und die Lücke Pieschekstraße - Jahnstraße - Degerloch schließen. Dafür wird der Autoverkehr bergauf eine Fahrspur hergeben. Der Gemeinderat hat das Vorhaben bereits 2022 beschlossen und kürzlich ohne weitere Diskussion noch einmal zustimmend bestätigt. Zusammen mit der Fahrbahnsanierung soll das 9 Millionen Euro kosten. Der Gemeinderat hat darauf gedrungen, dass die Stadt dort anfängt, wo es für Radfahrende momentan nur auf der zweispurigen Pieschekstraße weitergeht oder - nicht erlaubt - auf dem Gehweg daneben, der von Laternenmasten verengt wird (Foto), nämlich an der Spinne, wie die fünfstrahlige Kreuzung Pieschekstraße-Payerstaße-Geänseheidestraße-etc. genannt wird. 

5. Juni 2025

Radzeichen auf dem Gehweg

Seit vielen Jahren radeln wir auf der Heusteigstraße zwischen Marienplatz und Immenhofer Straße am Wendeplatz bei der Schule über den abgepollerten Gehweg.  

Früher hieß die Schule Heusteig- oder Römerschule, jetzt ist sie ein Standort der Schickardt-Gemeinschaftsschule. Vermutlich wegen der Schule wurde die Heusteigstraße hier schon vor langer Zeit für den Autoverkehr unterbrochen. Ein Gehweg führt rund um die Wendeplatte. Mit dem Fahrrad kann man den Gehweg überqueren. Es gibt an den Bordsteinen breitflächig Asphaltanschüttungen, die uns Radfahrenden den Übergang leicht machen. Die Poller müssen da natürlich stehen, weil sonst Autofahrende durchfahren würden.  

Seit neuestem staunen wir über ein ordentlich aufgemaltes Radzeichen. Es befindet sich aus irgendeinem Grund genau hinter oder vor dem Poller, also nicht dort, wo man radeln kann. 

3. Juni 2025

Das ist in Stuttgart ein autofreies Viertel

Im Neckarpark in Cannstatt werden emsig Häuser hochgezogen. Vieles ist schon fertig. Die Straßen sind weitestgehend autofrei geplant, Autos sollen hier nicht abgestellt werden. Es gibt Quartiersgaragen.  

Die Realität sieht krass anders aus. Die Wege hinter den Neubauten an der Ecke Daimler-/Mercedesstraße beim neuen Sportbad, sind als Fußgängerzonen angelegt. Doch wenn Stuttgart etwas autofrei plant und anlegt, dann sieht das so aus: alle Gehwegränder sind zugeparkt. Heck an Kühler stehen die Autos doppelseitig auf 260 Metern Länge im Bertha-Thalheimer-Weg am Veielbrunnenpark. Poller sollen die Einfahrt von der Daimlerstraße aus verhindern, allerdings kann man sie rechts über den breiten Gehweg umfahren. Ob das die "Einfahrt" ist, die all die hier genutzt haben, weiß ich allerdings nicht. 

1. Juni 2025

Es gibt keine Sondergenehmigung für Falschparken an der Oper

Immer wieder stehen dunkle Limousinen unter dem Dach an der Oper gegenüber dem Parkplatz am Landtag. Ihre Fahrer sitzen drin und warten. 

Manchmal sind es so viele, dass für sie der Platz gar nicht zu reichen scheint. Ich habe bereits darüber geschrieben und mich ein zweites Mal gefragt, ob für Dienstwagen andere Verkehrsregeln gelten. Sie stehen nämlich auf dem Geh-/Radweg, als der dieser Bereich ausgeschildert ist. Weder auf Gehwegen, noch auf Radwegen dürfen Autos stehen. An einem Samstag kam ich mit dem Fahrrad wieder einmal mittags dort vorbei und sah zwei Autos unterm Dach stehen. Ich bin zu einem der Fahrer hingegangen und habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass auf einer verbotenen Fläche steht. Er fand, das gelte nicht für ihn, er habe eine Sondergenehmigung. Ich bat ihn, mir diese Sondergenehmigung zu zeigen. Das konnte er nicht und verwies mich an die Landtagsverwaltung. Die könne mir das bestätigen.