Das Abstellen von Fahrrädern zählt zum sogenannten Gemeingebrauch an öffentlichen Straßen. In keiner Fußgängerzone kann das verboten werden, das hat 2004 sogar das Bundesverfassungsgericht entschieden (BVerwG 3 C 29.03). Stellt eine Kommune solche Schilder auf, gelten sie nicht. Allerdings aufpassen: Auf einem Privatgrundstück, an einem privaten Zaun, an den Gittern eines Kellerfensters etc. können die Eigentümer:innen das Radparken sehr wohl verbieten (auch wenn die Reifen noch auf öffentlichem Gehweg stehen), denn das Grundstück ist ihres. Unter Umständen hat der Eigentümer dann das Recht, das Fahrrad zu entfernen. Was "unter Umständen" ist, definiert der Bußgeldkatalog nicht.
31. Juli 2023
Für Fahrräder gibt es keine Parkverbote
29. Juli 2023
Die Schamlosen - Teil 2
In die Radwegschleuse Tübinger Srtaße/Feinstraße reingefahren, geht aber nicht weiter, weil ein städtisches Fahrzeug den Radweg zur Hälfte blockiert. Und nun?
Autofahrende bringen sich und andere in missliche Situationen, weil sie irgendwo reinfahren und durchfahren wollen, wo sie nicht fahren dürfen.
Dieser hier scheint üblicherweise durch die Radwegschleuse an der Feinstraße zu fahren, wird aber heute - wie alle Radfahrenden auch - davon überrascht, dass ein städtisches Fahrzeug zum Bäumegießen die Radwegspur stadtauswärts vollständig blockiert. Radfahrende müssen drum herum, für das Auto reicht der Platz nicht.
27. Juli 2023
Statussymbol: Auto oder Fahrrad?
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| Stuttgart Süd |
Zugleich sitzen sie dreimal so lang auf dem Rad wie in ländlichen Räumen Menschen ohne Abitur. Das hat der Soziologe Ansgar Hudde an de Universität Köln in zwei Studien festgestellt und dafür mehr als 800.000 Wege ausgewertet, die mehr als 55.000 Befragte zurücklegten. Er führt einen Großteil des Fahrradbooms auf die Bildungsexpansion zurück. Es gibt immer mehr gut gebildete Menschen in Deutschland und sie fahren immer mehr Fahrrad. Einen Teil davon lässt sich damit erklären, dass Menschen mit Uniabschlüssen etwas häufiger in fahrradfreundlichen Städten leben. Aber die Unterschiede in der Fahrradnutzung sieht man auch innerhalb einer Stadt in den Stadtteilen. In Stuttgart wird im Westen und Süden am meisten geradelt, Stadtteile, wo gehäuft das Bildungsbürgertum wohnt. Personen mit Hochschulabschluss nutzen in den Städten das Fahrrad 50 Prozent häufiger als Menschen ohne Hochschulabschluss. Nach Ansicht von Hudde deuten die Ergebnisse daraufhin, dass es der Bildungsstand selbst ist, der zu mehr Radfahren führt.
Und warum ist das so?
25. Juli 2023
Radfahren zwischen Rosensteinpark und Wilhelma
Das durfte man vorher nicht. Eine befahrbare Radverbindung zwischen Pragstraße und diesem Zahntweg an der Wilhelma vorbei gibt es zwar immer noch nicht, denn am Wilhelma-Eingang mit Stadtbahnhaltestelle muss man das Fahrrad schieben. Aber ab dem Rad- und Fußgängerüberweg über die Talstraße zur Neckarbrücke darf man aufsteigen und fährt auf einem Gehweg, der für Radfahrende freigegeben ist. Dort wo die Ein- und Ausfahrt der Wilhelma-Tiefgarage ist, steht ein Vorfahrt-achten-Schild.
23. Juli 2023
Gerade noch mal gutgegangen
Ein Auto kommt mir auf meiner Fahrspur entgegen. Der Fahrer hat sich bei der Kurve verschätzt, ich bremse und weiche aus. Gerade noch mal gutgegangen.
Eine Autotür geht auf, links von mir die Straßenbahngleise, ich muss auweichen, jetzt bloß nicht in ins Straßenbahngleis geraten, und hoffentlich kommt nicht gerade hinter mir einer. Ein Autofahrer wechselt ohne Blinker von der linken Spur auf die Rechtsabbiegespur. Zum Glück war ich noch nicht auf die Fahrradweiche gefahren, die zwischen den beiden Spuren liegt. Als ich vom Radweg aus über die Einmündung einer Seitenstraße fahre, höre ich links hinter mir ein Auto eine Vollbremsung machen. Das ist wirklich gerade noch mal gut gegangen, ich wäre tot gewesen, wenn er mich beim Abbiegen nicht gesehen hätte, denn ich habe ihn nicht gesehen, weil vor mir ein Fußgänger gerade in meine Fahrlinie torkelte. Ein Fahrradfahrer, der vor mir fährt, biegt urplötzlich nach links ab, ohne Handzeichen. Gut, dass ich ihn doch nicht gerade dann überholte habe.
Kürzlich lenkte ich mein Fahrrad vom Radweg weg auf eine Freundin zu, ein anderer Radler kam mir in die Quere (er war im Recht, fuhr geradeaus), und ich musste heftig bremsen. Meine Freundin war entsetzt! Für sie hatte es den Unfall schon gegeben, den es gerade eben so nicht gab. Ich verstand ihr Entsetzen nicht: Sowas passiert doch ständig.
21. Juli 2023
Radweg an B37 bei Heidelberg in Gefahr
Bislang ist er nur ein provisorischer Radweg entlang der Schlierbacher Straße von Heidelberg-Schlierbach nach Neckargünd. Aber er wird begeistert angenommen.
Laut SWR hat sich auf der 3,6 km langen Radstrecke in wenigen Monaten seit Eröffnung von 76 auf 300 pro Tag erhöht. Der Zweirichtungsradweg wurde im Mai 2021 eingerichtet, für ihn fiel eine von zwei Richtungsfahrspuren für den Autoverkehr weg. Dieser Radweg stellt, wie aus den Facebookkomentaren zu ersehen, eine echt Alternative zum Autofahren dar. Der Radweg war sogleich so erfolgreich, dass laut einem Bericht der Grünen vom 31. März 2022, eigentlich verbreitert werden müsste, damit die vielen Radler:innen aneinander vorbei kommen. Heidelberg und das Land Baden-Württemberg wollen diesen Radweg nun dauerhaft einrichten.
Doch am 13. Juli 2023 meldet die Rhein-Neckar-Zeitung: "Muss die B37-Radspur doch wieder für die Autospur weg? Der Rückbau ist alles andere als ausgeschlossen. Bundesverkehrsministerium sieht außergewöhnlichen Vorgang und prüft."
19. Juli 2023
Unser Verkehrsystem ist gefährlich für die ohne Auto
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Opfer im Straßenverkehr gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt kamn 2.788 Menschen um Leben, neun Prozent mehr als 2021. Es sind aber immer noch weniger als im Vorcoronajahr 2019.
Laut Statistischem Bundesamt gab es mehr Alkoholunfälle, und die vor allem am Vatertag. Und auch die Zahl der Opfer unter den Radfahrenden ist wiederum gestiegen, beziehungsweise gegenüber 2019 unterdurchschnittlich gesunken. 1.992 Menschen (42 Prozent) kamen in Autos ums Leben, 474 (17 Prozent) auf dem Fahrrad, darunter 208 auf Pedelecs, und 368 zu Fuß (13 Prozent). 10 Menschen verunglückten auf einem E-Scooter tödlich. Kurzum: Autofahren wird immer sicherer für die Autofahrenden und immer tödlicher für die, die nicht im Auto sitzen.
Die taz hat dazu vier Thesen aufgestellt. Kurz gefasst lauten sie:
17. Juli 2023
Die Schamlosen
Dieser hat sich wieder mal in den Radfahrstreifen an der Kolbstraße eingefädelt, ohne Rücksicht darauf, dass da eine Radlerampel steht, die man nun nicht mehr sehen kann, und ohne Rücksicht darauf, dass von der anderen Seite Autofahrer in Einbahnstraße hineinschießen, wenn sie Grün haben. Passiert hier nicht mehr so häufig wie früher, aber eben doch immer mal wieder. Man fragt sich echt, was im Kopf dieses Autofahrers eigentlich vor sich gegangen ist. Wie kommt einer auf so eine Idee?
15. Juli 2023
Wichtige Alltagsradrouten wegen Radrennen am Sonntag gesperrt
Achtung, morgen, am 16. Juli, findet das Brezel-Race. Es gibt lange und kurze Touren. Sie führen auch über gewohnte Alltagsradstrecken in und um Stuttgart.
So ist die Hofener Straße, die sonntags für den Autoverkehr gesperrt und für den Radverkehr geöffnet wird, bis Mittag vom Radrennen belegt. Vermutlich kann man auf dem Gehweg radeln, man kann aber auch die Strecke auf der anderen Seite des Neckars entlang der Neckartalstraße wählen.
Schwieriger wird es in der Tübinger Straße zwischen Silberburgstraße und Marienplatz, weil die Zielrunde mehrmals über die Fahrradstraße verläuft. Sie ist deshalb zwischen 8:45 Uhr und 16 Uhr gesperrt. Eine Umleitung über die Hauptstätterstraße gibt es nicht. Wer Richtung Marienplatz radeln möchte, muss am Ende der autofreien Eberhardstraße nach links über den Wilhelmsplatz Richtung Süden radeln. Wie die Umleitung der HRR 1 ab Marienplatz ist, habe ich im Vorfeld noch nicht gesehen.
13. Juli 2023
Die große und die kleine Ampel
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| 2023, Pragstraße |
Für diejenigen, die diese Strecke kennen, alles easy, abgesehen von den gelegentlich heftigen Unebenheiten auf dem Radstreifen. Aber wehe, man kennt sie nicht! Dann legt man an der Ampel beim Mahle eine Vollbremsung hin, obgleich sie für Autos grün zeigt. Denn eine Radampel rechts zeigt Rot. Darauf hat mich Blogleser Christian hingewiesen mit der Bitte, doch mal etwas über die kleinen und die großen Ampeln zu schreiben.
Die Situation hier ist höchst missverständlich. Wer die Ampeln so aufgestellt hat, meint Christian, fährt wohl selber nicht Fahrrad.
11. Juli 2023
Freud und Leid
Drei Geschichten muss ich euch erzählen. Wobei alle die Ausnahme sind, wenngleich wir Radfahrende auf all unseren Fahrten stets ein oder zwei solcher Ausnahme-Erlebnisse haben, mehr unschöne als schöne.
Ich radelte die schmale Lehenstraße hoch zum Mühlrain, rechts und links parken Autos, da kommen nicht mal Rad und Auto aneinander vorbei. Das Stück ist ca. 12 Prozent steil, geht mit Pedelec, aber treten muss man auch. Von oben kam ein Auto entgegen. Der Fahrer fuhr in eine Einfahrtlücke, steckte den Arm aus dem offenen Fenster und winkte mir, zu kommen. Ich schaute in meinen Rückspiegel, denn solche Fairness erlebte ich nur, wenn hinter mir ein Auto ist. Auf Radfahrende achtet man nicht so. Aber er meinte mich. Ich treppelte an ihm vorbei, bedankte mich aufwändig gestisch, er startete und rief mir was zu, was ich nicht gleich verstand, so ungewöhnlich war es. Er rief: "Gute Fahrt!" Mit freundlichen Gefühlen radelte ich in den Mühlrain hinein.
9. Juli 2023
Berlin bekämpft Radfahren
Ich höre es bis Stuttgart, das erleichterte Seufzen hinter den Windschutzschreiben: Endlich tut mal jemand was gegen die Radfahrer (gendern tut man bei solchen Seufzern nicht).
Die neue CDU-Verkehrssenatorin lässt Radzeichen auf den Radfahrstreifen zukleben, damit Autos darauf parken können, und hat die Bezirke aufgefordert, alles zu lassen, was dem Radverkehr nützt. Die taz macht sich in einem Artikel weidlich über diese reaktionäre Politik und ihre kruden Begründungen lustig. Aber mir - und vermutlich anderen Radfahrenden - bleibt doch eher das Lachen im Hals stecken.
Denn das Schlimme ist: die reaktionäre Verkehrspolitik ist eine, die nur einem Viertel der in Berlin lebenden Menschen zugute kommt. Dreivierteln schadet sie. Die letzte Erhebung des Modal-Splits für Berlin stammt aus dem Jahr 2018 (derzeit läuft eine neue) und ergab, dass nur 26 Prozent mit dem Auto fahren, 18 Prozent das Fahrrad nehmen, 30 Prozent zu Fuß gehen und 27 Prozent mit Bus und Bahn fahren, wobei auch die stets Fußgänger:innen sind, weil sie zu den Haltestellen gehen müssen. Diese 75 Prozent sollen sich nun wieder auf den Gehwegen zusammendrängen, so wie das die alte Radinfrastruktur von Berlin vorsah (siehe Foto).
7. Juli 2023
Die Ästhetik der Drohung
Warum ist der Motor des Pedelecs auf 25 km/h gedrosselt, während man mit einem Auto oder Motorrad auf 200 km/h beschleunigen kann, was aber legal nur auf deutschen Autobahnen geht?
Warum fürchten sich Fußgänger:innen ständig lautstark vor Radfahrenden, die 25 km/h schnell fahren, und mit reiner Muskelkraft auch mal 30 km/h, aber nicht vor Autos, die beim innerstädtischen Rasen immer wieder mal in ein Bushäuschen krachen oder Menschen am Straßenrand töten, die in den Gegenverkehr schlingern, weil der Fahrer oder die Fahrerin abgelenkt war oder das Fahrzeug nicht beherrschte, und die sogar von ihren Fahrern absichtlich als Waffen zu Anschlägen missbraucht werden? Hauptsächlich töten Autos (und ihre Fahrer, ob sie wollen oder nicht) Menschen im Straßenverkehr, nicht aber Radfahrer:innen.
Bis heute hängt die öffentliche Meinung dem Glauben an, dass nur das Auto Freiheit garantiert, wenn auch nur für Erwachsene, und jene, die sich Autos leisten können. Über die Freiheit, die das Fahrrad Kindern und Jugendlichen oftmals auch Frauen schenkt, redet kaum jemand. Wer nicht Auto fährt, erscheint nicht frei und wird deshalb verachtet.
5. Juli 2023
Oper inszeniert Reallabor Außengastro
Alle Proteste, Argumente und Demonstrationen haben nichts genützt. Die Oper hat begonnen, ihre Außengastronomie auf der Hauptradroute 1 samt Infocontainer einzurichten. Die Fläche für den Rad- und Fußverkehr ist halbiert.
Universitäten machen Reallabore, um Konflikte zu entschärfen und Lösungen für öffentliche Räume zu finden. Nicht so die dramatische Kunst, also Theater und Oper. Kunst sucht die Konflikte in der Gesellschaft, spitzt sie zu und führt sie uns allen schmerzhaft vor Augen. Die Oper tritt auf ihre Außenbühne und ruft dem Publikum zu: "Ihr wollt doch auch keine Radfahrer mehr vor der Oper haben." Und das Publikum applaudiert und ruft begeistert: "Ja, weg mit denen!"
Um uns diesen gesellschaftlichen Grundkonflikt vor Augen zu führen, haben die Württembergischen Staatstheater nun vor ein paar Tagen mit ihrer lange erwarteten Installation einer Außengastro auf der wichtigsten Hauptradroute Stuttgarts begonnen. Tausende Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern haben jetzt nur noch knapp die Hälfte der vorigen Fläche zur Verfügung, um ihre Wege zu gehen oder zu fahren. Sie müssen enger zusammenrücken. So können sich mehr Fußgänger:innen über Radfahrende ärgern und ihren Hass entwickeln oder vertiefen. Und es können noch mehr Radfahrende über die Politik fassungslos und enttäuscht den Kopf schütteln, die sie zwingt, sich auf einer der Hauptpendlerstrecken erneut durch Fußgänger:innen zu schlängeln. Und zwar ohne eigenes Wegerecht.
3. Juli 2023
Das Kreuz mit den Umleitungen
Guten Morgen, heute auch in die Sperrung der HRR1 am Tagblattturm reingerasselt?
1. Juli 2023
Das Fahrrad ohne Kette
Scheffler und Heinzmann haben einen Pedalgenerator für Elektroräder entwickelt, der jetzt produziert wird. Er treibt einen Motor am Hinterrad an.
Besonders gut geeignet scheint dieses System ohne Kette, Riemen oder Kardanwelle für E-Lastenräder zu sein. Weil es keine direkte Verbindung zwischen Pedalantrieb und Hinterrad mehr braucht (man braucht nur ein Kabel), kann man sie anders bauen, zum Beispiel die Lastenfläche tiefer legen als die Achsen. Das ermöglicht neue Ansätze für die Konstruktion von Fahrrädern, egal ob Zweirad, Dreirad oder Vierrad. Ein erster Kunde hat schon geordert.
Der Pedalgenerator des Systems Free Drive erzeugt beim Treten einen gleichmäßigen Widerstand (der sich auf die Tretleistung des Radelnden einstellt oder vom Radler eingestellt wird) und liefert per Elektrokabel die Energie für den Elektromotor am Hinterrad. Das System liefert 250 Watt bis 25 km/h.














