30. Dezember 2020

Das Prinzip Draisine auf modern


Ein Mann lehnt den Rollator ab, der Sohn baut ihm ein Laufrad und macht ein Geschäft daraus. So berichtet es die Süddeutsche, ohne den ganzen Artikel freizugeben. 

Es ist das Prinzip Draisine, nur eben modern. Von Kindern kennen wir das bereits. Solche Hybride zwieschen Fahrrad, Laufrad und Tretroller gibt es auch schon länger. Ich frage mich mal ganz vorsichtig, wie sinnvoll sie sind. Meine Mutter hat einen Rollator benötigt, ein Umstieg auf dein Laufrad wäre für sie nicht möglich gewesen. Und die meisten Menschen, die eine Gehhilfe brauchen, sind gesamtkörperlich nicht mehr in der Verfassung, ein Fahrrad zu steuern. nach einem Sportunfall aber mag dass gut sein.

Bei kleinen Kindern wirkt sich das Laufrad übrigens nachteilig auf die Gehfähigkeit aus.

28. Dezember 2020

Gefahrenstelle entschärft

In der Herzogstraße ist die Abbiegespur für Radfahrende nach links jetzt geschützt vor Autos, die die Kurve zu weit nehmen. 

Viele von uns kannten die Situation und haben sich auch darüber beschwert. Wer mit dem Rad die Herzogstraße entlang kam und nach links Richtung Finanzamt weiter radeln wollte, hatte diesen kleinen Aufsellplatz (Foto unten). Allerdings fühlte man sich seines Lebens nicht sicher, weil doch etliche Autofahrende beim einbiegen von der Rotebühlstraße die Kurve so weit nahmen, dass diesen Aufstellplatz überfuhren, wie auch ich beobachten und dokumentieren konnte. 

26. Dezember 2020

Die unendliche Geduld der Fußgänger:innen

Mitte Dezember stiefelten Fußgänger:innen mindestens einen halben Tag lang um dieses Fahrrad herum. 

Ich habe es nach dem Fotografieren besieite zu den E-Scootern gestellt. Das Rad war nicht mal nur eben kurz so abgestellt, sondern es stand dort viele Stunden lang, wahrscheinlich über Nacht bis in den Mittag des folgenden Tags hinein. Und ich frage mich, wie man sein Fahrrad so abstellen kann? Aber gut, man kann ja, und die Fußgänger:innen nehmen das so hin, keiner stellt es mal schnell beseite, keiner schimpft, niemand beschwert sich. 

Ich bewundere die Duldsamkeit der Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. 

22. Dezember 2020

Wir radeln weiter und radeln noch mehr

Ich wünsche euch allen ruhige und stärkende Feiertage. Das Jahr war ja für uns alle nun wirklich nicht einfach. 

Ich hätte mir wirklich einen schöneren Anlass gewünscht dafür, dass in Stuttgart so viele Menschen das Radfahren neu für sich entdeckt haben als die gesündeste Form, die Alltagswege in der Stadt zurückzulegen. Und ich denke, viele werden das Fahrrad lieben gelernt haben. Sie haben aber auch entdeckt, dass unsere Radinfrasstruktur noch vieles zu wünschen übrig lässt. 

Damit werde ich mich hier im Blog auch weiterhin beschäftigen. Ich danke allen meinen Blogleser:innen für den Zuspruch und für die oft so informative und weiterhelfende Kritik und Kommentare. 

Bleibt gesund!

20. Dezember 2020

Das unglückliche Schild

Es klappt nicht. Jedes Mal, wenn ich hier vorbeikomme, gucke ich, ob das Schild gerade steht oder wieder mal umgefahren wurde. Vor ein paar Tagen stand es wieder schief. 

Ich weiß nicht, wie lang das bei diesem Schild in der Breitscheidstraße, Ecke Seidenstraße nun schon so geht. Kaum ist es gerade, wird es wieder angefahren und steht schief. Es mag zwar korrekt so stehen, links vom Radstreifen, der nicht Fußgängerzone, sondern Radfahrenzohe ist und rechts von dem Teil der Fahrbahn, der als Fußgängerzone mit Rad-frei gekennzeichnet ist. Aber es steht arg ungeschickt. Diesmal kippt der Schildermast nicht in den Radstreifen hinein, weshalb der Radler noch durchkommt. Manchmal aber versperrt er auch den Radstreifen. Ich frage mich übrigens, wie man das als Autofahrer eigentlich hinkriegt, aber offenabr gelingt es vielen.

18. Dezember 2020

Der Schwabtunnel wartet noch auf eine gute Lösung

Das große ungelöste Problem ist immer noch der Scwabtunnel. Er wurde innen renoviert und dafür auch im Sommer mal für den Autoverkehr gesperrt. 

Für Fußgänger:innen und Radfahrende ist er nicht schön. Den Fußgänger:innen hat man den Gehweg breiter gemacht, indem man  den Spritzschutz entfernte. Das erhöht nicht unbedingt das Sicherheitsgefühl dem Autoverkehr gegenüber. Und der breitere Gehweg mag Radfahrende einladen, ihn zu benutzen, obgleich es absolut nicht erlaubt ist. Auf der Straße darf nur 40 km/h gefahren werden. Das Überholen ist ist verboten. Radfahrende müssen auf der Fahrbahn durch den Tunnel fahren.

16. Dezember 2020

Die Theo bekommt moderne Radwege

Der Gemeinderat hat Hochbordradwege entlang der Theodor-Heuss-Straße auf den Weg gebracht. 

Sie sind drei Meter breit und verlaufen nicht irgendwo zwischen Häuswand, Gehweg und Parkplätzen, sondern entlang der Fahrbahn. So soll es dann nicht mehr zugehen, wie hier auf dem Foto.

Die fahrbahnbegleitenden Radwege haben den Vorteil, dass das Party-Meilen-Publikum am Abend dem Radweg nicht nahe kommt, nicht auf ihm herumsten kann und keine Glasscherben hinterlässt. Für mich persönlich ist es sehr wichtig, nicht Freitag- oder Samstagabend durch halbbetrunkene Leute radeln zu müssen. Der Nachteil ist, dass es nahe dem Rote-Bühl-Platz je einen Taxistand gibt und die Taxis bei der An- und Abfahrt den Radweg kreuzen. 

14. Dezember 2020

Das Radverkehrsjahr in Stuttgart

Trotz Corona-Einschränkungen hat sich in Sachen Radverkehr in diesem Jahr  einiges auf der Straße getan. 

Das Auffälligste waren vermutlich die Pop-Up-Bike-Lanes auf der Theodor-Heuss-Straße. Sie waren heftig umstritten und wurden Ende Oktober wieder zurückgebaut auf die bisherigen Radstreifen, die aber blau markiert wurden. Und die Parkplätze wurden nicht wieder hergestellt. Weniger beachtet wurden die Radstreifen in der Holzgartenstraße, und die bleiben und werden in Fahrbahn breite reguläre Radstreifen umgewandelt. Für die Pop-Up-Bike-Lanes hat die Stadt unter 67 Bewerbungen die Landesauszeichnung „Wir machen Mobilitätswende!“ in der Kategorie „Corona‐Sonderpreis“ gewonnen.

12. Dezember 2020

Befreit unsere Kinder vom Auto!

Es ist Zeit, die grausame Gefangenschaft unserer Kinder in unserer tödlichen Auto-Kultur zu beenden, heißt es im britischen Independent. 

Der Preis, den sie mit Fettleibigkeit, Asthma, Verlust der Unabhängigkeit, psychischer Krankeit, Lungenschäden und verhinderter Freundschaften bezahlen, sie unzumutbar. 

Der Autoverkehr schafft Opfer, ich glaube, das ist unstrittig. Opfer sind Menschen zu Fuß, auf Fahrrädern und darunter auch viele Kinder. Wir erleben es aber auch hier in Deutschland, dass die Autolobby die Sachlage gerne sprachlich völlig verdreht und sich selbst als Opfer eines Kriegs gegen die Autofahrenden bezeichnett. So als gäbe es viele Autofahrende, die von spielenden Kindern und radfahrenden oder zu Fuß gehenden Menschen getötet oder verletzt würden. 

Den eigentlichen Krieg, so der Artikel, aber führen die Autofahrenden gegen unsere Kinder, gegen die Städte und Gemeinden und gegen den Planeten (also letztlich gegen uns alle). Jede Woche wird in Deutschland ein Kind (unter 15 J.) im Straßenverkehr getötet.

10. Dezember 2020

Schulweg ohne Radführung, aber mit Gefahren

Kinder und Lehrer:innen, die zur Torwiesenschule am Vogelrain radeln wollen, müssen die Böblinger Straße überqueren, und zwar hier an dieser Ampelanlage. 

Blogleser Stephan hat hier schon mehrfach gefährliche Situationen beobachtet. Eine Radführung vom Radweg der HRR1 über Straße und Schienen in die Vogelrainstraße ist nicht vorhanden. Die Ampel zeigt keine Radzeichen auf der Streuscheibe. Eine Litfaßsäule verstellt die freie Sicht auf den Autoverkehr. (Foto von Blogleser Stephan.) Und man sieht keine Ampel, die anzeigt, dass Straßenbahnen kommen.

8. Dezember 2020

Sind Radfurten wie Zebrastreifen?

Wie ist das mit diesen Radfurten parallel zu Zebrastreifen? Haben sie dieselbe Wirkung wie der Zebrastreifen?

Diese Frage, nur etwas komplizierter, stellte mir kürzlich ein Stadtplaner aus Saarbrücken. "Ich überprüfe gerade im Rahmen eines Radverkehrskonzepts die Frage, ob Radfahrer:innen auf Radfurten, die neben Zebrastreifen außerhalb von Knotenpunkten an städtischen Verkehrs- und Sammelstraßen angelegt werden, gegenüber dem Längsverkehr Vorrecht haben oder Wartepflicht." 

Ich habe die Frage so verstanden:

6. Dezember 2020

Die Motorisierten sollten nicht mehr alles beherrschen

Der VCD hat in einem Buch seine Vorstellungen von einer lebenswerten Stadt aufgeschrieben. Die Stadt mit Füßen auf Asphalt und auf Pedalen zurückzugewinnen. 

Die meisten von uns gehen morgens aus dem Haus, und das erste, was sie sehen, nachdem sie von ihnen schon geweckt wurden, sind Autos. Das Auto beherrscht alle unsere Lebensbereiche, akkustisch sowieso, aber auch räumlich und als ständige Gefahr.

4. Dezember 2020

Niederländer testen GPS-Bremsung von S-Pedelecs

In den Niederlanden soll wohl ein System getestet werden, das S-Pedelecs in Zonen verlangsamt, in denen nicht schnell geradelt werden soll. Das berichtet Theverge.

Es soll am Flughafen Schiphol getestet werden. Speed-Pedelecs, die bis 45 km/h Kraftunterstützung bekommen, sollen automatisch abgebremst werden, wenn sie sich dem Flughafen nähern. Dazu müssen sie allerdings mit einem sogenannten intelligenten Geschwindigkeitssystemen ausgestattet sein. Mit diesen Systemen ließe sich noch ganz anderes machen: Kommunikation zwischen Fahrrädern oder für das Anfordern einer grünen Welle. 

Das, was bei Pedelecs technisch möglich ist, ist auch bei Autos möglich.

2. Dezember 2020

Fahrrad, dein Name ist Freiheit

Eine 85-Jährige freut sich, dass sie noch mobil ist, will nicht mehr Fahrrad fahren und feiert darum das Auto. So geschehen in der Stuttgarter Zeitung.

Wenn sie noch Auto fahren kann, ist das ja sehr schön für sie. Dieses Vergnügen will ich ihr nicht abschwätzen. Ihre Überlegungen enthalten allerdings ein paar Irrtümer oder eben unwahre Behaupgungen. Und auf die möchte ich hinweisen. 

Sie schreibt, das Auto sei eine geniale Erfindung, mit der man Kinder sicher transportieren könne und so, dass sie den Abgasen, die durch Autos erzeugt werden, nicht ausgesetztz seien, anders als im Kinderanhänger im Fahrrad. Das ist verkehrt. Sie weiß nicht, dass sich in der Fahrkabine eines Autos viel mehr Luftgifte sammeln als man auf Rädern oder Spazierwegen ausgesetzt ist. Auch wenn Radfahrende und Kinder (im Anhänger) natürlich den Atemgiften ausgesetzt sind, die Autos erzeugen, so sind es weniger als sich im Auto sammeln. Und falls die Kinder selber radeln, sind sie auch besser gewappnet, denn Menschen, die sich viel bewegen, wehren auch Atemgifte besser ab, das gilt auch und gerade für Kinder.