Hast du kein anderes Thema? Es gibt Wichtigeres. Allerdings sind wir alle beinahe jeden Tag dem Straßenverkehr ausgesetzt. Und über das, was wir täglich machen, sollten wir schon nachdenken. Zum Alltag gehört die Art und Weise, wie wir zur Arbeit, zur Ärztin, zur Schule oder zum Sport kommen. Routine ist, wenn Abläufe ohne gedankliche Beteiligung vollzogen werden.
Die meisten von uns verwenden auf die Frage, ob wir ins Auto steigen oder mit Bussen und Bahnen fahren, nur wenig Gedanken. Wer ein Auto hat, fährt Auto. Viele tun es automatisch und voller Verachtung für den Weg, den sie durch die Stadt zurücklegen werden. Auch das Radfahren kann eine alternativlos automatische Entscheidung sein, ist es aber meistens nicht. Radfahrende können sich bei Regen oder Schnee immer noch überlegen, ob sie die Stadtbahn nehmen oder das Auto. Menschen, die längere Strecken zu Fuß gehen, tun das bewusst, weil sie gern zu Fuß gehen. Die andern laufen nur zur Bushaltestelle. Wir haben über viele Jahre Routine erworben in unserer Mobilitätsform. Wir wissen, wie schnell wir fahren oder gehen müssen, um noch bei Grün über die Ampel zu kommen und welche Verkehrsregeln wir verletzen können. Wir finden uns ohne nachzudenken zurecht. Deshalb ist es auch so schwierig, etwas zu verändern. Die meisten Menschen wollen sich nicht in etwas Neues reinfuchsen.
Menschen, die immer Auto fahren, bekommen regelrecht Panik, wenn die Rede von Mobilitätswende ist.