30. Dezember 2022

Wieso verlernt man Radfahren nicht?

Das hat einen neurologischen Grund, wie Spektrum der Wissenschaft darlegt. Bewegungsabläufe speichert das Gehirn woanders ab als Fakten oder Erinnerungen. 

Wer also in der Kindheit Radfahren gelernt hat, kann das noch immer, auch wenn er oder sie sich nicht mehr an Namen erinnert oder nicht mehr weiß, was er oder sie gestern gemacht hat. Erinnerungen an Lebensereignisse werden im Gehirn im sogenannten episodischen Gedächtnis gespeichert, Faktenwissen wird im sogenannten semantischen Gedächtnis gespeichert. Wichtig dafür ist der Hippocampus. Beiden Instanzen ist bewusst, was man weiß, und man kann die Inhalte mitteilen, also von früher erzählen oder die Hauptstadt von Griechenland nennen. 

28. Dezember 2022

Wo gucken Radfahrende eigentlich hin?

Und welche Wahrnehmungsfehler spielen bei Fahrradunfällen eine Rolle? 

Das wollte eine Studie von Human-Factors-Consult-GmbH wissen, die bei bei der BAST (Bundesanstalt für Straßenwesen) online erschienen ist. Ziel war es, die visuelle und akusti­sche Wahrnehmung der Verkehrsumwelt von Rad­fahrenden zu beschreiben, und Wahrnehmungsfehler und deren Ursachen zu identifizieren. Die Meta-Studie wertet dafür bereits  vorliegende Studien zu einzelnen Themenfeldern aus, befragte aber auch zusätzlich Radfahrende zu bestimmten Verkehrssituationen. 

Deutlich wird, dass Radfahrende viel mehr beachten müssen, als Autofahrende, dass sie ihr Gehör ebenfalls intensiv einsetzen und dass sie außerdem den Straßenbelag im Auge haben und ihr Rad physisch ausbalancieren müssen. Dabei kommen Fehler vor. Technisch klingt das dann so: Fehler beim Informationszugang, Fehler bei der Informationsaufnahme, Fehler bei der Bewertung und Planungsfehler.

26. Dezember 2022

Das Fahrrad ist das Fahrzeug der Freiheit

Der geistige Mensch bevorzugt das Fahrrad, behauptet Tilman Baumgärtl in einem Beitrag für Forschung und Lehre, denn Radeln mache kreativ. Für die Frauen war es allerdings ein regelrechter Emanzipator. 

Das Fahrrad habe zu wichtigen wissenschaftlichen Durchbrüchen beigetragen, schreibt Baumgärtl: "Albert Einstein fiel die Relativitätstheorie beim Radfahren ein, und Albert Hofmann erfuhr die Wirkung des von ihm entwickelten LSD ebenfalls beim Radeln. Autoren wie Ernest Hemingway, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Conan Doyle oder Henry Miller waren zum Teil fanatische Radfahrer, die auch die inspirierende Wirkung des Radfahrens für ihre Kunst hervorgehoben haben." 

Ihm sind leider nur Männer eingefallen, denen das Fahrradfahren den Kopf frei gemacht hat für freies Denken und neue Ideen. Für Frauen war und ist vielerorts das Fahrrad allerdings die Freiheit schlechthin. 

24. Dezember 2022

Fröhliche Feiertage euch allen!

Bleibt gesund und gut gelaunt, trotz aller Widrigkeiten unseres autobetonten Straßenverkehrs! 

Immer wenn ich euch bei einer Veranstaltung und Aktion treffe, freue ich mich, dass es so viele in Stuttgart gibt, die unverdrossen radeln und dabei auch an andere denken, politische Forderungen aufstellen, der Stadt Gelbe Karten schreiben, Vorschläge machen und die Politik antreiben, schneller mehr für den Radverkehr zu tun. Dabei denken wir gar nicht so sehr an uns, denn wir radeln ja schon, sondern an all diejenigen, die wir zum Radfahren verführen wollen und die dafür schöne Radwege sehen müssen, damit sie nicht mehr denken, Radfahren sei in Stuttgart zu gefährlich. 

Ich freue mich auch über Kommentare unter meinen Artikeln, die mir oftmals zu neuen Gedanken und Ideen verhelfen, ich danke euch für die E-Mails, die ihr mir schreibt mit Hinweisen auf Mängel und Fotos, die ich verwenden darf. 

Genießt die Feiertage und erholt euch gut. 

22. Dezember 2022

Warum?

Warum endet der Radstreifen? Warum soll ich mich zwischen die Autos an die Ampel stellen? Ich will doch nur nach rechts auf den Radstreifen abbiegen oder geradeaus über die Kreuzung radeln, wo wieder ein Radstreifen anfängt. 

Wieso kann der Radstreifen nicht vor bis zur Ampel gehen und zwar wie es sich gehört mit eigener Fahrradampel? 

Das ist der Rotebühlplatzmit Blick in Richtung Fritz-Elsas-Straße, die einen fahrbahnbreiten Radfahrstreifen hat (wenn er nicht von Baustellen okkupiert wird). Links sieht man den Treffpunkt Rotebühlplatz. Wir kommen von der Eberhard- oder Tübinger Straße her und fahren mit dem Rad auf einem Radstreifen, der zugleich Busstreifen ist. Dieser Streifen endet in einer Sperrfläche, genau dort, wo wir eigentlich auf eigenem Radstreifen hätten weiterfahren und uns an der Ampel neben den Autos aufstellen können. Aber der Radstreifen ist einfach dicht gemacht worden. Warum? 

20. Dezember 2022

Die Bike Kings und Queens auf unseren Straßen

Dass Radfahrende unterschiedlich aussehen und unterschiedliche Räder in unterschiedlichen Tempi und Outfits fahren, sehen wir selber auf unseren Straßen. 

Jetzt habe ich eine Studie gefunden, die fünf Typen nach Radnutzung und Einstellung zum Radfahren klassifiziert. 

Die Studie heißt "I want to ride my bicycle – die Kings und Queens auf Deutschlands Straßen", stammt aus dem Jahr 2018 und wurde von Sebastian Klein und Nele Klauss aufgelegt. Auf dieser Seite kann man sie sich kostenlos bestellen und runterladen. Bislang kannte ich die "Four Types of Cyclists" von Geller aus dem Jahr 2016, die sich auf den US-amerikanischen Raum bezogen und mit denen man auch gut über Radpoltik und -infrastruktur nachdenken kann: 

18. Dezember 2022

Bei Winterwetter rutschen die Radler:innen in Stuttgart

Zuerst: ein Hoch auf die Frostradler:innen! Im Winter fährt ja niemand Rad, höre ich immer. Kunststück: die Radinfrastruktur wird ja auch nicht wirklich konsequent von Eis und Schnee befreit. 

Die letzten Winter hatten wir keine drei Tage Frost mit Schnee und Eis, deshalb konnten wir Radfahrenden die Absicht und die Bemühungen der Stadt, die Radhauptrouten zu räumen, nicht beurteilen. Dieses Jahr schon. Und ich bin ziemlich desillusioniert. Was ich die letzten Tage vorgefunden habe, wirkt ausgesprochen unfreundlich uns Radfahrenden über. Ich zähle hier nur ein paar wenige Beispiele auf (ich konnte nicht an jeder Ecke halten und fotografieren und war auch nicht exzessiv unterwegs), bin mir aber sicher, dass es sehr viele weitere Beispiele gibt von Radlerstrecken, auf denen uns Eisflächen und zu Eis gefrorene Schneehaufen begegnen. 

16. Dezember 2022

Warum die Schweizer bezweifeln, dass wir Veloland werden

Die NZZ hat einen kritischen Artikel über die Fußgänger- und Fahrradpolitik von Berlin veröffentlicht. 

Grundaussage des Artikels ist, dass es zu Ärger und Umsatzeinbußen kommt, wenn man zwar Straßen für Autos sperrt, aber den Radfahrenden keine in der ganzen Stadt durchgängige Radinfrastruktur anbietet. Lieber erst mal in den konsequenten Ausbau von Radstreifen und Radwegen die politische Kraft und das Geld investieren, als die Autos aus einzelnen zentralen Straßen oder Stadtvierteln verbannen. Denn die Leute, die dort nicht mehr mit ihren Autos fahren dürfen, steigen deshalb nicht aufs Fahrrad um, weil ihnen das angesichts der lückenhaften Radinfrastruktur zu gefährlich erscheint. Und in die Nobel-Läden, etwa in der für Autos vorübergehend gesperrten Friedrichstraße, kommen die Nobel-Kund:innen eben nicht mehr, weil sie für ihr Nobel-Auto in der Straße keinen Parkplatz mehr haben: Die wollen nicht U-Bahn oder Fahrrad fahren. Die Friedrichstraße ist inzwischen wieder für Autos offen.  

Den Gedankengang der NZZ kann ich nachvollziehen. Allerdings steckt nach meiner Einschätzung auch ein Denkfehler darin.

14. Dezember 2022

Die ständige Suche nach der Lücke

Nur physische Sperren helfen. Fehlen sie, fahren Menschen mit Autos auf jede Fläche, die mit vier Reifen zu erreichen ist. 

So auch hier an der Schranke beim Dornhaldenfriedhof. Eigentlich muss da niemand rein, außer ab und zu Fahrzeuge von Bautrupps oder für Waldarbeit, und die haben den üblichen Veirkantschlüssel, mit dem man so eine Schranke aufmacht. Ich vermute, einige waren dazu zu faul. Jetzt hat man die Steine vom Wiesenrand gegenüber auf die Seite der Schranke geschafft. Eine Spur in der Wiese ist noch sichtbar. Aber sollte eigentlich keine mehr dazu kommen. 

Übrigens lassen sich auch Fußgänger:innen oder Radfahrende nicht von Schildern und Sperren aufhalten.

12. Dezember 2022

Die Hälfte der Straße für Fahrräder

Das ist die Idee der ETH in Zürich, die sie jetzt intensiv erforschen wird. Von Autoabhängigen verlangt sie eine gigantische Vorstellungskraft ab, von uns Radfahrenden weniger. 

Ganz konsequent sollen Autos in der Stadt nur noch auf der Hälfte einer Fahrbahn - und das überall - fahren. Gibt es nur zwei Fahrbahnen, dann können sie nur noch in eine Richtung fahren. Auf der anderen Fahrspur sind Menschen auf Fahrrädern in beiden Richtungen unterwegs. Fahrräder würden zum Hauptverkehrsmittel in Zürich, Bern oder Basel ... oder in Stuttgart. 

Wow! Das wär's! Übrigens findet das unter anderem in Stuttgart jeden ersten Freitag im Montag bei der Critical Mass auf ausgewählten Routen bereits statt, dann nehmen Radfahrende für kurze Zeit die Hälfte des für Autos reservierten Straßenverkehrsraums ein. Deshalb habe ich ein Foto von einer CM ausgewählt. 

Sieben Abteilungen erforschen in den nächsten drei Jahren, was die Folgen dieser Idee wären und wie eine E-Bike-City am Beispiel Zürich funktionieren könnte. Es ist ein Planspiel, in das die renommierteste Schweizer Hochschule viel Geld und Personal investiert. Das E-Bike-City-Konzept fußt auf sechs Prinzipien: 

10. Dezember 2022

Ein Radfahrstreifen wird zum großen Erfolg

Aus der Angststrecke ist eine Routine-Radroute geworden. Der Radstreifen auf der Böblinger Straße ist ein richtiger Erfolg. Die Strecke ist damit gefühlt sogar kürzer geworden. 

Denn Radfahrende empfinden Strecken mit viel Autoverkehr und stressigen Situationen als bis zu sieben Mal länger als sie tatsächlich sind, nicht aber, wenn sie auf Radwegen oder in sicherer Umgebung radeln. Der ADFC belegt in seinem Bericht, dass knappes Überholen durch Autofahrende nicht mehr die Regel, sondern die Ausnahme ist, und die Radfahrenden in den Kommentaren bestätigen, dass man die Strecke jetzt endlich gerne radelt. Ein Fahrradpendler, der die Strecke regelmäßig fuhr und fährt und mit OpenBikeSensor unterwegs ist, konnte belegen, dass  sich der Überholabstand jetzt bei 2,40 Meter eingependelt hat, während er vorher im Durchschnitt mit 70 cm Abstand überholt wurde, wohlgemerkt auf einer Strecke, in der für Autofahrende das Überholen verboten war, schließlich sogar per Verkehrszeichen angeordnet, weil der Platz eben nicht reichte. Der Radverkehr wird sich, auch infolge der neuen Bequeemlichkeit und Sicherheit für Radfahrende, zwischen Vaihingen und Heslach weiter steigern, nachdem er bislang stetig zugenommen hat. 

8. Dezember 2022

Faktencheck: Ist Radfahren klimaschädlicher als Autofahren?

Im November geisterte ein Artikel durch die Medien, der bei Autoabhängigen Häme auslöste: Ätsch-bätsch, Radfahren ist klimaschädlicher als Autofahren. 

Er wird auch immer mal wieder mit großem Siehste-Gestus in die Kommentare unter meine Posts gesetzt. Deshalb zerlege ich ihn jetzt hier.  

Die Lüge: Die Schweizer Handelszeitung ließ Reiner Eichberger unter dem Titel "Klima: Manch ein Auto schneidet besser ab als das Velo oder der ÖV" seine Behauptungen aufstellen, dass Radfahrende mehr essen müssen und damit fürs Klima schlimmer seien als vier Menschen, die zusammen in einem 5-Liter-Auto fahren. Dass der Vergleich bei Autos mit mehr Verbrauch und nur einem Insassen nicht funktioniert, kann man bereits erschließen und steckt auch in der Titelformulierung. Guckt man genauer hin, erweist sich die Konstruktion als gänzlich irreal, bleibt aber als Wahrheit bei denen hängen, die nur ungenau lesen und gerne den Radfahrenden eins reinwürgen.  

Nähern wir uns der Wahrheit:

6. Dezember 2022

Reden wir über Regen beim Radeln

Der Regen ist die größte Angst derer, die vom Auto aufs Fahrrad umsteigen wollen. Radeln sie dann ein paar Monate, merken sie: So schlimm ist er gar nicht. Außerdem regnet es gar nicht so oft. 

Regen ist sogar etwas Besonderes in Stuttgart. Es radeln weniger als sonst, die Luft riecht gut und ist sauerstoffgesättigt, das Radeln fällt uns leicht, und die Sinne erleben mehr: Tropfen, Rauschen, spiegelnde Fahrflächen, das Gefühl, selbst ein Held oder eine Heldin zu sein. In Stuttgart regnet es an durchschnittlich 14 Tagen im Monat. Diese Zahl führt aber in die Irre, denn tatsächlich werde ich auf dem Fahrrad viel seltener nass, weil es in der Nacht geregnet hat und weil es fast nie den ganzen Tag über regnet. Und die Niederschlagsmenge ist gering (ca. 600 ml 2019) Die Kesselränder halten den meisten Regen ab.   

Wenn wir Radfahren, lernen wir endlich wieder das Wetter gut kennen.

4. Dezember 2022

Kein Weihnachtsfrieden am Radweg Holzstraße

Die Autoverkehrsorganisation am Weihnachtsmarkt bringt es mit sich, dass jetzt alle mit ihren Autos von der Markthalle über die Dorotheenstraße rausfahren und dabei den Radweg Holzstraße kreuzen. 

An dieser Ausfahrt gab es schon immer notorisch kritische Situationen, weil Autofahrende von den Radfahrenden stets verblüfft werden. Sie sehen sie selten rechtzeitig. Sie war auch mal ein paar Tage auf dem Sprung zur autofreien Straße ohne Parkplätze, doch die Möblierung für den Aufenthalt von Menschen wurde beiseite geräumt und das Parken wieder gestattet. So stellt sich die Stadspitze wohl den weihnächtlichen Verkehrsfrieden vor: Hauptsache Autofahrende kriegen Platz ohne Ende. Aller andern dürfen sehen, wo sie bleiben. 

Die Zahl der Autos, die sich jetzt die Dorotheenstaße rausschieben und auf dem Radweg stehen bleiben oder gefährlich schnell drüber fahren, hat sich gefühlt verzehnfacht. Ich habe am Freitag gegen 17 Uhr eine Viertelstunde dort gestanden und gefilmt, was so passiert. Am Schluss gibt es das Video am Stück zu sehen, aus dem ich hier ein paar Standfotos rausgreife, um die einzelnen Situationen zu erklären. 

2. Dezember 2022

Geschenke für Menschen mit Fahrrädern

Weihnachten ist nicht mehr weit, Geburtstage verteilen sich aufs ganze Jahr, und zuweilen sucht man ein Geschenk für Radfahrer:innen. 

Ich habe wieder mal das zusammengestellt, was man haben wollen könnte, aber nicht unbedingt haben muss, und was man Radfahrenden schenken könnte, die schon alles haben. Ich habe im Internet nach Gadgets, Innovationen und einzelnen Produkten gesucht und von Powerbank über den Hamster im Rad oder den Airbagruckack bis zum Seitenwagen für Räder alles Mögliche verlinkt. Das Ganze ist nur eine Ideensammlung für das Kuriose und Seminützliche, was es für Fahrräder so gibt. Wer sich tatsächlich für eines der Zubehörteile interessiert, dem empfehle ich, selber ein bisschen zu googeln, was es in diesem Bereich noch so gibt. 

30. November 2022

Wir sind blind geworden für Autos

Warum sehen alle die Fehler von Radfahrenden aber nicht die, die Autofahrende machen, obgleich beispielsweise die Falschparkerei so offensichtlich ist? Manchmal kommt es mir so vor, als wären viele von uns blind geworden für Autos. 

Oder, um präzisier zu fragen: Warum sehen Fußgänger:innen keine Autos und Autofahrende keine Fußgänger:innen, aber alle die Radfahrenden? 

Menschen zu Fuß werden sorgfältig von Autos separiert und über Gehwege geführt. Die Leute, die dort gehen, sieht ein Autofahrer auch deshalb nicht, weil sich zwischen Autofahrbahn und Gehweg oft eine Wand von geparkten Autos erhebt. Autofahrende sehen Fußgänger:innen aber auch deshalb nicht, weil sie nicht auf sie achten müssen. Sie erwarten, dass Menschen zu Fuß auf Autos achten. Für manche Autofahrende ist das so selbstverständlich, dass sie nicht einmal Menschen auf Zebrastreifen sehen, schon gar keine Kinder. Autofahrer:innen muss nicht interessieren, was Menschen zu Fuß machen, weil sie es außerhalb ihres Blickfelds tun. Einzige Berührungsstelle ist der Fußgängerüberweg. Meistens hat er inzwischen eine Ampel, denn da muss der Autofahrer nur auf die Ampel achten (wobei auch das immer wieder nicht passiert und Menschen angefahren werden). Wenn sie rot wird, muss er halten, wenn sie grün wird, kann er wieder  fahren. Was in der Zwischenzeit passiert (gehende Menschen), muss er nicht sehen. Autofahrende achten auf andere Autos und auf Ampeln, nicht auf Menschen. Und wird aus einer Autofahrerin mal eine Fußgängerin, dann achtet sie sehr darauf, Autos nicht in die Quere zu kommen, stört sich aber nicht am auf dem Gehweg geparkten Auto (denn sie hat selbst ihres hinter so einem Falschparker abgestellt (gilt auch für Autofahrer)). 

Autofahrende interessieren sich nicht für Menschen im Straßenverkehr, also auch nicht für solche auf Fahrrädern.

28. November 2022

Gut gemeint - Radwegüberfahrt in Untertürkheim

Die große Gefahr für Radfahrende auf Radwegen sind Abbiegesituationen für Autofahrende, die sie mit Tempo nehmen können, also flache Kurvenradien oder wie hier, die Möglichkeit geradeaus zu schießen, wo die Vorrangstraße eine Kurve macht. 

Die Stadt hat deshalb in Untertürkheim beim Benzplatz den Radweg, der unter der Bahnbrücke hervorkommt in der Einmündung der Arlbergstraße erhöht, also mit kleinen Bordsteinen versehen, so wie man auch Gehwegüberfahrten macht. Wie das Foto von Blogleser Alex zeigt, ist der Bordstein aber gerade dort, wo Autofahrende nach rechts einbiegen, fast im Asphalt versenkt, jedenfalls nicht sonderlich gut als Hindernis erkennbar.  

Blogleser Alex schreibt mir dazu:

26. November 2022

Wieso? Ich halte doch bei Rot und fahre mit Licht!

Ups! Diesen Bus habe ich kürzlich in Stuttgart gesehen. Auf dem Heck stehen zwei Befehle an Radfahrende: "Bei Rot gilt Stopp!" und "Licht an!" 

"Ja, genau", sagen die Autofahrenden, die hinter dem Bus warten müssen: "Radler fahren ja immer bei Rot und nachts ohne Licht." Stimmt, einige radeln weiter, wenn eine Ampel Rot zeigt (so wie manche Fußgänger bei Rot über den Fußgängerfurt gehen, und viele Autofahrende weiterfahren, wenn ihre Ampel bereits auf Rot gesprungen ist). Und bei Dunkelheit sehe ich auf meinen Radfahrten mindestens zweie, die ohne Licht am Rad unterwegs sind. Allerdings sind Regelverstöße im Straßenverkehr bei allen Verkehrsarten weit verbreitet. Die von Autofahrenden sind teils lebensgefährlich für andere, die von Fußgänger:innen und Radfahrenden nicht. 

Zugegeben, die Darstellungen erzeugen ein Schmunzeln.

24. November 2022

Warum nicht gleich ordentlich gemacht?

Eine Radler- und Fußgänger-Abkürzung ist nett. Aber wenn man sie so anlegt, wird sie immer breiter. Warum hat man sie nicht gleich mit einem wasserdurchlässigen Asphalt oder mit Pflaster gebaut?  

Der Schlossgarten gehört dem Land. Das hat vor Jahren angeboten, an dieser Stelle, wo wir das Flora&Fauna sehen, wenn wir durch den Schlossgarten geradelt sind, eine direkte Verbindung anzulegen. Die Stadt fand das toll. Allerdings wurde sie dann nur als Kiesweg gegründet. Glücklich war die Stadt damit nicht. Noch heute glauben viele, es sei eine von Fußgänger:innen und Radler:innen wild angelegte Strecke, auf der sie nicht radeln, um die Situation nicht zu verschlimmern. 

Aber so war es gedacht. Und man sieht jetzt: Es war nicht durchdacht.

22. November 2022

Schulwege sichern - die vordringlichste Aufgabe im Verkehr

Grundschulwege sind nicht sicher. Das stellt die Kidical Mass Stuttgart fest, die einen ausführlichen Schulwege-Check gemacht und auf Twitter veröffentlicht hat.  
Hauptsächlicher Grund für die Gefahren auf den Schulwegen, die Stuttgart für ihre Grundschüler:innen empfiehlt, sind falsch geparkte Autos in Kreuzungen und schlecht gesicherte Baustellen auf den Gehwegen. Eine zehnköpfige Gruppe der Kidical Mass hat zehn Grundschulen und die Wege zu ihnen betrachtet und nach eigenen Angaben kurz vor Schulbeginn 74 schwerwiegende Parkverstöße und Gefahrenstellen identifiziert. 

Mit freundlicher Genehmigung des KM-Teams zeige ich hier einige Bild-Beispiele. Das erste Foto zeigt die Kreuzung Dobelstraße und Sonnenbergstraße auf dem Schulweg zur Jakobschule.

20. November 2022

In der Stadt ist mit mit dem Rad am schnellsten, mit Bus und Bahn am langsamsten

Das Berliner Mobility Institute hat untersucht, ob sich in deutschen Städten die Reisezeiten mit dem Auto und dem Öffentlichen Personennahverkehr unterscheiden. 

Das tun sie, wobei Stuttgart mit München zusammen am besten abschneidet.  Im Durchschnitt braucht man mit Bus und Bahn doppelt so lang wie mit dem Auto. Wenn der Index 1 (die Strecke mit dem Auto) beträgt, brauchen wir in Stuttgart und München 1,94 mal so lang. Berlin liegt knapp dahinter, schlecht wird es in Frankfurt (2,01) oder Leipzig (2,08) und ganz grauslig ist es in Hamburg mit 2,24. Der ÖPNV ist überall dort recht schnell, wo es U-Bahnen und Bahntrassen gibt, die von den Autofahrbahnen getrennt sind. Am meisten Zeit verbringen die Leute aber mit Warten, vor allem dann, wenn sie auch noch umsteigen müssen. Außerdem müssen manche ganz schön weit laufen, um zur Haltestelle zu kommen. Die Fahrten selbst brauchen dann nicht mehr so viel Zeit. Am schnellsten aber ist man mit dem Fahrrad. 

18. November 2022

Die Geister, die unsere Radinfrastruktur rief

Falschradler auf der Böblinger Str
Radwege bergen Gefahren, vor allem Zweirichtungsradwege. Diejenigen, die in ihrer Fahrtrichtung auf der linken Seite radeln, werden doppelt so oft von Autofahrenden an Nebenstraßeneinmündungen angefahren. 

Die Gefahr verdoppelt sich noch mal für Radfahrende, die einen Einrichtungsradweg in falscher Richtung linksseitig befahren. Und das tun doch immerhinnoch  halb so viele, wie legal linksseitig auf einem Zweirichtungsradweg radeln. Laut dieser Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen von 2015 sind doch sehr viele Radfahrende (20 Prozent) auf der falschen Straßenseite unterwegs. Die BASt-Studie behauptet, das Linksradeln gehöre auch zu den Hauptursachen der Zusammenstöße, die durch den Radverkehr selbst verursacht wurden, 10 Prozent der Zusammenstöße zwischen Fahrrädern gingen darauf zurück. Auch laut ADFC sind Falsch-Radler:innen relativ häufig an Zusammenstößen zwischen Radfahrenden beteiligt. Polizeiradstaffeln verwenden in allen Städten, wo es sie gibt, deshalb auch recht viel Zeit darauf, Radfahrende zu stellen, die auf der falschen Seite auf einem Radweg unterwegs sind. Dass das so viele sind, liegt vor allem an der unpassenden Radinfrastruktur.

16. November 2022

Ästhetik des Radparkens

Radabstellanlagen haben durchaus architektonisches und stadtgestalterisches Potenzial. 

Langfristig brauchen wir überall Fahrradparkhäuser wie es beispielsweise in Leipzig eines an der Uni gibt. Aber viele von uns würden sich schon über nette Radabstellanlagen an den Bahnhöfen und in vor allem in Wohngebieten freuen.  

In Böblingen gibt es am Bahnhof diesen eleganten Radabstellplatz. Platzsparend in eine Stützmauer integriert und mit Dach.  Das Foto machte Blogleser Matthias. Selbst an einem Sonntagabend, schreibt er, war die Anlage gut belegt. 

14. November 2022

Neuer Ort für Hyggelig Bikes

Hyggelig Bikes ist umgezogen und hat einen neuen großen Laden an der Böblinger Straße nahe dem Marienplatz eröffnet. 

Die Räumlichkeiten an der Ecke Heusteigstraße und Kolbstraße waren doch sehr beengt. Jetzt gibt es Platz für die Ausstellung der Lastenräder, die man hier besichtigen, probefahren und kaufen kann, und es gibt Platz für eine Werkstatt. 

Steile Treppen gab es im alten Laden, drei Stufen gibt es auch hier, denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Und außerdem haben kurioserweise viele Radläden in Stuttgart Treppen im Eingangsbereich, das muss also sein. 

12. November 2022

Du mit deinem Radfahren!

Hast du kein anderes Thema? Es gibt Wichtigeres. Allerdings sind wir alle beinahe jeden Tag dem Straßenverkehr ausgesetzt. Und über das, was wir täglich machen, sollten wir schon nachdenken. 

Zum Alltag gehört die Art und Weise, wie wir zur Arbeit, zur Ärztin, zur Schule oder zum Sport kommen. Routine ist, wenn Abläufe ohne gedankliche Beteiligung vollzogen werden. 

Die meisten von uns verwenden auf die Frage, ob wir ins Auto steigen oder mit Bussen und Bahnen fahren, nur wenig Gedanken. Wer ein Auto hat, fährt Auto. Viele tun es automatisch und voller Verachtung für den Weg, den sie durch die Stadt zurücklegen werden. Auch das Radfahren kann eine alternativlos automatische Entscheidung sein, ist es aber meistens nicht. Radfahrende können sich bei Regen oder Schnee immer noch überlegen, ob sie die Stadtbahn nehmen oder das Auto. Menschen, die längere Strecken zu Fuß gehen, tun das bewusst, weil sie gern zu Fuß gehen. Die andern laufen nur zur Bushaltestelle. Wir haben über viele Jahre Routine erworben in unserer Mobilitätsform. Wir wissen, wie schnell wir fahren oder gehen müssen, um noch bei Grün über die Ampel zu kommen und welche Verkehrsregeln wir verletzen können. Wir finden uns ohne nachzudenken zurecht. Deshalb ist es auch so schwierig, etwas zu verändern. Die meisten Menschen wollen sich nicht in etwas Neues reinfuchsen. 

Menschen, die immer Auto fahren, bekommen regelrecht Panik, wenn die Rede von Mobilitätswende ist.

10. November 2022

Darum halten sich Radfahrende nicht an die Regeln

Wenn es an einer Kreuzung mit einer Hauptverkehrsstraße keine Radinfrastruktur gibt, radeln die meisten auf Gehwegen. 

So ist das jedenfalls an der Kreuzung Rotebühlstraße/Sehnefelderstraße. Vom Westen aus der Sehenfelderstraße kommt kaum jemand auf dem Fahrrad an die Kreuzung mit der Rotebühlstraße. Da gibt es offensichtlich andere Radrouten, die besser taugen. Es fahren aber relativ viele Radler:innen Richtung Westen in sie hinein. Und mehr als von mir erwartet, radeln die Rotebühlstaße hoch und runter. Einige stoisch auf der Fahrbahn, viel mehr aber noch auf den Gehwegen. 

8. November 2022

Polizei auf Fahrrädern könnte den Stadtverkehr sicherer machen

Schon 2017 hat die Unfallforschung erkannt, dass die Fahrradstaffel der Polizei (in dem Fall in Berlin) eine positive Wirkung auf die Sicherheit hat. 

Einem Bericht des Tagesspiegel zufolge mag man die Polizisten auf den Fahrrädern. Und ich vermute nicht obwohl, sondern weil der Kontrolldruck steigt. In den drei untersuchten Jahren schrieben die zwanzig Fahrradpolizisten knapp 54.000 Anzeigen, und 70 Prozent (!) trafen Autofahrende, meistens Falschparker:innen. Nur 26 Prozent der Anzeigen richteten sich gegen Radfahrende, oft weil sie bei Rot über eine Ampel geradelt waren. Außerdem, so die Unfallforscher, sei die Zahl der schweren Radkollisionen (vermutlich mit Autos) im Wirkungsbereich der Staffel zurückgegangen, nicht allerdings die Gesamtzahl der Kollisionen. Die Unfallforschung empfahl damals eine Erweiterung der Fahrradstaffel der Polizei und eine Ausweitung auf alle Berliner Bezirke, was nicht geschah. Eine gewisse Dichte der Polizist:innen auf Fahrrädern muss nämlich sein, damit sie von denen, die unterwegs sind, auch regelmäßig gesehen werden. 

In den drei Jahren passierte außerdem etwas Wunderbares: Anfangs lagen die von den Polizisten registrierten Vergehen von Autofahrenden und Radfahrenden bei rund fünfzig zu fünfzig, am Ende der drei Jahre hatte sie das Verhältnis extrem verschoben auf 76 Prozent Fehlverhalten von Autofahrenden zu 24 Prozent Radler:innen. Und das dürfte ausschließlich daran liegen, dass die Polizist:innen auf ihren Fahrrädern zunehmend nicht mehr bereit waren, das Radwegparkern und überhaupt Falschparken zu tolerieren. 

Wir haben in Stuttgart seit einigen Jahren eine sehr aktive vermutlich rund zwanzigköpfige Fahrradstaffel. Mit genauen Daten ist das Landespolizeipräsidium sparsam. 

6. November 2022

Falschparker dürfen für eine Anzeige fotografiert werden

Man reibt sich die Augen: Da fotografieren zwei Männer Falschparker und schicken die Fotos an die Polizei. Daraufhin bekommen sie Post vom Landratsamt und sollen ein Verwarnungsgeld bezahlen, weil sie angeblich gegen den Datenschutz verstoßen haben. 

Dagegen klagten sie und bekamen vor dem Verwaltungsgericht Ansbach Recht. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, es kann Berufung beantragt werden. 

Man muss sich aber schon wundern, welche Verrenkungen die - in diesem Fall bayrischen - Behörden machen, um Autofahrende davor zu schützen, dass ihre häufige Falschparkerei auf Gehwegen und Radwegen geahndet werden kann, wenn die Polizei sich nicht drum kümmert. Vor Gericht ging es im Kern um die Frage, ob es im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung ein berechtigtes Interesse gibt, Fotos von Falschparkern zu verarbeiten oder nicht. Und ob es dafür eine persönliche Betroffenheit brauche oder ob es im Interesse der Allgemeinheit liege, wenn Falschparker angezeigt werden. 

4. November 2022

Wirre oder irre - Verkehrsschilder für Radfahrende

Es ist vieles überhaupt nicht eindeutig für uns Radfahrende. Wir müssen oft länger darüber nachdenken, ob wir da jetzt radeln dürfen oder nicht. 

Mein erstes Beispiel ist die Ampel über die Schreiberstraße an der Matthäuskirche auf der Hauptradroute 1 in Heslach. Wir sehen, wenn wir stadteinwärts radeln, dieses Schild, das den Gehweg als gemeinsamen Geh- und Radweg ausweist. Aber gilt das eigentlich auch, wenn ich hier nach links abbiege und dabei auf dem Gehweg bliebe (nächstes Foto). Hinter der Hausecke links auf dem Foto sind Fahrradständer. Viele radeln hier aber auch vor zur Böblinger Straße. 

2. November 2022

Neue Leuze-Umleitung mit Tücken

Im Frühjahr 2022 hätte der Leuze-Tunnel-Umweg verschwinden sollen, im Oktober war es dann soweit. Die endgültige Streckenführung ist auch dies noch nicht. Aber wir können immerhin jetzt bei den Mineralwasserbrunnen Richtung Leuze und König-Karls-Brücke abbiegen.

Ideal ist auch das noch nicht, denn sollten Fußgänger:innen oder Radfahrende auf die nicht empfehlenswerte Idee kommen, sich an dem Brunnen zu laben, oder auch nur zu probieren, ob die Wasser geben, dann wird es sehr eng. Radfahrende schrabben direkt an den Brunnen vorbei. Platz für Leute gibt es da nicht mehr. Ein bisschen Chaos wird hier immer herrschen, fürchte ich. 

30. Oktober 2022

Ein ganz normaler Beinahecrash mit Radbeteiligung

Manchmal sehe ich schon, was gleich passieren wird und zücke die Kamera. Eine Radlerin kommt die Gutenbergstraße Richtung Johannesstraße entlang, ein Auto fährt knapp hinter ihr, und ein Radler fährt auf beide zu. 

Der wird jetzt sicher gleich überholen, denke ich, und das wird knapp, denn der Autofahrer wird das Überholmanöver nicht abbrechen, nur weil ein Fahrrad entgegenkommt. Tat er auch nicht. Er zog hastig nach rechts und kam der Radlerin sehr nahe, die bremste. Der entgegenkommende Radfahrer musste auch bremsen. 

Eine alltägliche Situation für uns im Autostraßenverkehr. Manche Autofahrende können keine 30 Sekunden hinter einem Radfahrer bleiben, sie riskieren die Gesundheit und Leben anderer, um vorbeizukommen, und zwar sofort, am besten ungebremst. Und noch etwas Bemerkenswertes gab es dabei. 

28. Oktober 2022

Ja, was ist denn das jetzt wieder?

Nein, dies ist kein innovativer Kreisverkehr, der uns Radler:innen auf einem Radststreifen durch den Mittelkreis schickt. 

Dieser Kreisverkehr ist in Fellbach an der Kreuzung Kappelbergstraße/Gartenstraße neu hergestellt worden. Die rote Markierung bedeutet irgendwas. Wir sehen eine durchgezogene Linie, die man nicht überfahren darf, die Fläche ist aber nicht schraffiert. Vermutlich soll das Ganze signalisieren, dass Autofahrer ihre Autos nicht durch die Mitte schießen lassen, sondern außen herum lenken sollen. Was aber viele auch doch nicht sonderlich kümmert. Ein langer Lkw soll hier offensichtlich aber auch herumkommen, sein Hänger überfährt dann den Innenring. 

Wer hier aber mit dem Rad ankommt, könnte ins Grübeln geraten.

26. Oktober 2022

Radlerfalle mit Ausweg

Wer über die Heilbronner Straße hinweg zum Bahnhof oder vom Bahnhof Richtung Westen will, radelt Jägerstraße. 

Sie führt parallel zur Kriegsbwergstraße, auf der man nicht radeln will und auf der man vor allem nicht über die Kreuzung am Hauptbahnhof kommt, weil die für Radfahrende verboten ist. 

Wenn wir uns der Heilbronner Straße nähern, dann radeln wir an einer Reihe in Gegenrichtung geparkter Autos entlang und stoßen auf dieses ein wenig an eine Falle erinnerndes Arrangement. Rechts auf dem Gehweg hängt ein Schild mit einer Zeichnung, die uns sagt: Irgendwie nach rechts, weil Geradeaus verboten. 

24. Oktober 2022

Das Schilder-Rätsel von Sonnenberg

In Sonnenberg gibt es eine verlotterte Radverkehrsanlage. Hier radelt doch niemand, dachte ich. Aber dann kam mir auf dem Gehweg ein Radler entgegen. Diese Radspur hat er nicht benutzt. 

Schön ist, dass Radfahrende der Laustraße über einen Freiabbieger folgen können, der für Autos gesperrt ist. Sie müssen nicht an der Ampel warten. Doch wenn man sich die ganze Sache genauer anschaut, tauchen einige Fragen auf. 

Aber der Reihe nach: Radfahrenden, die die Waldfriedhofstecke hochgeächzt sind oder die Heinestraße entlang aus Degerloch kommen und in Sonnenberg auf der Laustraße Richtung Rembrandstraße (Kremlerstraße, Hallenbad etc.) weiter wollen, müssen hier lang (siehe Karte unten). 

22. Oktober 2022

Sprechen wir über die wahren Gewaltverhältnisse im Straßenverkehr

Taxi steht auf dem Radweg, Taxifahrer droht Radler
Noch mal Sprache: Wir brauchen eine andere, um die Verhältnisse im Straßenverkehr so zu beschreiben, dass die Mobilitätswende in Gang kommt und gelingt. 

Es geht um unsere Worte "Unfall", "autofrei" und "Parkplatz". Wie ich schon mal ausführte, ist das Wort "Unfall" irreführend. Dennoch habe ich es nach meinem eigenen Artikel 2018 darüber selber immer wieder gebraucht. 

2021 hat Dirk von Schneidemesser in einem Vortrag und Artikel für das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) erneut und weitreichender über unsere Sprache nachgedacht. Er wiederum knüpft an eine NDR-Sendung über die Formulierungen der Polizei an. In den USA und in Großbritannien wird an Leitlinien für die Berichterstattung über Verekehrskollisionen gearbeitet. Sie empfehlen statt "accident" das Wort "crash" zu verwenden. Unser "Unfall" bedeutet eigentlich Missgeschick, Unglück, und "accident" ist ein Ereignis, das zufällig geschieht. Beide Worte machen aus einem "Autofahrer fuhr kleines Kind tot" (Kind bei Unfall getötet) oder "Lkw-Fahrer tötete Radlerin beim Abbiegen" (Tödlicher Unfall einer Radfahrerin) ein Ereignis, an dem kein Autofahrer oder Lkw-Fahrer beteiligt war, schon gar nicht schuldhaft. Aber auch für den "Unfall"-Fahrer, also den Verursacher bedeutet das Wort Entlastung, denn es klingt so, als sei der Tötungsakt über den Fahrer oder die Fahrerin des Autos ohne sein/ ihr Zutun hereingebrochen, er/sie war eigentlich gar nicht beteiligt. Folgerichtig ist für die Medien und die Leser:innen ganz leicht, die Schuld oder Teilschuld sofort beim Opfer zu suchen (zu schnell, nicht aufgepasst, trug keinen Helm). Und das Mitleid mit dem Autofahrer ist groß. 

20. Oktober 2022

Pop-up-Bike-Lane-Upgrading

Andere Städte würden daraus eine Pressemitteilung machen: Erster Pop-up-Radweg aus der Corona-Zeit wird verstetigt. 

In der Holzgartenstraße wird das Provisorium ummarkiert zu dauerhaften Radfahrstreifen. Ein schönes Beispiel, wie ein doch damals recht spontaner Verkehrsversuch gelingt und zu einer festen Einrichtung wird. Und ein Beweis, dass Stuttgart das auch kann: Was probieren und zufrieden sein. 

Vom Hospitalviertel Richtung Hegelplatz bleibt die eine von beiden Fahrspuren ein breiter und durchgängiger Radfahrstreifen. Aus den gelben Markierungen sind weiße geworden und die Trennlinie zum Autoverkehr hat einen türkisfarbenen Parallelstreifen bekommen. Türkis ist in Stuttgart die Farbe der Radinfrastruktur. 

18. Oktober 2022

Notorisch kritische Situationen

Es ist nie gut, wenn ein Radweg gekreuzt wird von Tiefgarageneinfahrten oder Straßen für Autos. Der Radweg Holzstraße funktioniert an der Dorotheenstraße nicht gut. 

Obgleich der Radweg eigentlich seit Jahren etabliert ist, fahren erstaunlich viele Autofahrende ziemlich ungebremst drüber, wenn sie aus der Dorotheenstraße nach rechts in die Holzstraße einbiegen wollen. Oder sie stehen quer auf dem Radweg, weil sie den Autoverkehr abwarten müssen. Dass sie damit den Radverkehr, der hier Vorrang hat, ausbremsen und sogar gefährden, merken sie oft nicht einmal. Die Nachtfotos entstanden innerhalb von fünf Minuten gegen 19:25 Uhr am Mittwoch, den 12. Oktober. 

Leider geben dabei auch die Taxifahrer und Busfahrer gar kein gutes Bild ab.

16. Oktober 2022

Erster Wagen der neuen Zacke fährt

Der erste von drei neuen Wagen der Zacke ist Anfang Oktober auf die Strecke zwischen Marienplatz und Degerloch gegangen. 

Einweihung war am 8. Oktober auf dem Marienplatz. Die weiteren drei neuen Triebwagen der Zahnradbahn gehen im März auf die Schiene. Derzeit fährt also nur dieser und teilt sich die Strecke mit einer alten Bahn. Der neue Wagen ist daran erkennbar, dass die Frontscheibe nicht senkrecht ist, sondern nach oben zurückweicht. 

Vorteil für uns Radfahrende ist, dass der Fahrradwagen wirklich groß ist, doppelt so groß wie der alte. Er kann 21 Fahrräder nach Degerloch hoch schaffen. Nicht nur abends von heimkehrenden Pendler:innen wird die Fahrradmitnahme für die Strecke Alte Weinsteige gerne genutzt, sondern auch von Mountainbikern, die in Degerloch den Trail runter gefahren sind und wieder rauf wollen. Auch am Wochenende schieben viele Radausflügler:innen ihre Räder auf den Fahrradwagen, um auf den Fildern herumzuradeln. 

14. Oktober 2022

Eine zufällige Beobachtung

Manchmal stehe ich an einer roten Radlerampel und schaue zu, was die Autofahrenden so machen. Da ich lange stehen muss, habe ich viel Zeit. Ich kann das Handy in die Hand nehmen und fotografieren. 

Ich habe es längst wieder weggesteckt, wenn ich endlich Grün bekomme. Als ich an der Ampel Kolbstraße wartete, sah diesen Autofahrer in dem blauen Auto. Er kommt vom Österreichischen Platz her und muss eigentlich auf der Hauptstätter Straße Richtung Marienplatz und Heslacher Tunnel weiterfahren. Linksabbiegen ist verboten. Er will aber nach links in die Kolbstraße einbiegen und muss den gesamten Gegenverkehr abwarten. Dabei telefoniert er bei offenem Fenster und spricht laut ins Smartphone (schwer verboten!), das er vor sich in der Hand hält. Er hat auf der linken Spur angehalten (schwer verboten!). Alle anderen Autofahrer müssen nach rechts wechseln, um an ihm vorbeizufahren. Ein Lkw-Fahrer tut das nicht, sondern fährt links vorbei, auf der linken Spur des Gegenverkehrs, der ebenfalls die ganze Zeit Grün hat (Collage unten, Bild rechts oben). Während er weiterhin ins Handy spricht, ergibt sich eine Lücke und der Autofahrer biegt ab. Wäre in diesem Moment ein Kind bei Grün über die Fußgängerfurt vor mir gegangen, hätte er es erwischt, denn mehr als zwei Entscheidungen gleichzeitig kann das Gehirn nicht treffen (und eine davon ist telefonieren), allemal nicht schnell genug, um einen Unfall zu verhindern. 

12. Oktober 2022

Das Problem mit dem Herdweg - Teil 2

Der Herdweg ist in Stuttgart vor allem als sehr steile Straße bekannt, die zum Kräherwald hoch führt. Runter radeln darf man ihn durchgehend, hoch nicht. 

Er ist nämlich Einbahnstraße bergab. Viele Radfahrende würden gern hinter der Bahnbrücke (Bild 2) den kürzesten, wenn auch steilen Weg, über den Herdweg nach oben nehmen. Aber die Einfahrt ist für Autos und auch für Radfahrende verboten. Es gibt keine Radfreigabe. 

Mit Blogleser Achim zusammen haben ich mir die Situation angeschaut. Er und der Zweirat möchten eine Radfreigabe erreichen und haben Gespräche geführt, aber die Vertretungen der Stadt und die Polizei sehen Probleme. 

10. Oktober 2022

So lachen Autofahrer die Stadt Stuttgart aus

Kaum ist im Europaviertel die Fläche der Fußgängerzone zwischen Hotel, Stadtbibliothek und Milaneo frei von Baustelle, parken dort Autos. 

Anfangs standen sie hier am Sonntag, weil Autofahrende sonntags davon ausgehen, dass nicht kontrolliert wird. Offenbar wird hier aber nie kontrolliert, denn inzwischen (innerhalb weniger Wochen) parken hier Autos (meistens teure und große), egal zu welcher Zeit man durchläuft oder durchradelt. Es ist eindeutig verboten, aber etliche Autofahrende betrachten jede freie und ebene Fläche als ihre Fläche, wo sie meistens ungestraft und dann auch immer kostenlos parken können. Sie missachten Bordstein und Verkehrszeichen. und lachen sich ins Fäustchen. Sie lachen auch die Stadt aus, die so schöne Flächen bereitstellt, ohne sich drum zu kümmern, was dort passiert, und ihr Lachen klingt in meinen Ohren ziemlich hämisch. 
Ich bin allerdings not amused. So was darf doch nicht passieren. 

8. Oktober 2022

Wird jetzt was besser auf Marfas Schulweg?

Vielleicht erinnert ihr euch an meinen Bericht von vor einem Jahr über die Schulweg-Radfahrt von Fila (die eigentlich Marfa heißt) von Stuttgart Ost hinüber zum Dillmanngymnasium. Eine Radfahrt praktisch ohne Radinfrastruktur. 

Sie ist an dem Thema drangeblieben. Am Mittwochmorgen (5. Oktober) gab es eine verkehrspolitische Radtour des ADFC mit der Fahrradbeauftragen und Vertreter:innen der Ämter für die Schulwegplanung und Radplanung. Eigentlich hätte OB Nopper mitradeln sollen, aber für ihn war dann Martin Körner dabei, Leiter Referat Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität. Außerdem waren dabei Regio-TV, Die Stadt mit Kamera und die Stuttgarter Zeitung. (Der Artikel dazu "Heikler Schulweg" erschein am 6. Okt.) 

Marfa erläuterte die vielen - wirklich sehr vielen - Problemstellen ihres täglichen Schulwegs per Fahrrad, die vor einem Jahr auch mir erklärt hat. Das Dillmanngymnasium unterstützte die Info-Aktion, und es stellte sich heraus, dass doch recht viele Schüler:innen in Marfas Nähe wohnen, dieser Rad-Schulweg ist also gar kein Einzelfall.

6. Oktober 2022

Das Problem mit dem Herdweg - Teil 1

Auf der Holzgartenstraße radelt man auf einem breiten Radstreifen auf den Hegelplatz zu. Dahinter, auf dem Herdweg, ist die Situation ungeklärt. 

Radelt man auf der Fahrbahn, wird man von Autos überholt, die von der linken auf die rechte Spur fahren müssen und das unbedingt schaffen wollen, bevor es bergauf einspurig wird und sie hinter den Radler:innen festhängen. Das erzeugt Stress bei Radfahrenden (bei Autofahrenden auch). Andere fahren bei der Bushaltestelle auf den sehr breiten Gehweg, der für Radfahrende inzwischen freigegeben ist. 

Bergauf ist das nicht so problematisch, aber Radfahrende, die hier runter kommen - auch sie dürfen auf diesem Gehweg fahren - sind schneller unterwegs, obgleich sie hier nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, was aber unmöglich ist. Es gibt zudem - wie auf allen Gehwegen, so auch hier - eine richtige Gefahrenstelle, auf der auch schon Radfahrende - wie mir Blogleser Achim erklärte - von Autofahrern angefahren und verletzt wurden. 

4. Oktober 2022

Fahrradiebstahl schwerer machen

Wer das Fahrrad nicht im Haus unterbringen kann - hinter einer verschlossenen Haustür und abgeschlossen, am besten angeschlossen -, stelle es am Schildermast unter einer Laterne auf der Straße ab. 

Das größte Risiko für Fahrradklau besteht in Hinterhöfen, erklärt dieser Artikel, aber auch an Bahnhöfen, wo viele Räder herumstehen. Der Schildermast am Straßenrand ist hingegen kein schlechter Platz, weil öffentlich und von allen Seiten sichtbar. 

Abschließen ist übrigens immer eine gute Idee, auch wenn man es nur kurz abstellt, um beim Bäcker oder in die Apotheke zu gehen.

2. Oktober 2022

Es könnte so einfach sein

Einfach mal an Radfahrende denken! Diese Sperre stand im August in Wangen im Allgäu, hätte aber auch so in Stuttgart stehen können. 

Für Autos ist die Durchfahrt gesperrt, denn es werden an einem Kreisverkehr die Zebrastreifen markiert. Radfahrende können die Strecke aber noch gut befahren. Sie kommen vom Kreisverkehr her und befinden sich auf einem frisch markierten sogenannten Schutzstreifen. Sie könnten auch zwischen Bordstein und Sperre durchradeln wenn - ja wenn! - da nicht ein Schildersockel ohne Schild genau im Zwischenraum läge. 

30. September 2022

Tränke für Bike-Rider in Heslach

Wenn man aus der Innenstadt die lange Böblinger Straße schon fast ganz hochgeradelt und an der Schwarzwaldstraße angekommen ist, gibt es eine Erfrischung. 

Das ist die Stelle, wo der Radstreifen auf den Gehweg hoch- und an der Autoampel vorbeiführt. Wenn man nicht nur stier nach vorn schaut, sondern nach rechts an die Mauer, sieht man dieses Schild. "Trinkwasser" steht da, man sieht einen Becher mit (colaschwarzer Füllung) und ein "für" und dann ein Fahrrad. 

Hier sollen nicht Fahrräder mit Kettenöl getränkt werden, sondern Menschen auf Rädern Wasser bekommen.  Super! Aber wo jetzt? 

28. September 2022

Das Auto hat unsere Sprache kolonialisiert

Wird eine Straße gesperrt, etwa für ein Straßenfest, dann sagen wir, dass die Straße gesperrt ist. Aber für wen eigentlich? Doch nur für Autofahrende. Für Menschen ist sie dagegen jetzt offen. 

Diesen Denkanstoß gibt the Guardian in einem Artikel, der aus dem Niederländischen stammt. Wir haben uns daran gewöhnt, unsere Stadtwelt aus der Windschutzscheibenperspektive zu benennen. Das führt dazu, dass wir manche Mobilitätsformen nicht wahrnehmen, manchmal auch überhaupt nicht erkennen. Über Jahrhunderte waren Straßen eigentlich Orte, die viele Zwecke erfüllten: Fortkommen, Handel, Gespräch, Spiel, Arbeit, Herumlungern. Die Straße ist erst im vergangenen Jahrhundert zu einem Raum geworden, durch den der Autoverkehr zu schnell und effizient wie möglich rollen soll. Diese Idee ist nun so allgegenwärtig, dass sie unser Denken kolonialisiert hat. 

Wenn wir von Verkehr sprechen, meinen wir nur den Autoverkehr. Meinen wir was anderes, müssen wir es extra dazu sagen (Fußverkehr, Radverkehr, Geschlechtsverkehr). Deshalb nennt sich der in dem Artikel zitierte Datenanalytiker Roland Karger (auch der Guardian hat nur den Twitterlink) "multimodaler" Verkehrsforscher.  

Hier einige Beispiele von ihm und mir: 

26. September 2022

Doch, man darf über den Schlossplatz radeln!

In der Mobilitätswoche hat die Polizei auf der Königstraße Radfahrende und E-Scooterfahrende kontrolliert und zur Kasse gebeten; dort ist Radfahren verboten. 

Massive Irritationen und lange Diskussionen gab es unter uns Radler:innen allerdings, weil die Polizei auf Twitter ein Foto veröffentlichte, auf der sie mit einer Frau (die leider nicht unkenntlich gemacht wurde, das habe ich hier gemacht) vor dem Löwen des Ehrenhofs des Neuen Schlosses zu sehen ist. Das erweckt den Eindruck, sie habe die Überfahrt über den Schlossplatz am Neuen Schloss auch für verboten gehalten. Also den Weg zwischen Planie (Altem Schluss) und Bolzstraße (Schlossgarten). 

Falls das so gewesen sein sollte, dann hätte die Polizei sich geirrt und zu Unrecht Radfahrende zum Absteigen genötigt und falsch belehrt. (Schlimm wäre es, wenn sie auch Bußgelder kassiert hätte.)

24. September 2022

Offen - Übergang an der Rosensteinbrücke

Für die kurze Zeit, da die Rosensteinbrücke noch nicht abgerissen und neu gebaut wird, dürfen wir endlich am Rosensteinbunker geradeaus radeln. 

Auch für Fußgänger:innen ist das eine Erleichterung. Kurz vor dem 100-km-Wandertag vor zwei Wochen war dieser Übergang asphaltiert worden, aber die Sperren standen. Am Wandertag war alles offen, danach wieder zu. Seit Montag scheint (nach einer Anfrage meinerseits) dieser Übergang über die Schönestraße und die inzwischen nutzlosen Schienen dauerhaft offen zu sein. Auch wenn das Verkehrszeichen noch das Geradeausradeln verbietet. Das aber buchen wir wieder mal als ein Vergessen ab, anders können wir das nicht interpretieren. 

22. September 2022

Die hohe Kunst, durch einen Kreisverkehr zu radeln

Nicht nur Autofahrer:innen wissen oft nicht so genau, wie Kreisverkehr geht, auch Radfahrende können da viele Fehler machen. Und die können richtig gefährlich werden. 

In der Stadt Wangen im Allgäu wurde vor einem Jahr dieser Kreisverkehr eingerichtet. Sogenannte Schutzstreifen führen auf ihn zu, enden aber, wie das bei uns in Deutschland üblich und gesetzlich vorgeschrieben ist, zwanzig Meter vor der Einfahrt in den Kreisverkehr und beginnen auch erst zwanzig Meter dahinter wieder. So ist das auch in Stuttgart bei kleinen Kreisverkehren. 

Nähern sich Auto und Radfahrer dem Kreisverkehr, dann kann gleich der erste Fehler passieren. Der Radler lässt sich vom Auto an den Bordstein drängen, und beide fahren gemeinsam los, wenn frei ist.