31. Mai 2021

Das Stuttgarter Rechteck lüftet sein Geheimnis

Das erste Stuttgarter Rechteck in der Schlossstraße, Ecke Johannesstraße ist jetzt komplett ausgestattet. Es stehen Radbügel, ein Verkehrszeichen und ein Parkscheinautomat darauf. 

Ich habe darüber schon einmal geschrieben als noch gar nichts außer dem Parkautomaten drauf stand. in dem damaligen Post findet ihr auch einen Text zum Aktionsprogramm Stuttgarter Rechteck. 

Diese Stuttgarter Rechtecke sollen im Prinzip das ganze Gerümpel vom Gehweg herunternehmen, das eigentlich Autofahrende und Radfahrende betrifft, also Automaten, Schildermasten und Radbügel, damit Fußgänger:innen mehr Platz haben. Sie sollen in der Regel mit Car-Sharing-Parkplätzen kombiniert werden, so wie hier. Der freie Car-Sharing-Platz wurde dankbar von einem DHL-Fahrer angenommen.

29. Mai 2021

Regeln fürs Radgetümmel

Je mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, desto sinnvoller wird ein geregeltes Radeln, damit wir vorhersehen können, was die anderen machen werden. 

Eigentlich sind es selbstverständliche Regeln, die wir vielfach vom Autoverkehr (und unserer Führerscheinprüfung) kennen.

Rechts fahren! Mir passiert es oft, dass mir ein Radler auf meiner rechten Seite entgegenkommt und ich nach links ausweiche. Weicht der Radler ebenfalls reflexhaft aus seiner Sicht nach rechts aus, krachen wir zusammen oder einer (meist ich, macht eine Vollbremsung). Ich wünsche mir dann immer, dass auch wir Radfahrende uns strikt ans Rechtsfahrgebot halten würden. Dann weiß ich immer, wo die radeln, die mir entgegenkommen, und wohin sie ausweichen werden. 

28. Mai 2021

Umfrage für private Lastenrad-Nutzer:innen

Alaaddin Dagli schreibt an Uni Stuttgart eine Bachalorarbeit zum Thema Nutzung privater Cargo-Bikes. 

Er hat eine online-Umfrage entwickelt, die sich an alle richtet, die privat ein Lastenrad fahren. Er hat mich gebeten, den Link auf meiner Seite zu veröffentlichen, was ich hiermit tue. 


Und hier auch seine E-Mail-Adresse: alaaddinndagli@outlook.com

27. Mai 2021

Vergessenes Schild oder bedeutet das was?

Das blaue Radweg-Schild steht hier schon seit Wochen auf der Verkehrsinsel an der Fußgängerfurt. Jedes Mal, wenn ich an der Ampel warte frage ich mich, was es mir sagen soll. 

Ich stehe an der Radlerampel am Rotebühlplatz, Ecke Theodor-Heuss-Straße. Vor mir geht der Radstreifen quer über die Kreuzung in die Fritz-Elsas-Staße. Parallel dazu gibt es eine Fußgängerfurt mit Ampeln. Die Fußgänger kriegen zu anderen Zeiten Grün als ich auf meinem Radstreifen. Das Schild "Radweg" steht aber nun rechts von der Fußgängerfurt auf der Verkehrsinsel. Bedeutet es, dass auch die Fußgängerfurt ein Radweg ist, und das auch noch verpflichtend? Kann irgendwie nicht sein. Ich habe ja schon einen Radstreifen. Oder ist es von irgendwelchen Baustellenarbeitern dort vergessen worden? Oder bezieht es sich auf emeinen Radstreifen? Manchmal stehen Radwegschilder ja tatsächlich sehr weit rechts von Radwegen. Aber man hätte es, wenn es diesen Radweg meint, doch auf die andere Seite der Furt auf die Verkehrsinsel stellen können. 

25. Mai 2021

Radeln mit Angst oder illegal - Vaihingen


In Vaihingen am Schillerplatz funktioniert wirklich gar nichts für den Radverkehr. Nur der Autoverkehr klappt. 

Die Gehwege am Schillerplatz und der Hauptstraße sind alt und schmal, für Autos hat man Parkplätze eingerichtet, und Radfahrende können sehen, wo sie bleiben. Radstreifen gibt es auf der Hauptstraße keine. Deshalb radeln die meisten hier auf den Gehwegen um die gesamte Rad-Infrastruktur drum herum, obgleich die Gehwege nicht freigegeben sind. Sehr zum Leidwesen der Fußgänger:innen. Die stehen auch noch viel an Ampeln herum. Hier meine Viertelstundenreportage. Alles, was in einer Viertelstunde passiert, passiert häufig. 

Auf dem Foto sehen wir einen Jugendlichen links auf dem Gehweg radeln und einen Mann auf der Mittelpur der Fahrbahn kommen. 

23. Mai 2021

Das Fahrrad versichern

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Fahrradversicherungen, die nicht mehr so wirken, als zahle man vor allem drauf und würde im Schadensfall eh nix kriegen. 

Die meisten Fahrradversicherungen kosten zwischen 4 und 10 Euro pro Monat und für ein teures Fahrrad (ca. 5000 Euro) bis zu 160 Euro im Jahr, für billigere verringert sich der Beitrag spürbar. Manche bieten einen Vollkaskoschutz samt Ersatz für Verschleißteile an, andere wiederum eine modulare Versicherung, wo man sich entscheiden kann, ob man den Akku mitversichert oder auch das Gepäck oder eben nicht. 

Der ADAC bietet für München sogar eine Eintages-Radversicherung an, also die Versicherung für den Ausflug zum Biergarten oder sonstwohin, wo man das Fahrrad vielleicht mal für länger unbeaufsichtigt abstellt. Diesen Tagesschutz bucht man über eine Handy-App. 

Abschließen oder auch anschließen? - Begriffsklärung bei den Versicherern

21. Mai 2021

Baustellenumleitung für den Budapester Platz

Die Radverbindung zwischen Schlossgarten (Cannstatter Straße) und Wolframstraße unter der Eisenbahnbrücke ist jetzt als Umleitung angelegt.

Der Grund: Der Budapester Platz wird neu gestaltet. Für Radfahrende und Fußgänger:innen geht es jetzt durch den Tunnel Richtung Wolframstraße auf dem linksseitigen Gehweg. Dahinter schwenkt der Geh-Radweg nach links und führt sehr schmal (für Fußgänger:innen und Radfahrende gemeinsam) um die Baustelle herum. Danach geht es breit weiter und linksseitig die Wolframstraße hoch, de, nebenbei bemerkt, ein widerlicher Radweg ist, wegen der vielen Ampeln, an denen man steht, ohne dass ein einziges Auto fährt. 

19. Mai 2021

Warum Radfahrende für viele Autofahrende einfach Luft sind

Der Bonner Psychologe, Martin Junghöfer, hat sich mit der Frage befasst, warum ein Mensch hinterm Lenker seines Autos so oft Radfahrende übersieht. 

In dem Wort "übersehen" steckt ja eine passive und eine aktive Komponente. Man kann jemanden absichtlich übersehen oder nur gerade nicht beachtet haben. Autofahrende sehen Radler:innen durchaus, sie erregen nur nicht ihre Aufmerksamkeit und veranlassen sie deshalb auch nicht, auf sie zu reagieren. Junghöfer geht von der Erfahrung aus, die er oft gemacht hat und die auch wir in verschiedenen Varianten kennen. Wir radeln auf einem Radweg. Ein Autofahrer will den Parkplatz eines Supermarkts verlassen und muss dabei Gehweg und Radweg überqueren. Er guckt auch in unsere Richtung und müsste uns also gesehen haben (manchmal sehen wir auch, dass er uns sieht), hält aber nicht an, sondern fährt quer über den Radweg bis zur Bordsteinkante vor, und wir müssen eine Vollbremsung machen und denken: Verdammt, der hat mich doch gesehen! Oder: Ein Autofahrer überholt mich und biegt vor mir nach rechts ein, und ich muss heftig bremsen, weil er mich sonst umnieten würde. Verdammt, der hat mich doch eben gerade gesehen! 

Die Überlegungen von Junghöfer beantworten viele Fragen, die ich mir immer gestellt habe. 

17. Mai 2021

Meine Cousine stirbt bei Fahrradunfall in Dresden

Dies ist ein Bericht aus persönlichen Gründen. Am 30. April ist meine Cousine in Dresden bei einem grauenvollen Fahrradunfall ums Leben gekommen. 

Sie wurde 61 Jahre alt. Es handelt sich nicht um einen typischen Abbiegeunfall, obgleich der LkW-Fahrer auch abbiegen wollte. Meine Cousine radelte am Morgen Viertel vor acht auf dem Radstreifen die  Bautzner Straße rechtsseitig Richtung Osten entlang. Aus der Seitenstraße, der Weintraubenstraße, kam der Lkw, dessen Fahrer nach rechts in die Bautzner Straße einbiegen wollte. Er bremste nicht am Radstreifen. Bilder vom Unfallort zeigen, dass er nahezu ungebremst in die Fahrbahn der Bautzener Straße einfahren wollte und dabei die Radfahrerin auf dem Radstreifen direkt vor ihm überfuhr. Er kam erst jenseits der Fahrbahnmitte der Bauzner Straße (sie hat zwei Fahrbahnen und zwei Bahngleisbahnen) zum Stehen. Meine Cousine geriet unter das Fahrzeug und starb auf der Straße.

15. Mai 2021

Achtung, Rosensteinstege wegen Bauarbeiten gesperrt



Die Rosensteinstege, die vom Leuze die König-Karl-Straße zum Rosensteinpark queren, sind vom  17. Mai bis zum  26. Juni für den Fuß- und Radverkehr gesperrt. 

Der Grund sind Bauarbeiten im Gelände und an einem Weg. Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad müssen für diese Zeit wieder den Weg über die Haltestelle Mineralbäder nehmen. Danach wird hoffentlich alles superschön. 

Die Sperrung beginnt am kommenden Montag und trifft zunächst die Radpendler, die hier täglich radeln. Also nicht fluchen, sondern gleich anders radeln. 

12. Mai 2021

Radfahrer stirbt in Untertürkheim

Am Sonntag hat es in Untertürkheim einen tödlichen Radunfall gegeben. Die Polizei berichtet darüber in dürren Worten, die Stuttgarter Zeitung hat einen längeren Artikel veröffentlicht. 

Laut Polizeimeldung kam der Liegeradfahrer aus der Lindenschulstraße, auf der es einen Schutzstreifen mit Ampel gibt, und wollte den vierspurigen Bruckwiesenweg überqueren. Ein VW kam von links und stieß mit den Radfahrer zusammen. Der Radfahrer starb. Der Autofahrer erlitt einen Schock und musste ins Krankenhaus. Aus der Stuttgarter Zeitung erfahren wird, dass das Liegerad völlig zerstört wurde. 

10. Mai 2021

Die Schönheit der Hofener Straße an Sonntagen

Gestern, am Sonntag hat vermutlich jeder, der ein Fahrrad besitzt, es ausgefahren. Die Hofener Straße war zum zweiten Mal in diesem Jahr für den Autoverkehr gesperrt. 

Und es haben sich viele Fußgänger:innen, Familien mit Kindern, viele Radfahrende, darunter auch mit Kindern auf der Straße getummelt. Am Morgen stand die städtische Polizei auf halber Strecke dort und hat illegal durchfahrende Autofahrer:innen angehalten. Am Mittag waren sie weg, und ein Mercedesfahrer heizte ziemlich aggressiv durch die Menge der Radfahrenden, Skater und Läufer. Es gab immer wieder Radfahrer, die partout nicht kapiert haben wollten, dass sie am Sonntag nicht auf dem Gehweg fahren dürfen, und sich durch die Fußgänger:innen bimmelten. Auch nicht gut. Die Beschilderung ist allerdings doch recht kompliziert. Da muss man erst mal anhalten und sie studieren (Foto ganz unten).

9. Mai 2021

Ampeldrücker besser aufgestellt

Die Stadt hat an der Ampelanlage Böblinger Straße nachgebessert. 

Jetzt stehen die Pfosten für die Ampeldrücker am Übergng bei der Tankstelle extra und weiter weg von der Fahrbahn. 

So kommt auch jemand an sie heran, der oder die auf einem Lastenfahrrad sitzt, ohne dass das Vorderrad auf die Fahrbahn ragt. Vielen Dank dafür. 

Man braucht ihn aber gar nicht, denn Induktionsschleifen melden der Ampel, dass man kommt. Demnächst werden es die Drücker auch anzeigen, indem sie leuchten.





7. Mai 2021

Sicher mobil leben - guter Aktionstag

Der bundesweite und natürlich auch landesweite Aktionstag zur Sicherheit im Straßenverkehr am  5. Mai widmete sich der Sicherheit der Radfahrenden. 

Und es lief diesmal nicht darauf hinaus, dass die Polizei hauptsächlich Licht und Bremsen an Fahrrädern kontrollierte und damit implizit behauptete, es liege an den Radfahrenden, wenn sie Unfälle erleiden. Vielmehr ging es diesmal darum, auch Autofahrenden klar zu machen, was sie zur Sicherheit von Radfahrenden beitragen können. 

In Stuttgart ging es, wie es scheint, schwerpunktmäßig um Überholabstände von Autofahrenden zu Radfahrenden. Die Stuttgarter Zeitung widmet jedenfalls ihren ausführlichen Bericht der Situation von Radfahrenden, die auf den schmalen Schutzstreifen auf der Böblinger Straße (Kaltentaler Abfahrt) zwischen geparkten Autos und der Autofahrspur hoch oder unter radeln und von Autofahrenden auf diesen Streckenabschnitten nicht überholt werden dürfen, weil der Platz nicht reicht. Die Polizei malte auf die Fahrbahn die Abstände, um das allen zu verdeutlichen. 

5. Mai 2021

Alibi-Radabstellanlagen

Wir lieben sie, diese Felgenkiller. Oftmals begegnen wir alten Radabstellanlagen, die eher gut gemeint sind als gut. 

Rund um die Mercedes-Benz-Arena gibt es viele Autoparkplätze ober- und unterirdisch. Die Anreise mit der Stadtbahn ist eher umständlich. Also nehmen wir das Fahrrad. Wer  mit dem Rad kommt, wird auf dem Arena-Gelände ermahnt, das Rad ja nicht irgendwo oberirdisch abzustellen, und zur Ecke der Tiefgarage geleitet, wo es acht Felgenkiller gibt. 

Für meine Radreifen sind sie zu eng, und ein teures Rad mit dem Rahmen anketten ist auch nicht möglich, das geht nur quer. 

3. Mai 2021

Darf ich rechts an Autos vorbeiradeln?

Wenn es einen Radstreifen oder Schutzstreifen gibt, dürfen Radler an Ampeln an der haltenden Autoschlange rechts vorbei nach vorn fahren. 

Diese Frage taucht immer wieder auf, zuletzt als es hier um die Warnung an Radler auf dem Radstreifen auf der Kaltentaler Abfahrt ging. 

Aber auch ohne irgendeinen Streifen dürfen Radler:innen zwischen Bordstein und Autos an den Haltestreifen der Ampel vorfahren, aber nur, solange die Autoschlange noch steht, weil Rot ist, bei Grün nicht mehr. In genau dieser Situation müssen Autofahrende übrigens die 1,50 Überholabstand zu Radfahrenden nicht einhalten. Ginge ja auch gar nicht, sie stehen ja. Der Radler bestimmt hier, in welchem Abstand der die Autos rechts überholt, und der muss es laut StVO langsam und mit aller Vorsicht tun und sicherstellen, dass der Autofahrer einen auch gesehen hat, neben dem man nun steht. Und wie ist das jetzt auf einem Schutzstreifen?

1. Mai 2021

Kabelbrücken

Kabelbrücken sind richtig unangenehm. Man muss mit den Fahrrad auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen, sonst schanzt es einen aus der Bahn.

Manchmal muss es halt sein, auch wenn es mich stets befremdet, wenn die Kabelbrücken quer über eine Hauptradroute gelegt werden. Aber gut, wir sind ja kleinen Festen nicht abgeneigt. Dabei gäbe es eine Möglichkeit, Kabelbrücken oder Leitungstunnel für Radfahrende zu entschärfen.  Nämlich mit so einem Plastikteil, das die Rampe verlängert und damit leichter befahrbar wird. Leider bin ich bisher nicht erfolgreich bei der Suche gewesen, wo man diese Dinger kaufen kann.