30. Juli 2026

Die Verkehrswelt der Pizzakuriere

Essens-Kuriere scheinen mir oft nicht von dieser Welt. Sie geistern zwischen Autos, Rädern und Fußgänger:innen hindurch, sind da und schon wieder weg. 

Ich rege mich über sie nicht auf, denn ich weiß, dass sie uns unter grenzwertigen Arbeitsbedingungen zu Diensten sind. Sie bringen uns Essen, wenn wir nicht kochen wollen. Sie fahren mit riesigen Rucksäcken und Packtaschen auf Fahrbahnen, wechseln an Ampeln auf Gehwege, halten an, düsen einen Fußweg hinunter, biegen plötzlich ab und rollen gelegentlich ohne Licht durch die hereinbrechende Nacht. Sie telefonieren oft während des Fahrens auf Arabisch oder Indisch oder einer mir unbekannten Sprache. Sie kommunizieren aber nicht mit uns. Sie lassen sich bei konflikthaften Begegnungen auf keinerlei Wortwechsel mit uns ein. Meistens nehmen wir sie nicht wahr, aber wenn wir sie sehen, dann ärgern sich viele über sie, weil sie so regellos fahren. Sie sind die Menschen, die vielen von uns den Alltag erleichtern, doch mit ihnen zu  tun haben wollen wir lieber nicht. Nicht einmal an unserer Haustür müssen wir sie empfangen, Lieferdienste bieten ausdrücklich eine kontaktlose Lieferung an. 

28. Juli 2026

Autos machen unsere Straßen eng

Die Zahl der Autos nimmt zu, die Za hl der Fahrräder aber auch. Das rtiObgleich die Mehrheit Rad nur in der Freizeit fährt, nutzen deutschlandweit 10 Prozent die Röder auch für den Weg zur Arbeit. Das könnten viel mehr sein, wenn die Politik es wollte.e 

Unsere Verkehrsinfrastruktur hält mit der Zunahme des Radverkehrs nicht Schritt, und weil die Autos immer größer werden, wird es vor allem in städtischen Nebenstraßen eng für alle, sowohl für Autofahrende als auch für Radfahrende. Viele Stadtverwaltungen wissen, dass eine Förderung des Radverkehrs die Verkehrsprobleme in den Städten lösen würde. Ein durchgehehendes Netz an sicheren Radwegen bringt sehr viele Menschen aufs Fahrrad, die sich das jetzt nicht trauen. Das Herstellen des Radwegnetzes ist nicht nur sehr viel billiger als Autostraßen, es amortisiert sich auch oftmals schon binnen eines Jahres und bringt ab dann einer Stadt finanzielle Vorteile. Laut einem Bericht des Institute for Transportation and Development Policy auf das sich ein Post von Cycling Week bezieht, sind Netzwerke aus geschützten Radwegen sehr kosteneffizient. In den untersuchten Städten (welche das sind, habe ich noch nicht rausgefunden), zeigte sich, dass Radwege mehr wirtschaftlichen Wert generieren als ihr Bau gekostet hatte. Mit eingerechnet werden Ersparnisse bei den Transportkosten und gesundheitliche Vorteile durch mehr Bewegung. Der Effekt tritt auf, weil ein gutes Radwegenetz viele Menschen ermutigt, Rad zu fahren. Und viel Radverkehr erspart einer Stadt stets viele Kosten für Gesundheit, Straßenbau, Lärmschutz und Umweltschutzmaßnahmen. Außerdem kurbeln Straßen, in denen weniger Autos und mehr Fahrräder fahren, den lokalen Handel und die Gastronomie an. Radfahrende sind meist gute Konsument:innen. Und sie haben mehr Geld übrig, weil ihre Mobilität billig ist. 

Bekannt ist das seit Jahren.

26. Juli 2026

Jetzt endlich Verkehrszeichen

Vor zwei Jahren wurden die großen Leuzekreuzungen für den Radverkehr eröffnet. Seitdem ist ein umwegloses Radeln zwischen Haltestelle Leuze und König-Karls-Brücke möglich. Ein weiterer Radweg verbindet die Richtungen Berger Steg, Leuzehaltestelle und König-Karlsbrücke miteinander. Und man kommt über die Brücke in den Rosensteinpark. 

Mit den Verkehrszeichen, die Vorfahrt und Vorfahrt-achten regeln, hat man sich allerdings mehr als zwei Jahre Zeit gelassen. Sie wurden erst vor ein paar Wochen angebracht, und das auch nicht vollständig. Auf dem Foto sieht man ganz rechts das Vorfahrtschild für diese Kreuzung, die den Radfahrenden auf der Hauptradroute 1 sagt, dass hier nicht rechts vor links gilt. Steht zwar etwas weit rechts und eigentlich so, dass es aussieht, als gelte es für den von rechts emporkommenden Gehweg. Aber geschenkt. 

24. Juli 2026

Radshopping - mit dem Fahrrad auf Shopping-Tour

Radfahrende sind gute Kund:innen. Sie haben oft Geld, auch weil sie kein Auto finanzieren müssen, und sie kommen in einer Stadt herum. 

Weil sie langsamer unterwegs sind als Autofahrende und viel durch Nebenstraßen rollen, kennen sie viele Läden, die man vom Auto aus kaum sieht. Und sie können jederzeit anhalten, das Rad abschließen und reingehen. Und wenn sie etwas suchen - was sie nicht online kaufen wollen - können sie in kurzer Zeit verschiedene Läden in einem Radius von drei Kilometern ansteuern, was man zu Fuß kaum schafft. 

Anders als Autofahrende müssen sie nie einen Parkplatz suchen. Sie kommen nicht nur bis vor die Ladentür, sie kommen mit dem Rad schiebend auch mal hinein in eine Ladenpassage und stellen das Rad an der Tür ab, so wie dieser Radler sein Rad in der Breuninger-Passage (Foto oben). Weil es so unproblematisch ist, gehen Radfahrende viel lokal einkaufen. Sie können es sich leisten, nicht online zu bestellen, sondern tatsächlich Läden anzusteuern, und eben auch mehrere nacheinander, die nicht fußläufig auseinander liegen. Die Stuttgarter Innenstadt allerdings will diese Kundschaft offenbar nicht. 

22. Juli 2026

Lautenschlager Straße wird Fahrradstraße mit Hindernis

Der Gemeinderat hat beschlossen, dass die Lautenschlager Straße zwischen Bahnhof und Bolzstraße zur Fahrradstraße wird. Das ist schön. 

Leider aber soll an der Kreuzung Kronenstraße zunächst weiterhin dem Autoverkehr, der nur zu und von Parkhäusern fährt, Vorrang gegeben werden. Da  gibt es an allen vier Seiten Zebrastreifen. Später soll dort dann ein Kreisverkehr angelegt werden. Und das ist etwas verwunderlich. 

Alle, die die Strecke kennen, wissen, dass man da heute mit dem Fahrrad so gut wie immer an dem Zebrastreifen aufseiten der Stadtmitte auf Fußgänger:innen achten und oft auch anhalten muss. Der Autoverkehr, der ebenfalls wegen der Zebrastreifen meist steht oder sehr langsam rollt, muss zudem durchquert werden. Ich begegne immer wieder Autofahrenden, die damit rechnen, dass ich auf der Lautenschlagerstraße Vorrang haben könnte, und warten oder mich durchwinken, weil sie ohnehin gerade stehen. Die Situation hat schon etwas Chaotisches an sich. Aber das sind wir ja - viel schlimmer noch - von der Kreuzung Hauptradroute 1 am Tagblattturm gewöhnt. Das heißt allerdings nicht, dass das gut ist und zum Konzept für die Stadt Stuttgart werden muss: nämlich Vorfahrt für den Parkplatzzielverkehr vor der Fahrradstraße. 

20. Juli 2026

Bordsteine und Rüttelstrecken sind ein großes Thema unter Radfahrenden

Unebene Untergründe, Bordsteine, Gullideckel und Wurzelaufwürfe kosten Radfahrende viel Energie und verringern nicht nur ihren Spaß, sondern auch ihre Reichweite. 

Und das Thema beschäftigt doch etliche Radler:innen, wie sich an den Kommentaren auf meinen kleinen Blog-Post über einen neuen Bordstein, der die Situation verschlechtert, zeigte. Bordsteine, Querrillen und vielfach geflickte Asphaltdecken in Nebenstraßen rütteln nicht nur das Fahrrad ordentlich durch, einige haben auch berichtet, dass bei der Fahrt zur Arbeit die Laptops in den Satteltaschen Schaden nehmen können. Auch auf den Energieverlust durch Schläge und Stöße und ständiges Abbremsen und wieder Anfahren verweist ein Kommentar. Es geht also nicht nur um Komfort, sondern auch um Materialschutz und Energieaufwand bei der Verkehrsform, die sich nicht durch einen Motor ziehen lässt, sondern sich durch Muskelkraft voranbringt (was auch für Pedelecs gilt). Jede Unebenheit schlägt übers Fahrrad durch den ganzen Körper und erzwingt Muskelanspannungen, jede Unebenheit bremst das Fahrrad ab, was mit mehr Tretkraft kompensiert werden muss. Auf langen Strecken kostet das Kraft. Je unebener der Untergrund, desto langsamer muss ich fahren, desto anstrengender wird meine Fahrt und desto länger dauert mein Weg. Gute Untergründe verkürzen die Fahrzeit und erweitern den Radius für Radfahrende.

18. Juli 2026

Sind wir unfähig, richtig Rad zu fahren?


Neunzig Prozent der Deutschen können nicht richtig Rad fahren,  titelt die FAZ auf Facebook. "Beim Bremsen bereiten Radfahrer ihre Hinrichtung vor" lautet die reißerische Artikelüberschrift. Deshalb gebe es so viele tödliche Radunfälle. 

Radfahrende problematisieren ist ja beliebt, insbesondere das Pedelec-Fahren. Und dabei großzügig übertreiben, auch. Ob die Behauptung mit Zahlen unterlegt ist, weiß ich nicht. Aber der Autoverkehr ist immer noch problematischer auch für uns Radfahrende. 90 Prozent aller Autounfälle gehen auf menschliches Versagen zurück (falsche Sitzposition, Unaufmerksamkeit, falsche Blickführung, Kontrollverlust übers Auto etc). Und vom Autoverkehr geht die Hauptgefahr für Radfahrende und Fußgänger:innen aus. An rund 75 Prozent der Crashs zwischen Fahrrad und Auto sind Autofahrende Schuld, Aber immerhin 35 Prozent der Radunfälle sind Alleinunfälle. Das nur zur Einordnung. Egal, an wie vielen Crashs oder Alleinunfällen ein Fahrfehler aufseiten des Radfahrers mit eine Rolle spielte, fehlerfrei ist niemand, auch Autofahrende nicht. Aber Fehlervermeidung ist natürlich immer gut.  

Den FAZ-Artikel kann ich nicht lesen, er befindet sich hinter der Bezahlschranke. Aber Radweltmeister Mike Kluge, der hier befragt wird, dürfte nicht nur Selbstüberschätzung und Kontrollverlust über schwere Pedelecs genannt haben, sondern auch falsche Fahrtechniken. Wahrscheinlich geht es ums Bremsen, Kurven fahren und um Ausweichmanöver. 

Richtig bremsen 

16. Juli 2026

Nur wenige Gemeinden beim RadMELDER dabei

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg bietet ein Tool an, mithilfe dessen man Probleme im Radwegnetz oder auf Radwegen melden kann. 

Es heißt RadMELDER. Man kann Wegpunkte markieren und beschreiben, was dort los ist. Gute Sache, das. Aber leider machen bislang kaum Gemeinden in Baden-Württemberg mit, Stuttgart auch nicht, weshalb ich für mein Radfahrgebiet keine Meldungen absetzen kann. 13 von 35 Landkreisen sind (Stand Juli 2026) bislang dabei. Auf der Karte sind sie hell markiert.  

Bei seinem Besuch auf der Landesgartenschau in Ellwangen sagte der zuständige Staatssekretär, man böte Verkehrsplanung zum Mitmachen. Man mache es den Menschen einfach, Hinweise aus ihrem Alltag zu melden, schnell, digital und ohne Umwege. Die Informationen kämen direkt dort an, wo sie gebraucht würden und könnten effizient bearbeitet werden. Gedacht ist das wohl so, dass von großen bis kleinen Problemen, von fehlender Radinfrastruktur bis Schlaglöcher oder Gebüsch, das in den Radweg wächst, alles gemeldet werden kann. Loben darf man auch. Das entspricht in etwa unserer Gelben Karte in Stuttgart. Mag sein, dass deshalb Stuttgart nicht dabei ist, es mag aber auch andere Gründe haben. 

Wenn sich da nicht zügig mehr Gemeinden anschließen, bleibt das Tool ziemlich exklusiv.  



14. Juli 2026

Radfahren in Paris

Es gibt Städte, die bringen uns zum Träumen. Paris gehört dazu. Blogleser Hansjörg war im Juni mit dem Fahrrad dort. Er hat mir Bilder und einen Kurzbericht geschickt. 

Er schreibt, toll zu sehen sei, dass sehr wenige Autos am Straßenrand geparkt werden können. Viele größerer Straßen, also die meisten Boulevards haben eine eigene baulich abgeteilte Radspur, manchmal als Zweirichtungsradweg, wenn auch sehr schmal, manchmal nur bergauf. Es gibt sehr viele Zebrastreifen in recht kurzen Abständen, viele mit Ampeln. 

An denen steht man maximal 30 Sekunden, oft kürzer. Gefühlt gilt überall Tempo 30. Autofahrende und sehr viele Radfahrende halten auch wirklich an den Ampeln. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer:innen drängeln nicht, hupen nicht, sind nicht aggressiv. Niemand beschleunigt stark oder ist röhrend unterwegs. Der Lärmpegel der Autos ist auffällig gering. Zudem sind auch wenige Kfz unterwegs, sowohl unter der Woche als auch an den Wochenenden. Es gibt viele Einbahnstraßen, die alle für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben sind. Einige Straßen sind für den Autoverkehr ganz geschlossen. Viele Gehwege sind in jüngster Zeit begrünt worden. Paris, so sein Fazit, zeige sich ihm als Fremden nicht mehr als hektische Stadt. Insgesamt habe die Stadt außerhalb der touristischen Hotspots einen sehr lebenswerten Eindruck gemacht, abgesehen von den Preisen für Wohnungen und in der Gastronomie. 

13. Juli 2026

Petition für Strafbarkeit von Autogewalt

Bis zum 11. August steht eine Petition an den Deutschen Bundestag zur Unterzeichnung, die fordert, dass das Strafgesetzbuch so geändert wird, dass gefährliches Verhalten von Autofahrenden gegen Radfahrende und zu Fuß Gehende von Staats wegen verfolgt wird.

Bislang werden etwa knappes Überholen durch Autofahrende, selbst bei einer Verletzung des Radfahers  nur aufgrund einer Privatklage verfolgt. Ein öffentliches Interesse (wie bei Mord und Totschlag) sieht unser Gesetz bislang nicht vor. Nur dann muss die Staatsanwaltschaft von sich aus ermitteln und kann eine Privatklage auch nicht ablehnen. 

Da das Thema Verkehrsgewalt offensichtlich wenige interessiert, besteht Gefahr, dass die Petition das Quorum nicht erreicht. Deshalb stelle ich sie hier ausnahmsweise vor. Hier ist der Link zur Petition. 

Die Einreichenden schreiben: 

12. Juli 2026

Neuordnung des Radverkerhs am Max-Eyth-See - Status der Verwirrung

Die Bodenmalerei ist schon halbwegs fertig, aber die Verkehrszeichen fehlen noch. Das schafft Verwirrung. 

Wir werden uns  - bis die Verkehrsschilder stehen - fragen, wo wie nun wirklich radeln sollen und dürfen. Der Neckardamm soll nur noch für den Fußverkehr da sein, wie das Fußgängerpiktogramm auf dem Boden sagt. Wir Radfahrenden sollen nach der Aubrücke gleich rechts abbiegen und auf dem breiten Klinkerweg aufseiten der Stadtbahnline auf der anderen Seite um den See herum radeln. Was sogar eine Abkürzung ist. So wurde es 2022 vom Gemeinderat beschlossen (Karte ganz unten, gepunktelte Linie). Die Brücke, die im Entwurf gepunktelt eingezeichnet ist, wird eher nicht kommen, wir radeln also weiterhin durch die Marina, die vorn und hinten Schranken hat, zum Wehr Hofen. 

10. Juli 2026

In den Garagen stehen die Fahrräder

Viele alte Garagen sind mittlerweile zu klein für die heutige Autobreite und -länge. Also stehen die Fahrräder in der Garage und das Auto steht draußen am Straßenrand. 

Gut oder schlecht? Eigentlich dürfen Garagen nicht zweckentfremdet werden, die Baugenehmigung galt einst nur für einen Autoabstellplatz. Und zwar, um den ruhenden Verkehr von der Straße wegzubringen. Darin anstelle eines Autos eine Werkstatt oder Fahrräder unterzubringen, ist verboten. Man darf nur zusätzlich zum Auto noch Fahrräder (oder Werkzeugkisten) reinstellen. Andererseits, was tun mit einer Garage, in die das Auto nicht reinpasst und wenn es sonst keine sicheren Fahrradabstellplätze gibt? Dann sind Fahrräder in so einer Garage ja eigentlich ganz gut untergebracht: wettergeschützt und diebstahlsicher. In eine Garage passen bequem  fünf bis sechs Fahrräder hinein, und wenn man es geschickt anstellt und nicht an jedes Fahrrad täglich rankommen muss, an die zehn. Oder ein bis zwei Lastenräder und vier bis fünf weitere Räder, aber eben nur ein einziges Auto.

8. Juli 2026

VVS bietet Fahrrad- und Wanderbusse an.

Quelle: VVS
Solche Busse schaffen Radfahrende an den Wochenenden ein Stück des Wegs einer Fahrradtour, den wir ansonsten zu weit fänden. Die Freizeitbusse fahren zwischen Mai und Oktober mit Fahrradanhänger. Die Fahrradmitnahme ist kostenlos.

Einzelheiten findet man auf der Internetseite oder in dieser Broschüre des VVS. Allerdings gibt es, soweit ich das erkennen kann, keine Buslinie, die von Stuttgart aus ins Umland zu den Sehenswürdigkeiten fährt, etwa nach Kirchheim am Neckar, Kirchheim unter Teck, Sulzbach an der Murr, Welzheim, Wiesensteig oder Neuffen. Hinradeln und Heimradeln müssen wir also selber, es sei denn, wir nutzen dann die S-Bahn. Mir ist das Konzept etwas rätselhaft, aber offenbar funktioniert es, allemal im Umkreis der Buslinien, denn sonst würde der VVS es nicht anbieten. Und vermutlich ist das für Familien mit sehr unterschiedlicher Radfahrfitness bestens geeignet, ohne Auto raus zu kommen und sich dabei auch noch mit Fahrrädern zu bewegen. 

Wenn jemand damit Erfahrungen gemacht hat, freue ich mich über einen entsprechenden Kommentar. 


6. Juli 2026

Frech und schamlos - Park zugeparkt.

Jedes Jahr wieder an einem Wochenende um den 6. Juli herum wird wild in den Grünanlagen am Neckardamm geparkt. Dann ist irgendein Fußballevent der SpVgg Cannstatst, bei dem Leute mit ihren Autos von auswärts anreisen. 

Und die erobern  über den Gehweg an der Sportanlage die Seitenränder des Neckardammwegs und parken jedes Jahr weiter in die Grünflächen hinein. Das erste Mal habe ich das 2024 dokumentiert. Ich war fassungslos über diese ungeheure Schamlosigkeit, mit der Autofahrende über Gehwege auf Gehweg- und Grünflächen fahren und ihre Autos abstellen. Auch im vergangenen Jahr war das der Fall. Und in diesem Jahr waren es am Samstag und Sonntag besonders viele, die hier reinfuhren und standen. 

4. Juli 2026

Das Auto ist schon okay, das Fahrrad eigentlich nicht

In den Medien wird über Verkehr tendenziell eher aus Autoperspektive berichtet. Das hat Folgen für die Darstellung des Radverkehrs und für die Einstellung zum Radverkehr. 

In Deutschland wird reichlich über den Autoverkehr geschrieben. Dabei geht es mehrheitlich um die Probleme der Autofahrenden mit ihrem Verkehr, um Baustellen, Steckensperrungen, Autostau, schlechte Straßen, marode Brücken oder Radfahrstreifen, also um das berühmte "Verkehrschaos", bei dem immer nur der Autoverkehr gemeint ist. Seltener geht es darum, welche Probleme der Autoverkehr anderen macht, Anwohnenden, Radfahrenden, Fußgänger:innen oder der Natur durch Lärm, Abgase, Raserei oder Falschparken. Autofahrende werden tendenziell eher als unter Problemen leidend dargestellt. Dass der Autoverkehr für andere oder unsere Gesellschaft und Ökonomie problematisch ist, interessiert die Medien nicht sonderlich. 

Es wird auch gerne und viel über den Radverkehr geschrieben, doch in diesen Artikeln geht es meistens darum, dass Radfahrende anderen Probleme bereiten, also um "Kampfradler", Fehlverhalten, Regelverstöße oder Platzanspruch (Radwege, die Parkplätze kosten) und die Kosten für Radinfrastruktur als zu hoch. Ein weiteres riesige Themenfeld ist die Sicherheit der Radfahrenden, verbunden mit Risiken und Radunfällen. Die Radfahrenden werden tendenziell eher als gesellschaftliches Problem dargestellt. Dass sie selber Probleme haben, die man ernst nehmen könnte (Hindernisse, Unterbrechungen der Radinfrastruktur, Aggression von Autofahrenden), interessiert nicht sonderlich. 

2. Juli 2026

Radfahren in Ostfriesland

Nach 35 Jahren in Stuttgart ist Blogleser Bernward vergangenen Herbst nach Leer in Ostfriesland umgezogen und freut sich mit seiner Familie über die andere Verkehrskultur. 

Er schreibt mir: "Hier hat man als gelernter Stuttgarter plötzliche Aha-Erlebnisse, zum Beispiel wenn man sich (zu Fuß) einem Zebrastreifen nähert und wenn man noch einen Meter von der Bordsteinkante entfernt ist, die Autos schon anhalten. Es ist zwar nicht alles optimal, aber manche Sachen fallen einem angenehm auf. Zu deinem Beitrag vom 21. Mai (über die Bordsteinverschlechterung in Heumaden) kann ich mit Verspätung ein (in Leer als Standard gebautes) Beispiel zeigen, wie man die widerstreitenden Anforderungen von Radfahrenden, Rollstuhlfahrenden, Kinderwagen- und Rollatorschieber:innen und der Sehbehinderten unter einen Hut bringt. Es ist so einfach: nebeneinander! Übrigens, das Klima im Verkehr liegt nicht an der "Autostadt", denn der größte Arbeitgeber in Ostfriesland ist die Automobilefabrik in der größten Stadt Ostfrieslands: VW in Emden.