15. Januar 2018

Wer haftet, wenn mein Kind mit dem Fahrrad ...

Bei meinem Bericht über exzessives Gehwegparken tauchte die Frage auf, wer eigentlich haftet, wenn ein Kind bim vorbeiquetschen mit dem Rad den Lack verkratzt.

Ich hatte keine Ahnung und habe mich auf der Seite Verkehrslexikon.de kundig gemacht. Dort steht auch noch anderes zum Thema Kind und Radfahren. Ab welchem Alter darf man Kinder alleine zur Schule fahren lassen? Und wer haftet, wenn das Kind einen Unfall verursacht oder ein Auto beschädigt? Dabei bin ich auf einen interessanten Begriff gestoßen, das Haftungsprivileg für Eltern von Kindern, die mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen. Der Gesetzgeber will nämlich unbedingt, dass Eltern ihren Kindern Freiraum geben, sie auch mal fahren und springen lassen. Deshalb dürfen sie nicht für alles in Haftung genommen werden, was Kinder auf Rädern anrichten.

13. Januar 2018

Radeln auf der Nordbahnhofstraße

Am Milaneo darf man ja überall mit dem Fahrrad durch. Sehr schön. 

Vor zwei Wochen habe ich geschaut, wie es jetzt Richtung Nordbahnhofstraße geht, seitdem die Stadtbahnhaltestelle in Betrieb ist.  Die Stadtbahnbrücke über den Budapester Platz wurde vor vielen Jahren geplant, als man Radfahrer in Stuttgart noch gar nicht kannte. Heute hätte man sie vielleicht breiter geplant und mit einem Zweirichtungsradweg versehen.
So aber ist sie schmal und für Radler nur freigegeben. Und er bergab will, muss sich zwei mal über die Stadtbahnschienen winkeln.

12. Januar 2018

Abbieger fährt Radfahrerin um - Zeug/innen gesucht

Wieder ein Abbiegeunfall, diesmal auf der Löwentorstraße gestern, also am Donnerstagmorgen um zehn nach sieben. Der Autofahrer fuhr einfach weiter. Die Radfahrerin musste ins Krankenhaus.

Zum Glück wurde sie nicht schwer verletzt. Die Polizei meldet: Eine 52 Jahre alte Fahrradfahrerin ist am Donnerstagmorgen (11.01.2018) an der Löwentorstraße von einem Auto gestreift worden und gestürzt. Die Radfahrerin war gegen 07.10 Uhr in der Löwentorstraße Richtung Pragstraße unterwegs. Auf Höhe der Hausnummer 65 bog unmittelbar vor ihr ein Auto, das in gleicher Richtung unterwegs war, nach rechts ab und berührte das Fahrrad der Frau. Die 52-Jährige stürzte und verletzte sich leicht. Rettungskräfte kümmerten sich um die Frau und brachten sie in ein Krankenhaus. Das Auto (eigentlich war es ja der Mensch am Steuer), von dem keine Beschreibung vorliegt, fuhr weiter in Richtung der dortigen Tiefgarage. Zeugen werden gebeten, sich bei der Verkehrspolizei unter der Rufnummer +4971189904100 zu melden. E-Mail: stuttgart.pressestelle@polizei.bwl.de

11. Januar 2018

Fernsehteams auf der Suche nach Falschparkern

Vorgestern hat Regio-TV im Lehenviertel gedreht, gestern um 18 Uhr lief der Beitrag. Gestern drehte wohl auch der SWR auf der Suche nach Falschparkern, und das soll heute Abend im SWR-Fernsehen Thema sein. 

Die Bilder waren auch zu schön, die eine fantasievolle Aktion von Anwohner/innen geliefert  hat: weihnachtlich in Folie eingepackte Autos, die Gehwegecken zugeparkt hatten. Die Bilder gingen innerhalb weniger Tage viral, nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch bis nach Kolumbien oder in die USA. Dass auf Radwegen, Gehwegen und auf Ecken geparkte Autos massiv Radfahrende, vor allem aber eben Kinder behindern, die ihre Wege doch so dringend alleine zu machen lernen müssen, ist offensichtlich und ein Skandal. Aber auch Eltern mit Kinderwagen oder Ältere mit Rolatoren und Rollstühlen kommen auf unseren Gehwegen nicht durch. Was aber tun? Poller oder Polizei? Oder kann es die Nachbarschaft mit Appellen an ein rücksichtsvolleres Miteinander richten?

9. Januar 2018

Eine Grübelkreuzung - Gaußstraße

Wenn man die Wielandstraße in Stuttgart West hoch kommt, stößt man an der Einmündung in die Gaußstraße an diese Stelle. Das rote Schild sagt: Hier dürfen auch Radfahrende nicht weiter.

Statt einer Freigabe für Radler mit Radstreifen greift man zu einer bekannten Stuttgarter Notlösung, der Gehwegfreigabe. Tatsächlich bleibt Radlern gar nichts anderes übrig, als auf den Gehweg zu wechseln, den auch Autos bis zu ihren Grundstücken befahren dürfen.

Die Verkehrsregeln schaffen hier aber keine echte Sicherheit für Radler, sondern eher eine Gefahr.

7. Januar 2018

Wie radeln die in Hamburg, mal gucken

In Hamburg radeln viele. Aber die Stadt ist auch gefährlich, weil es schon sehr lange sehr viele Radwege gibt, und die verlaufen eben alle über Gehwege.

Eine typische Hamburger Kreuzung sieht man hier (Lübeckertortamm, Steindamm, Berliner To, Lohmühlensgtr.). Die Radwege sind zwar rot, aber sie führen immer auch mitten durch die Aufstellplätze für Fußgänger an den Fußgängerampeln. Sie liegen nicht nahe an den Autofahrbahnen, sodass Autofahrer die Radfahrenden gar nicht neben sich kommen und vorbeifahren sehen. Der Radler taucht dann unvermutet vor dem Kühler des abbiegenden Autofahrers auf.

5. Januar 2018

Gefährliche Fallen für Radfahrer

In Heidelberg ist auf abschüssiger Strecke ein Radfahrer tödlich verunglückt, weil sich auf der Fahrbahn sogenannte Kölner Teller befanden, die Autos ausbremsen sollen.

Das berichten die Rhein-Neckar-Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten uns stellen die Frage: "Wird nun gegen die Stadt wegen fahrlässiger Tötung ermittelt?" Weil Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h hielten, wollte die Stadt die Sicherheit erhöhen. Leider hat man wieder einmal nicht an Radfahrer gedacht, für die die Schwellen gefährlich werden können. Ein Radfahrer stürzte, prallte gegen eine Hauswand und starb eine Woche später an seinen Kopfverletzungen. Kurz darauf rutschte ein Radler auf den Noppen weg, stürzte und zog sich zum Glück nur Prellungen zu. Die Kölner Teller sind bei Nacht und Regen schwer zu erkennen.

3. Januar 2018

Das Auto im Kopf

Besinnen wir uns mal wieder: Autofahren ist schlimmer als eine Sucht, so lautet der Titel eines Interviews, das Susanne Führer im Deutschlandfunk Kultur mit dem Verkehrsexperten Hermann Knoflacher geführt hat.

Das Auto hat sich in unserem Stammhirn eingenistet und bestimmt unser Handeln, unsere Vorlieben und unsere Politik, so der Tenor des Interviews. Weil das Auto so tief in unserm ganzen Denken verankert ist, machen wir unsere Welt fürs Auto, nicht für Menschen.

Rund elf Millionen Kinder leben in Deutschland. Die schleichen sich auf Gehwegen an Hauswänden entlang, damit die rund 62 Millionen Autos genügend Platz haben.

1. Januar 2018

Es kann nur besser werden

Willkommen im neuen Jahr! Es könnte spannend werden. Im Radverkehr geht es voran. 

Und es gibt wohl Fahrverbote für Autos. Falls die Gerichte bei ihrer Linie bleiben.

Eigentlich wünschen wir es uns: Die Befreiung vom Auto. Sogar eingefleischte Autofahrer bitten darum, dass endlich gezwungen werden, das Auto stehen zu lassen. Sie hätten ihr Auto sicher auch während der Feinstaubalarme, die wir drei Winter lang durchexerziert haben, stehen gelassen, wenn es mit ihnen zusammen viele Menschen gemacht hätten. Wenn es mehr Leute ernst genommen hätten.