7. März 2022

Fahrradstraße bekommt neuen Fahrbahnbelag

Weil es auf der Hauptradroute 1 liegt, kriegen derzeit viele mit, dass auf der Tübinger Straße die Fahrbahn der Fahrradstraße neu markiert wird. 

Es geht darum, die Einfahrten und alle Kreuzungsbereiche so zu kennzeichnen, dass Autofahrende sofort erkennen, dass sie sich auf einer anderen Straßenart, nämlich einer Fahrradstraße befinden. Die Kreuzungen bekommen türkisfarbene Flächen, so wie man das an der Einfahrt vom Marienplatz aus am Sonntag schon sehen konnte. 

Eine türkisfarbener Linie begrenzt auch den Fahrbahnrand, so wie in der eigentlich autofreien Eberhardstraße. 

Momentan ist die Einfahrt vom Marienplatz aus gesperrt.

5. März 2022

Ein Hoch auf das Provisorium

Die Schranke muss wohl unbedingt die ganze Fahrbahnbreite abdecken. Fahrräder kannte man, als man das einrichtete, ja noch nicht.  

Das hier angesiedelte Institut der Universität Stuttgart am Pfaffenwaldring wird gute Gründe dafür haben, an der Installation nichts zu ändern. Radfahrende kommen hier nicht durch. Sie haben sich einen Weg durchs Gras gesucht, wie man sieht. Ein netter Mensch hat dann ein Häufchen Asphalt zu einer Rampe aufgeschüttet, allerdings ohne Asphalt zu verschwenden. 

Geht ja auch so, und es geht sicher noch ganz lange so. Also gut zielen! 

3. März 2022

Schnell ein Radentscheid, dann das lange Warten

In etwa 50 Kommunen laufen Radentscheide, es wurden Unterschriften gesammelt, und die kommunalen Gremien befürworten ambitionierte Radverkehrskonzepte. Doch dann gerät alles ins Stocken.

Wie die Süddeutsche Zeitung ausführlich berichtet, scheitert die rasche Umsetzung nicht nur an den langsamen politischen Prozessen oder Mangel an Fachpersonal, sondern auch am Gegenwind der Autolobyisten und an einer gewissen Mutlosigkeit bei einer Verkehrsplanung, die dem Auto wirklich Raum wegnimmt. Eine Mobilitätswende hin zu mehr Radverkehr und Bus- und Bahnverkehr und weniger Auto, kann aber eben nur klappen, wenn man dem Auto in Städten wirklich Raum wegnimmt, nämlich Parkplätze und Fahrspuren. Doch das bringt regelmäßig auch diejenigen auf die politische Bühne, die nicht einsehen wollen, dass Autofahren in der Stadt nicht mehr die dominante Mobilität sein soll (die Mehrheit sind Autos auf den Straßen ohnehin nicht). Schnell eskalieren dann die Konflikte, Initiativen sammeln Unterschriften für den Erhalt von Parkplätzen - so wie bei uns in Dürrlewang, wo eigentlich entlang der Osterbronnstraße Radstreifen hätten entstehen sollen - und die Politik verlässt der Mut, sich dennoch für die Radinfrastruktur zu entscheiden. 

1. März 2022

Bahn frei, jetzt wird gespielt!

Vor einem Monat habe ich über temporäre Spielstraßen geschrieben und auf ein Projekt in Bremen verwiesen. So weit weg hätte ich gar nicht gucken müssen. 

Im vergangenen Jahr wurden 17 Straßen oder Straßenabschnitte in verschiedenen Stadtteilen teils mehrmals im Jahr für einen Tag für Autos gesperrt, damit Kinder mal zusammen draußen spielen konnten. Die Stadt Stuttgart hilft Anwohner:innen dabei, einen Straßenabschnitt für Autos zu sperren. Und damit die Kinder den ungewohnten Freiraum auf der Straße auch ideenreich nutzen können, hilft die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft dabei, den Tag zu organisieren. 

27. Februar 2022

Der selbstleuchtende Radweg

Es ist finster, Straßenbeleuchtung gibt es nicht, ich sehe mit der Radbeleuchtung gerade mal zehn Meter weit und ahne nicht, wei es weitergeht. Nicht so in Duisburg und im Wallis, da leuchten die Markierungen des Radwegs.  

Duisburg scheint die einzige Stadt in Deutschland zu sein, die Radfahrenden selbstleuchtende Radwegmarkierungen für die Dunkelheit anbietet. Der Radweg befindet sich im Landschaftspark Nord auf dem Grünen Pfad auf 2,6 Kilometern Länge, der offenbar durch finsteres ländliches Gelände führt. Diese Firma macht so was, von ihrer Seite stammt auch das Foto. In Polen leuchtet sogar ein ganzer Radweg. Auch woanders gibt es da schöne Ideen. 

Im Schweizer Kanton  Wallis wird nun ein selbstleuchtender Radstreifen auf einer Strecke von einem Kilometer länge getestet.

25. Februar 2022

Gute Baustellenumleitung

Kanalarbeiten an der Nätherstraße machen sie als Radlerstrecke seit Mitte vergangenen Jahres unpassierbar. Aber für Radfahrende wurde eine gute Umleitung eingerichtet. 

Und weil wir gerne nur das Negative besprechen, will ich hier auch mal loben. 

Wer von der Landhausstraße her kommt und gewohnt war, nach der Stadtbahnhaltestelle nach rechts in die feldwegartige Nätherstarße abzubiegen, kann das seit einem halben Jahr nicht mehr tun. Aber es geht nahtlos weiter, auf einem Radfahrstreifen, der physisch von der Fahrbahn der Wangener Straße abgetrennt wurde. 

23. Februar 2022

Schrittgeschwindigkeit fürs Fahrrad ist Unfug

Da kann man auch gleich zu Fuß gehen. Eine Radinfrastruktur, die hauptsächlich auf freigegebene Gehwege setzt, ist im Grunde fahrradfeindlich. 

Kein Radfahrer fährt im Fußgängertempo, denn würde er/sie das tun, bräuchte er/sie die dreifache Zeit. Deshalb hält sich kein einziger Radfahrer, keine Radfahrerin an diese Regel, dass auf fürs Fahrrad freigegebenen Gehwegen nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. Übrigens auch die Radstaffel der Polizei fährt zu schnell, wie ich kürzlich beobachten konnte (Bild). Diese Regel ist schlichtweg nicht einzuhalten. Und weil das so ist, schickt die Stadt alle Radler:innen auf solchen Strecken in die Illegalität. Klar müssen Fußgänger:innen geschützt werden. An ihnen müssen wir langsam vorbeifahren. Wenn wir Radfahrende aber gar keine andere praktikable Strecke angeboten bekommen, dann müsste es wenigstens erlaubt sein, dort schneller zu radeln, wo kein Fußgänger zu sehen ist. Das ist aber eben auch nicht erlaubt. 

Und allein gelassen werden wir mit der Schrittgeschwindigkeit auch noch, denn sie ist nirgendwo gesetzlich definiert. 

21. Februar 2022

Bei jedem Wetter

Es stimmt schon lange nicht mehr, dass Radfahren eine Schönwetter-Mobilität ist. In Stuttgart wird bei Regen und Schnee auch geradelt. Nicht ganz so viel wie im Sommer, aber sichtbar viel. 

Dabei nehmen Berufsradpendler:innen eine ganze Menge Unwirtlichkeit in Kauf, wie man an den Radspuren eines Morgens im Februar an den Waldstrecken sieht, die am Birkenkopf vorbei führen. Die Radfahrenden kommen die Geißeichstraße hoch und fahren Richtung Südheim, Heslach, Dachswald oder Vaihingen weiter oder umgekehrt. 


19. Februar 2022

Deutscher Fahrradpreis geht wieder nach Stuttgart


Das Stuttgarter Projekt OpenBikeSensor hat einen von zwei ersten Preisen des Deutschen Fahrradpreises in der Sparte Kommunikation gewonnen. 

Der andere erste Preis ging an das Projekt SimRa: Sicherheit im Radverkehr. Das sind beides Projekte, die commutitybasierte Datenerhebungen machen. SimRa, das ich auch gelegentlich nutze, sammelt beim Radfahren Daten über kritische Situationen, plötzliche Bremsmanöver oder Ausweichschlenker, die man nach der Fahrt beschreiben kann. Der OpenBikeSensor - ein Stuttgarter Verein mit Sitz in der Liststraße - misst Überholabstände der Autofahrenden zum Fahrrad.