1991 veröffentlichte der Spiegel die Titelgeschichte "Autos raus!", die nichts an Aktualität verloren hat. Erstaunlich, wie unendlich langsam wir lernen.
Aus dem Artikel geht hervor, dass der Spiegel schon damals seine Mitarbeiter:innen ermunterte, mit der U-Bahn oder mit dem Fahrrad zu Arbeit zu kommen. Wer seinen Autostellplatz im Verlag aufgab, bekam die Hälfte zum Fahrschein dazu. Denn ein Autostellplatz kostet einen Betrieb in den meisten Fällen deutlich mehr als die Subvention für alternative Verkehrsmittel. Bei seinen Recherchen in großen Städten fand der Autor des Artikels nach eigener Angabe kaum einen Verkehrsplaner oder Kommunalpolitiker, der nicht über den drohenden Verkehrskollaps in Städten jammerte, traf aber nur einen, der den Autoverkehr konsequent einschränken wollte, nämlich den Züricher Stadtrat Aschenbacher. 1991 begann man in Zürich in Wohngebietsstraßen Tempo 30 einzuführen. Seit Jahrzehnten wissen wir, was wir tun müssten, um Städte leiser und lebenswerter zu machen, als sie es derzeit sind. Aber wir drücken uns davor.
Hauptursache für die tägliche Verstopfung der Städte vor allem morgens und abends sind die Pendler:innen.
