2. April 2026

Hoppelpassage entschärft

Vor sechs Wochen habe ich die Stelle noch in einem Post erwähnt: aufgeworfene Platten, welliges Baumbeet auf der Hauptradroute 1 im Akademiegarten. Und - schwupps - ist die Stelle hergerichtet worden. 

Der Schlossgarten gehört dem Land, es ist zuständig dafür, wie dort die Radstrecken aussehen. Das habe ich in meinem Post über die Landtagswahlprogramme angemerkt. Und seit Jahren hoppsen tausende Radler:innen täglich im Akademiegarten über die Plattenkanten oder weichen ihnen über das schrundige Baumbeet aus. 

So sah das bis vor ein paar Wochen aus (Bild rechts). "Ist das schrecklich", stieß ein Radfahrer einmal aus, der knapp vor mir über die Stelle fuhr. Ohnehin keine leicht Stelle, weil hier auch noch viele Menschen zu Fuß unterwegs oder herumstehen und weil es reichlich Ecken gibt, die wir umrunden müssen. Und nun gibt es hier endlich doch mal eine kleine Verbesserung.  

Zwei Wochen vor Ostern wurde erst das Erdreich rund um den Baum erneuert, dann die Platten neu verlegt. Sie sind zwar immer noch nicht völlig plan, aber deutlich glatter aneinander gefügt als sie es vorher waren. Mal sehen, wann die Sperrgitter um den Baum wegkommen. Dann vergrößert sich die Geh- und Fahrfläche wieder. 

Danke. 

31. März 2026

Spitzkehren - nicht an den Radverkehr gedacht

Infrastruktur, mit der Menschen, die nicht in Autos sitzen, die Autoströme überqueren können, wurde nie  fürs Fahrrad geplant. Sie wird aber oft fürs Radfahren freigegeben, denn irgendwie müssen die ja auch über die Verkehrsschneisen kommen. 

Spitzkehren sind bei Brückenbauwerken an den Auf- und Abgängen für niemanden angenehm, aber die einzige halbwegs platzsparende Lösung, um es Menschen in Rollstühlen oder mit Kinderwagen zu ermöglichen, runter oder rauf zu kommen. Für Fußgänger:innen und Radfahrende verlängern sie die Überquerungswege um ein Vielfaches. Für Radfahrende ist der Umweg nicht ganz so lästig, aber dafür sind die Spitzkehren eine radlerische Herausforderung. Blogleser Andreas hat mir die Situation in Esslingen auf der Pliensaubrücke geschildert, die zwischen der Stuttgarter Straße und der Neckarstraße den Neckar, die Eisenbahngleise und Neckarstraße überquert. Die Fotos sind von ihm.  

29. März 2026

Das Problem mit den Werkstattterminen fürs Fahrrad

Es gibt zu wenige Händler, die die vielen Fahrräder reparieren können, die online oder bei den wenigen großen Anbietern gekauft wurden. 

Neue Bremsen, ein kaputtes Licht, die Kette springt ständig raus, das sind einige der Probleme, die bei Fahrrädern auftauchen, die viel gefahren werden. Also ab in den nächsten Fahrradladen. Der aber hat einen Termin erst in zwei oder vier Wochen. Wie Bike-x berichtet, haben knapp die Hälfte Schwierigkeiten bei der Wartung der Räder und für 33,1 Prozent sind vor allem die Wartezeiten auf einen Reparaturtermin zu lang. Ging mir übrigens auch schon so. Mit einem kaputten Rücklicht bin dann erst Mal in den Keller 5 gefahren, wo man gemessen hat, woran es liegt. Dann habe ich mir ein Rücklicht im Internet bestellt und bin damit zu meinem Fahrradhändler des Vertrauens am Marienplatz gefahren. Der hatte zwar keine Zeit, aber er hat mir das Werkzeug gegeben, sodass ich das Licht vor der Ladentür selber ersetzt habe. Ich bin aber keine Bastlerin und Bremsen ersetze ich nicht selber. Doch ich brauche ein fahrtüchtiges Fahrrad. Deshalb brauche ich auch einen Fahrradladen, der mir bei Problemen hilft. Den habe ich, aber so viel Glück haben nicht alle. 

Manche haben ja zwei Fahrräder, die nehmen dann das andere, aber zwei Pedelecs haben die Leute selten. Viele steigen dann, so die europäische Studie im Auftrag von Shimano  auf andere Verkehrsmittel um, nicht nur temporär, manche auch für immer. Sie lassen das Fahrrad Fahren sein und kaufen sich natürlich auch kein neues mehr, was die Fahrradbranche beunruhigen sollte. 27 Prozent versuchen, ihr Fahrrad alleine zu reparieren. Für Stuttgart kann ich empfehlen, mit dem Rad zur Fahrradwerkstatt des ADFC oder in eine andere zu gehen, wo einem bei der Reparatur geholfen wird. 

27. März 2026

Trotz Durchfahrtssperre Autochaos auf der Fahrradstraße

Auf der Böblinger Straße wird am Südheimer Platz die Stadtbahnhaltestelle verlängert. Deshalb ist sie dort gesperrt. Autofahrende werden im Vorfeld umgeleitet. 

Das allerdings interessiert sehr viele Autofahrende überhaupt nicht. Sie fahren trotz unübersehbarer Sperren und Verbotsschilder durch die Burgstallstraße und blockieren die Fahrradstraße für Radfahrende. 

Sie blockieren natürlich auch sich selbst, weil die Straße für diese Massen an Autos im Gegenverkehr gar nicht ausgelegt ist. Und sie zwingen dann Radfahrende anzuhalten und abzuwarten, bis der eine Autofahrer rückwärts rangiert hat, der andere über den Gehweg ausgewichen und der dritte in eine Einfahrtenlücke gefahren ist. Das geht jetzt seit Montag so. Und in den ersten Tagen muss das Chaos perfekt gewesen sein, bis hin zu Staus. Das wird auch noch ganz lange so gehen, denn die Baustelle auf der Böblinger Straße soll noch Monate dauern. Der illegale Autoverkehr wird vermutlich etwas weniger werden, aber nicht aufhören. Es sei denn, die Polizei würde sich da mal ein paar Abende zwischen 17 und 17:30 Uhr hinstellen, was wir Radfahrende ja kaum zu träumen wagen. 

25. März 2026

Radfahrtypen

Die Niederländer:innen haben zwei verschiedene Worte für Leute auf Fahrrädern. 

"Wielrenners" radeln in Spezialkleidung mit Helm und vielleicht Sicherheitswesten sportlich und so schnell wie möglich. "Fietsers" sind diejenigen, die in moderatem Tempo, Normalkleidung und ohne Helme und Sicherheitswesten ihre Alltagswege in der Stadt zurücklegen. Wir haben vor allem die Negativ-Begriffe  "rasende Radler". "Ramboradler" und "Kampfradler". Na gut, auch wir kennen den Begriffe "Alltagsradler:in", "Radpendler:innen" oder "Freizeitradler:innen". 

In der Regel amüsiert man sich in den Niederlanden oder auch in einer Radfahrstadt wie Kopenhagen über unsere Neigung, für Alltagswege Sportkleidung und Outdoorausrüstung zu tragen. Herren, die im Anzug Rad fahren, sind bei uns selten, Frauen in Röcken oder eleganten Kostümen noch seltener. Häufig sind die Fietsers bei uns semisportlich ausgerüstet mit reflektierenden Jacken und Jeans, manche mit Sicherheitswesten über dem Mantel. Und wir fahren (fast) alle gerne ziemlich schnell. Auch das unterscheidet uns von Radfahrnationen. Uns fehlt das noch ein bisschen Radkultur. 

23. März 2026

Radverkehr bleibt im Fußverkehr stecken

Eine wichtige Radroute in Stuttgart wird zunehmend untauglich für den Radverkehr. Es handelt sich um die Strecke zwischen König-Karls-Brücke (Wasen) und Hofen auf dem Neckardamm. 

Seitdem die Wilhelmsbrücke gesperrt ist, bleiben Radfahrende zwischen neuem Rosensteinsteg und Einmündung Wilhelmsbrücke im Fußgängerverkehr stecken. Wobei diese Strecke ohnehin nur als Gehweg mit Radfreigabe ausgewiesen ist, also nicht im Radpendlertempo befahren werden dürfte, sondern nur in Schrittgeschwindigkeit. Das war schon immer völlig wirklichkeitsfremd, weil man auf so langen Strecken wie dem Neckardamm nicht Schrittgeschwindigkeit radeln kann. Solche Anordnungen zwingen Radfahrende deshalb systematisch in die Illegalität. Die Wilhelmsbrücke war die wichtigste Fuß-Verbindung zwischen Cannstatter Vorstadt und Cannstatter Altstadt. Jetzt müssen alle Fußgänger:innen den neuen Steg anstelle der abgerissenen Rosensteinbrücke benutzen. Das führt dazu, dass sie nun massenhaft auf dem links und rechts der Bäume zweigeteilten Gehweg zwischen Steg und Wilhelmsbrücke unterwegs sind (Foto oben). Das ist selbstverständlich ihr gutes Recht. Sie haben genug Nachteile und Umwege durch die Sperrung der Wilhelmsbrücke. 

21. März 2026

Pedelecs während des Einkaufs aufladen

Die Outdoorausrüster Vaude hat seinen Fabrikverkauf in Obereisenbach bei Tettnang im Schwäbischen Allgäu. Der Parkplatz ist riesig. Aber es gibt auch Radabstellanlagen. 

Und seit neuestem gibt es zudem neben der Reparaturstation auch drei einfache Ladestationen für Pedelecs. Laden kann man während der Öffnungszeiten mit hauseigenem Solarstrom, muss aber das eigene Ladekabel dabei haben. Das Element entspricht dem, das hier angeboten wird. Die blauen Boxen sind übrigens für Akkus zu eng, sie dienen der regengeschützten Aufbewahrung des Ladegeräts, das man darin fixieren kann, damit es niemand klaut.  

Man stöpselt hinten in der Steckdose ein, legt das Ladegerät in die Box und zieht vorne durch ein verschließbares Loch das Kabel zum Fahrradakku. 

Ein einfaches System, dass immerhin noch einen knappen Tausender gekostet haben dürfte. 





19. März 2026

So sieht es mit dem Radverkehr in Stuttgart aus

Stuttgart baut seit 15 Jahren die Radinfrastruktur aus mit dem erklärten Ziel, den Radverkehr bis 2030 auf 25 Prozent beim Modal Split zu steigern. 

Schließlich hat es 2019 auch einen Zielbeschluss des Gemeinderats dazu gegeben. Anfang März veröffentlichte die die Stadt einen langen Bericht. Demzufolge konnte der Radverkehr zwischen 2017 und 2023 stadtweit trotz aller Bemühungen nur von 8 auf 9 Prozent gesteigert werden. Das ist das Ergebnis einer Befragung, bei der die teilnehmenden Haushalte für einen bestimmten Stichtag danach gefragt werden, welche Wege sie wie zurückgelegt haben. In der Woche radeln demnach deutlich mehr Menschen als am Wochenende, was dafür spricht, dass Fahrräder für Alltagswege genutzt werden, für Fahrten zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten, zum Einkaufen. 2017 war der Freizeitradelverkehr noch höher. Das Deutschlandticket hat es den Leuten wohl erleichtert, ihre Wochendausflüge mit dem Zug zu machen. Außerdem wurden in Stuttgart vor allem Alltagsradrouten ausgebaut. Allerdings ist 2023 ja nun auch schon wieder drei Jahre her. Die Zahlen sind also nicht aktuell. 

17. März 2026

Umlaufsperren oft nicht mehr zeitgemäß

Zwei Sperrgitter, jeweils eines nach links und eines nach rechts versetzt, sollen in der Regel verhindern, dass Kinder aus seinem Seitenweg heraus auf eine Fahrbahn laufen oder Radfahrende zu schnell auf einem querenden Weg fahren. 

Sie dienen dazu, Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern drastisch runterzubremsen. Das kann an einigen Stellen durchaus nötig und sinnvoll sein. Für Menschen mit Kinderwagen oder in Rollstühlen stellen sie dabei jedoch oft ein Hindernis dar, das nicht einfach zu überwinden ist. Auch mit breiten Fahrrädern, etwa Dreirädern und Lastenrädern oder mit Rädern mit Kinderanhängern kommt man zuweilen kaum oder gar nicht durch. Die Stadt Osnabrück will zahlreiche Wege wieder besser nutzbar machen (auch für den Radverkehr) und darum überprüfen, ob die Umlaufsperren zu eng sind und nicht mehr den heutigen Anforderungen an Berrierefreiheit entsprechen oder ob sie ganz weg können, und ruft die Bevölkerung dazu auf, Probleme zu melden. 270 Ulaufsperren sind der Stadt Osnabrück bekannt, es könnte aber noch mehr geben, von denen die Stadt nichts weiß. 

Das Land Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr in einem Erlass festgestellt, dass Sperrpfosten und Umlaufgitter auf Radverkehrsflächen eine Gefahr darstellen und entfernt werden sollen.