5. August 2021

Nur das Fahrrad rettet für uns noch das Klima

Der Austausch von Autos mit Verbrennungsmotoren durch solche Elektromotoren geht viel zu langsam. Schnell genug geht es nur, wenn wir Autos stehen lassen und, wo immer wir können, mit dem Rad fahren. 

Ein Forscherteam in Oxford hat errechnet, dass schon eine Radfahrt zur Arbeit anstelle einer Autofahrt pro Woche im Lauf eines Jahres ungefähr so viel CO2 einspart wie ein einfacher Flug von New York nach London produziert. (Eine Rechnung, die ich natürlich nicht nachprüfen kann, und auch der englische Artikel hilft da nicht weiter.) Entscheidend für das Leben unserer Kinder und Kindeskinder seien die nächsten fünf Jahre, so die Argumentation, bis der Ersatz aller Verbrennungsmotoren Wirkung zeigt, dauere es aber 15 bis 20 Jahre. Selbst wenn man ab heute nur noch Elektroautos kaufen könnte und dürfte, fahren ja noch Jahre bis Jahrzehnte lang alte Verbrenner herum. 

Und eigentlich wissen wir es ja alle: Der Autoverkehr muss vor allem in unseren Städten ernsthaft eingeschränkt werden. Er kostet Platz, Gesundheit und Menschenleben. 

3. August 2021

Was tun gegen Gehwegradler:innen in der Epplestraße?


Die Epplestraße in Degerloch, wo wie Ladenzeile ist, funktioniert nur für Autofahrende, für Fußgänger:innen und Radfahrende ist sie ungemütlich. 

Sie hält für Radfahrende etliche Widerwärtigkeiten bereit, über die ich an anderer Stelle schon berichtet habe. 

Und weil Radler hier ihren Weg nicht finden und nicht haben, nerven sie Fußgänger:innen auf den Gehwegen. Ich höre immer wieder erbitterte Beschwerden. Auf der Fahrbahn können sie Richtung Markt gegen die Einbahnstraße nicht radeln. Sie müssten die parallele Rubensstraße nehmen, doch dorthin zu kommen, ist unwirtlich. Es muss eine Anzahl von Berufsradpendler:innen geben, die hier konsequent den Gehweg benutzen und bei Fußgängerbeschwerden auch pampig werden. 

Ich habe mich an einem Mittwochabend kurz vor 18 Uhr fünf Minuten hingestellt und die geschaut, was passiert. Dabei habe ich zwei Radler:innen gesehen, die auf der Fahrbahn, also auf der Busspur hoch geradelt sind. Außerdem zwei Gehwegradler:innen und einen, der das Rad geschoben hat. Zwei Gehwegradler in fünf Minuten, ist schon viel. 

1. August 2021

Die echten Radlerabenteuer in Stuttgart - Mercedesstraße

Linksseitig die Mercedesstaße in Cannstatt Richtung König-Karls-Brücke entlang radeln gehört noch zu den echten Radlerabenteuern in Stuttgart. 

Und da radeln gar nicht mal wenige. Zwischen Stadion und Veielbrunnen-/Elwertstraße geht es ja noch, da hat man einen breiten Radweg, den man sich mit Fußgänger:innen teilt, aber dann wird alles ganz schmal und eng. Erst stehen da Bäume, sodass sich entgegenkommende Radler:innen nicht aneinander vorbei kommen, dann kommt man an den Übergang über die Stadtbahngleise. 

30. Juli 2021

Meine fahrradfreundliche Schulzeit

In den siebziger Jahren bin ich mit dem Fahrrad von Sonnenberg zum Fanny-Leicht-Gymnasium in Vaihingen gefahren. Dafür waren bestimmte Voraussetzungen erfüllt, die bis heute gelten. 

Der Weg war einfach, er hatte kaum Steigungen, ging ausschließlich durch Nebenstraßen und über die Felder. Erst bei der Schule kamen wir an einen Fußgängersteg und an ein Gemeindezetrum, wo wir nicht Rad fahren durften, aber natürlich durchfuhren. Zuweilen dramatisch gestellt von einer Lehrerin, die das Radfahrverbot durchsetzen wollte. Die Schule hatte in den siebziger Jahren einen trockenen Fahrradkeller, wo sicher gut 200 Räder reinpassten, und davor auch Fahrradständer. Die waren alle immer gut voll, aber man hatte immer die Chance, einen Platz zu finden. Die Räder mussten wir Kinder daheim allerdings eine schmale, steile Kellertreppe runter- und rauftragen, die auch noch einen Bogen machte. Im Rückblick finde ich es reine Glücksache, dass wir nie mit dem Fahrrad abgerutscht und runtergestürzt sind. 

Daraus ergeben sich schon Punkte, die Schüler:innen bewegen, mit dem Fahrrad zu fahren:

28. Juli 2021

Wer Radwege baut, bekommt Radverkehr

Die Grundregel ist die Gleiche wie beim Autoverkehr. Wer Straßen baut, bekommt Autoverkehr. 

Deshalb ist eine Bedarfsplanung Unsinn, also eine Planung, die auf den derzeitigen Radverkehr schaut. Wir brauchen eine Angebotsplanung. Denn das Angebot erzeugt den Radverkehr, der an dieser Stelle noch nicht ist. 

Viele Radfahrende fühlen sich im Straßenverkehr verunsichert. Im Rahmen der MultiMedia-Aktion "besser Radfahren" hat der SWR eine repräsentative Umfrage für ganz Deutschland Auftrag gegeben. Derzufolge radelt 41 Prozent der Bevölkerung gar nicht und 20 Prozent nur selten (mehrheitlich übrigens ältere Menschen). 10 Prozent fahren täglich, 17 Prozent mehrmals pro Woche mit dem Fahrrad, die ich zu 27 Prozent regelmäßigen und routinierten Radler:innen zusammenfassen würde. Grob gesagt, je jünger  die Menschen, je größer der Ort und je höher das Einkommen, desto eher wird Fahrrad gefahren. Während der Covid-Pandemie 2020 sind zwar viele aufs Fahrrad umgestiegen, aber viele hatten auch gar keine Wege mehr zu Arbeit, deshalb ist der Radverkehr nicht so gewachsen, wie man es vermutet. 

Von allen Befragten - den Radler:innen und den Nicht-Radler:innen - denken 41 Prozent, dass die Politik mehr für Radfahrende tun sollte. Vor allem die Rechten und die FDP-Anhänger meinen allerdings eher, dass schon viel zu viel getan werde. Fragt man die Leute, warum sie doch lieber nicht Fahrrad fahren, dann hörte man auch in der Umfrage, dass der Autoverkehr sie daran hindert.

26. Juli 2021

Gepflegtes Durcheinander an der neuen Landesbibliothek

An der neuen Landesbibliothek gibt es reichlich Radabstellanlagen. Ob man mit dem Rad auch dorthin fahren darf, also auf dem Gehweg, ist unklar. Ein Freigabeschild gibt es nicht. 

Ohnehin ist der Weg bis rauf zum Charlottenplatz noch nicht durchgängig beradelbar. Wenn das mal geht, werden wir hier viele Radler:innen haben. Runter kommen sie schon, aber auf der Fahrbahn. Viele kommen über die Ampel am Deckel und biegen auf die Fahrbahn ein. Chaotischer wird es dann an der Ecke Ulrichstraße. 

24. Juli 2021

Tempo 30 in Städten hilft allen

Für Fußgänger:innen und Radfahrende ist das unter Umständen lebensrettend. Ein Aufprall mit 30 oder 40  überlebt man eher als einen mit 50 oder 60 km/h. 

Außerdem ist die Differenz zwischen Radfahrenden und Autos dann geringer und der Überholdruck nimmt ab. Enges Überholen ist weniger beängstigend für die Radfahrenden. Der Fahrtwindschlag fällt weg. Und leiser ist es auch. Nachteile gibt es keine, aber Vorteile reichlich, wie das Umweltbundesamt schon 2016 in einem Bericht feststellt. 

Die meisten Autofahrenden glauben leider, dass sie um so schneller ankommen, je schneller sie auf einer innerstädtischen Straße fahren. Das mag nachts um drei so sein, es ist aber nie tagsüber der Fall, wenn viele andere Autofahrende ebenfalls meinen, sie müssten so schnell wie möglich fahren, um so schnell wie möglich anzukommen. Das klappt dann aber nicht. Wir werden an Ampeln und von Falschparkern und Ein- und Abbiegern aufgehalten, und je mehr Autos unterwegs sind, desto länger müssen wir an Ampeln warten.

22. Juli 2021

Wer radelt, kann auch reden

Wir schweigen zu viel. Dabei sind kurze Wortwechsel, auch Small-Talk genannt, gut für die Seele. Darauf macht Spektrum.de aufmerksam. Wer im Auto abgekapselt sitzt, spricht mit niemandem, wer auf dem Fahhrad durch die Stadt streift, kann mit vielen Leuten reden. 

Vor allem eben mit Leuten, die man gar nicht kennt. Am Zebrastreifen steht eine Frau, die sich nicht traut, ich mache langsam und sage: Gehen Sie nur, ich habe Sie gesehen. Sie bedankt sich unnötigerweise. Und in meinen neuronalen Netzen entsteht ein kleines Lächeln. Am Wegesrand müht sich eine Frau mit einem Fahrrad ab, die Kette ist rausgesprungen, ich halte an und frage, ob sie Hilfe braucht. Selbst, wenn nicht, so fahre ich doch mit einem zufriedenen Gefühl weiter. 

20. Juli 2021

Verpeilter Radler mit Pfadfindersinn

Es gibt immer wieder Radler:innen, die sehr unorthodox durch die vorhandene oder nicht vorhandene Radinfrastruktur in Stuttgart schlingern. 

Sie fahren wie Pfadfinder, ohne sich um Regeln zu kümmern. Sie machen aber auch deutlich. dass der Verlauf der Radinfrastruktur nicht immer leicht zu entschlüsseln ist oder sich so umständlich darstellt, dass sie nicht angenommen wird. 

Diesen Radler habe ich am Botnanger Sattel beobachtet. Er kam die Botnanger Straße hoch, wo es bergab rechts und bergauf links einen Zweirichtungsradweg gibt.