Für die meisten Menschen scheint ein Radweg alles zu sein, wo sie Räder fahren sehen und selber mit dem Rad fahren können. So kommt auch die Behauptung in Kessel-TV zustande, dass der Neckarbrücke-Radweg an einer Treppe ende. Stimmt, die Brücke endet bergauf immer noch an dieser Treppe, und das ist ärgerlich, man kann sie aber auf neuem Radweg runter Richtung Wilhelma-Kreuzung fahren. Die Brücke selbst ist aber (zumindest noch) kein Radweg, sondern nur ein Gehweg, der fürs Radfahren freigegeben ist. Das heißt: Es gilt Schrittgeschwindigkeit, und zwar immer, auch dann, wenn keine Menschen zu Fuß unterwegs sind. Leute wegklingeln, ist tabu.
Diesen Irrtum begeht zuweilen auch die Polizei, wenn sie Radfahrende von einer Fahrbahn auf den Gehweg schickt, mit der Behauptung, der sei der Radweg. Es gibt sogar Beamte (bezeugt), die behaupten, man dürfen auf einem Gehweg radeln, der nicht als Gehweg gekennzeichnet ist. Was für ein Kennzeichen sie sich vorstellen, bleibt dabei rätselhaft, denn ein Gehweg definiert sich durch Bordstein und Häuserwände oder Zäune als Gehweg und ist dann verboten für Autos und Fahrräder. Nur wenn er fürs Radfahren freigegeben wird, steht da der blaue Fußgänger-Lolli mit dem Schild "Rad frei" darunter.
Den Irrtum begehen auch so manche Autofahrende, die mich anhupen, wenn ich auf der Hofener Straße auf der Fahrbahn radle, weil sie denken, der Gehweg sei der Radweg, denn dort sehen sie ja die meisten Leute radeln. Der Irrtum darüber, dass freigegebene Gehwege keine Radwege sind, dürfte auch der Grund dafür sein, dass ich immer wieder die Behauptung lese und höre, Radfahrende würden ja gar nicht auf den Radwegen radeln, sondern Autofahrende auf Fahrbahnen ärgern.
Dieser Irrtum sitzt aber auch tief in den Behörden.