Ich bekam eine Anfrage zum Thema "Kampfradler" und wurde ausgiebig befragt, ob das Verletzen von Regeln Radfahrenden gestattet sein dürfe oder eben nicht. Ich habe versucht zu sagen, dass viele von uns Radfahrenden häufig mit zitternden Knien am Straßenrand stehen und denken: Da hätte ich auch tot sein können. Das Problem sind nicht die Radfahrenden, auch wenn Fußgänger und Autofahrer sie gern problematisieren, sondern die mangelhafte Radinfrastruktur, die gerade in Stuttgart die Radler hin und her schiebt zwischen Radstreifen, Gehweg und Fahrbahn, an Kreuzungen keine radgerechten Lösungen anbietet und die Hauptradroute 1 durch den Schlossgarten gelegt hat, wo sich Radler unter Fußgänger mischen müssen.
26. April 2018
Zur Sache Baden-Württemberg: Radfahren
Ich bekam eine Anfrage zum Thema "Kampfradler" und wurde ausgiebig befragt, ob das Verletzen von Regeln Radfahrenden gestattet sein dürfe oder eben nicht. Ich habe versucht zu sagen, dass viele von uns Radfahrenden häufig mit zitternden Knien am Straßenrand stehen und denken: Da hätte ich auch tot sein können. Das Problem sind nicht die Radfahrenden, auch wenn Fußgänger und Autofahrer sie gern problematisieren, sondern die mangelhafte Radinfrastruktur, die gerade in Stuttgart die Radler hin und her schiebt zwischen Radstreifen, Gehweg und Fahrbahn, an Kreuzungen keine radgerechten Lösungen anbietet und die Hauptradroute 1 durch den Schlossgarten gelegt hat, wo sich Radler unter Fußgänger mischen müssen.
25. April 2018
Radeln im Vertrauen auf Regeln kann tödlich sein
Diese Unfälle passieren genau dort, wo Radfahrende sich absolut regelkonform verhalten, nämlich dann, wenn sie auf einem Radweg an einer Kreuzung Grün bekommen, zusammen mit den Fußgänger/innen, und losfahren. Im Vertrauen darauf, dass der Autofahrer seine Verantwortung wahrnimmt und guckt, bevor er rechts abbiegt. Diese Unfälle gehen mit schwersten Verletzungen für den Radler einher, nicht aber für den Autofahrer, sie enden oft sogar tödlich. Und die Unfallfahrer werden nicht einmal sonderlich streng bestraft. Der ADFC und ich auch haben die diesjährigen Unfälle mal gezählt. Ich habe 16 gefunden. Unter den Opfern sind mehr Frauen als Männer.
23. April 2018
Kriegsrhetorik gefährdet Radfahrer
Wir haben uns angewöhnt, die Konflikte zwischen Auto- und Radverkehr als Krieg zu beschreiben. Das rechtfertigt gewissermaßen unser Verhalten.
Ist der andere mein Feind, dann darf ich zur Selbstverteidigung greifen. Ich darf mich gewissermaßen in eine aggressive Grundhaltung bringen und dann gewalttätig und strafend verhalten.
Ist der andere mein Feind, dann darf ich zur Selbstverteidigung greifen. Ich darf mich gewissermaßen in eine aggressive Grundhaltung bringen und dann gewalttätig und strafend verhalten.
Opfer sind in jedem Krieg die Schwächeren. Also die Radfahrer. In Deutschland stirbt alle 22 Stunden ein Radfahrer, schreibt Thomas Hummel in der Süddeutschen Zeitung, der ein Interview mit Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer geführt hat. Alle 36 Sekunden wird einer schwer verletzt. Wir haben offenbar entschieden, unsere Verkehrstoten stumm hinzunehmen, sagt Brockmann. Dieselbe Süddeutsche Zeitung lässt aber auch einen Autor Radfahrende als "Strampelnazis" titulieren.
22. April 2018
Per Rad nach Asien
Meine Ruderkollegin Veronika hat sich aufs Fahrrad gesetzt und fährt mit ihrem Mann nach Kasachstan.
Das Foto zeigt beide mit den Visen in den Händen. Veronika hat einen Blog eingerichtet, dem man folgen kann, wenn man will. Los ging es am eisigen und verregneten Ostersonntag. Inzwischen dürfte das Wetter für die beiden besser geworden sein.
Ich wüsche ihr eine gute Reise.
Das Foto zeigt beide mit den Visen in den Händen. Veronika hat einen Blog eingerichtet, dem man folgen kann, wenn man will. Los ging es am eisigen und verregneten Ostersonntag. Inzwischen dürfte das Wetter für die beiden besser geworden sein.
Ich wüsche ihr eine gute Reise.
21. April 2018
Stuttgart hat einen Radentscheid
Die Gruppe Zweirat und ihr Sprecher Thejs Lucas haben am vergangen Dienstag der Öffentlichkeit ihr Vorhaben vorgestellt. Auch Stuttgart wird wahrscheinlich einen Radentscheid bekommen.
Es geht um Sicherheit für alle (auch Kinder, Mobilitätseingeschränkte und Ältere), um gute Alltagsrouten, Pflege der Radwege, Öffentlichkeitsarbeit, geeignetes Personal und Radabstellanlagen. Hier die Internetseite.
Untersdchriften werden ab Ende Mai gesammelt. Es geht darum, 20.000 Unterschriften zu sammeln, um den Volksentscheid beantragen zu können. Wer selber Unterschriften sammeln will, melde sich beim Radentscheid: hallo@radentscheid-stuttgart.de
Es geht um Sicherheit für alle (auch Kinder, Mobilitätseingeschränkte und Ältere), um gute Alltagsrouten, Pflege der Radwege, Öffentlichkeitsarbeit, geeignetes Personal und Radabstellanlagen. Hier die Internetseite.
Untersdchriften werden ab Ende Mai gesammelt. Es geht darum, 20.000 Unterschriften zu sammeln, um den Volksentscheid beantragen zu können. Wer selber Unterschriften sammeln will, melde sich beim Radentscheid: hallo@radentscheid-stuttgart.de
20. April 2018
Radfahren zwischen Zukunft und Gegenwart
Endlich mal ein echt sachkundiger Artikel übers Radfahren in Stuttgart und Esslingen. Umfangreich recherchiert und mit vielen gesprochen hat Dietrich Heißenbüttel für seinen Artikel "Schöner Radeln in ferner Zukunft" für Kontext.
Da fährt einer Rad und analysiert unaufgeregt und mit radpolitischem Verstand die Realität. Begleitet wird der Artikel von Fotos von Joachim E. Röttgers, die tatsächlich auch passen und zeigen, was sie zeigen sollen. Heißenbüttel richtet den Blick auf die Infrastruktur zwischen Zukunftsreden und Realität. Sie ist ja da, aber sie ist lückenhaft und fällt auch mal kurz einer Umleitung für Autos zum Opfer wie die Tübinger Straße im Sommer.
Da fährt einer Rad und analysiert unaufgeregt und mit radpolitischem Verstand die Realität. Begleitet wird der Artikel von Fotos von Joachim E. Röttgers, die tatsächlich auch passen und zeigen, was sie zeigen sollen. Heißenbüttel richtet den Blick auf die Infrastruktur zwischen Zukunftsreden und Realität. Sie ist ja da, aber sie ist lückenhaft und fällt auch mal kurz einer Umleitung für Autos zum Opfer wie die Tübinger Straße im Sommer.
19. April 2018
Das stylische Stuttgarter Fahrrad von Kruschhausen
Da bastelt einer und nach zwei Jahren ist der Prototyp eines eleganten Klapprads fertig. Und weil der Konstrukteur, Tobias Kruschhausen, in Stuttgart lebt, konnte ich mich mit ihm treffen und das Teil Probe fahren.
Tobias kam mit der U-Bahn zum Marienplatz und hat vor meinen Augen das Fahrrad in Sekunden aus dem Transportmodus in den Fahrmodus gebracht. Tobias Kruschausen ist Produktdesigner und hat sich mit diesem Projekt selbstständig gemacht. Er möchte das Fahrrad produzieren und sammelt dafür über Startnex Geld. Das Fiiz von Kruschhausen Cycles besteht aus zwei Teilen, die zusammengefügt einen super stabilen zweifarbigen Diamantrahmen bilden und sich wie ein urbanes Sportrad fährt. Ziemlich cool!
Tobias kam mit der U-Bahn zum Marienplatz und hat vor meinen Augen das Fahrrad in Sekunden aus dem Transportmodus in den Fahrmodus gebracht. Tobias Kruschausen ist Produktdesigner und hat sich mit diesem Projekt selbstständig gemacht. Er möchte das Fahrrad produzieren und sammelt dafür über Startnex Geld. Das Fiiz von Kruschhausen Cycles besteht aus zwei Teilen, die zusammengefügt einen super stabilen zweifarbigen Diamantrahmen bilden und sich wie ein urbanes Sportrad fährt. Ziemlich cool!
17. April 2018
Die Fahrradstraße hat verloren
Die Fahrradstraße Tübinger Straße wird im Sommer für sechs Wochen zwischen Cotta-Straße und Feinstraße für den Umleitungs-Autoverkehr freigegeben, den die Sanierung am Österreichischen Platz erzeugt.
Es bleibt beim ursprünglichen Konzept. Im UTA, dem zuständigen Ausschuss im Gemeinderat, hat das Ordnungsamt, das sich viele Gedanken gemacht, viele Vorschläge erwogen und uns lange zugehört hat, klargestellt, dass egal, was wir wünschen, Sicherheitsaspekte Vorrang haben und das Ordnungsamt hier entscheidet. Die Anträge von Grünen und SÖSLi-Plus, die Sperre an der Feinstraße beizubehalten, wurde mit 6 zu 8 von den anderen Parteien (CDU, SPD, Freie Wähler, FDP und Ultrarechts) überdies abgelehnt. Aber auch, wenn es anders ausgegangen wäre, es hätte nichts geändert.
Das bedeutet:
Es bleibt beim ursprünglichen Konzept. Im UTA, dem zuständigen Ausschuss im Gemeinderat, hat das Ordnungsamt, das sich viele Gedanken gemacht, viele Vorschläge erwogen und uns lange zugehört hat, klargestellt, dass egal, was wir wünschen, Sicherheitsaspekte Vorrang haben und das Ordnungsamt hier entscheidet. Die Anträge von Grünen und SÖSLi-Plus, die Sperre an der Feinstraße beizubehalten, wurde mit 6 zu 8 von den anderen Parteien (CDU, SPD, Freie Wähler, FDP und Ultrarechts) überdies abgelehnt. Aber auch, wenn es anders ausgegangen wäre, es hätte nichts geändert.
Das bedeutet:
Musik und Wein anstelle von Radfahrern
Mehrere Wochenenden lang sind Radfahrende am Rosensteintunnel um dieses Schild herumgefahren. Vor allem am Wochenende wird es hier eng, weil sich viele Radler entgegenkommen.
Vermutlich steht das Schild immer noch. Mal sehen, wie lange. Um es ganz klar zu sagen: Werbeplakate dürfen nicht so aufgestellt sein, dass sie den Verkehr behindern. Aber Radfahrende sind ja geduldige Hindernis-Umfahrer. Mit denen kann man alles machen. Gell?
Vermutlich steht das Schild immer noch. Mal sehen, wie lange. Um es ganz klar zu sagen: Werbeplakate dürfen nicht so aufgestellt sein, dass sie den Verkehr behindern. Aber Radfahrende sind ja geduldige Hindernis-Umfahrer. Mit denen kann man alles machen. Gell?
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