Radwege und Radstreifen dienen dem Komfort des Autoverkehrs. Aus Gründen der Sicherheit sind sie unnötig. Sie fühlen sich nur sicherer an. Das ist das große Paradoxon der Radverkehrsförderung.
Wir setzen auf Radwege, um mehr Leute, vor allem Kinder, Jugendliche und Alte aufs Fahrrad zu bringen. Es gilt als gefährlich, sich mit dem Rad unter Autos zu mischen. Aber eigentlich ist es nur stressig. Denn wir bekommen direkt die Aggressionen mancher Autofahrender zu spüren, wir werden manchmal knapp überholt. Tatsächlich trauen sich Unerfahrene eben nicht auf die Fahrbahnen. Sie träumen von Radwegen und Radstreifen. Und sie brauchen sie auch. Ohne Radrouten, die sich sicher anfühlen, erreichen wir in unsere Stadt diejenigen nicht, die Angst haben vor dem Autoverkehr, aber eigentlich gern Rad fahren würden. Sicherer, als wir denken, sind wir auf Fahrbahnen unterwegs. Diese These untermauert Thomas Schlüter eindrucksvoll auf seinem Blog über Radverkehrsunfälle und Zusammenstöße. Also bitte erst lesen, dann diskutieren!
29. Oktober 2018
27. Oktober 2018
So kann man was machen
Man kann ja eh nix tun ... die da oben! Stimmt nicht. Man kann sehr wohl was tun. In Stuttgart gibt es einige sogar recht wirkungsvolle Methoden. Das muss nicht mal viel Zeit kosten. Man muss es nur machen.
Dich stört, dass der Radweg deiner Kinder zu Schule von eine Baustelle unterbrochen wird, dass das Laub auf dem Radstreifen nicht verschwindet, dass ständig Autos auf dem Gehweg vor deiner Tür parken, dass an einem Bordstein eine Schwelle für Kinderwagen oder Rollatoren fehlt ... Bürger/innen haben derzeit mehr Macht und finden mehr Gehör als jemals zuvor. Bei Fahrradthemen kannst du dich an mich wenden. Du kannst eine Gelbe Karte an die Stadt schreiben, du kannst zum Bezirksbeirat gehen, du kannst den Stadträt/innen schreiben. Du kannst Aktionen machen und Demos planen. Wie das geht und wie es wirkt, beschreibe ich jetzt.
Das einfachste Mittel ist:
Die Gelbe Karte.
Dich stört, dass der Radweg deiner Kinder zu Schule von eine Baustelle unterbrochen wird, dass das Laub auf dem Radstreifen nicht verschwindet, dass ständig Autos auf dem Gehweg vor deiner Tür parken, dass an einem Bordstein eine Schwelle für Kinderwagen oder Rollatoren fehlt ... Bürger/innen haben derzeit mehr Macht und finden mehr Gehör als jemals zuvor. Bei Fahrradthemen kannst du dich an mich wenden. Du kannst eine Gelbe Karte an die Stadt schreiben, du kannst zum Bezirksbeirat gehen, du kannst den Stadträt/innen schreiben. Du kannst Aktionen machen und Demos planen. Wie das geht und wie es wirkt, beschreibe ich jetzt.
Das einfachste Mittel ist:
Die Gelbe Karte.
25. Oktober 2018
Radstreifen für Hartgesottene - Viertelstundenreportage vom Wilhelmsplatz
Am Wilhelmsplatz in Stuttgart (nicht in Cannstatt) sind die Radstreifen neu gemacht und teils neu verlegt worden.
Kommt man vom Tagblattturm wird man an der Fußgängerampel immer noch mitten in die Fußgänger auf den uralten roten Radweg geleitet.
Da spazieren jede Menge Leute. Die Radampel ist jetzt klein und steht einem vor der Nase. Schön.
Gar nicht schön ist es aber, wenn man von der anderen Seite kommt. Das ist ein Parcour für Fortgeschrittene. Und einer Ampel, an der man gut 3 Minuten steht.
Kommt man vom Tagblattturm wird man an der Fußgängerampel immer noch mitten in die Fußgänger auf den uralten roten Radweg geleitet.
Da spazieren jede Menge Leute. Die Radampel ist jetzt klein und steht einem vor der Nase. Schön.
Gar nicht schön ist es aber, wenn man von der anderen Seite kommt. Das ist ein Parcour für Fortgeschrittene. Und einer Ampel, an der man gut 3 Minuten steht.
23. Oktober 2018
Wohin mit dem Fahrrad am Friedhof?
Man kann auch mit dem Fahrrad zum Friedhof fahren. Dort findet man dann allerdings oft keine Radabstellanlagen.
Zum Beispiel am Friedhof Steinhaldenfeld gibt es zwar viel Platz am Haupttor, aber gar nichts, um ein Fahrrad anzuschließen. Es bleibt nur das Zaungitter. (Sieht super aus.) Man kann es auch mit den Schubkarrenhaltern versuchen.
Nicht alle Hinterbliebenen und Friedhofsbesucher/innen müssen unbedingt mit Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, es gibt auch welche, die Fahrrad fahren können und wollen. Man muss ja keine Massen an Radabstellanlagen aufstellen, aber ein paar wären nicht schlecht.
Zum Beispiel am Friedhof Steinhaldenfeld gibt es zwar viel Platz am Haupttor, aber gar nichts, um ein Fahrrad anzuschließen. Es bleibt nur das Zaungitter. (Sieht super aus.) Man kann es auch mit den Schubkarrenhaltern versuchen.
Nicht alle Hinterbliebenen und Friedhofsbesucher/innen müssen unbedingt mit Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, es gibt auch welche, die Fahrrad fahren können und wollen. Man muss ja keine Massen an Radabstellanlagen aufstellen, aber ein paar wären nicht schlecht.
22. Oktober 2018
Ein Pflegedienst will mehr Touren mit dem Fahrrad fahren
Pflegedienste sind viel unterwegs, meist im Auto. Sechs Frauen der Häuslichen Kinderkrankenpflege e.V. Stuttgart wollen das anders machen.
Darum haben wir uns am Samstagnachmittag an der Kirche St. Maria bei der Paulinenbrücke getroffen zum Radfahren und zum Reden. Zuerst ging es auf Pedelecs von Conny Krieger und Extra Energy zu einer kleinen Tour durch den Stuttgarter Süden: Achtung, nicht zu dicht an geparkten Autos radeln, Dooring-Gefahr! Und im Kreisverkehr nie am äußeren Rad fahren, sondern mitten auf der Spur drum herum! Und natürlich stand auf dem Radstreifen zum Kreisverkehr an der Olgastraße ein Auto. Ja, da darf man auf der Fahrbahn drum herum fahren.
21. Oktober 2018
Und so stehen wir und stehen und stehen ...
Wer entlang der Heilbronner Straße in Fahrtrichtung rechts von Zuffenhausen zum Pragsattel radelt, stößt auf diese Baustelle. Der Radweg ist nicht mehr befahrbar.
Also rüber über die Fußgängerampel (ohne Radzeichen auf der Streuscheibe) auf die andere Seite. Allerdings reicht die Grünphase nicht aus. Als ich mich durch die Z-Schranke gequält hatte, sprang die Ampel für die andere Fahrbahn auf Rot. Und da stand ich nun. 1 Minute .... 2 Minuten ... 3 Minuten ... 4 Minuten ...
Also rüber über die Fußgängerampel (ohne Radzeichen auf der Streuscheibe) auf die andere Seite. Allerdings reicht die Grünphase nicht aus. Als ich mich durch die Z-Schranke gequält hatte, sprang die Ampel für die andere Fahrbahn auf Rot. Und da stand ich nun. 1 Minute .... 2 Minuten ... 3 Minuten ... 4 Minuten ...
19. Oktober 2018
Er stößt keine Abgase aus, er atmet sie nur ein
Die Stuttgarter Zeitung berichtet von einem Treffen mit Leser/innen-Beirät/innen, bei dem es auch ums Radfahren in Stuttgart geht. Ein Beirat radelt täglich von Botnang nach Fellbach und zurück.
Er lässt inzwischen das Auto stehen und bevorzugt das Pedelec, weil es damit schneller geht. Aber er beschwert sich darüber, dass die Stadt den Radfahrenden keine Strecken fernab von Autos anbietet. Seitdem erlebe er den Feinstaub neu, zitiert ihn die Zeitung, "man beißt auf Diesel". Darüber solle die Zeitung mehr berichten.
Ich kann ihn nur beglückwünschen, dass er diese weite Strecke (ca. 16 km,) mit dem Fahrrad fährt und nicht mehr mit dem Auto. Was ihm im Auto nicht aufgefallen ist: Er hat auf jeder Strecke die 1,5- bis 3-fache Menge an Luftgiften eingeatmet, während er in der Kabine saß und sich durch den Stau quälte.
Er lässt inzwischen das Auto stehen und bevorzugt das Pedelec, weil es damit schneller geht. Aber er beschwert sich darüber, dass die Stadt den Radfahrenden keine Strecken fernab von Autos anbietet. Seitdem erlebe er den Feinstaub neu, zitiert ihn die Zeitung, "man beißt auf Diesel". Darüber solle die Zeitung mehr berichten.
Ich kann ihn nur beglückwünschen, dass er diese weite Strecke (ca. 16 km,) mit dem Fahrrad fährt und nicht mehr mit dem Auto. Was ihm im Auto nicht aufgefallen ist: Er hat auf jeder Strecke die 1,5- bis 3-fache Menge an Luftgiften eingeatmet, während er in der Kabine saß und sich durch den Stau quälte.
18. Oktober 2018
Das Schild ist weg
Das verblasste Radweg-Schild an der Ecke Böblinger/Schikardstraße in Heslach ist weg.
Offenbar war es doch nur ein vergessenes Schild, keines, das noch eine Bedeutung hatte.
Die Verwaltung hat es nun abgenommen. Vielen Dank dafür. Jetzt muss noch ein Zusatzschild hin, das Radlern die Geradeausfahrt in die Böblinger Straße erlaubt. Und es muss da eine anständige Radführung her, die die Radler rechts an den Autos entlang nach vorn zur Ampel führt, damit sie nicht im Autostau stehen. Am besten samt Radlerampel, die das Geradeausfahren auf der Böblinger Straße den Radfahrenden erlaubt.
Offenbar war es doch nur ein vergessenes Schild, keines, das noch eine Bedeutung hatte.
Die Verwaltung hat es nun abgenommen. Vielen Dank dafür. Jetzt muss noch ein Zusatzschild hin, das Radlern die Geradeausfahrt in die Böblinger Straße erlaubt. Und es muss da eine anständige Radführung her, die die Radler rechts an den Autos entlang nach vorn zur Ampel führt, damit sie nicht im Autostau stehen. Am besten samt Radlerampel, die das Geradeausfahren auf der Böblinger Straße den Radfahrenden erlaubt.
17. Oktober 2018
Verkehrsunfall ist das falsche Wort
"Im toten Winkel der Sprache", so titelt das Neue Deutschland einen Artikel über das Wort "Unfall", das wir verwenden, wenn jemand im Straßenverkehr von einem anderen Fahrer getötet oder verletzt wird.
In dem Artikel heißt es: "Diese absurde Verwendung des Wortes 'Unfall' verschleiert die Todesursache: dass jedes Todesopfer im Verkehr daran stirbt, dass jemand zu schnell oder unter Alkoholeinfluss gefahren ist, während der Fahrt Mitteilungen verschickt oder auf andere Weise die Tragödie verursacht hat. Alles verschwindet im toten Winkel der Sprache, wenn das Wort 'Unfall' zur Routine wird. Diese Apathie verwundert: Flugzeuge stürzen ab, Schiffe havarieren. Nur auf unseren Straßen ist alles offenbar Gottes Wille, sind alle Gesetze der Physik aufgehoben. Die Bezeichnung 'Verkehrsunfall' signalisiert, dass nichts und niemand wirklich Schuld an einem Zusammenstoß hatte." (Neues Deutschland)
In den USA vermeiden Polizei, Behörden und Medien teilweise inzwischen das Wort "Unfall" (accident) und verwenden stattdessen Worte wie "Zusammenstoß" (crash).
In dem Artikel heißt es: "Diese absurde Verwendung des Wortes 'Unfall' verschleiert die Todesursache: dass jedes Todesopfer im Verkehr daran stirbt, dass jemand zu schnell oder unter Alkoholeinfluss gefahren ist, während der Fahrt Mitteilungen verschickt oder auf andere Weise die Tragödie verursacht hat. Alles verschwindet im toten Winkel der Sprache, wenn das Wort 'Unfall' zur Routine wird. Diese Apathie verwundert: Flugzeuge stürzen ab, Schiffe havarieren. Nur auf unseren Straßen ist alles offenbar Gottes Wille, sind alle Gesetze der Physik aufgehoben. Die Bezeichnung 'Verkehrsunfall' signalisiert, dass nichts und niemand wirklich Schuld an einem Zusammenstoß hatte." (Neues Deutschland)
In den USA vermeiden Polizei, Behörden und Medien teilweise inzwischen das Wort "Unfall" (accident) und verwenden stattdessen Worte wie "Zusammenstoß" (crash).
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