29. November 2019

Die Amstetter Straße in Hedelfingen

Wer aus Hedelfingen rausradelt Richtung Esslingen, nimmt die Amstetter Straße. Sie beginnt im Ortskern, und sie ist schmal. 

Ich bin selten hier. Auffällig ist, dass in der schmalen Straße, die links und rechts zugeparkt ist, Autofahrende uns Radfahrenden nicht mögen. Sie weichen nicht aus, auch wenn sie müssten. Sie riskieren Außenspiegelkontakt. Natürlich nicht alle, aber erstaunlich viele. Hier fahren nicht die Mengen Radler, die man in der Innenstadt sieht, aber es fahren so viele, dass man immer welche sieht. Es ist, wie übrigens die Näther- und Höhbergstraße auch, die an vielen Stellen ebenfalls zugeparkt und eng sind, keine wirklich angenehme Strecke zur Hauptverkehrszeit. Am Ortsausgang (oder Ortseingang) ist ein Teilabschnitt für Autofahrende gesperrt. Das allerdings interessiert - wie so oft in Stuttgart - etliche Lenker/innen nicht.

27. November 2019

Des Radlers 7. Sinn - kleine Verkehrsschilderkunde

Für Radfahrende gibt es spezielle Verkehrszeichen. Sie verbieten oder erlauben.

Allerdings gibt es keine Warnschilder. Ein paar Vorschläge für Warnschilder hätte ich deshalb hier schon mal.

Einige Zeichen gelten nur für uns und niemanden sonst, andere wiederum haben auch für andere Verkehrsarten eine Bedeutung.

Grundsätzlich gelten alle Verkehrszeichen auf unseren Straßen für Radfahrer/innen. Es sei denn, ein Verkehrszeichen regelt etwas ganz speziell für den Radverkehr anders. Es ist wie üblich kompliziert. Denn nicht jedes Schild, auf dem ein Fahrrad zu sehen ist, ist auch für uns gedacht. Manche stehen da nur für den Autoverkehr. Grundsätzlich ist die Beschilderung von und auf Radstrecken weniger konsistent oder widerspruchsfrei als die für Autofahrer.

25. November 2019

Das Fahrrad ist der schmalste Transporter

Mit dem Fahrrad kann man mehr transportieren, als man so denkt.
Dazu nötig ist ein Gepäckträger und ein Strick oder ein Spanngurt oder eine zweite haltende Hand. In diesem Fall aber geht es dann nur schiebend.

Jedenfalls muss es nicht gleich ein Lastenrad sein. Auch ich habe gelegentlich was Sperriges zu transportieren. Mir hilft mein Containerkasten als Auflage. Aber wie breit darf die Ladung sein? Paragraph 22 der StVO beschreibt, was man wie laden darf, allerdings werden Fahrräder da nicht extra erwähnt.

23. November 2019

Perspektivwechsel kann helfen


Damit Radfahrende sicherer unterwegs sind, müssen wir (vermutlich sind Autofahrende gemeint) mal die Perspektive wechseln.

Das ist die These von Hatice Akyün in ihrem Artikel für den Tagesspiegel. Die Autorin erzählt, wie man sich früher gegen den Sicherheitsgurt im Auto wehrte, irrational und heftig, und zwar weil sein Anlegen verdeutlicht, dass Autofahren gefährlich ist. Das wollten viele nicht jedes Mal mitdenken. Ein ähnliches Signal sendet der Fahrradhelm aus. Wer ihn aufsetzt, zeigt damit sich und der Welt, dass Radfahren gefährlicher ist als zu Fuß Gehen (oder E-Scooter-Fahren). Vom Angst-Signal, das von gelben Schutzwesten ausgeht, will ich hier gar nicht reden.

21. November 2019

Tübinger Verkehrsversuch gelingt

Es hilft: Wenn man Radfahrenden echt Platz gibt und ihre Fahrt bequem und sicher macht, dann kommen sie sofort und fahren dort. 

So geschehen in Tübingen. Hier hat man die Mühlstraße für den Autoverkehr gesperrt, die Neckarbrücke umgestaltet und dicke Radstreifen mitten auf die Fahrbahn gezogen. Zunächst nur als Versuch für zwei Monate. Nach gut sechs Wochen haben ADFC und Radfahrende eine begeisterte Bilanz gezogen.

Ich habe noch zwei alte Fotos aus Tübingen aus dem Jahr 2013, die genau diesen Straßenabschnitt der Mühlstraße zeigen. Wie es heute aussieht, müsst ihr euch im Link anschauen.

20. November 2019

Die Sache mit den Fahrradgaragen


Die Stuttgarter Zeitung hat schon gestern darüber berichtet. Weil wir dazu erst gestern im STA (Ausschuss für Technik und Städtebau) meinen Antrag beraten haben und die Zeitung die Haltungen aller darstellt, nur meine nicht, berichte ich hier selbst.

Ausgangspunkt ist die Forderung der Grünen im Haushalt vor zwei Jahren, dass es ein Konzept für Anwohner-Radgaragen geben soll, wo Leute in dicht besiedelten Gebieten ihre Fahrräder geschützt und halbwegs sicher abstellen können, die keinen Keller haben oder das schwere Pedelec nicht in den Keller tragen können. Abstellplätze sind eine unterschätzte riesige Fahrradförderung. Und deshalb sind sie enorm wichtig.

19. November 2019

Dringend verbesserungsbedürftig - nach Feuerbach

Wenn ich gefragt würde, was man sofort - unverzüglich! - verbessern müsste, würde ich u.a. die elende Radstrecke vom Pragsattel nach Feuerbach und zurück nennen. 

Sie ist garstig zu den Radfahrenden und deshalb auch zu den Fußgänger/innen und hat sich in all den Jahren nicht geändert. Wenn man sich gut auskennt, findet man den Weg. Das ist aber auch der einzige Pluspunkt. Denn kennt man sich nicht aus, dann fährt man beim ersten Mal falsch. Vom Radweg Heilbronnerstaße/Leibfriedscher Garten kommend, fährt man logischerweise, nachdem man die Fußgänger-/Radquerungen überwunden hat, rechtsseitig die Siemensstraße entlang. Soweit ich mich an mein erstes Abenteuer dieser Strecke erinnere, ist der Gehweg zunächst freigegben, dann aber, ab Seitzstraße nicht mehr. Und jetzt?

17. November 2019

Radwege für S-Pedelecs freigeben, ja oder nein?

Tübingen gibt jetzt die ersten Radwege für S-Pedelecs frei. Beispielsweise den Tunnel zwischen Altstadt und Tübingen. 

Das hat praktisch sofort die Diskussion daüber anfacht, ob S-Pedelecs eine Gefahr darstellen.  OB Palmer von Tübingen, der selbst ein S-Pedelec für längere Dienstfahrten besitzt und fährt, will ein Radwegenetz für S-Pedelecs entwickeln. Ich finde den Gedanken interessant und bin bereits am Tag dieser Meldung von Leuten darauf angesprochen worden, wie ich das finde. Bei dem Gespräch fingen wir mit "rasenden Radlern" und "Gefahr" an, dann wurde uns klar, dass man in Stuttgart praktisch nicht S-Pedelec fahren kann.

15. November 2019

Autonomes Fahren - finde den Fehler!

Automatisiserte Autos, so heißt es oft, machen weniger Fehler als Menschen. Wenn sie Fehler machen, dann steckt der Fehler im Programm. 

Was das bedeutet, beschreibt die Seite Golem sehr schön in diesem Artikel. Ein autonomes Uber-Fahrzeug hatte nachts eine Radfahrerin nicht erkannt, die ihr Fahrrad über die Fahrbahn schob. Das autonome Fahrzeug bremste zu spät und tötete die Frau.

Von dem lösbaren technischen Fehler abgesehen, steckt in all unseren Visionenen vom autonomen, also vom Computern gesteuerten Autofahren, ein Denkfehler. Und der hat gar nichts mit der Technik zu tun, sondern mit uns Menschen.