Warum sehen alle die Fehler von Radfahrenden aber nicht die, die Autofahrende machen, obgleich beispielsweise die Falschparkerei so offensichtlich ist? Manchmal kommt es mir so vor, als wären viele von uns blind geworden für Autos. Oder, um präzisier zu fragen: Warum sehen Fußgänger:innen keine Autos und Autofahrende keine Fußgänger:innen, aber alle die Radfahrenden?
Menschen zu Fuß werden sorgfältig von Autos separiert und über Gehwege geführt. Die Leute, die dort gehen, sieht ein Autofahrer auch deshalb nicht, weil sich zwischen Autofahrbahn und Gehweg oft eine Wand von geparkten Autos erhebt. Autofahrende sehen Fußgänger:innen aber auch deshalb nicht, weil sie nicht auf sie achten müssen. Sie erwarten, dass Menschen zu Fuß auf Autos achten. Für manche Autofahrende ist das so selbstverständlich, dass sie nicht einmal Menschen auf Zebrastreifen sehen, schon gar keine Kinder. Autofahrer:innen muss nicht interessieren, was Menschen zu Fuß machen, weil sie es außerhalb ihres Blickfelds tun. Einzige Berührungsstelle ist der Fußgängerüberweg. Meistens hat er inzwischen eine Ampel, denn da muss der Autofahrer nur auf die Ampel achten (wobei auch das immer wieder nicht passiert und Menschen angefahren werden). Wenn sie rot wird, muss er halten, wenn sie grün wird, kann er wieder fahren. Was in der Zwischenzeit passiert (gehende Menschen), muss er nicht sehen. Autofahrende achten auf andere Autos und auf Ampeln, nicht auf Menschen. Und wird aus einer Autofahrerin mal eine Fußgängerin, dann achtet sie sehr darauf, Autos nicht in die Quere zu kommen, stört sich aber nicht am auf dem Gehweg geparkten Auto (denn sie hat selbst ihres hinter so einem Falschparker abgestellt (gilt auch für Autofahrer)).
Autofahrende interessieren sich nicht für Menschen im Straßenverkehr, also auch nicht für solche auf Fahrrädern.