Was ist, wenn eine Radampel mich auf einen Gehweg führt, der augenscheinlich nicht fürs Radfahrenden freigeben ist?
Die typische Situation: Eine gemischte Fußgänger-Fahrradampel zeigt mir, dass ich über die Fahrbahn zum gegenüber liegenden Gehweg radeln kann. Drüben entdecke ich aber keinerlei Verkehrsschild, das mir sagt, ob der Gehweg ein gemischter Radweg oder ein fürs Radeln freigegebener Gehweg ist. Gehwege ohne Verkehrszeichen sind aber - so habe ich gelernt - immer reine Gehwege, auf denen ich nicht radeln darf. Was darf oder muss ich hier also tun?18. März 2025
16. März 2025
Rums - Strecke an der Wilhelmsbrücke zu
Am Dienstag wurde die Baustelle an der Wilhelmsbrücke in Cannstatt eingerichtet. Als ich gestern dort radelte, war sie immer noch da. Und da wird sie wohl noch eine Weile bleiben.
Sie unterbricht komplett allen Fußgänger:innen und Radfahrenden den Weg auf dem Neckardamm. Kommt man von der König-Karls-Brücke her, gibt es keinerlei Vorwarnung. Wir stehen an Sperren, müssen uns in Pfadfinder:innen verwandeln und Behelfswege suchen, über die Fahrbahnen oder durch den Matsch und einen sehr hohen Bordstein runter. Für Fußgänger:innen etwas leichter, aber ebenfalls eine blanke Unverschämtheit. Rollstuhlfahrende sind aufgeschmissen.
14. März 2025
Linksabbiegen? - Nö! Müssen Radfahrende nie.
Die Pragstraße hat abwärts breite Radfahrstreifen hundert Meter nach der Löwentorkreuzung. Bekommen soll sie dort breite Radwege im Zuge der Verkehrsberuhigung für Autos. Nicht vorgesehen ist, dass man zum Mahle in die Haldenstraße abbiegt.
Es ist typisch für unsere Radinfrastruktur, dass sie im Grunde davon ausgeht, dass Radfahrende immer lange Strecken geradeaus fahren. Bestenfalls biegen sie nach rechts ab. Nach links abbiegen ist oft nicht vorgesehen, vor allem nicht auf mehrspurigen Straßen. Radelt man auf einem Radfahrstreifen, kann und darf man ihn verlassen und sich auf der Linksabbiegespur einordnen und dann mit den Autos zusammen abbiegen. Von Radwegen aus, die baulich von der Fahrbahn getrennt sind, ist das schon schwieriger.
In solchen Fällen richtet man dann eine indirekte Linksabbiegespur ein oder leitet Radfahrende über den Aufstellplatz für Fußgänger und eine Fußgängerüberquerung rüber auf die andere Seite. Auf der Pragstraße abwärts geschieht das an der Schock-Ampel.
12. März 2025
Autofahrer sehen schlecht
Sechs Prozent der Menschen, die Auto fahren, sehen schlecht, weil sie keine Sehhilfe tragen oder eine Augenerkrankung haben. Aber abgesehen von medizinischen Gründen, sehen Autofahrende insgesamt vieles nicht, was sie sehen sollten.
Der Berufsverband der Augenärzte schätzt die Zahl der Verkehrsunfälle auf 300.000 im Jahr, die auf schlechtes Sehvermögen zurückgehen. Eine Studie ergab, dass von den 99 Prozent, die ihre Sehfähigkeit als gut oder sehr gut bezeichneten, 16 Prozent nur noch unter 70 Prozent der gesunden Sehfähigkeit hatten. Die meisten Sehfehler lassen sich mit Brillen oder Operationen beheben. Der Grüne Star (Glaukom) verengt allerdings das Sehfeld so massiv, dass Verkehrszeichen oder Radfahrende komplett aus dem Blickfeld verschwinden, und Radfahrende dann wie aus dem Nichts aufzutauchen scheinen.
Glaubt man der Presse und der Polizei, dann ist "übersehen" ein häufiger Grund für Zusammenstöße mit Radfahrenden, Fußgänger:innen oder Stadtbahnen.
10. März 2025
Da läuft was falsch
Das ist die Pragstraße bergauf. Es ist Samstag. Das Wilhelma-Parkhaus ist voll. Die Besucher:innen werden zum Mahle-Parkhaus geschickt.
Und da stauen sie sich nun: auf dem Radfahrstreifen. Das Foto hat Radfahrer Peter am vergangenen Samstag gemacht und in der Rad-Community veröffentlicht. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würden die Autos auf dem Radfahrstreifen parken. Aber tatsächlich stehen sie im Stau zur Einfahrt des Mahle-Parkhauses. Aber der Radfahrstreifen ist dafür der falsche Ort. Sie mit Autos weder befahren werden, noch dürfen Autos darauf halten, warten oder parken. Radfahrstreifen sind nicht Teil der Fahrbahn, die Autofahrenden zur Verfügung steht. Sie gehören ausschließlich Radfahrenden. Die müssen übrigens auch auf ihnen fahren (sofern das geht).
Aber, was sollen die Autofahrenden tun? Stünden sie auf den Fahrstreifen, stünden alle, die mit dem Auto zum Löwentor hoch wollen, ebenfalls im Parkhausstau. Und vermutlich würden einige Autofahrende dann versuchen, über den Radfahrnstreifen an der Schlange vorbeizukommen. Bei solchen Manövern kann es zu fürchterlichen Zusammenstößen mit Fußgänger:innen oder Radfahrenden kommen, abgesehen davon, dass es schwer verboten ist. Für Radfahrende bleibt jetzt nur die Fahrbahn, denn der Gehweg ist verboten. Und sie müssen hoffen, dass sie nicht einen ungeduldig drängelnden Autofahrer hinter sich haben. Hier geht es nämlich bergauf.
Das ist falsch organisiert. Die Stadt muss die Autofahrenden an solchen Tagen zur hinteren Einfahrt ins Mahleparkhaus in der Glockenstraße umleiten und den Radfahrstreifen mit Hütchen sichern.
8. März 2025
Gelten im Park die gleichen Radfahr-Regeln wie auf Gehwegen?
Mit einem Kind unter acht Jahren, das auf dem Gehweg radeln muss, darf ein Elternteil ebenfalls auf dem Gehweg radeln.
Was aber ist, wenn wir mit unserem radelnden Kleinkind an einen Park kommen, in dem Radfahren verboten ist, weil dort entsprechende Schilder stehen. Die Regel bei Gehwegen: Kinder unter acht Jahren müssen auf dem Gehweg radeln bis zehn dürfen sie es (StVO § 2 (5). Nur Kinder unter 8 Jahren dürfen von einer Person dort begleitet werden. Sie werden Fußgänger:innen gleichgesetzt und müssen beim Überqueren einer Straßeneinmündung absteigen.* Gilt das aber auch für diesen Park oder für eine Fußgängerzonen? Die Frage stellte sich mir, als mir ein Blogleser schrieb, dass seine Frau, die mit zwei Kleinkindern zu einem Spielplatz im Killesbergpark radelte, von der Polizei mit einem Bußgeld belegt wurde. Das Alter der Kinder ist mir übrigens nicht bekannt. An dem Park stehen an den Zufahrten überall die Gehwegschilder, es handelt sich aber hier nicht um straßenbegleitende Gehwege.
Wie üblich ist das gar nicht so einfach herauszufinden, denn mit dem Radverkehr beschäftigen sich einschlägige Seiten zur StVO immer nur am Rande und oft unvollständig und fehlerhaft.
6. März 2025
Radparkplätze fördern den Radverkehr
Wer Autoparkplätze anbietet, fördert den Autoverkehr. Für Radparkplätze gilt das Prinzip auch. Das ist gut zu sehen an der Ecke Lehen-/Liststraße.
Bis vor ein paar Jahren gab es hier nur das Baumbeet mit der Umgrenzung aus Metall. Und dort waren so viele Räder angeschlossen, wie hinpassten. Dann wurden diese Radbügel aufgestellt. Die Räder wurden umgeparkt und dort abgestellt, die Radbügel füllten sich langsam. Die Leute holten ihre Räder aus den Kellern und stellten sie für Alltagsfahrten bereit. Andere sahen, dass man jetzt Räder einigermaßen sicher abstellen kann, und stellten ihre dazu. Und jetzt reichen die Radbügel nicht mehr, die Fahrräder werden wieder rund um den Baum an den Eisenstangen angeschlossen.
4. März 2025
Angststreifen statt Schutzstreifen - Hedelfingen
Wer von Hedelfingen Mitte über die langen Otto-Hirsch-Brücken auf die andere, die Obertürkheimer Seite des Neckars radeln will, tut das derzeit auf dem Gehweg, der als gemischter Geh- und Radweg ausgeschildert ist, und an den Querungen extra markierte Radfurten mit reinen Fußgängerampeln besitzt. Das alles ist allerdings sehr in die Jahre gekommen, der Asphalt brüchig, die roten Streifen verblasst. Und es ist saugefährlich, denn wir Radfahrenden haben immer gleichzeitig mit den Rechtsabbiegern grün. Ich finde, man muss höllisch aufpassen, dass man von Autofahrenden auch gesehen wird. Nach der Querung der Hafenbahnstraße, die von rechts hochkommt und nach rechts runtergeht, ist Schluss damit. Der Radweg endet. Man wird in einen schmalen sogenannten Schutzstreifen auf die Fahrbahn hinunter geleitet und kommt dem Autoverkehr auf Tuchfühlung nahe.
2. März 2025
Schutzstreifen nur mit Tempolimit
Ein Verkehrsversuch im hessischen Heusenstamm könnte zum bundesweiten Vorbild werden. Dort hat man Schutzstreifen auf eine schmale Durchfahrtsstraße gelegt und zugleich Tempo 30 angeordnet.
Es handelt sich um einen Abschnitt der Industriestraße. Die Radfahrenden mussten vorher die Gehwege befahren (siehe Foto), die als Radwege ausgeschildert waren. Offenbar wollte man sie vom Gehweg runter haben und hat Schutzstreifen markiert. Nun beträgt aber die Restbreite für Autos nur noch drei Meter. Vor zwei Jahren startete man einen Verkehrsversuch mit dem Ziel, Radfahrenden auf der Fahrbahn mehr Platz einzuräumen. Zugleich hat man die Senkrechtparkplätze in Längsparkplätze umgewandelt, um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen. Der Verkehrsversuch wurde im vergangenen Jahr um zwei Jahre bis 2026 verlängert. Nach Einschätzung der Verkehrsexpert:innen ist er positiv verlaufen. 85 Prozent der Radfahrenden führen auf der Fahrbahn (auf den Gehwegen blieben meist Eltern mit ihren Kindern). Außerdem habe man nur wenige knappe Überholvorgänge durch Autofahrende gemessen.








