1. Februar 2020

Schluss mit dem Radioprivileg der Autofahrer

Ab heute sind im Deutschlandfunk keine Verkehrsmeldungen mehr zu hören. 

Zum einen ist das Angebot überflüssig geworden, weil zwei Drittel der Autofahrenden über ihre Navis informiert werden. Zum andern, warum soll man eigentlich ausgerechnet den Autofahrenden in Zeiten der Klimakatastrophe mitteilen, wo sie sich gegenseitig den Weg versperren. Hören müssen das alle, auch die, die zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit der Bahn unterwegs sind oder sein wollen.

30. Januar 2020

Der Zynismus von Unfallmeldungen

Symbolbild
Polizei- und Pressemeldungen über Unfälle mit Radfahrenden und Fußgänger/innen kommen uns oft grundverkehrt vor, weil sie die Fehler der Autofahrenden verharmlosen. 

Da ist von "übersehen" die Rede, obgleich ein Lenker oder eine Lenkerin einem Radfahrer die Vorfahrt genommen oder jemanden auf dem Zebrastreifen angefahren hat. Und die Radfahrerin hat ja auch keinen Helm getragen. Auf vertrakte Weise erscheinen die Opfer als die Schuldigen. Das beleuchtet auch ein Artikel im Tagespiegel gut und differenziert.

Eine Meldung von für mich unglaublichem Zynismus haben die Stuttgarter Zeitung und Nachrichten am 21. Januar veröffentlicht.

28. Januar 2020

Kleine Verbesserung an der Reuchlinstraße

Die Reuchlinstraße, die im Stuttgarter Westen die Rotebühlstraße quert, ist Einbahnstraße Richtung Süden. 

Schon lange fordern Radfahrende eine Freigabe in Gegenrichtung. Einbahnstraßen sollten Radler nicht behindern. Sonst fahren sie regelwidrig. Auch wenn das Stück von der Rotebühlstraße Richtung Westen zur Gutenbergstraße mittlerweile für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben ist, fehlt immer noch der Teil zwischen Reinsburg-/Augustenstraße und der Rotebühlstraße. Ich sehe durchaus, dass das Ordnungsamt füchtet, Radfahrende würden dann ungebremst auf die Rotebühlstraße fahren und tot gefahren werden.  Ich sehe das Problem nicht. Es gibt gefährlichere Stellen für Radfahrende in Stuttgart. Abgesehen davon, sind hier sowieso Radler bergab unterwegs, meist auf dem Gehweg, weil die Fahrbahn ja nicht freigegeben ist. Und auch Fußgänger queren häufig die Rotebühlstraße.
Hier das in Bildern das, was in fünf Minuten geschah:

26. Januar 2020

Neue Bike Lanes auf der Theo geplant

Die Presse und viele Facebooknutzer haben es positiv kommentiert. Stuttgart bekommt auf der Theodor-Heuss-Straße neue breite Radwege.

Das Stadtplanungsamt hat die Pläne am Dienstag, den 21. Januar, im STA vorgestellt. Es handelt sich um einen ersten Vorschlag, der im Gemeinderatsausschuss zur Diskussion gestellt wurde (übrigens als Konsequenz aus dem Zielbeschluss Fahrradstadt von 2019 und nicht aus dem Zielbschluss Autofreie Innenstadt von 2017, wie die Zeitung behauptet). Nach dieser Diskussion wird das Stadtplanungsamt in die detaillierte Planung einsteigen und sie im Mai vorlegen.

Hier ein paar Anmerkungen zu den Plänen.

24. Januar 2020

Radlerdemo an der Klingenstraße war ein Erfolg

An der Kreuzung mit der Talstraße hat es vor kurzem zwei schwere Unfälle mit Radfahrenden gegeben. Deshalb hat der Radentscheid dort am vergangenen Montag einen Radlerflashmob veranstaltet. 

Es kamen rund dreißig Radler/innen. Wir fuhren zwanzig Minuten lang auf der Klingenstraße über die Kreuzung, wohlwollend beobachtet und hin und wieder auch geschützt von zwei Polizeibeamten. Um 16:30 Uhr begann auch der Berufsverkehr. Viele Autofahrende wurden nervös, als sie sahen, dass sie nicht wie gewohnt über die Radspuren links und rechts abbiegen konnten, sondern warten mussten, bis die Radfahrenden durch waren. Das führte prompt zu einem Rückstau auf der Klingenstraße, die recht exzessiv als Schleichweg genutzt wird.

22. Januar 2020

Zu zweit auf dem Fahrrad

Derzeit begegne ich immer mehr Lastenrad-Besitzer/innen, die damit Kinder, aber auch ihre Partner/innen transportieren. 

Ist aber schwer verboten. Oder vielleicht doch nicht?


Auf dem Rad oder im Anhänger darf man nach gängiger Interpretation der StVO keine Menschen transportieren, die älter als 7 Jahre sind. Das wissen die meisten, die solche Räder besitzen, nicht. Sie haben schöne und faszinierende Lastenräder, die es nahelegen, auch ältere Kinder, sogar Erwachsene zu transportieren.

20. Januar 2020

So kann das nicht bleiben

Die Dorotheenstraße, das ist die an der Markthalle, soll verkehrsberuhigt werden. Das sieht der Zielbeschluss für eine autofreie Innenstadt so vor. 

Der Umbau beginnt in diesem Jahr und soll bis 2023 abgeschlossen sein. Schon in diesem Jahr sollen 40 Kurzzeitparkplätze wegfallen. Nach anfänglichem Aufschrei ist der Protest der Markthallenbeschicker abgeflaut. So wie des derzeit vor der Markthalle aussieht, kann es wirklich nicht bleiben. Das ist Schmuddelecke mit Blechbergen. Blogleser Matthias hat sich das mal angeschaut.

18. Januar 2020

Radentscheid bittet zum Radler-Flashmob

Die Aktion findet übermorgen, Montag, um 16:30 Uhr an der Kreuzung Klingenstraße/Talstraße im Stuttgarter Osten statt.

Sie ist als Demonstration angemeldet. Der Grund: Unsere Kreuzungen müssen für Radfahrende sicher sein. Das sieht der Zielbeschluss Fahrradstadt vor. Diese Kreuzung ist es nicht. Am 3. Dezember wurde dort eine Radfahrerin beim Geradeausfahren von einer links abbiegenden Autofahrerin angefahren und schwer verletzt. Ein anderer Unfall ereignete sich im November, als ein Autofahrer den auf dem Radstreifen geradeaus fahrenden Radler überholte, um sofort vor ihm rechts abzubiegen. Der Radler stürzte bei der Notbremsung. Hier braucht es eine andere Ampelschaltung oder eine bauliche Veränderung, um Radfahrende vor hastigen Autofahrenden zu schützen. So lassen kann man das jedenfalls nicht. (Viertelstundenanalyse, siehe unten)

Hier die Pressemitteilung des Radentscheids.

16. Januar 2020

Stimmt nicht - Radler dürfen da fahren

Dei Stuttgarter Zeitung berichtet über den Architektenwettbewerb zur Verbesserung der Situation für Fußgänger und Radfahrer rund um die Cannstatter Straße. 

Über die kommt man derzeit nur über zwei Stege rüber. In dem Artikel wird auch behauptet, die Platanenallee im Schlossgarten sei als Hauptradroute 1 ausgewiesen. Viele Radfahren würden aber auf dem Weg beim Spielplatz und beim Grillplatz fahren. Das hält der SPD-Vertreter im Bezirksbeirat Ost sogleich für lebensgefährlich.

So ganz richtig ist die Darstellung allerdings nicht.