So titel der Radentscheid Frankfurt. Immer, wenn es um Radstreifen entlang von Haupstraßen geht, hören wir: Da will doch keiner radeln, viel besser ist die Route durch Nebenstraßen.
Nicht nur die Gegner/innen von Radinfrastrukturen auf unseren Autostraßen argumentieren so, sondern auch etliche Radfahrende selber, die sich für ihre Wege eine schlaue Parallelstrecke durchs Grün oder durch Wohnstraßen erarbeitet haben. Aber wenn ich in einen Stadtteil komme, wo ich mich nicht auskenne, dann radle ich auf den Hauptstraßen. Da weiß ich wenigstens immer, wo ich bin. Auch wenn es manchmal unangenehm wird, weil die Autofahrenden mit mir als Radlerin nicht umgehen können.
18. März 2020
16. März 2020
Zeiten für das Fahrrad
Jetzt ist das Fahrrad gefragt. Man ist an der frischen Luft, man steht oder sitzt nicht in engen Stadtbahnen.
Die Bewegung ist zusätzlich gesund und stärkt die Abwehrkräfte. Wer irgend kann, nimmt am besten das Fahrrad für seine Besorgungen.
Man steht auch nicht im Stau derer, die jetzt lieber das Auto nehmen als öffentliche Verkehrsmittel.
Und es sage keiner "Ich brauche mein Auto. Wie soll ich sonst das Klopapier transportieren?" Das geht auch mit dem Fahrrad.
Bleibt gesund!
Die Bewegung ist zusätzlich gesund und stärkt die Abwehrkräfte. Wer irgend kann, nimmt am besten das Fahrrad für seine Besorgungen.
Man steht auch nicht im Stau derer, die jetzt lieber das Auto nehmen als öffentliche Verkehrsmittel.
Und es sage keiner "Ich brauche mein Auto. Wie soll ich sonst das Klopapier transportieren?" Das geht auch mit dem Fahrrad.
Bleibt gesund!
14. März 2020
Fahrrad-Park-in
In der Kölner Südstadt gibt es eine Apotheke, die hinter der Eingangstür einen Fahrradparkplatz eingerichtet hat.
Statt vor der Apotheke einen Felgenkiller aufzustellen, der den halben Gehweg versperrt, können Kund/innen in Köln das Rad in die Apotheke schieben (Foto unten), abstellen und am Schalter nebenan etwas kaufen. Umständliches Abschließen fällt weg. Der ADFC Köln ist begeistert.
Die Apotheke hatte zufällig den Platz dafür, deshalb konnte sie das tun. Sie lässt Medikamente auch von Fahrradkurieren ausfahren, und sie hat Kund/innen gehabt, die es offenbar zu kompliziert fanden, die Räder draußen an Radständern anzuschließen, vielleicht weil sie zu weit weg oder vollgestellt waren, und deshalb damit in die Apotheke kamen.
Statt vor der Apotheke einen Felgenkiller aufzustellen, der den halben Gehweg versperrt, können Kund/innen in Köln das Rad in die Apotheke schieben (Foto unten), abstellen und am Schalter nebenan etwas kaufen. Umständliches Abschließen fällt weg. Der ADFC Köln ist begeistert.
Die Apotheke hatte zufällig den Platz dafür, deshalb konnte sie das tun. Sie lässt Medikamente auch von Fahrradkurieren ausfahren, und sie hat Kund/innen gehabt, die es offenbar zu kompliziert fanden, die Räder draußen an Radständern anzuschließen, vielleicht weil sie zu weit weg oder vollgestellt waren, und deshalb damit in die Apotheke kamen.
12. März 2020
Darf man in Fußgängerzonen das Fahrrad wie einen Tretroller nutzen?
Ganz schlaue schieben nicht, sondern stellen sich auf ein Pedal und stoßen mit dem anderen Fuß vom Boden ab, wenn sie mit dem Fahrrad durch eine Fußgängerzone wollen.
Das ist nach etlichen Gerichtsurteilen legal. Es wird nicht getreppelt, das Fahrrad wird zum Tretroller umfunktioniert, und Tretroller (solange es keien E-Scooter sind) sind in Fußgängerzonen erlaubt. Das regelt Paragraf 24 der StVO. Nicht motorisierte Tretroller sind keine Fahrzeuge, sie müssen dort fahren, wo die Fußgänger/innen laufen, dürfen aber nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit sein. Kenner/innen dieses Paragrafen (viele sind es allerdings nicht) machen aus ihrem Fahrrad darum auch mal einen Roller, stellen sich auf ein Pedal und stoßen mit dem anderen Fuß vom Boden ab. So bewegen sie sich durch Fußgängerzonen oder auf Gehwegen.
Das dürften sie nach einem Gerichtsurteil in München aber nicht tun.
Das ist nach etlichen Gerichtsurteilen legal. Es wird nicht getreppelt, das Fahrrad wird zum Tretroller umfunktioniert, und Tretroller (solange es keien E-Scooter sind) sind in Fußgängerzonen erlaubt. Das regelt Paragraf 24 der StVO. Nicht motorisierte Tretroller sind keine Fahrzeuge, sie müssen dort fahren, wo die Fußgänger/innen laufen, dürfen aber nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit sein. Kenner/innen dieses Paragrafen (viele sind es allerdings nicht) machen aus ihrem Fahrrad darum auch mal einen Roller, stellen sich auf ein Pedal und stoßen mit dem anderen Fuß vom Boden ab. So bewegen sie sich durch Fußgängerzonen oder auf Gehwegen.
Das dürften sie nach einem Gerichtsurteil in München aber nicht tun.
10. März 2020
Wie frauenfreundlich ist der öffentliche Raum?
Es begann vor neun Jahren in Schweden mit einem Scherz. Eine Initative forderte eine gendergerechte Stadtpolitik. Ein Spötter meinte, das Schneeschippen sei davon ja wohl ausgenommen.
Daraufhin kam man ins Grübeln. Wie überall wurden zuerst die Hauptverkehrsadern vom Schnee befreit, Geh- und Radwege kamen zuletzt dran. Man schaute hin und sah: In den Autos saßen mehr Männer, auf den Gehwegen liefen mehr Frauen. Nun räumte man zuerst die Gehwege. Daraufhin wurde nur noch die Hälfte Frauen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Sie stürzten nicht mehr auf schnee- und eisglatten Gehwegen. Man sparte mehr an Krankenkosten als die neuen Gehwegräumgeräte und das Personal kosteten.
Mobilität von Frauen ist tendenziell anders ist als die von Männern, aber wir wissen kaum etwas darüber.
Daraufhin kam man ins Grübeln. Wie überall wurden zuerst die Hauptverkehrsadern vom Schnee befreit, Geh- und Radwege kamen zuletzt dran. Man schaute hin und sah: In den Autos saßen mehr Männer, auf den Gehwegen liefen mehr Frauen. Nun räumte man zuerst die Gehwege. Daraufhin wurde nur noch die Hälfte Frauen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Sie stürzten nicht mehr auf schnee- und eisglatten Gehwegen. Man sparte mehr an Krankenkosten als die neuen Gehwegräumgeräte und das Personal kosteten.
Mobilität von Frauen ist tendenziell anders ist als die von Männern, aber wir wissen kaum etwas darüber.
8. März 2020
Ist die Gablenberger Hauptstraße zu retten?
In der Innenstadt nimmt der Radverkehr sichtbar zu. Radelt man in den Außenbezirken, ist man ziemlich allein unter Autos.
Radstreifen oder Schutzstreifen fehlen meist, von Radwegen wollen wir nicht mal träumen. An einem Samstagnachmittag im Winter ist in der Viertelstunde, die ich an der Gablenberger Hauptstraße beim Schmalzmarkt stand, tatsächlich kein einziger Radler von irgendwoher gekommen und vorbeigefahren, außer einem einzigen jungen Downhiller, der regelwidrig auf dem Gehweg fuhr. Auf der Fahrbahn fuhren nur Autos und Busse. Auf den Gehwegen war auch kaum ein Mensch unterwegs.
Radstreifen oder Schutzstreifen fehlen meist, von Radwegen wollen wir nicht mal träumen. An einem Samstagnachmittag im Winter ist in der Viertelstunde, die ich an der Gablenberger Hauptstraße beim Schmalzmarkt stand, tatsächlich kein einziger Radler von irgendwoher gekommen und vorbeigefahren, außer einem einzigen jungen Downhiller, der regelwidrig auf dem Gehweg fuhr. Auf der Fahrbahn fuhren nur Autos und Busse. Auf den Gehwegen war auch kaum ein Mensch unterwegs.
6. März 2020
Poller gegen die Anarchie des Autoverkehrs
Poller und Sperren auf Straßen, die nur Radfahrende durchlassen, nennt man auch modale Filter.
Sie sind derzeit das einzige Mittel, Autofahrer/innen vom illegalen Befahren einer Straße abzuhalten und Radstrecken vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Einen modalen Filter kennen die meisten von uns gut, denn er befindet sich auf der Hautpradroute 1. Es ist die Sperre in der Tübinger Straße, die mittlerweile mithilfe vieler Poller auch auf den angrenzenden Gehewegen sehr wirkungsvoll verhindert, dass Autofahrende bei der Feinstraße durchfahren. Ein weiterer Filter steht in der Vogelsangstraße.
Sie sind derzeit das einzige Mittel, Autofahrer/innen vom illegalen Befahren einer Straße abzuhalten und Radstrecken vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Einen modalen Filter kennen die meisten von uns gut, denn er befindet sich auf der Hautpradroute 1. Es ist die Sperre in der Tübinger Straße, die mittlerweile mithilfe vieler Poller auch auf den angrenzenden Gehewegen sehr wirkungsvoll verhindert, dass Autofahrende bei der Feinstraße durchfahren. Ein weiterer Filter steht in der Vogelsangstraße.
4. März 2020
Wir diskutieren über Radgaragen
Klar ist, dass wir große und sichere Radabstellanlagen an allen Verkehrsknotenpunkten brauchen. Aber wir wollen eben auch welche in Wohngebieten haben.
Diesen Haushaltsantrag haben wir bei den Haushaltsberatungen vor zwei Jahren gestellt. Die Verwaltung hat dies aufgenommen und nach Garagen gesucht. Eine Firma hat einen Vorschlag (Foto weiter unten) gemacht, den wir unter der Paulinenbrücke sehen können. Solche Kontainer sollen auch am Hauptbahnhof aufgestellt werden. Alle anderen sollten eingeschossig (Höhe 1,50 m) sein und dürfen nicht auf dem Gehweg oder in Grünflächen stehen, sondern nur auf Fahrbahnen.
Für größere Verwerfungen hat die Präsentation vorn Fahrradgaragen im Stuttgarter Westen gesorgt.
Diesen Haushaltsantrag haben wir bei den Haushaltsberatungen vor zwei Jahren gestellt. Die Verwaltung hat dies aufgenommen und nach Garagen gesucht. Eine Firma hat einen Vorschlag (Foto weiter unten) gemacht, den wir unter der Paulinenbrücke sehen können. Solche Kontainer sollen auch am Hauptbahnhof aufgestellt werden. Alle anderen sollten eingeschossig (Höhe 1,50 m) sein und dürfen nicht auf dem Gehweg oder in Grünflächen stehen, sondern nur auf Fahrbahnen.
Für größere Verwerfungen hat die Präsentation vorn Fahrradgaragen im Stuttgarter Westen gesorgt.
2. März 2020
Ein gutes Angebot erzeugt sofort Nachfrage
Wo die Wege bequemer werden, fahren rasch mehr Leute Fahrrad. Das zeigt sich auf der Radschnellverbindung zwischen Böblingen und Stuttgart Vaihingen.
Auch wenn sie alles andere als perfekt ist (es geistern überraschend viele Autos auf der Römerstraße herum) so hat, einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge der Radverkehr zugenommen. Früher fuhren die Kopfsteinpflasterstrecke 700 Radler/innen pro Tag, jetzt, nach der Asphaltierung, sind es schon 1.200. Nach Informationen der Stadtverwaltung Böblingen wurden an der Zählstelle seit Inbetriebnahme Ende Mai 2019 bis zum 23. Februar 2020 genau 158.028 Radfahrten erfasst. Das dürften noch mehr werden, auch wenn die Verbindungen in die Städte hinein nur sehr langsam besser werden.
Auch wenn sie alles andere als perfekt ist (es geistern überraschend viele Autos auf der Römerstraße herum) so hat, einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge der Radverkehr zugenommen. Früher fuhren die Kopfsteinpflasterstrecke 700 Radler/innen pro Tag, jetzt, nach der Asphaltierung, sind es schon 1.200. Nach Informationen der Stadtverwaltung Böblingen wurden an der Zählstelle seit Inbetriebnahme Ende Mai 2019 bis zum 23. Februar 2020 genau 158.028 Radfahrten erfasst. Das dürften noch mehr werden, auch wenn die Verbindungen in die Städte hinein nur sehr langsam besser werden.
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