Till Raether hat im Magazin der Süddeutschen Zeitung darüber nachgedacht, wie man sich als Radler oder Radlerin im Stadtverkehr behauptet. Und er schlägt eine ungewöhnliche Methode vor.
Nämlich die sanfte Radl-Revolution. Statt aufs Autodach hauen, toben und schimpfen, versucht er es mit einen Lächeln und mit Reden. Wir kennen das alle: Einer hat uns viel zu knapp überholt, um vor uns an die Ampel zu kommen, die Rot ist und wo wir ihn wiedertreffen. Und dann mit der Hand das Zeichen zum Runterkurbeln des Fensters machen, dem in der Tat kaum jemand widerstehen kann, das habe ich auch schon oft ausprobiert. Und dann reden: "Bitte hupen Sie mich nicht an, ich darf auf der Straße fahren." Oder: "Bitte fahren Sie nicht so eng an mir vorbei. Klar, 1,50 ist viel, aber eine Handbreit ist doch zu wenig und für uns beide gefährlich." Oder ganz raffiniert: "Tut mir leid, dass ich so unvermittelt vor Ihnen eingeschert bin."
Tatsächlich sind wir in der Kommunikation um so erfolgreicher, je weniger aggressiv wir sind.



