4. Januar 2022

Die neue Zacke kann mehr Fahrräder transportieren

Für uns Radler:innen hat die Zahnradbahn eine besondere Bedeutung, denn seit 30 Jahren sie bringt auf einem vorgestellten Wagen kostenlos Fahrräder vom Marienplatz nach Degerloch hoch. Leider immer nur zehn auf einmal. 

Das führt im Sommer oft zu Engpässen, wenn die Downhill-Biker ihre Räder nach Degerloch hoch transportieren lassen wollen, um in Degerloch wieder in den Trial einzusteigen. Berufspendler:innen, die sich abends auf dem Heimweg die Alte Weinsteige hochbringen lassen wollten, bekamen ihre Fahrräder nicht mehr auf den Wagen. 

Das soll sich ab März ändern.

2. Januar 2022

Bettelampel für Autofahrer:innen

Karslruhe hat an zwei Stellen Fußgängerampeln und Fuß-und Radampeln so geschaltet, dass sie für den Autoverkehr zunächst auf Rot stehen. Fußgänger:innen und Radfahrende haben also, so die Formulierung, dauergrün. 

Das hat ein reges Medienecho erzeugt. Es handelt sich um einen Pilotversuch, der schnell ausgewertet werden soll. Karlsruhe will erklärtermaßen die Attraktivität des Fußverkehrs fördern. Eine Bachalor-Arbeit soll herausfinden, wie sich das Verhalten der Verkehrsteilnehmer:innen ändert und ob dies zum Besseren geschieht, was auch immer als besser betrachtet wird. Autofahre, die sich den Überquerungen nähern, fordern durch die Annäherung für sich Grün an. Reihen sich mehrer Autos auf, ist für Autofahrende länger Grün. Kommt keines, bleibt die Ampel für Fußgänger:innen und Radfahernde Grün. Wenn in reger Folge mehrer Autofahrende Grün anfordern, wird ein regelmäßiger Wechsel innerhalb von 45 Sekunden antiviert. Dann kriegen Fußgänger:innen 7 Sekunden (zuzüglich Räumzeit) und Autos maximal 27 Sekunden Grün. Sowas ist nur machbar, wenn auf solchen Straßen eher selten Autos fahren. Sonst bringt es den Fußgänger:innen und Radfahrenden eher nichts. Insofern bin ich gespannt auf die Auswertung durch die Bachalor-Arbeit, wer hier tatsächlich Vorteile hat.

31. Dezember 2021

Guten Rutsch!

Ich wünsche euch ein gutes Jahr 2022. 

Allzeit sichere Fahrt und immer zwei Armlängen Abstand links von euch!

Hinter mir liegt ein Jahr, in dem meine Cousine in Dresden ums Leben kam, weil ein Lkw-Fahrer ihre Vorfahrt auf dem Radstreifen missachtete. Und ich wurde selber von einem Autofahrer umgefahren, der meinen Vorrang missachtete. 

Ich wünsche allen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, dass sie damit letztlich klarkommen und weiterhin ohne Angst und mit Vergnügen Fahrrad fahren. 

In Stuttgart wurden im ablaufenden Jahr viele kleine Infrastrukturmaßnahmen auf die Straße gebracht.

29. Dezember 2021

Die vergessene Autobahn durch Sonnenberg

In Sonnenberg liegt breit und ausladend eine echte Autostadtruine, die zu nichts nütze ist und allmählich verfällt.  

In den sechziger Jahren hat man eine riesige vierspurige Verbindung von der B27 von Tübingen am Waldfriedhof vorbei in den Süden hinunter geplant. Die gigantischen Autobahnauf- und Abfahrten kann man in Sonnenberg noch besichtigen. 

In alle Richtungen an der Dreieckskreuzung Peregrinastraße, Laustraße sind mittlerweile Abbiegespuren stillgelegt. Die Ausfahrt ins Wohngebiet über die Güntherstraße Richtung Löffenstraße in Degerloch ist gesperrt. 

Und da ruht die Zubringeranlage nun und nimmt Sonnenberg eine ganze Menge Platz weg für einen Autoverkehr, der diese Zu- und Abfahrten gar nicht braucht.

27. Dezember 2021

Der rollende Gehstock

Das Fahrrad ist ein rollender Gehstock, meint das Urban Cycling Institute. Und Fahrradstädte sind inklusive Städte. 

Die 65-75-Jährigen in den Niederlanden legen ein Drittel ihrer Wege mit dem Fahrrad zurück. Und durchaus nicht immer mit Dreirädern. Manchmal ist es tatsächlich leichter, mit dem Rad zu fahren als zu Fuß zu gehen. Das Fahrrad belastet Knie und Füße weniger als das Gehen, weil man nie das ganze Körpergewicht auf ein Bein verlagern muss. Ich kenne einige Menschen, die weite Strecken mit dem Rad fahren, aber keine zwanzig Meter schmerzfrei gehen können. Das Fahrrad ist für sie ein Rollator oder eben ein rollender Gehstock, mit dem auch noch sehr viel weiter kommt als nur zu Fuß.

25. Dezember 2021

Mit Blöff-Blitzer gegen rasende Radler

Erst werden die Radfahrtouristen angelockt, dann sind sie der Tourismusorganisation zu schnell, und sie stellt eine Blitzerattrappe auf und hält Radfahrende an, von denen sie der Meinung ist, dass sie zu schnell waren. 

Diese Radfahrer:innen heißen dann "rasende E-Bike-Fahrer". Und das Gebiet heißt Naturschutzgebiet Geltinger Birk und liegt östlich von Flensburg in Schleswig Holstein. Frau Simons von der Ostseefjord Schlei Gmbh, die für die touristische Vermarktung der Gegend zuständig ist, ist jedenfalls im Sommer aufgefallen, dass Pedelec-Radler:innen - aber verutlich nicht nur die - Chaos auf den Wegen im Naturschutzgebiet stiften. Dort sind bei schönem Wetter sicherlich viele Fußgänger:innen und viele Radler:innen unterwegs. Es komme immer wieder zu Beinahezusammenstößen, meint die Tourismus-GmbH nun und hat mal schnell eine Blitzer-Attrappe aufgestellt. Ein paar Meter später werden die Radler:innen (ausschließlich Pedelec-Radler:innen?) angehalten und ermahnt, die nach Ansicht der dort stehenden Personen zu schnell waren. Sie seien auch ganz einsichtig, heißt es. Wie das aussieht, sieht man hier, auch wenn das Foto gestellt ist. 

23. Dezember 2021

E-Lastenradförderung - eine Stuttgarter Erfolgsgeschichte

900 von der Stadt geförderte E-Lastenräder fahren inzwischen in Stuttgart herum. Sie sind seit 2018 fast eine Million Kilometer gefahren und haben 229 Tonnen CO2 eingespart. 

Nach Angaben der Stadt gab es seit 2018 bislang 1.200 Anträge auf Förderung, von denen fast alle positiv beschieden werden konnten. 1,07 Millionen Euro hat die Stadt in die Förderung bisher investiert. Am meisten Anträge wurden im Jahr 2020 gesetllt. Die Lieferengpässe, verursacht durch die Pandemie, führen allerdings dazu, dass bisher noch nicht alle Räder ausgeliefert werden konnten. Hinzu kam ein  Förderprogramme für Menschen, die sich kein E-Lastenrad kaufen können, weil der Eigenanteil zu hoch ist, sich aber eines bei der Neuen Arbeit dauerhaft leihen können sollen. Davon machten bisher 121 Familien Gebrauch. Außerdem gibt es ein Förderprogramm zum Erwerb von E-Trikes, also E-Dreirädern für Mobilitätseingeschränkte.

Im Juli dieses Jahres hat die Stadt die Lastenradbesitzer:innen befragt, um mehr über die Gründe für den Kauf von Lastenrädern erfahren.

21. Dezember 2021

Pfusch am Botnanger Sattel

Am Botnanger Sattel sind die Fahrbahn- und Radmarkierungen neu gemacht worden. Eine Sache ist besser, anderes ist nicht gut. Masten stehen uns im Weg

Der Radstreifen aus der Botnanger Straße geradeaus Richtung Botnang wurde entschärft. Hier wichen vorher Autofahrende den Linksabbiegern immer über den Radstreifen aus und lehrten Radfahrende das Fürchten. Jetzt gibt es eine Linksabbiegespur für Autos und die Busspur biegt gut markiert Richtung Kräherwald ab. Aus der Busspur heraus fahren Radler geradeaus weiter (nächstes Foto rechts oben in der Collage). Das ist besser als vorher. 

Allerdings stehen uns hier Schilder- und Ampelmasten im Weg. 

19. Dezember 2021

Wer Rad fährt, liebt es

Das Auto ist das beliebteste Verkehrsmittel, titelt die Zeit und bezieht sich auf die Ergebnisse der Studie Mobilität in Deutschland, die von 2017 ist, also vier Jahre alt. 

In Deutschland fahren im Durchschnitt 57 Prozent der Leute mit dem Auto ihre wöchentlichen Strecken, 22 Prozent gehen zu Fuß, 11 Prozent fahren mit dem Rad und 10 Prozent mit Bussen und Bahnen. An Wochenenden wird mehr gelaufen und Rad und weniger Auto gefahren. Ohne Zweifel gibt es Menschen, die wahnsinnig gern Auto fahren, ich frage mich aber, ob all die Menschen, die heute Auto fahren, dies auch gern tun und nicht nur als gutwillig akzeptierte Notwendigkeit empfinden. Im ländlichen Raum ist der öffentliche Verkehr unterirdisch und die Strecken fürs Radfahren oft zu lang. In Städten sind Jugendliche dagegen eher weniger aufs Auto fixiert als früher. In Deutschland kommen auf 1.000 Einwohner:innen 527 Autos. Und fast jeder Haushalt hat ein Fahrrad.