Dieser hat sich wieder mal in den Radfahrstreifen an der Kolbstraße eingefädelt, ohne Rücksicht darauf, dass da eine Radlerampel steht, die man nun nicht mehr sehen kann, und ohne Rücksicht darauf, dass von der anderen Seite Autofahrer in Einbahnstraße hineinschießen, wenn sie Grün haben. Passiert hier nicht mehr so häufig wie früher, aber eben doch immer mal wieder. Man fragt sich echt, was im Kopf dieses Autofahrers eigentlich vor sich gegangen ist. Wie kommt einer auf so eine Idee?
17. Juli 2023
Die Schamlosen
15. Juli 2023
Wichtige Alltagsradrouten wegen Radrennen am Sonntag gesperrt
Achtung, morgen, am 16. Juli, findet das Brezel-Race. Es gibt lange und kurze Touren. Sie führen auch über gewohnte Alltagsradstrecken in und um Stuttgart.
So ist die Hofener Straße, die sonntags für den Autoverkehr gesperrt und für den Radverkehr geöffnet wird, bis Mittag vom Radrennen belegt. Vermutlich kann man auf dem Gehweg radeln, man kann aber auch die Strecke auf der anderen Seite des Neckars entlang der Neckartalstraße wählen.
Schwieriger wird es in der Tübinger Straße zwischen Silberburgstraße und Marienplatz, weil die Zielrunde mehrmals über die Fahrradstraße verläuft. Sie ist deshalb zwischen 8:45 Uhr und 16 Uhr gesperrt. Eine Umleitung über die Hauptstätterstraße gibt es nicht. Wer Richtung Marienplatz radeln möchte, muss am Ende der autofreien Eberhardstraße nach links über den Wilhelmsplatz Richtung Süden radeln. Wie die Umleitung der HRR 1 ab Marienplatz ist, habe ich im Vorfeld noch nicht gesehen.
13. Juli 2023
Die große und die kleine Ampel
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| 2023, Pragstraße |
Für diejenigen, die diese Strecke kennen, alles easy, abgesehen von den gelegentlich heftigen Unebenheiten auf dem Radstreifen. Aber wehe, man kennt sie nicht! Dann legt man an der Ampel beim Mahle eine Vollbremsung hin, obgleich sie für Autos grün zeigt. Denn eine Radampel rechts zeigt Rot. Darauf hat mich Blogleser Christian hingewiesen mit der Bitte, doch mal etwas über die kleinen und die großen Ampeln zu schreiben.
Die Situation hier ist höchst missverständlich. Wer die Ampeln so aufgestellt hat, meint Christian, fährt wohl selber nicht Fahrrad.
11. Juli 2023
Freud und Leid
Drei Geschichten muss ich euch erzählen. Wobei alle die Ausnahme sind, wenngleich wir Radfahrende auf all unseren Fahrten stets ein oder zwei solcher Ausnahme-Erlebnisse haben, mehr unschöne als schöne.
Ich radelte die schmale Lehenstraße hoch zum Mühlrain, rechts und links parken Autos, da kommen nicht mal Rad und Auto aneinander vorbei. Das Stück ist ca. 12 Prozent steil, geht mit Pedelec, aber treten muss man auch. Von oben kam ein Auto entgegen. Der Fahrer fuhr in eine Einfahrtlücke, steckte den Arm aus dem offenen Fenster und winkte mir, zu kommen. Ich schaute in meinen Rückspiegel, denn solche Fairness erlebte ich nur, wenn hinter mir ein Auto ist. Auf Radfahrende achtet man nicht so. Aber er meinte mich. Ich treppelte an ihm vorbei, bedankte mich aufwändig gestisch, er startete und rief mir was zu, was ich nicht gleich verstand, so ungewöhnlich war es. Er rief: "Gute Fahrt!" Mit freundlichen Gefühlen radelte ich in den Mühlrain hinein.
9. Juli 2023
Berlin bekämpft Radfahren
Ich höre es bis Stuttgart, das erleichterte Seufzen hinter den Windschutzschreiben: Endlich tut mal jemand was gegen die Radfahrer (gendern tut man bei solchen Seufzern nicht).
Die neue CDU-Verkehrssenatorin lässt Radzeichen auf den Radfahrstreifen zukleben, damit Autos darauf parken können, und hat die Bezirke aufgefordert, alles zu lassen, was dem Radverkehr nützt. Die taz macht sich in einem Artikel weidlich über diese reaktionäre Politik und ihre kruden Begründungen lustig. Aber mir - und vermutlich anderen Radfahrenden - bleibt doch eher das Lachen im Hals stecken.
Denn das Schlimme ist: die reaktionäre Verkehrspolitik ist eine, die nur einem Viertel der in Berlin lebenden Menschen zugute kommt. Dreivierteln schadet sie. Die letzte Erhebung des Modal-Splits für Berlin stammt aus dem Jahr 2018 (derzeit läuft eine neue) und ergab, dass nur 26 Prozent mit dem Auto fahren, 18 Prozent das Fahrrad nehmen, 30 Prozent zu Fuß gehen und 27 Prozent mit Bus und Bahn fahren, wobei auch die stets Fußgänger:innen sind, weil sie zu den Haltestellen gehen müssen. Diese 75 Prozent sollen sich nun wieder auf den Gehwegen zusammendrängen, so wie das die alte Radinfrastruktur von Berlin vorsah (siehe Foto).
7. Juli 2023
Die Ästhetik der Drohung
Warum ist der Motor des Pedelecs auf 25 km/h gedrosselt, während man mit einem Auto oder Motorrad auf 200 km/h beschleunigen kann, was aber legal nur auf deutschen Autobahnen geht?
Warum fürchten sich Fußgänger:innen ständig lautstark vor Radfahrenden, die 25 km/h schnell fahren, und mit reiner Muskelkraft auch mal 30 km/h, aber nicht vor Autos, die beim innerstädtischen Rasen immer wieder mal in ein Bushäuschen krachen oder Menschen am Straßenrand töten, die in den Gegenverkehr schlingern, weil der Fahrer oder die Fahrerin abgelenkt war oder das Fahrzeug nicht beherrschte, und die sogar von ihren Fahrern absichtlich als Waffen zu Anschlägen missbraucht werden? Hauptsächlich töten Autos (und ihre Fahrer, ob sie wollen oder nicht) Menschen im Straßenverkehr, nicht aber Radfahrer:innen.
Bis heute hängt die öffentliche Meinung dem Glauben an, dass nur das Auto Freiheit garantiert, wenn auch nur für Erwachsene, und jene, die sich Autos leisten können. Über die Freiheit, die das Fahrrad Kindern und Jugendlichen oftmals auch Frauen schenkt, redet kaum jemand. Wer nicht Auto fährt, erscheint nicht frei und wird deshalb verachtet.
5. Juli 2023
Oper inszeniert Reallabor Außengastro
Alle Proteste, Argumente und Demonstrationen haben nichts genützt. Die Oper hat begonnen, ihre Außengastronomie auf der Hauptradroute 1 samt Infocontainer einzurichten. Die Fläche für den Rad- und Fußverkehr ist halbiert.
Universitäten machen Reallabore, um Konflikte zu entschärfen und Lösungen für öffentliche Räume zu finden. Nicht so die dramatische Kunst, also Theater und Oper. Kunst sucht die Konflikte in der Gesellschaft, spitzt sie zu und führt sie uns allen schmerzhaft vor Augen. Die Oper tritt auf ihre Außenbühne und ruft dem Publikum zu: "Ihr wollt doch auch keine Radfahrer mehr vor der Oper haben." Und das Publikum applaudiert und ruft begeistert: "Ja, weg mit denen!"
Um uns diesen gesellschaftlichen Grundkonflikt vor Augen zu führen, haben die Württembergischen Staatstheater nun vor ein paar Tagen mit ihrer lange erwarteten Installation einer Außengastro auf der wichtigsten Hauptradroute Stuttgarts begonnen. Tausende Menschen zu Fuß und auf Fahrrädern haben jetzt nur noch knapp die Hälfte der vorigen Fläche zur Verfügung, um ihre Wege zu gehen oder zu fahren. Sie müssen enger zusammenrücken. So können sich mehr Fußgänger:innen über Radfahrende ärgern und ihren Hass entwickeln oder vertiefen. Und es können noch mehr Radfahrende über die Politik fassungslos und enttäuscht den Kopf schütteln, die sie zwingt, sich auf einer der Hauptpendlerstrecken erneut durch Fußgänger:innen zu schlängeln. Und zwar ohne eigenes Wegerecht.
3. Juli 2023
Das Kreuz mit den Umleitungen
Guten Morgen, heute auch in die Sperrung der HRR1 am Tagblattturm reingerasselt?
1. Juli 2023
Das Fahrrad ohne Kette
Scheffler und Heinzmann haben einen Pedalgenerator für Elektroräder entwickelt, der jetzt produziert wird. Er treibt einen Motor am Hinterrad an.
Besonders gut geeignet scheint dieses System ohne Kette, Riemen oder Kardanwelle für E-Lastenräder zu sein. Weil es keine direkte Verbindung zwischen Pedalantrieb und Hinterrad mehr braucht (man braucht nur ein Kabel), kann man sie anders bauen, zum Beispiel die Lastenfläche tiefer legen als die Achsen. Das ermöglicht neue Ansätze für die Konstruktion von Fahrrädern, egal ob Zweirad, Dreirad oder Vierrad. Ein erster Kunde hat schon geordert.
Der Pedalgenerator des Systems Free Drive erzeugt beim Treten einen gleichmäßigen Widerstand (der sich auf die Tretleistung des Radelnden einstellt oder vom Radler eingestellt wird) und liefert per Elektrokabel die Energie für den Elektromotor am Hinterrad. Das System liefert 250 Watt bis 25 km/h.








