Dicht am rechten Rand einer Fahrbahn entlang radeln, ist keine gute Idee. Man wird schlechter gesehen, enger überholt und womöglich von einer Autotür erwischt. Das am meisten unterschätzte Risiko geht vom Dooring aus. Also Autofahrer stößt seine Fahrertür auf, ohne sich vorher zu vergewissern, dass kein Fahrrad kommt. Das können wir als Radfahrende nicht vorhersehen, es geschieht für uns völlig überraschend. Wir haben auch nicht die geringste Chance der Kollision zu entgegen, denn unser Anhalteweg (Reaktionszeit + Bremsweg) ist bei gemäßigten 20 km/h bereits etwa zwei Autos lang. Auf dem Foto sieht man, wie weit eine Autotür in die Fahrradstraße (Tübinger Str.) hineinragt, nämlich deutlich über den blauen Begrenzungsstrich hinweg. Der Radfahrer, der uns links entgegenkommt, würde dem Kontakt mit der Türkante nur knapp entkommen oder mit dem Knie noch anstoßen. Hinzu kommt, dass Autofahrende jemanden, der ganz rechts an den Autos entlang radelt, noch schlechter sehen, wenn sie vor dem Türöffnen immerhin mal nach schräg hinten umgucken. Ein Radfahrer, der mitten auf der Fahrbahn kommt, hat größere Chancen, gesehen zu werden, ganz abgesehen davon, dass er nicht mit der Tür in Kontakt kommt.
Es hat für uns aber noch weitere wichtige Vorteile, wenn wir mitten auf der Fahrspur radeln.