28. Dezember 2018

Degerloch entwirren

Der Bezirksbeirat von Degerloch hat viele gute Ideen für eine Neuordnung des Verkehrs. Vor allem möchte man die Epplestraße als Ladenstraße aufwerten. 

Das heißt: Parkplätze weg, das Ganze in einen Shared Space umwandeln (wobei ich da jetzt schon sagen kann, dass eifrig regelwidrig geparkt werden wird nach dem Motto "nur mal schnell zum ...") und die Einbahnstraßenführung rund um dieses Zentrum überprüfen. Das berichtet ausführlich die Stuttgarter Zeitung.

26. Dezember 2018

Ist denn Weihnachten nur für Autofahrer?

Am 24. Dezember parkten mindestens vier Autos mitten auf dem Radweg Holzstraße, teils über Stunden.

Diese vier standen da so dick und fett, dass ich um 12:35 Uhr die Polizei (Innenstadtrevier) anrief. Währenddessen fuhr einer weg. Der Beamte sagte mir, zwanzig Minuten würde es aber schon dauern, bis jemand käme. Nach zehn Minuten kam ein Streifenwagen, hielt kurz, fuhr zur Ampel vor und dann weg. Der Pförtner der Breuninger-Garage erzählte mir, da seien schon drei Streifenwagen vorbeigekommen, aber dass die da parken, das interessiere die nicht.

24. Dezember 2018

Unser aller Mobilitätsegoismus

Verkehrsfragen werden am liebsten als Konkurrenz diskutiert, als Kampf um Raum und das eigene ungestörte und schnelle Vorankommen. 

Derzeit nimmt die Konkurrenz um den Gehweg zu. Denn dem Auto will man keine Fläche wegnehmen. Deshalb landen Parkscheinautomaten und Radständer auf dem Gehweg. Autos parken dort. Fahrräder stehen da, Schildermasten sowieso. Und oft schickt man auch noch die Radfahrenden auf Gehwege, weil man auf der Fahrbahn kein angemessene Radinfrastruktur planen und anlegen will. Die Zufußgehenden haben zunehmend den Eindruck, dass der Radverkehr nur auf ihre Kosten geht. Dabei wird der Radverkehr hin und her geschubst zwischen Fahrbahn und Gehweg. Niemand will ihn haben. Aber wir leben hier nun einmal alle miteinander.

22. Dezember 2018

Bürgerpolizei?

Wie ist das eigentlich, wenn ich ein Foto von einem Falschparker auf dem Radweg mache und es an die Polizei oder ans Ordnungsamt schicke? 

Es werden immer mehr, die das tun, darüber berichtet auch der SWR. Denn die Polizei kommt offensichtlich nicht hinterher bei den Unmengen Ordnungswidrigkeiten, die Autofahrende begehen, indem sie auf Gehwegen parken, sodass Fußgänger auf die Fahrbahn runter müssen, oder Radstreifen zuparken, sodass Radler in den fließenden Verkehr ausscheren müssen. 2014 startete Heinrich Strößenreuther (Berliner Radentscheid) die App Wegeheld, mit deren Hilfe man vom Handy aus Autos, die einen behindern, direkt ans Ordnungsamt der Stadt mit Foto, Kommentar und eigener Adresse melden kann. Ist das Denunziation oder Bürgerengagement? Die App macht den Ordnungsämtern auf jeden Fall mehr Arbeit. Und das Stuttgarter Orndungsamt reagiert auch auf diese Wegeheldanzeigen.

20. Dezember 2018

Erster Lastenradparkplatz in Stuttgart

In der Gutenbergstraße vor dem Plattsalat gibt es Stuttgarts ersten Straßenrandparkplatz, der Lastenrädern vorbehalten ist.

"Bitte für Lastenräder freihalten", heißt es auf dem Schild an der Einfahrt. Diese Bitte richtet sich an andere Radfahrer/innen, nicht an Autofahrende, denn ein Auto parken kann man dort nicht mehr. Die Grünen im Bezirksbeirat West hatten im Oktober - allerdings vor einem Jahr (!) - beantragt, dass zwei Pkw-Stellplätze in Stellplätze für vier Lastenräder umgewandelt werden.

18. Dezember 2018

Warum Autofahrer von Radwegen träumen

Ich frage mich oft, warum die Liebhaber des Autofahrens nicht drängender den Ausbau von Radwegen und Radstreifen fordern.

Fahren Autofahrer denn wirklich so gern mit 10 bis 25 km/h hinter einem oder zwei Fahrrädern her? Beispielsweise auf der Böheimstraße oder die Alte Weinsteige hinauf. Vorbei kommt man nicht, und die ganze Zeit steht man unter Stress, weil man unbedingt vorbei will.

Das müsste nicht sein, wenn es Radwege oder Radstreifen gäbe. Dann würden die Radler auf ihrer Fläche fahren und der Autofahrer auf seiner, beide in dem Tempo, das sie fahren wollen. Dann wäre alles ganz easy, für den Autofahrer und für den Radfahrer, wie man in der Neckarstraße (auf dem sehr kurzen Abschnitt) schön sieht.

16. Dezember 2018

Wo sollen Elektrokleinstfahrzeuge fahren?

Bestimmt nicht auf dem Gehweg. Aber auf dem Radweg und auf Radstreifen haben sie eigentlich auch nichts verloren. Sollen wir uns unsere schmalen Wege künftig mit E-Scootern, Segways, Hooverboards und E-Skateboards teilen?

E-Scooter mögen unserem Fahrverhalten noch ähneln, aber alle anderen Kleinfahrzeuge tun das nicht. Etwa solche, wo einer auf einem kleinen Board (Self Balance Scooter) steht und über Gewichtsverlagerung steuert und bremst. Solche Fahrzeuge werden zu einem zusätzlichen Hindernis, wenn sie langsamer fahren, oder zu einer Gefahr, wenn sie zu schnell sind, weil sie anders fahren, anders bremsen, anders abbiegen als wir.

Das ist der Konflikt. 

15. Dezember 2018

Kinotipp - mit dem Fahrrad durch Afrika

Mit dem Rad zum Kino, dann rein in den Film "Anderswo. Allein in Afrika." Der Film läuft derzeit noch für ein paar Tage im EM-Kino. 

Blogleser Anselm Pahnke, der eigentlich in Hamburg lebt, ist von Kapstadt losgeradelt und befand auf einmal auf dem langen und abenteuerlichen Weg durch Afrika, fernab der Touristenstraßen. Er hat alles erlebt, den Horror der Einsamkeit und die Schönheit der Gastfreundschaft.

Anselm schreibt mir: "Ein Film über eine Entdeckungsreise, die Suche nach dem Abenteuer und nach dem Ich. Nur mit dem Fahrrad bin ich durch den afrikanischen Kontinent gefahren. 15.000
Kilometer, 414 Tage, 15 Länder. Ich habe weder Bus noch Bahn genutzt und während der kompletten Reise darauf verzichtet, Trinkwasser zu kaufen. Denn ich wollte Afrika erleben, wie es wirklich ist. Menschen und der Natur aus unmittelbarer Nähe erleben. Gefilmt habe ich die gesamte Reise selbst. Inmitten der Herausforderungen wuchs in ihm Begeisterung für diesen riesigen Kontinent, ein 
tiefes Vertrauen in seine Mitmenschen und mich selbst, sowie die Einsicht, dass man allein nicht einsam sein muss."

Schööön.

14. Dezember 2018

Die absolut untaugliche Radinfrstruktur

Es gibt einige Stellen in Stuttgart, wo die Fahrbahnmalerei für Radler nicht befahrbar ist.  Die Abbiegespur für Radlfahrende auf der Herzogstraße gehört dazu. 

Wer hier so radelt, wie vom Ordnungsamt vorgesehen, läuft Gefahr, von einem aus der Rotebühlstraße einbiegenden Auto auf den Kühler genommen zu werden.

Ich habe schon mal darüber geschrieben, hatte aber die Situation bei weitem noch nicht erfasst. Und es gab eine Gelbe Karte an die Stadt. (Die Antwort ging nicht an mich, deshalb zitiere ich sie hier auch nicht.) Ich habe mich also mal wieder hingestellt, diesmal nur 9 Minuten, und Fotos gemacht. Und das sieht gar nicht gut aus.