2. Juli 2020

Wie sinnvoll sind temporäre Radstreifen?

Das hat sich rbb24 gefragt und eine Schnellstudie in Auftrag gegeben. 

Im Video erfahren wir, dass dabei festgestellt wurde, dass die Vorteile, die die Menschen wahrnehmen, vor allem mehr Platz für die Radfahrenden, das Sicherheitsgefühl erhöhen. Als Nachteile werden wahrgenommen, dass es eventuell dann mehr Autostau gibt. Klar ist, dass diese neuen breiten Radstreifen den Konflikt zwischen einerseits dem Platz-Anspruch des Autoverkehrs und dem Platz- und Sicherheitsanspruch der Radfahrenden sichtbar machen.

30. Juni 2020

Anwohner:innen fordern Konsequenzen aus dem Radunfall auf der Neuen Weinsteige.

Auf der neuen Weinsteige im Abschnitt zwischen Olgastraße und Zellerstraße hat  am 19. Juni kurz vor Mitternacht ein SUV-Fahrer einen Radfahrer schwerst verletzt. Der Fahrer beging Unfallflucht.

Er fuhr bergauf, kollidierte auf Höhe der Hausnummer 12B mit dem Radfahrer, schleuderte ihn in die Heckscheibe eines geparkten Fahrzeugs, ließ ihn lebensgefährlich verletzt liegen und fuhr weg. Die Stuttgarter Zeitung hat sofort darüber berichtet und das Thema später noch einmal aufgenommen, weil die Anwohner:innen von der Stadt Maßnahmen gegen nächtliche Raserei verlangen.

Der 43-jährige Radfahrer ist außer Lebensgefahr (er hat vielfältige Verletzungen am ganzen Körper erlitten), und der Unfallfahrer wurde von der Polizei ermittelt, ein 40-Jähriger. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. 

28. Juni 2020

Mann am Steuer!

Von Männern geht im Straßenverkehr eine höhere Gefahr aus als von Frauen. Das gilt nicht nur beim Autofahren, sondern auch beim Radfahren. 

Die Universität Westminster in London hat Unfälle im Straßenverkehr analysiert und Spektrum berichtet darüber. Anders als andere Studien geht es hier nicht um das Risiko bestimmter Verkehrsmittel für ihre Nutzer:innen (z.B. ist Radfahren gefährlicher als Autofahren?), sondern um das Risiko, dass die Fahrer:innen für andere darstellen. Gemessen wird in Relation zu den gefahrenen Kilometern. Es werden sechs Fahrzeugarten verglichen, unterschieden nach Landstraßen, Autobahnen und Stadt. Und erstmals wird darauf geschaut, wer fuhr, Mann oder Frau.

26. Juni 2020

Radstreifen auf der Holzgartenstraße - teils schön, teil kritisch

Auch auf der Holzgartenstraße, die den Hegelplatz mit dem Hospitalviertel verbindet, gibt es temporäre Radstreifen. 

Radelt man vom Hospitalhof kommend über den Berliner Platz auf die Holzgartenstraße dann ist sie wow! Breit, gerade und mit einer breiten Spur, die Radler:innen auf der Geradeausspur an die Ampelö über den Hegelplatz Richtung Stuttgart Nord führt. Auch diese Fahrradweiche wird von rechtsabbiegenden Autofahrenden überfahren, aber die Spurführung für die Radfahrenden ist klar, eindeutig und prominent. Dass der eine oder andere eine Ampelschlange rechts über den Radstreifen hinweg überholt, kennen wir schon, das passiert auch hier. Der Respekt einiger Autofahrer:innen vor der Radinfrastruktur ist gering. Das kennen wir.

Etwas schwieriger wird es in Gegenrichtung.

24. Juni 2020

Die böse Ecke

Die Theo hat breite Radstreifen bekommen. Was sich jedoch nicht ändert, ist die Radführung an der Ecke zur Fritz-Elsas-Straße. 

Die bleibt ein kurioses Gebastel, und eigentlich ist das auch gar nicht mehr lusig. Wie man sieht, hört der Radfahrstreifen auf. Wir radeln in eine Rechtsabbiegespur  hinein. Weil wir die Ecke kennen, wissen wir, dass wir nur über die Gehwegecke die Fußgänger-/Radampel ansteuern und dort halten können, um auf Grün zu warten. Wer hier zum ersten Mal ankommt, scheitert. Diese Ecke muss man nämlich üben. Wie Lastenradfahrende und Räder mit Kinderanhänger da durch kommen, ist mir schleierhaft.

22. Juni 2020

Mit Kindern radeln

Mit Kindern Radfahren ist in Stuttgart eine Herausforderung, die aber immer mehr Eltern annehmen.

Ab undgefähr vier Jahren können Kinder aufs Fahrrad steigen und Radfahren üben. Die Eltern entscheiden übrigens, ob ihr Kind mit dem Fahrrad zu Schule fährt oder nicht. Kinder dürfen zur Schule radeln, auch wenn sie die so genannte Fahrradprüfung noch nicht abgelegt haben. Sie sind versichert. Auch wenn manche Schulen was anderes sagen.

Das Fairkehr-Magazin hat Tipps zusammengetragen, wie man am besten mit den Kindern das Radfahren beginnt und übt.

20. Juni 2020

Es passt nicht am Waldeck

Am Waldeck müssen Bergaufradler die Böblinger Straße überqueren, um rechtsseitig weiter fahren zu können. An der Ampel passt aber gar nichts.

Man wartet meist sehr lange an dieser Ampel. Und der Platz wird manchmal knapp. Bevor die Radfahrenden Grün kriegen, dürfen erst einmal alle anderen fahren. Und wenn die Stadtbahn ihren Vorrang ausspielt, beginnt der Umlauf mit den Autofahrenden wieder, nicht etwa mit den Radfahrenden.

Temporäre Mobilitätswende auf der Theo

Nun haben wir also temporäre Radfahrstreifen auf der Theo. Es radelt sich super, finde ich. Allerdings bin ich auf dem Rad- und Busstreifen auch angehupt worden. 

Ich stand dort eine Viertelstunde am Fußgängerüberweg Richtung Hospitalviertel, wo die Polizeistation ist, und habe mir angeschaut, wie das so läuft. Es waren doch viele Radfahrende unterwegs, die teils lächelnd zu Bolzstraße radelten, obgleich die vielen Fußgängerampeln immer wieder auf Rot standen. Es gab keinen einzigen Rotlichtverstoß durch Radfahrende, sber viele Verstöße durch den motorosierten Verkehr.

18. Juni 2020

Zwanzig Zentimeter weniger für den Autoverkehr

Und schon gibt es Aufstand, den die Presse aufgreift. Die Epplestraße wird zwischen Tränkestraße und Ohnholdstraße neu asphaltiert.

Beschlossen ist, dass dabei die Geh-/Radwege jeweils zehn Zentimeter breiter und neu asphaltiert werden. Dabei wird die Bushaltestelle barrierrefrei gemacht und die Fußgängerampel verlegt. Nun meinen einige Händler im Gebiet Tränke, die Lkw könnten da nicht mehr durchfahren, sie kämen im Gegenverkehr nicht mehr aneinander vorbei. Zumindest müssten die Fahrer mehr aufpassen. Die Stadt widerspricht, und ich kann mir nicht vorstellen, dass bei uns in Stuttgart irgendetwas geplant wird, bei dem die Mindestbreiten von Fahrbahnen nicht beachtet werden.

Dabei sind die Verbesserungen für Radfahrende und Fußgänger:innen dort nur minimal. Bislang konnte und musste man dort schon auf dem Gehweg radeln. Was aber fehlt, ist die Radverbindung bis ganz raus nach Möhringen.