5. Februar 2022

Hallo, Schatz!

Radler:innen ham's gut. Autofahrende müssen immer parken, aussteigen, ein paar Schritte gehen, wenn sie schnell jemanden besuchen oder was anschauen wollen. 

Radfahrende sehen was, halten an, reden. Und zu einer Ladentür kommt man auch, ohne das Fahrrad loslassen zu müssen.  

Dieser Radler öffnet die Tür zu einem Friseurladen und ruft "Hallo, Schatz!" hinein, bespricht kurz etwas und fährt dann weiter. 

Radfahrende können auch, ohne das Fahrgerät zu verlassen, mal schnell die Angebote an einem Ladeneingang durchschauen. 

3. Februar 2022

Wer gegen Radverkehr klagt, bekommt mehr Radverkehr

Fahrradstraßen sind aus einem mir nicht ganz nachvollziehbarem Grund unbeliebt bei Anwohner:innen. In Hannover hat ein Kläger zwei Mal Recht bekommen. Mit dem Ergebnis, dass aus einer halbherzigen Fahrradstraße eine echte Fahrradstraße wird. 

Die Kleefelder Straße in Hannover war als Fahrradstraße ausgewiesen, es fuhren aber Autos und es parkten viele am Straßenrand. Vorteile für Radfahrende waren eigentlich nicht erkennbar. Wenn eine Stadt aber eine Fahrradstraße ausweist, dann muss sie für Radfahrende einen Gewinn bringen. Wenn das nicht so ist, dann darf das ganze keine Fahrradstraße sein, stellte das Verwaltungsgericht fest.  

Schon 2019 hatte ein Anwohner gegen die Fahrradstraße geklagt. Er fand, dass die Fahrradstraße eine Rennbahn geworden sei, die Wegnahme von einigen Parkplätzen führe dazu, dass gerast werde.

1. Februar 2022

Ein Unfallkind am Pranger?

Mitte Januar wurde ein Kind von einem Autofahrer angefahren und schwer verletzt. Laut Polizeimeldung trat das Mädchen hinter einem geparkten Auto hervor. Auch die Stuttgarter Zeitung schreibt das. 

Das provoziert den Gedanken: Soll man nicht machen! Und bei ganz Abgebrühten: Selber schuld.  Und das ist furchtbar, denn ein Kind ist verletzt, Eltern sind entsetzt und in Sorge, eine Familie leidet, weil ein Kind einen Fehler gemacht hat. Kinder machen Fehler, Erwachsene übrigens auch. Unser Autoverkehr verzeiht keine Fehler. Und wenn man sich den Ort anschaut, wo der Unfall geschehen ist, dann stellt sich das, vor allem aus der Perspektive von Kinderaugen doch nicht so einfach dar. 

Entsetzt war ich, als ich den Twitter-Post und den Blog-Post von X-Tof las.

30. Januar 2022

Der Radweg durchs Parkhaus

Am Flughafen gibt es eine Kuriosität. Wer mit dem Fahrrad die Autobahn überqueren will, radelt durchs Parkhaus. 

Das ist keine Hauptstrecke, dafür ist die Anbindung zu schlecht, aber es ist die kürzeste Verbindung zwischen dem westlichen Bernhausen oder dem östlichen Echterdingen und Plieningen und Hohenheim. Allerdings so richtig geschickt ist da nichts organisiert. Und der Radweg ist natürlich kein Radweg, sondern ein freigegebener Gehweg, wo man Schrittgeschwindigkeit fahren muss.

Immerhin gibt es auf diesem Gelände rund um den Flughafen eine Wegweisung für Radfahrende, auch wenn die Schilder nicht immer in die richtige Richtung zeigen. 

28. Januar 2022

Die sich um Radfahrende kümmert

Jana Heimel, die in Heilbronn eine Hochschulprofessur hat, und die wir in Stuttgart gut kennen, hat es mit ihrem Projekt PendlerRatD in die Zeit geschafft. Andrea Reidl geht der Frage nach, "wie aus Autofahrern Radfahrer werden".

Jana Heimel hat es mit ihrem Projekt nämlich gezeigt. Wir wissen, dass es ein riesiges Potenzial von Menschen gibt, die das Auto stehen lassen würden, wenn es ihnen leichter gemacht würde. Jana Heimel und ihrem Projekt gelang es, in den vergangenen drei Jahren 401 Autofahrende (85 Prozent der Teilnehmenden) in Radfahrende zu verwandeln. Die Leute, die bei dem Projekt teilnahmen, kamen aus verschiedenen Berufen und bekamen ein Pedelec samt Ausrüstung einschließlich Regencape und weitere Hilfen. Die Versuchsteilnehmer:innen waren zwischen einem und sieben Monaten mit ihren Rädern unterwegs und bekamen auch kleine Belohnungen. Sie legten im Schnitt 34 Kilometer pro Strecke zurück. 

Der erste Schritt ist es also, es denen, die überlegen, ein Angebot zu machen und sich um sie zu kümmern.

26. Januar 2022

Temporäre Spielstraßen - eine Chance für Kinder

Spielstraßen sind wichtig für Kinder. Sie müssen nämlich auch mal draußen spielen können, herumradeln, herumrennen, Fange und Balls spielen. 

Wir brauche also mehr davon. Doch das ist, wie immer, wenn es ums Auto und um Parkplätze geht, gar nicht so eifach. Wenn eine Anwohnerschaft anfängt (und es muss die Mehrheit der Anwohner:innen sein), für einen verkehrsberuhigten Bereich zum Spielen zu kämpfen, sind die Kinder groß, wenn die Stadt endlich anfängt, den Bereich umzubauen. In Deutschland kann man nämlich nicht einfach Schilder aufstellen, man muss auch den Straßenbereich verändern, sodass ein Autofahrer gleich merkt, dass er jetzt in einen völlig anderen Bereich einfährt. Das kostet Geld, das muss geplant, beschlossen und baulich umgesetzt werden. Eine schnelle Lösung für die Kinder einer Straße ist das nicht. 

Es gibt aber eine schnellere Möglichkeit. 

24. Januar 2022

Man kann durchaus das Fahrrad neu erfinden

Der Ingenieur Paul Jaray hatte Pech. Er erfand 1921 das Fahrrad neu, aber es gab tödliche Unfälle, und die Produktion wurde zwei Jahre später wieder eingestellt.

Deshalb hat das interessante Fahrrad nie eine Chance bekommen, sich im Alltag über die Jahre samt Weiterentwicklungen zu bewähren, obgleich man es damals für das Fahrrad der Zukunft hielt. Vorgestellt wurde es in der Feuerbacher Heide, der Jubel war groß. 

Man soll damit nämlich viel besser die Stuttgarter Berge hochgekommen sein als mit den Rädern, die wir heute so fahren (Pedelecs ausgenommen). Jaray war ein eher schmächtiger Mann, aber er fuhr den andern Radlern bergauf davon. Es sollen in den Hesperus-Werken in Cannstatt bis 1923 rund 4000 Exemplare gebaut worden sein, und darum gibt es noch einige (weniger als 100). Eines war bei der Ausstellung 200 Jahre Fahrrad 2017 in Mannheim zu sehen, wo auch ich es fotografiert habe. 

Das besondere an dem J-Rad, auch Sesselrad genannt:

22. Januar 2022

Die Rosensteintreppe

Immerhin die Fußgänger:innen kommen jetzt bequem auf der neuen Brücke zwischen dem Sailerwasen und dem Rosensteinpark hin und her. Die Stadt hat vor einigen Wochen die Verbindung per Treppe provisorisch komplettiert. 

Schon länger kann man auf der untergehängten Geh- und Radbrücke vom Neckardamm über den Neckar radeln, landete dann aber im Baustellengewirr am Anleger der weißen Flotte und musste sich den Weg auf die Wilhelma-Seite über die Neckartalstraße suchen (drüben darf man gar nicht radeln). Jetzt kommt man immerhin schon mal auf dem Rosensteinsteg ganz rüber, steht dann allerdings vor einer Treppe, die direkt zum Rosensteinpark hochführt. 

20. Januar 2022

So viele Autofahrer fahren illegal auf der Amstetter Straße

Überall in Stuttgart missachten Autofahrende Durchfahrtssperren und fahren einfach trotzdem. 

Anwohner:innen verzweifeln und Radfahrende ärgern sich, weil nichts geschieht, um den illegalen Autoverkehr zu unterbinden. 

Das ist auf der Alten Weinsteige so, wo eine Aktion knapp 100 Fahrzeuge in anderthalb Stunden gezählt hat, die wegen der Nachmittagssperrzeit weder rauf fahren durften, noch wegen der Verbotsschilder runter.  

Einen regen illegalen Autoverkehr gibt es auch auf der Amstetter Straße in Hedelfingen. Hier darf man nicht durchfahren. Es tun aber trotzdem viele, teils über 120 pro Stunde. Ein Anwohner listete auf: