Viele Kinder lernen heute Radfahren oft nicht mehr spielerisch in einer autoverkehrsarmen Sackgasse. Sie müssen dazu erst irgendwohin fahren, in den Schlossgarten zu einem Pumptrail oder in den Wald, was ohne Eltern nicht geht. Also radeln sie vielleicht mal am Wochenende. Oder nie.
Der VCD berichtet über einen Besuch des FahrRad-Botschafters Jakob Blasel bei Berliner Schüler:innen. Dabei ging es nicht um solche Hinderungsgründe fürs Radfahren wie eine mangelhafte Radinfrastruktur mit Radwegen oder Radstreifen, die im Nichts enden. Oder um die Umwege, die Kinder und Jugendliche zur Schule radeln, nur um nicht an einer wüsten Landstraße entlangfahren zu müssen, wo es keinen Radweg gibt. Erschüttert waren die Schüler:innen darüber, dass die fahrradfreundlichste Stadt über 500 000 Einwohner:innen, Bremen, beim Ranking der Städte nur die Note befriedigend erhalten hat. Den Schüler:innen waren insgesamt auch zu wenige Menschen mit dem Fahrrad unterwegs. Und nicht nur die Autofahrenden, sondern auch die anderen Radler:innen verhalten sich manchmal so, dass einem angst und bange wird. Die Radfahrprüfung in der 4. Klasse - so die Erkenntnis aus dem Gespräch - reicht eigentlich nicht aus. Nach ein paar Jahren, wenn man wirklich anfängt, als Jugendliche:r alleine durch die Gegend zu radeln, hat man vieles wieder vergessen. Von einem Nicht-Führerscheinbesitzer wird aber auch erwartet, dass er oder sie sich mit den Verkehrsregeln auskennt.






