4. November 2023

Nur für Anlieger frei - Darf man da mit dem Fahrrad durchfahren?

Anlass für diesen Artikel ist die Frage eines Radlers, der durch ein Anliegrstraße gefahren ist, von der Polizei angehalten wurde und die Hälfte des Bußgelds (25 Euro) bezahlen musste, das für Autofahrende fällig wird.

Ob man durch eine Anliegerstraße radeln darf,  hängt von dem Schild ab, das über dem weißen Schild mit "Anlieger frei" hängt. Zeigt das runde Schild mit rotem Rand in der weißen Fläche ein Motorrad und ein Auto, dann dürfen nur Menschen mit Kraftfahrzeugen in diese Straße fahren, die Anlieger:innen sind oder ein Anliegen haben. Für Radfahrende gibt es hier keine Beschränkung, sie dürfen durchradeln. 

Hängt aber das weiße runde Schild mit rotem Rand (Durchfahrt verboten) an der Straßeneinfahrt, dann darf hier nichts fahren, auch Menschen auf Fahrrädern nicht. (Auch nicht auf dem Gehweg!.) Von allem was Räder hat, ist nur der Handkarren, umgangsprachlich Leiterwagen, noch erlaubt. Will man aber mit dem Fahrrad jemanden in der Straße besuchen, was anliefern oder abholen, dann darf man mit dem Fahrras (genauso wie mit dem Auto) hinein und auch wieder hinaus radeln. 

2. November 2023

Wien installiert hunderte Grünpfeile für Radfahrende

Quelle: Fahrrad Wien
Die Stadt Wien ist schön länger gut unterwegs in Sachen Radverkehrsförderung. Auch wenn die Autofahrenden nicht unbedingt fahrradfreundlicher sind als bei uns, scheint es der Stadt wichtig zu sein, dass Radfahrende bequem vorankommen. 

Mindestens 330 Ampeln sind in Wien bereits mit Schildern ausgestattet, die es Radfahrenden erlauben, bei Rot nach rechts abzubiegen oder geradeaus zu fahren, nachdem sie kurz angehalten haben. Dass sie anhalten müssen, steht auf den Schildern drauf, anders als bei uns in Deutschland. Auch in Stuttgart gibt es ein paar wenige sogenannte Grünpfeile. Die Verkehrsregeln hinter ihnen müssen Radfahrende aber kennen: Anhalten, gucken, dann darf man auch bei Rot abbiegen. Einen Grünpfeil für Geradeausfahrten kenne ich in Stuttgart nicht. Aber immer, wenn ich auf der Neckarstraße stadteinwärts an der Ampel Hackstraße stehe und auf den Schutzstreifen gucke, der vor mir weiter geht, denke ich mir, hier könnte man einen Grüpfeil für Radfahrende anbringen.

31. Oktober 2023

Sind wir abhängig von der Autoindustrie?

Wenn wir über mehr Radverkehr und weniger Autoverkehr in Stuttgart reden, höre ich immer wieder, wir seien wirtschaftlich abhängig von Mercedes-Benz, weshalb bei uns in der Stadt viele Autos fahren müssten. 

Das klingt für mich so, als lebe Mercedes von den Autos, die die Stuttgarter:innen kaufen und fahren, und wenn dienun  auf Fahrräder umstiegen oder man mit dem Auto nicht mehr in Stuttgart in jede Straße reinfahren dürfe, ginge unsere Autoindustrie ein und Stuttgart ginge wirtschaftlich unter. 

Die Autos, die in Deutschland produziert werden, werden allerdings zu 77 Prozent exportiert, also gar nicht bei uns verkauft. 40 Prozent gehen nach China, das allerdings keine Verbrenner mehr abnimmt und wo unsere E-Autos nicht reüssieren können. Und wenn dann die günstigen E-Autos aus China zu uns kommen, wird unsere Autoindustrie alt aussehen. Was auf dem Weltmarkt passiert, wird Mercedes und Co sehr viel mehr beeinflussen als unsere Radverkehrspolitik. Der Ausbau Radverkehrs in Stuttgart wird gar keinen Einfluss haben.  

29. Oktober 2023

Das Schutzblech schützt bei Regen

Allerdings nicht immer. Es hängt davon ab, wie weit sie um die Reifen reichen, ob Füße, Antriebssstrang oder nachfolgende Radfahrende trocken bleiben. 

Die meisten Alltagsräder und Citybikes haben von vorn herein Schutzbleche, die weit genug um die Laufräder herumgehen, um wirkungsvoll Kette und Kurbel oder Füße vor Spritzwasser zu schützen. Wie genau Schutzbleche aussehen müssen, damit sie auch ihren Zweck erfüllen, stellt diese Seite mit Bildern dar. Ist jetzt nicht das wichtigste Thema (wichtiger ist, dass das vordere Radlicht nicht zu hoch eingestellt ist, damit es Entgegenkommende nicht blendet, aber das ist ein anderes Thema), denn nass wird man bei Regen sowieso. Allerdings ist es besser fürs Rad, allemal, wenn es eines mit Elektromotor ist, wenn der Motor, Kurbel und Kette nicht auch noch mit Spritzwasser vom Vorderreifen zugeschaufelt werden. 

27. Oktober 2023

Velogleise werden getestet, aber nicht gebaut

Wenn Radfahrende in Stadtbahngleise geraten, stürzen sie. Das geht meist mit schweren Verletzungen einher. Es sind auch schon Radfsahrende dabei zu Tode gekommen.

Es gibt schon lange die Möglichkeit, die Rillen mit Gummi so zu verschließen, dass Radfahrende darüber fahren können, während Stadtbahngleise den Gummi runterdrücken und ebenfalls fahren können.Bochum hat 2021 verkündet, es wolle Velogleise einführen. Seitdem wartet man darauf. Im März erfahren wir, das die Stadt das Projekt vorerst nicht weiterverfolge. Und das dass ganze werde teurer als gedacht. Basel testet auch wieder so ein Gleis. Aber wird das jemals kommen? Ich habe da meine Zweifel. 

25. Oktober 2023

Verwirrende Ampel am Rotebühlplatz

Noch mal zurück zur Neugestaltung der Kreuzung Rotebühlplatz mit der Theo. Über die neuen Radstreifenmarkierung Richung Fritz-Elsas-Straße habe ich schon berichtet. 

Dabei kam die Frage auf, wie klar oder unklar die Situation für Radfahrende ist, die aus dem Western von der Rotbühlstraße her kommen und nach der Kreuzung geradeaus auf dem neuen breiten Radweg fahren wollen. Sie sehen sich nämlich einer Radlerampel gegeüber, die rechts von ihnen neben einer Aufstellläche für indirektes Linksabbiegen in die Fritz-Elsas-Straße steht. Die Streuscheiben der kleinen Ampel haben keine Richtungspfeile. Die Ampel selbst sagt uns also nicht, dass sei nur für Linkssabbieger gilt. Und da sie rechts der Geradeausfahrenden steht, scheint sie zu gelten. Das aber kann nicht sein, weil man ja gerade mit den Autos Grün bekommen hat, die ungebremst in die Theo fahren. 

Dass die Ampel für Geradeausradler:innen nicht gilt, können wir nur aus den Bodenmarkierungen vor der Ampel entnehmen. Es gibt nämlich keinen Haltestreifen.

23. Oktober 2023

Menschen sind ja nicht doof

Ich habe über das Phänomen der Traffic Evaporation, der (Auto-)Verkehrsverpuffung, schon mal berichtet. Das Difu hat internationale Untersuchungen gesichtet und bestätigt: Wenn man eine Straße oder einen Block für Autos sperrt, gibt es nicht mehr Staus rundherum, sondern weniger oder keine.

Der Text des Deutschen Instituts für Urbanistik empfehle ich all jenen zum Lesen, die behaupten, der Autoverkehr sei wie Wasser und suche sich immer und stur andere Wege, wenn man einen Durchgang blockiert. Menschen sind nicht wie Wasser. Sie haben einen Verstand, können sich entscheiden und ändern ihr Verhalten. Wenn es schöner und leichter ist, zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren, dann tun viele das lieber als mit dem Auto zu fahren. Die anderen fahren weiter mit dem Auto, haben es aber leichter, weil mehr Leute anders unterwegs sind.

Gute Maßnahemn können den Autoverkehr in umliegenden Straßen sogar halbieren.

21. Oktober 2023

Ein Fahrradlift fürs Autodach

Foto von Pender
Die meisten fahren ihre Fahrräder mit dem Auto auf einem Fahrradträger am Heck in den Urlaub oder zur Fahrradtour.  Denn sie auf einen Dachgepäckträger zu wuchten ist allemal bei Pedelecs heftig. 

Der Nachteil der fahrradträger fürs Heck ist, dass ans neue Auto der alte meist nicht passt und man einen neuen kaufen muss. Die Firma Pender bietet einen E-Bike-Lifter an, einen hydraulsichen Hebearm, mit dem man ohne eigene Körperkrafat ein Fahrrad auf den Dachgepäckträger kriegt. Auslieferung soll jetzt ab September sein. Auf dem Video kann man sich anschauen, wie es geht. Ein Hebearm kostet allerdings knapp 750 Euro. Und für zwei Fahrräder braucht man zwei, denn die Räder werden mit dem Hebearm auf dem Dach auch fixiert. Ob sie auf jeden Dachgepäckträger passen, kann ich nicht beurteilen, sie sollten aber, weshalb man sie beim Autowechsel weiterverwenden kann, nachdem man sich fürs neue Auto ebenfalls einen Dachgepäckträger gekauft hat. 

19. Oktober 2023

Baustellenmurks an der Wilhelmsbrücke

Wenn man in der Cannstatter Vorstadt die Brückenstraße runter zur Kreuzung an der Neckartalstaße radelt und sie zur Wilhelmsbrücke überqueren will, stößt man auf dieses Schild. 

Das Foto hat mir Blogleser Peter geschickt. Auf den gelben Markierungen für den Radstreifen geradeaus steht seit ein paar Wochen ein Schild, auf dem steht, dass Radfahrende zu Fuß den Gehweg benutzen sollen. An den Bahngleisen steht außerdem ein Schild, dass Radfahren geradeaus zur Brücke verbietet.  Und wie geht das jetzt? Ich bin auf dem Radstreifen angekommen, und soll jetzt quer über den Rechtsabbiegestreifen zum Gehweg radeln, dabei absteigen und das Rad den Bordstein hoch schieben? Dies zu tun, wenn die Autos (und ich) Grün haben, wäre nicht angeraten. Also auf das Grün der querenden  Fußgängerfurt warten. Bin ich in weiser Voraussicht schon auf der rechten Abbiegespur unterwegs, dann kann ich auch nur bei Grün radeln, soll dann aber bremsen, absteigen und das Rad auf den Gehweg hochschieben, während die Autos abbiegen wollen. Echt jetzt? 

Und was machen eigentlich die, die mit großen Lastenrädern, E-Dreirädern, Liegerädern und Handbikes unterwegs sind, die man nicht schieben kann oder die sie nicht schieben können?